Blauer Himmel. 30°C im Schatten.

Heute Nachmittag. Blauer Himmel. 30°C im Schatten.
Ich stehe in Laufklamotten vor der Tür und schnüre die Schuhe.
„Ist das nicht bissl warm heute fürs Laufen?“
Hmm. Eigentlich kennt er mich doch?
„Es ist doch nie zu warm. Man muß halt das Dembo anpassen. Mehr nicht.“
sage ich und bin unterwegs.
Der Planet drückt. Nach drei Km kommt immer mal Schatten, bei km6 kann man am Friedhof die Mütze nass machen, bei km11 oben auf dem Kienberg noch mal und am Friedhof dann wieder bei km16. Laufrucksack und Wasser sind daheim geblieben.
Es läuft irgendwann doch irgendwie. Ich hab wieder die Epix-Laufuhr um. Kein Puls wird mehr gemessen, keine Schritte und Treppen und was nicht alles gezählt. Ich laufe wie ich Lust habe und gut ist. Am Ende werden es 20km sein und da steht ne Zeit. Es wird ne Allerweltszeit sein und auch das ist nicht schlimm. Ich Laufe, also bin ich. 5€ ins Phrasenschwein. Pling.
Ich bin oben am Kienberg, lächle die Leute an. Ich freue mich über die Großfamilie, die sich oben um eine Bank gescharrt haben und Essen zelebrieren.
Ich habe hinzu nirgends unterwegs Wasser gefaßt. Hinzu eine Allerweltszeit; schon tausendmal so dahin geschlurft. Aber es ist OK. Runterzu vom Kienberg rollt es. Es fängt an Spaß zu machen. Ich lasse es rollen. Will ich heute mehr? Wozu? Es ist warm. Der Hinweg war so OK. Schnell wird das eh nicht mehr.
Ach, egal. Rollen lassen. Ich genieße. Es ist nicht wirklich schnell. Es wird etwas anstrengend. Aber ich genieße dieses Laufen. Mit etwas Konzentration kommt auch ein runder Schritt raus. Immer mal muß ich mich aus dem Klappern der Schuhe zurück in den leisen, runden Schritt holen. Dann macht es richtig Spaß. Kein Fauchen einer Dampflok, kein Platschen der Schuhe – einfach mal wieder rund bewegen. Ja, ich glaube das nennt man Laufen. Genau das!
Und dann habe ich heute mal wieder eine doddal nette Uhr! Heute zeigt sie mal 20,3km für die Runde an. Geil! Da bin ich quasi mindestens 3-5s/km schneller als an anderen Tagen, wenn die Uhr nur 20km zeigt. Yes! 😉 Laufzeit einfach ignorieren. Nur auf die Pace schauen und auch die km-Splits und schon bin ich gar nicht so schlecht drauf! Geht doch!

Garmin

Höhenprofil und Durchschnittspace/km

Ach und zum Abschluß noch die Info an alle, die gar nicht gefragt haben. Nein, man braucht auch bei 1:40h Laufen bei 30grdC im Schatten kein Wasser mitnehmen. Und das gilt auch, wenn einiges der Strecke nicht im Schatten verläuft. Man muß nur das Dembo anpassen. Im Zweifel bissl schneller laufen. Dann kann man eher wieder was trinken.
Meint jedenfalls ein Schalk, der wieder manchmal läuft.

(y) 😉

Vorbereitung auf den TOR des Glaciers – Part III

30.03.2020
Es wird langsam wärmer.
Tatsache?
Morgens ist es noch richtig kalt!
Ich mag ja eigentlich die Kälte zum Laufen. Aber irgendwie geht mir im Moment der kalte Wind, die leichten Nachtfröste so richtig auf den Zünder. Ich mag eine Dreiviertellaufhose anziehen; mag keine dicke Mütze mehr mitnehmen, sondern das Basecap aufsetzen. Ich will beim Dehnen nicht zum Schluß anfangen zu frieren, weil der kalte Wind um die Hausecke fegt. Der Frühling darf kommen!

Woche 4/27 – 30.03-05.04.2020

Die Woche begann mit einem Tag lauffrei. Schließlich war ich die vier vorher Laufen und Regeneration ist kein Fremdwort!
Dienstag dann nach der Arbeit die Laufschuhe an und wenigstens noch auf ne Kienbergrunde los. 20km flach, bis eben einmal den Hügel hoch und wieder runter. Schon das Loslaufen ging doddal locker und leicht. Und ohne Anstrengung und Druck wurde es immer zügiger und plötzlich stand für den zweiten 5er ne 4:30er Pace auf der Uhr.  Es wurde dann noch fixer und am Ende war es über alles auch eine 4:30. Hmm. Sollte nicht oft passieren. Aber ging einfach mal gut.
Mittwoch dann war nach der Arbeit auch nicht mehr Zeit, als noch ne Kienbergrunde. Die ging ich ganz bewußt gleich langsamer an. Lockerer 5er Schnitt und kein Streß! Nach 5km begann dann irgendwie der Fuß wieder an sich zu beschweren. Was soll das denn jetzt? Brauche ich so gar nicht! Es war nicht richtig schlimm, ging aber auch auf dem Rest der Runde nicht wirklich weg. Nach dem Dehnen war alles wieder gut.

Freitag ging es zur Physio. Warmlaufen. Ganz leicht Fuß. Geht das vielleicht bei der Physio weg? Da war nichts zu merken. Auf dem Weg danach Richtung Arbeit aber dann doch wieder ganz leicht. Also von da aus zum Ostbahnhof und mit der S-Bahn heim. Asphalt meiden wir jetzt mal. Fallen zwar 20km Strecke aus, aber das ist OK. Für Samstag war der Plan an der Ahrensfelder Höhe zu kreiseln. Das sind 30km kein Asphalt und mehr oder weniger ständig hoch und runter. Mal schauen, was der Fuß dazu so sagt. Besser! Nicht immer ganz ohne Befund, aber viel besser. Ich überlegte sogar, ob ich nicht noch ne Runde dran hänge, weil es so gut lief. Die Vernunft kam dann aber doch durch und so blieb es bei den geplanten 30km. Ich hatte auch noch ein kleines Bastelprogramm in der Wohnung unserer Lütten. Und da ich nicht wußte wie lange das dauert, war auch das etwas Antrieb das Laufen nicht allzu weit auszudehnen. Sonntag dann wieder Kreiseln. Morgens merkte ich janz leicht den Fuß. Schön dehnen und dann ging es besser. Die Kreiselei war etwas langsamer als am Vortag. Hmm. Später in der Auswertung sah ich, dass es pro 4,8km-Runde etwa eine Minute war. Immerhin.

Am Ende der Woche stehen 109km. Da fehlen ein paar zur Vorwoche und eigentlich sollte es ja ein Stabilisieren sein. In Anbetracht des leichten Ziehens im Fuß ist das völlig in Ordnung. Jetzt wird der erst mal wieder auf den Weg gebracht.
109Wo-km
2400Hm

Woche 5/27 06.04.-13-04.2020

Ja, ich weiß. Vom 06. bis zum 13. sind es acht und nicht sieben Tage. Aber die Osterwoche kann man ja getrost inkl. des Ostermontags betrachten.
Los ging es am Dienstag auf einer sehr schönen Runde in ein altes Laufrevier, in dem ich sehr lange nicht mehr war. Von der Bölschestraße gestartet ging es über die Kanonenberge in die Müggelberge und dann nach ner knappen Stunde wieder retour. Dort zu laufen hat wieder richtig Spaß gemacht! Gefühlt war ich da glaube ich so in der Art das letzte Mal in einer Rennsteigvorbereitung 2015. Richtig geil!
Mittwoch/Donnerstag war dann leider doch bissl arbeiten und so startete das Laufwochenende dann halt am Karfreitag. Höhenmeter waren Trainingsziel. Bei Reiseverbot heißt das dann halt leider Kreiseln in Berlin. Das für den Fuß beste ist da eine Runde ohne Asphalt und nen vom Umfang her kleiner Hügel, um möglichst schnell möglichst viele Höhenmeter zu bekommen. Klar, dass da die Ahrensfelder Höhe der Favorit schlechthin ist. Normal hätte ich auch den Kienberg genommen. Aber nachdem da halt der Fahrweg hoch asphaltiert ist, dann eben einen Hügel weiter im Wuhletal.
Zusammenfassend kann man einfach mal festhalten:
Es war ein Vier-Tage-Wochende
Es war vier Mal kreiseln a 30km mit je 1000Hm in je knapp unter 3h.
Der Fuß ist ruhig.
Läuft!
109Wo-km (inkl. Ostermontag 139km)
3400Hm (inkl. Ostermontag 4500Hm)

Woche 6/27 14.04.-19-04.2020

Tja, nach so ner tollen Woche war dann eine Ruhewoche eingeplant. Nicht wirklich geplant war das Kratzen im Hals und die laufende Nase. Ja, es gibt auch noch andere Viren außer Covid19! Silke hatte es mit ner Bronchitis erwischt und muß davon wohl die Light-Version abbekommen haben. Völlig freiwillig war da nicht ein Lauf-km angesagt. Es zuckte nicht mal ansatzweise losziehen zu wollen. Quasi die doddale Regeneration. 😉

Woche 7/27 20.04.-27-04.2020

Los ging es erst wieder am Mittwoch. Und obwohl ich mich wieder doddal gut fühlte, waren die Beine noch ein wenig schwer. Die Pace auf der Wuhletalrunde stimmte wieder. Aber da war lange nicht die gewohnte Lockerheit.
Donnerstag dann der zweite 20er. Gleiche Runde. Gleiches Bild. Schwere Beine. Diesmal war es auch ganz leicht an der Pace zu sehen. Beide Läufe bin ich rein nach Gefühl einfach ruhig und belastungsneutral gelaufen. So ’ne Erkältung zieht doch mehr Substanz, als man denkt.
Freitag war dann Physio in der Friedrichsstraße. 4km hin einlaufen von Arbeit und 5km wieder retour. Das wars für den Freitag und es reichte auch. Das nervigste war übrigens, dass nach den anderthalb Wochen Ruhe und viel am Schreibtisch sitzen der Fuß wieder anfing zu meckern. Viel Dehnen half etwas. Deshalb war dann fürs Wochenende aber auch der Plan zu kreiseln. Da ist eben kein Asphalt und viel Abwechslung für den Fuß das Richtige.
Also Samstag und Sonntag je 30km an der Ahrensfelder Höhe.
Jetzt bin ich so ein Stück weit etwas platt. Der Fuß ist fast komplett ruhig, kein Vergleich zu Freitag. Auch das sagt mir, dass nicht das Laufen schädlich ist, sondern eher die Ruhe – und mangelndes Dehnen!
109Wo-km
2500Hm

Vorbereitung auf den TOR des Glaciers – Part II

Seit meinem letzten Beitrag zur Vorbereitung auf den TOR450 sind zwei Wochen vergangen. Im gesellschaftlichen Leben in Europa verändert sich gerade unheimlich viel. Resultierend aus der Verbreitung des Virus sehen wir gerade eine enorme Dynamik. Ich glaube niemand mehr in Europa kann heute sagen, dass er noch nichts davon mitbekommen habe, keine Restriktionen erfährt. Wenn ich mich so umhöre, sind es zwei Dinge, die hauptsächlich belasten. Zum einen ist da die Ungewissheit wie die nächsten Wochen und Monate wirtschaftlich für sehr viele aussehen werden. Der zweite Punkt ist diese Unsichtbarkeit des Virus in Kombination mit dem Wissen, dass die Übertragung auch Tage vor dem Auftauchen der ersten Symptome übertragen werden kann. Man hat also noch gar keine Ahnung, dass man bereits infiziert ist und verbreitet doch schon weiter… Puh, das klingt wirklich spannend. Da hilft mir in der Bewertung doch immer wieder eine Bemerkung aus einem Podcast des NDR mit Herrn Drosten: „An dieser Situation hat niemand Schuld!“ Diese Bemerkung ist wohl gerade hier in Deutschland, wo gern die Kultur der Suche nach einem Schuldigen, statt der Suche und Beseitigung Ursache gelebt wird, irgendwie sehr banal und doch sehr wichtig!
Nein, man muß nun wirklich nicht in Panik verfallen. Ernst nehmen muß man es schon.
Und gerade auch in so einer spannenden Zeit ist es gut, wenn man für sich einen Ruhepol hat – wenn man raus kommt aus dem medialen Spektakel und sich ein wenig Normalität, Kontinuität, Geplantes erhalten/aufbauen kann. Bei mir ist dieser Ruhepol das Laufen!
Ich bin ab dem Montag nach der Rückkehr von Teneriffa direkt ins Homeoffice. Da ich das auch in der Vergangenheit öfter getan habe, war das jetzt keine große Sache. Der einzige Unterschied ist, dass ich sonst zum Abarbeiten eines einzelnen Projektes mal für ein, zwei Tage daheim blieb und hierfür den täglichen Wahnsinn außen vor gelassen habe. Nun ist es halt ein Managen von beidem wie sonst im Büro. Als positiver Nebeneffekt fallen pro Tag 2x40min Arbeitsweg weg. OK, das waren auch immer Radleinheiten. Aber da ich ja Laufe, habe ich diese Fahrerei nie wirklich ernsthaft als Training betrachtet. Was zählt, sind Lauf-km und nun natürlich auch gelaufene Höhenmeter. Letzteres in Berlin immer wieder spannend! 😉 Und so man die 2x40min wegfallender Arbeitsweg nicht zum Arbeiten am Rechner verbringt, bleibt mehr Zeit zum Laufen. Grau ist alle Theorie! 😉

Woche 2/27 – 16.-22.03.2020
Nach der Woche auf Teneriffa mit reichlich Höhenmetern war diese Woche für etwas Regeneration verplant. Montag ging es auf ne 20km-Kienbergrunde. Da die Beine noch etwas platt und auch einiges an Arbeit anlag, wurde es Dienstag „nur“ eine regenerative 10km-Runde an der Erpe. Ich habe ja nach wie vor noch ein kleines Problem in der Schuhwahl für den TOR450. Beide TOR330 bin ich mit den Speedcross 2 oder 3 gelaufen. Und offensichtlich habe mit diesem Schuh seit der Umstellung von Speedcross 3 auf den Speedcross 4 ein Problem – eben das der Plantarsehnenreizung. Nun sollen die Speedcross 5 wieder etwas anders sein. Also diese geholt und auf der 10km-Erperunde getestet. Hmm, die Zehenbox ist deutlich größer geworden, als sie es vorher war. Das brauche ich so gar nicht. Die war für mich vorher auch schon ausreichend. An der Ferse hat sich der Schuh aber nicht geändert. Nun bin ich seit dem Sommer 2019 diesen hohen Schuh nicht mehr gelaufen und würde deshalb den nicht ganz so perfekten Eindruck erst mal nach hinten schieben. Ich werde den Schuh wohl noch ein paar mal anziehen und die kurzen Läufe damit testen, denn auf einem 7 Tage-Trip im Aostatal braucht es einen bequemen Schuh. Da sind die Schuhe mit denen ich aktuell recht gut laufe, nicht wirklich gut. Ich werde sehen.
Mittwoch war dann mal komplett Ruhe. Und Donnerstag „durfte“ ich doch mal zur Klärung verschiedener Sachen in unserem Werk bei Hannover antreten. Nicht alles geht vom Büro daheim zu klären. Normal fahre ich da immer mit dem Zug. Berlin-Hannover mit dem Auto ist aber auch wirklich bescheuert. Das ist mit der Bahn selbst Tür zu Tür schneller und auch entspannter. Dank Corona bin ich dann mit dem Auto hin, Termin abgearbeitet und doch um kurz vor 16Uhr mich wieder auf den Rückweg gemacht. Jetzt punktete etwas anderes. Beim Zug ist die Strecke definiert. Beim Auto ist das nicht so. Also führte mich ganz zufällig das Auto nach Ilsenburg. Ist jetzt nicht so der kürzeste Weg. Aber wenigstens die Richtung paßt. Dort fand sich auch im Ilsetal ein Parkplatz und ganz zufällig hatte ich Laufsachen und Stirnlampe im Auto. 17:30Uhr ging es also auf ne Runde hoch zum Brocken.
War das herrlich nach diesem Tag auf der Autobahn und in verschiedenen Gesprächen in Büro und Fertigung plötzlich im Hochharz unterwegs zu sein! Habe ich es genossen den bekannten Weg durchs Ilsetal mit den letzten Sonnenstrahlen nach oben zu laufen! Ein paar Wanderer und Läufer kamen mir anfangs noch entgegen. Aber dann war Ruhe, war ich allein da oben. Schön! Je höher ich kam, zogen langsam Wolken auf, in die ich hinein lief. Oder war es einfach nur Nebel? Auf dem Weg nach oben lief ich ab der kleinen Schutzhütte, der Bremer Hütte nicht den Heinrich-Heine-Weg weiter, also nicht rechts weg, sondern geradeaus weiter in Richtung Brockenbett. den Gelben Brink entlang. Es ist lange her, dass ich diesen Weg letztmalig gelaufen bin. Umso erschütterter war ich ob der großflächig abgestorbenen Nadelholzbestände. Es war noch hell genug, um etwas dieser Weite mitzubekommen. Es war aber zu dunkel, um zu sehen, ob dazwischen mittlerweile Aufforstungen erfolgten. Beim Laufen merkte ich aber wieder diesen großen Unterschied von Teneriffa (oder auch den Alpen) zum Mittelgebirge. Die breiten, teils durchaus auch mal steileren Mittelgebirgsforstwege muß man einfach laufen und auf den flacheren Anstiegen kann man durchaus auch mal Gas geben. Das war auf Teneriffa eher nicht ganz so der Fall. Dieses zügige Laufen und auch die Geschwindigkeit, die da „plötzlich“ möglich war, genoß ich doch sehr.
Auf der Brockenstraße, etwa Höhe Brockenbett kamen mir noch ein paar Wanderer entgegen. Mittlerweile war wirklich nicht mehr sehr viel Helligkeit da. Erst als ich vorbei war, fiel mir ein, dass ich vielleicht hätte Fragen sollen, wie sie nach unten kommen wollen, ob sie Licht bei hätten. Ohne Licht wäre die Abkürzung nach Schierke durch den Wald nicht zu empfehlen. Die Straße zieht sich aber noch mal mächtig bis nach unten. Andererseits fragten sie nicht wie weit es wäre und wer um die Zeit da oben unterwegs ist, sollte wissen, was er tut.
img_6601Nach 13km oder 1:15h war ich dann oben angelangt. Völlig verblüfft war ich, als mir Höhe Bahnhof Brocken noch zwei Leutchen entgegen kamen. Im Anschluß sollte ich aber lange niemanden mehr treffen. Während ich ganz zufrieden mit dem Dembo nach oben war, lief es die Panzerstraße runterzu Richtung Rangerstation nicht ganz so, wie ich das eigentlich auch kann. Die Ausreden waren natürlich schnell gefunden. So lag die Sichtweite nur bei wenigen Metern. Bei einem 4:20er Schnitt war das schon recht anspruchsvoll mit dem Sehen und auch das Aufblenden der Lupine bewirkt im Nebel nur sehr bedingt Besserung – eher das Gegenteil ist da der Fall. Die Absätze an den Plattenkanten ließen mich dann doch relativ sachte das Stück Panzerstraße bergab laufen. Direkt nach dem Abzweig rechts an den Hermannsklippen vorbei bis zur Schutzhütte Stempelsbuche ging es dann aber endlich zügiger zur Sache. Da lese ich im Nachhinein ein 4:02min für diesen km und lediglich das Stück Pfad auf dem Heinrich-Heine-Weg bis zur Bremer Hütte wurde es wegbedingt doch noch einmal etwas langsamer. Auch da bin ich schon schneller runter geballert. Aber so etwas im Dunkeln schnell zu laufen, da muß ich mich doch erst wieder dran gewöhnen. Ab der Bremer Hütte ging ich dann auf die Fahrstraße und damit war vom Dembo her wieder „Feuer frei“. 3:59/3:40/3:57min sollten auf den folgenden 3 bergab-km stehen. Das ist noch nicht das Dembo früherer Rennsteigvorbereitungen. Aber das ist zum Beine-ausschütteln schon ganz OK. Richtig Spaß hat dieser Ausflug gemacht. Es lief Dembo hoch und irgendwie auch recht anständig runter. 23km und 860Hm in knapp 2h standen am Ende auf der Uhr. Ich war zwar erst gegen 11Uhr abends wieder daheim. Aber wenn schon mit dem Auto fahren, muß so etwas irgendwie noch mit bei rumkommen.
Freitag bis Samstag war dann erst mal wieder Ruhe angesagt und Sonntag ging es auf ne kleine Kreiselei an die Ahrensfelder Höhe.
Die wollte ich nach Lust und Laune laufen. Irgendwas zwischen 15 und 30km sollten bei raus kommen. Es war herrliches Wetter, klare Sicht, Sonne, nicht kalt. Und nach zwei Tagen Ruhe war ich so doddal ausgeruht. Locker und leicht liefen sich die Runden am Berg weg. 25:47/25:51/26:04/25:20/24:01min gingen die 4,8km-Runden weg. Und sie liefen sich wirklich locker und leicht. Richtig geil!
Nach Hause bin ich dann eigentlich nur wegen des schönen Wetters. Es wäre noch Zeit für einen Spaziergang mit Silke gewesen. Allein, als ich heim kam, hatte sie keine Lust noch einmal raus zu gehen. Sie hatte sich derweil daheim ausgetobt und war nun platt. ;-( OK. Dann nicht spazieren.
Lauftechnisch war das eine sehr schöne Regenerationswoche mit ausreichend Ruhetagen, Regenerationsläufen und doch auch interessanten kurzen Belastungen.
Am Ende stehen die Woche 78km in 6:30h und mit 1900Hm – und dem Fuß geht es gut!

Woche 3/27 – 23.-29.03.2020
Nach der Ruhe folgt … die erste Belastungswoche des nächsten 3-Wochenblocks.
Los ging es gleich am Montag mit einem Lauf von der Friedrichstraße heim.
Am Sonntag wurden Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verkündet. Ich lief bei strahlendem Sonnenschein und einem fetten Grinsen auf dem Gesicht durch die Stadt, den Treptower Park und dann weiter Richtung FEZ und Wuhle heim. Nach einer Stunde Physio für den Fuß waren diese 25km doch hintenraus auch wieder anspruchsvoll und doch genoß ich das Laufen. Die Leute gingen auf Abstand. Ja, natürlich, aber doch war da deutlich mehr Blickkontakt, als sonst und ganz viel wurde mein Lächeln mit Lächeln erwidert. Schön!
Dienstag und Mittwoch war Arbeit angesagt. Trotz (?) Homeoffice war nicht an Laufen zu denken. (Luxus, ich weiß! Andere müssen in Kurzarbeit und haben gar keinen Job mehr, weil Läden, Kneipen, Restaurants, etc. schließen müssen). Damit waren aber auch die zwei Ruhetage für die Woche aufgebraucht. Ergo hieß es nun Donnerstag bis Sonntag laufen!
Donnerstag wurde es ne entspannte Kienbergrunde in einem beängstigend lockeren 4:40er Schnitt.
Freitag war wieder Physio am späten Mittag und anschließend der Weg nach Hause. Dank längerem Einlaufens und einem Treffen mit einem Läufer, den ich seit längerem nicht mehr gesehen hatte, wurden das nicht nur 25km an dem Tag, sondern in Summe doch 31 flache km.
Samstag und Sonntag war dann Höhenmetersammeln an der Ahrensfelder Höhe.
War ich Samstag dort allein zum Kreiseln auf 6 Runden, zeigte ich am Sonntag zwei lieben Lauffreunden die Freuden der Kreiselei an diesem fucking Hügel. 😉 65Höhenmeter am Stück können auch für trainierte Ultraläufer anstrengend sein. Man muß nur an der richtigen Stelle zügig genug laufen.
Die harten Fakten:
Mo, 23.03.2020 – 24km/1:58h/75Hm
Do, 26.03.2020 – 20km/1:33h/120Hm
Fr, 27.03.2020 – 32km/2:33h/100Hm
Sa, 28.03.2020 – 29,5km/2:45h/1086Hm (26:58/26:21/26:21/28:07/27:14/26:36min/4,8km)
So, 29.03.2020 – 29,5km/3:20h/1086Hm (32:18/33:25/33:38/33:50/32:10/30:29min/4,8km-Runde)

Fazit der zwei Wochen?
Das Training auf Teneriffa mit den doch recht vielen Höhenmetern, die mehr oder weniger ja doch etwas aus der kalten Hose gelaufen waren, habe ich gut weggesteckt. Die Beine erinnern sich langsam wieder daran, was ich früher schon mal öfter mit denen gemacht habe. Vier Tage am Stück laufen geht wieder und auch mit ein paar km mehr, als in den letzten Wochen. Fahrgestell und Fuß sind im grünen Bereich. Die Steigerung ist moderat und scheint sinnvoll. Ich bin auch heute nach 110km in den letzten 4 Tagen nicht im Eimer und habe keine Kollateralschäden zu beklagen. Läuft!
Auf den 135Wo-km diese Woche mit 2500Hm kann ich weiter aufbauen.
Um nicht in eine Überlastung reinzulaufen, werde ich diese aber erst einmal von der Größenordnung her nicht steigern, sondern die nächsten beiden Wochen erst einmal das Niveau so halten – so es hier nicht auch noch Ausgangssperren geben wird. Es sind noch 24 Wochen Zeit. Stabilisieren ist nach der Steigerung diese Woche sinnvoll!  😉
Zum Überblick hier einmal die Wo-km und Höhenmeter aus 2020:
KW2 68km/5:28h/1300Hm
KW3 87km/6:53h/240Hm
KW4 95km/7:56h/1082Hm
KW5 65km/5:31h/1018Hm
KW6 90km/7:33h/1445Hm
KW7 66km/5:13h/706Hm
KW8 25km/1:59h/554Hm
KW9 96km/7:55h/725Hm
KW10 77km/6:36h/604Hm
KW11 124km/21:32h/8000Hm
KW12 78km/6:33h/1900Hm
KW13 135km/12:12h/2400Hm
Auch das zeigt, dass jetzt erst mal Stabilisierung des Erreichten sehr sinnvoll ist. Die Steigerung scheint anhand der nackten Zahlen signifikant hoch. Gemessen am Befinden sind sie sehr vertretbar. Gemessen an Laufwochen der Zeit vor der Plantarsehenenpause sind es nicht viele Lauf-km die Woche. Aber gerade letzteres zählt ja nun wirklich nur bedingt.
😉

Vorbereitung auf den TOR des Glaciers – Part I

Teneriffa 2020

Die Meister des Frühjahrs werden bekanntlich im Winter gemacht. Das Frühjahr beginnt gerade. Die letzten Jahre standen da immer schon längere Wettkämpfe an. 2015/2016 war das ein Transgrancanaria, 2017 der Philippinenlauf, 2018 war alles bereits auf die TTdR ausgerichtet und 150 Wo-km schon recht normal.
Dieses Frühjahr steht bei mir allerdings nichts wirklich Wichtiges an. Das Training ist November/Dezember 2019 sehr gleichmäßig, aber auf niedrigem Niveau wieder angelaufen. Eine Basis z.B. für eine Brocken-Challenge stand auch Anfang Februar noch nicht. Aktuell laufe ich so um die 100 Wo-km und Läufe von einer maximalen Länge um die 30 km. Die Ausgangslage für die Woche auf den Kanaren ist also etwas anders, als die vergangenen Jahre.

Interessant wird es für mich zwar erst im September. Die Saisonvorbereitung beginnt also gerade erst.

Vom Kopf her fühlte ich mich aber doch noch ziemlich unvorbereitet, als es für diese Woche auf die Kanaren ging. Das war nicht weiter schlimm. Ich wollte vor allem sehen wie es nach mehr oder weniger anderthalb Jahren Berglaufabstinenz nun im bergigen Gelände so läuft, wollte Defizite erkennen, um sie in den nächsten Wochen und Monaten ausmerzen zu können. Zeit ist hierfür genug, bis die intensiven Trainingsmonate Juni-August kommen. Das Unvorbereitet sein stand also lediglich für die läuferische Verfassung im Vergleich zu den Jahren vorher. Ansonsten war ich sehr gespannt welche Basis tatsächlich liegen würde.

Wie im vergangenen Jahr hatten wir wieder auf Teneriffa Quartier bezogen, diesmal mit Callao Salvaje jedoch eine andere Ecke der Insel ausgesucht und somit begann der Urlaub gleich nach Ankunft am Samstag mit einer kleinen Erkundungstour. Via Outdooractive hatte ich mir vorsorglich schon mal ne Runde direkt vom Quartier am Meer hoch zum Pico del Teide ausgesucht und der erste Lauf war dann auch die Routensuche dieser ersten km. Entspannt zogen wir zu Dritt los. Nach erster Wegfindungssuche zeigte sich aber bereits, dass wir dieses Jahr unterschiedliche Laufambitionen haben. Also suchte ich mir den weiteren Weg geradewegs nach oben in Richtung Teide, während die anderen beiden abdrehten. Nach 7km und ca. 500Hm war es dann auch für mich gut mit der Akklimatisierung. Ich drehte und es ging dieselbe Strecke retour. Die Höhenmeter liefen sich relativ anstrengend. Dembo aufnehmen wollte ich eh nicht – und es wäre auch irgendwie nicht gegangen. Der Fuß war ruhig. Das war mal das Wichtigste!
Harte Fakten: 14km; 1:40h; 500Hm+; 500Hm-

Man soll es bekanntlich nicht übertreiben mit dem Training. Entsprechend war der folgende Tag mit Sightseeing und vielen Autokilometern über den Norden der Insel ausgefüllt.

Montag hatte ich für die anderen eine kleine Wanderung herausgesucht, während ich ab der Stelle des Tracks zum Teide an der ich am Samstag gedreht hatte den Weg weiter erkunden wollte. Nun könnte man meinen wozu ich denn einen vorhandenen Track noch etappenweise erkunden wolle und ihn nicht einfach am Stück liefe. Der Track war keine ausgewiesene Lauf- oder Wanderroute, sondern einfach ein aus dem Kartenmaterial von Openstreetmap erstellter Weg, der Start- und Zielpunkt auf möglichst vielen Wegen und Pfaden auf der resultierend kürzesten Entfernung miteinander verband. Die ersten 7km waren diesbezüglich ganz OK. Ich hatte die Strecke von einer ersten Anfangsschwierigkeit dann gut gefunden. Wie würde aber das ganze weiter oben aussehen? Die Überlegung die Strecke im Vorhinein sich weiter anzusehen, war wirklich richtig gut!

IMG_6595Der Start meines Laufes war oberhalb Tijoco Bajo. Dort wo mein Track die Straße TF82 kreuzte, hatte ich Samstag gedreht. Da ging es also für mich auf dem blau gekennzeichneten Track weiter. Die anderen wollten die rote Route wandern. Die war aus einem Wanderführer herausgesucht. Gleich nach der Straße ging es für mich schon sehr spannend durch einen Baranco. Der Pfad war durchaus bei genauem Hinsehen vorhanden. Suchen mag ich solche Pfade auf einer langen Tour aber nicht ständig. Die Überlegung mir vor dem Lauf der kompletten Strecke diese schon auch erst mal anzusehen, erwies also schon da für mich mehr als richtig. Die nächsten km ging es stetig weiter nach oben. Der Track verlief auf kleinen Wegen, schmalen Pfaden – war aber recht gut auch zu finden. Spannend wurde es nach einigen Kilometern, als ich die Ortschaften hinter mir gelassen hatte. Oberhalb La Colateja, was mehr oder weniger eine Bushaltestelle und zwei, drei Häuser sind, ging es auf einer Bergkette einen Pfad nach oben, der über ehemals wohl bewirtschaftete Terrassen führte. Also die Bergkette und die Terrassen waren jedenfalls noch da. Ein Pfad war ab und an auch wirklich mal erkennbar. Generell ging es aber eigentlich offroad einfach nur den Berg nach oben. Spannend machte die Wegfindung nicht so sehr die Orientierung. Das war recht einfach – immer gerade nach oben. Spannend war das verdorrte Gestrüpp, das auf dem gesamten ansteigenden Weg war. Ich suchte eigentlich permanent den Weg, wo man am besten an diesen flachen, aber doch kratzenden Sträuchern vorbeikam. Der Blick ging immer wieder nach Links, wo mich von den anderen lediglich ein tiefer Baranco trennte. Dort waren (hoffentlich) bessere Wege zum Wandern. Nein, wenn ich den Weg am Stück laufen werde, suche ich mir mit Sicherheit noch einen anderen Weg für den gerade zu absolvierenden Streckenabschnitt. Diese 3km waren einfach nur ätzend!
Nachdem ich die Terrassen hinter mir gelassen hatte, auf einer Anhöhe auf der eine verlassene Hütte stand, begann auch wieder ein Weg und ab da war wieder alles in bester Ordnung. Ich kam wieder zügig voran, hatte aber gerade erst 6km hinter mir. Wandern bzw. zügiges Wegsuchen waren die bis dahin vorherrschenden Bewegungsarten. Dies ging nun doch wieder in langsames Berganlaufen über. Geplant hatte ich schon bis zum Rand der Caldera de las Cañadas, dem großen eingefallenen Vulkankessel in dem der Pico del Teide steht, zu laufen, dort zu drehen und bis zu meinen Leuten auf dem benachbarten Bergrücken wieder nach unten zu laufen, damit wir zusammen ab deren Startpunkt heimfahren können. Dies wären vom heutigen Start bis zur Caldera knapp 12km mit ca. 1600Hm+ und retour noch einmal knapp 9km mit 1400Hm-. Ein Anruf wo ich sei kam gerade noch rechtzeitig bevor ich keinen Empfang mehr haben würde. Die anderen wollten Heim fahren. Ich solle dann anrufen, wenn ich unten bin, damit mich einer mit dem Auto abholen könne. Hmm, extra noch mal jemand hochfahren? Damit stand für mich dann auch gedanklich der Rückweg. Ich würde bis zum Rand der Caldera hochlaufen und dann den gesamten Weg bis runter ins Quartier. Damit würde ich ne ordentlich Ladung negativer Höhenmeter am Stück sammeln können und vor allem hoffentlich einen akzeptablen Weg finden, den ich später nehmen kann, wenn ich doch die Woche noch am Stück vom Meer zum Teide laufe.

Der Rand der Caldera war schnell erreicht. Ein wunderbarer Wanderweg kam von unten über den benachbarten Bergrücken nach oben. 

Blick auf den Pico del Teide vom Rand der Caldera aus – ca. 2000müNN

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit holte ich doch das Telefon vor. Ich wollte kurz daheim Bescheid geben, dass ich mich auf den Heimweg mache und durchlaufen werde. So blieb Zeit für ein Foto.

Nach 1800 Höhenmetern im Anstieg kamen nun ca. 2300 Höhenmeter bergab. Entsprechend langsam ließ ich es angehen. Weiter unten fand ich dann auch noch den Weg, der den Offroad-Abschnitt umging, fasste in Tijoco Bajo in einer Kneipe noch fix ne Cola, da die 1,5l Wasser doch fast aufgebraucht waren und überlebte auch so noch den Rest bis ins Quartier.

Am Ende standen 32km in 5:30h mit 1800m hoch und 2300m runter, etwas quenglige Oberschnekel und ein ruhiger linker Huf zu Buche. Zufriedenstellend!

Für Mittwoch hatte ich eine Runde in der Gegend Corona Forestal herausgesucht. Ich kombinierte eine empfohlene Wanderung mit einer kleinen Schleife in Richtung Teide. Entspannende 25km in 3:15h mit knapp 900 Höhenmetern kamen am Ende bei raus.

An nächsten Tag ging es gemeinsam eine Runde Wandern. In der Nähe von La Esperanza machten wir eine wunderschöne, kurzweilige und recht ruhige Tour.

Donnerstag war eine Tour zum Sonnenaufgang auf den Pico del Teide geplant. Jan und ich hatten das im Vorjahr schon gemacht. Da fühlte sich Tanja nicht so fit, als dass sie mitkommen wollte. Dieses Jahr wollten wir alle drei die Tour in Angriff nehmen.

Die Runde vom Vorjahr kam uns aus verschiedenen Gründen sehr entgegen. So hatten wir einen funktionierenden Zeitplan, wußten wo wir das Auto abstellen würden und hatten bereits beim Klamottenpacken daheim alles notwendige im Gepäck. Dazu zählen eben auch ne Wattejacke und Handschuhe. Da oben ist es vor Sonnenaufgang einfach mal wirklich kalt!

Unten in Callao Salvaje ging es also Morgens um 2:30Uhr los. Wie schon im Vorjahr hatten wir auch diesmal nicht am Vortag auf die Tankanzeige geschaut und auch diesmal war der Tank nicht wirklich zu voll. Es muß nicht erwähnt werden, dass um die Zeit keine Tanke auf dem Weg offen hat. Während der Fahrt nach oben verfolgte ich recht aufmerksam wie die Tanknadel sich mit gefahrener Km-Zahl in Richtung Reserve bewegte. Gleich vorab. Es reichte diesmal locker. Letztes Jahr zählten wir die gefahrenen km mit Reserveleuchte.

Pünktlich um 3:30Uhr lies ich die beiden am Parkplatz Canada Blanca raus und fuhr das Auto zum Endpunkt unserer Tour an den Parkplatz nach Parador del Teide. Die beiden Parkplätze sind 6km Straße auseinander. Verbunden sind beide Wege auch über einen Wanderweg. In der Nacht kann man die Strecke aber besser auf der Straße laufen. Man ist da oben ziemlich allein unterwegs und naturgemäß drückt auch noch nicht so sehr die Sonne auf den Kopf. Das Auto am Ausgangspunkt abstellen und dann tags die Straße oder auch den Wanderweg zum Auto laufen, würde ich wirklich nicht empfehlen. Für Jan und Tanja waren die geplanten 3:30h ab Canada Blanca gut zu gehen. Da war keine unnötige Hektik nötig, um pünktlich zum Sonnenaufgang oben zu sein.

Das Autothermometer zeigte 7°C auf 2000müNN. Es sollte noch einmal 1700m höher gehen.  Die Vermutung, dass es da hoch wärmer wird, liegt nicht nahe. Ich parkte das Auto, zog mir zur dreiviertel langen Laufhose noch Beinlinge und zum kurzen T-Shirt Armlinge an. Dazu kamen Buff, Windjacke, Mütze und Stirnlampe und Handschuhe und Windhose packte ich schon griffbereit in die Außentaschen des Rucksacks. So präpariert konnte es losgehen. 

Der Himmel war wolkenlos. Die Nacht vorher war Vollmond. Insofern brauchte ich auf der Straße keine Stirnlampe. Zwei Autos überholten mich auf dem Weg zum Parkplatz. Nach einer reichlichen halben Stunde war ich dann auch schon wieder dort, wo ich die anderen beiden rausgelassen hatte und machte mich nun auf den Weg nach oben. 10km sind es ab da bis hoch. Das erste Stück Fahrweg geht teilweise wenig steil nach oben. Hier kann man zügig wandern und teils doch auch laufen. Stetig behielt ich die Uhr im Auge, um nicht zu zeitig oben zu sein. Ab dem Übergang vom Fahrweg in den Trail nahm ich dann deutlich raus. Es war erst 5Uhr, also noch über 2h Zeit bis die Sonne aufgeht und nur noch 5km und knapp 1000hm zu gehen. Da sind 2h ne Menge Zeit für!

Während es auf der Straße und dem Fahrweg noch recht angenehme Lauftemperaturen waren, wurde es nun zunehmend windig und richtig kalt. In Bewegung und mit Last war das alles nicht so tragisch. Als aber die km schneller weniger wurden, als die Zeit verging, ich Gefahr lief zu zeitig oben zu sein und deshalb Dembo rausnahm, wurde es doch kühler unter der Windjacke. Die Hütte kam in Sicht. Es war 5:45Uhr. Ich fragte wie lange man wohl bis hoch brauchen würde. (Das hatte ich mir nicht aus dem Vorjahr angesehen.) „Laufend 1:15h“ war die Antwort. Und ich erinnerte mich, dass die Antwort letztes Jahr die Gleiche war und ich schneller war. Gegen 7 wollte ich oben sein. 7:13Uhr war Sonnenaufgang.

Vielleicht 5min später verließ ich die Hütte wieder und sowie der Wind zugriff, beschloß ich die drei Schritte in den Windschutz der Hütte zurückzugehen und mir Windhose und Wattejacke anzuziehen. So schnell würde ich nicht mehr gehen, als dass ich noch ins Schwitzen kommen würde. Und wenn man einmal kalt ist, braucht man länger, um wieder warm zu werden. Also lieber anziehen solange man noch warm ist! Ausgerüstet mit allem an, was im Rucksack war, ging es weiter hoch. Bis hoch waren es 16km ab meinem Startpunkt. 14km hatte ich weg und noch ne Stunde Zeit. Ohje, bloß langsam! Weiter oben kam dann noch einmal ein Wegweiser auf dem 1,2km bis oben stand. Da war es vielleicht 6:30Uh. Da gab ich dann noch mal etwas Gas. Die Reihenfolge war auch völlig richtig. Während ich in den dünnen Handschuhen ob des langsamen Gehens bereits kalte Hände hatte, wurden sie nun mit steigendem Dembo wieder warm; allerdings nicht so warm, dass das T-Shirt wieder naß wurde. Genau richtig dosiert also.

Letztes Jahr traf ich Jan an der Bergstation des Teleferico beim Anziehen der warmen Sachen. Diesmal traf ich beide kurz oberhalb. Ab der Bergstation braucht man noch etwa 15-20min bis oben.

Wann wir letztlich genau oben waren, bin ich noch etwas am Grübeln. Das erste Foto, das ich oben machte, soll ich um 6:46Uhr gemacht haben, sagt das Telefon. Das Foto auf dem sich dann auch die Sonne erstmals zeigte, war in der Tat von 7:13Uhr. Muß also stimmen. Es kam mir überhaupt nicht wie eine halbe Stunde vor da oben. Wenn es richtig zugig und kalt ist, empfiehlt sich auch nicht so ein zeitiges oben sein, oder man muß sich wirklich warm einpacken. Dieses Jahr war es oben dann wärmer und weniger windig als vergangenes Jahr – und das, obwohl es unterwegs am Berg klar richtig kalt war. Dafür kann man dann aber noch solche Schnappschüsse wie diesen hier machen:

Pico del Teide – oben!

Nun aber wieder runter! Die Sonne ist wunderschön, wärmt aber noch nicht!

Der Abstieg zur Bergstation war dann schnell gemacht. Windgeschützt und in der Sonne gab es nun erst einmal einen kleinen Imbiss.

Gut gestärkt ging es in Richtung Pico Viejo nun zurück zum Auto.

Spaß hat es gemacht! Schön war es! Vor allem der gemeinsame Abstieg in aller Ruhe war eine schöne Abwechslung zum alleinigen Hochlaufen. Beides hat seinen Reiz. Beides mag ich. Allein laufe ich viel. Das hab ich also öfter.

Am Ende standen 26km in 5:30h mit 1600 Höhenmetern und einem sehr ruhigen Fuß. Gegen 11Uhr waren wir retour im Quartier.

Da ich mich beim Bergablaufen noch völlig frisch fühlte, beschloß ich den Lauf vom Meer hoch zum Pico del Teide doch Freitag in Angriff zu nehmen.

Oben in der Caldera ist es nachts, wie bereits beschrieben recht kühl. Will man da dort laufen, braucht es warem Sachen, die man von unten mitnehmen muß. Tagsüber ist es hingegen immer recht warm. Gerade wenn keine Wolken sind, knallt der Planet auch auf 2000m Höhe ordentlich. Da verbrennt man sich auch schnell. Am Meer drückt es am Tag natürlich noch mehr. Also wollte ich möglichst im Dunkeln bis an den Rand der Caldera laufen. Dann würde ich die Kühle der Nacht nutzen, um auf 2000m zu kommen und würde mit der aufgehenden Sonne dann in den finalen Anstieg zum Teide gehen. Wäre ich noch eher da oben, müßte ich schon wieder wärmere Sachen einpacken. Man läuft nachts am Meer bei ca 16grdC los und oben in der Caldera sind dann um 4-7grdC und teils ordentlich Wind. Lust viel Zeugs mitzuschleppen hatte ich aber so gar nicht. Deshalb so der Zeitplan.

Jan hatte Donnerstag auf unserer Runde oben auch noch die geniale Idee die volle Flasche Wasser mit ca. 1,5l oben an der Straße, die ich in der Caldera queren würde zu platzieren. Das war wirklich praktisch. Ich packte so in den Laufrucksack 3 0,5l-Flaschen. Die reichen für die ersten 20km und oben fülle ich dasselbe noch mal nach für die letzten 20km. Sollte das hintenraus eng werden, kann ich oben am Teleferico bei etwa km32 auch noch mal Wasser nachfassen.

Am Nachmittag grübelte ich noch etwas wann ich loslaufen solle, um wirklich erst im Hellen an der Caldera anzukommen. Den Weg kannte ich nun im Hellen. Ich hoffte auch wegen freilaufender Hunde unten keine Umwege laufen zu müssen. Letztlich war nur zu Beginn einiges laufbar. Weiter oben ist der Weg für mich teils zu steil, teils zu technisch, womit ich eine Pace von etwa 1h/5km annahm. Die ersten 10km würden etwas schneller sein. Die nächsten beiden 5er etwas langsamer. 20km waren es bis zur Caldera. 7Uhr ist Sonnenaufgang. Also laufe ich 4Uhr los, dann bin ich nicht zu zeitig oben.

So war der Plan, so zog ich los. Abends legte ich mit noch die Montane-Jacke hin. Die ist dünn und doch schön warm, wenn der Wind pfeift – jedenfalls solange man sich bewegt. Früh um 4Uhr war dann der Kopf wohl doch noch nicht so frisch, sodass ich ohne Jacke loslief, mir aber wenigstens noch meine dünne Windjacke einpackte. Zum Glück! Es dauerte nur etwa bis km 7 oder 8. Dann war ich bereits so weit oben, dass es um die Uhrzeit doch kühler wurde. Windjacke und Buff waren da eine willkommene Kombination gegen den kühlen Wind, der von oben von der Bergen her nach unten zog. 
Ich war sehr froh, dass ich mir die Strecke vorher angesehen hatte. Selbst mit Streckenkenntnis mußte ich ab und an die Lampe etwas heller stellen und kurz schauen, wo der Track nun wirklich lang ging. Dies kostete kaum Zeit und ich kam zügig voran. Die ersten 5km waren in 37min weg. Für die nächsten 5 vergingen schon 45min. Es wurde technischer und steiler. Da waren eben kaum noch Laufanteile.
Nachts das Stück zu laufen, war auch gut, da der Abschnitt eher nicht so attraktiv ist. Feldwege und immer wieder alte Hütten und Gehöfte sind nicht so das, was ich beim Laufen mag. Nach 1:30h hatte ich dann aber endlich auch das letzte Haus passiert und vor mir lag der Wanderweg hoch zur Caldera. Der Wind zog kühl. Kein Baum war im Weg. Weiter oben würde der Wald anfangen. Ich stieg gleichmäßig und zügig nach oben und wartete auf den schützenden Wald, damit es wärmer würde. km16, nach 2:45h erreiche ich endlich den schützenden Wald. Stimmt, Wind war keiner mehr. Dafür kam schlagartig die feuchte Kühle des Waldes. 😉 Aber nun lugte auch langsam schon die Helligkeit über den Rand der Caldera, den ich oben bereits erahnen konnte. Nun war es nicht mehr lange, bis die Sonne kommen und auch über diesen Rand hervorkommen würde. 
Wunderschön ist der Kiefernwald dort oben. Die Bäume stehen in großen Abständen, aber doch bilden sie einen wunderschönen, lichten Hochwald aus. Hier wurde es auch langsam wieder flacher. Ich lief nach den langen, steilen Abschnitten endlich wieder an.

IMG_6592Es ist schön in den angehenden Tag, die aufgehende Sonne hineinzulaufen! Und ich genieße die garantierte Einsamkeit da oben. Ich denke die Wahrscheinlichkeit da oben um die Zeit jemanden zu treffen, geht gegen Null. Ich war schließlich bereits durch und in den nächsten 365 Tagen findet sich vielleicht noch ein Bekloppter; mehr aber wohl eher nicht. 

Den Rand der Caldera erreichte ich nach etwa 3:30h.  Jetzt ging es mal ein paar wenige Meter nach unten und einen breiteren Weg am Rand der Caldera entlang in Richtung Parkplatz. Obwohl die Sonne bereits aufgegangen war, kam doch noch einmal kurz ein kleines Kältenest, dass mir zeigte nicht zu zeitig hier zu sein. 
Durch diesen riesigen Vulkankessel, die Caldera führt eine Straße. Aber da diese lediglich hoch zum Teide führt und nicht als Verbindungsstraßen zwischen Ortsteilen der Insel dient, ist man um diese Uhrzeit eher allein. Auch hier genoß ich diese Stille. Hier war ich und Gestein und vor mir ein Berg und sonst erst einmal nicht viel. Schön! 
Doch, eine Flasche Wasser war da noch, die ich nun auf die anderen leeren Flaschen verteilte und die große Buddel konnte ich ordentlich im Mülleimer am Parkplatz versenken und mußte sie so nicht mitschleppen. Auch gut!
Mirador Narcices del Teide. 10km trennten mich noch vom Teleferico. Hoch auf den Teide würde ich heute nicht kommen. Dafür war es zu spät. Man kommt ohne Genehmigung nur außerhalb der Betriebszeiten des Teleferico bis auf den Gipfel. Eine solche Genehmigung muß man lange vorher beantragen. Es kommt in einem bestimmten Zeitfenster nur eine begrenzte Anzahl Leute bis nach oben. Da ich aber bereits am Vortag ganz oben war, störte mich das kein Stück. Ganz im Gegenteil. Diese paar Meter da hoch waren eh wieder durch die Bergbahn sehr touristisch, so die Bahn fuhr. da heißt es dann eher schnell wieder die Flucht ergreifen. Doch vorher würden mir erst einmal weitere einsame 10km Anstieg bevorstehen. Darauf freute ich mich!
Los ging es auch gleich erst einmal schön flach und wieder gut laufbar. Eine Freude wieder schön laufen zu können! Dann kam der Einstieg hoch zum Pico Viejo, einen von der Seite aus dem Teide vorgelagerten, etwas kleineren Vulkankrater. 
Den Weg kannte ich noch nicht. Er war aber gut ausgewiesen und durch aus auch begangen. Man mußte selten nach dem Weg suchen. Die Wandermarkierung „7“ und ein paar Steinmannerl halfen auch bei der Orientierung. Langsam stieg der Weg an und wurde dann natürlich doch auch steiler. Durch die Vulkanlandschaft zog sich der Weg nach oben.  Langsam wich der feste Untergrund des groben, scharfen  Vulkangesteins einem Gemisch an feinem und groben Vulkansand, gespickt mit dem einen oder anderen größeren Lavagestein. Ich war noch nie in einer Wüste wandern. Aber dieses zwei Schritte hoch und eine runterrutschen stelle ich mir auch beim hochwandern auf Dünen so vor. Ging ich voller neuer Energie am Parkplatz los, motivierte dieser Abschnitt ohne Ende! Hinzu kam, dass ich nicht genau wußte wie weit es bis zum Pico Viejo wäre. Ist der einmal erreicht, ist es nicht mehr weit bis oben. Immer mal meinte ich ihn oben zu sehen – nur um dann festzustellen, dass da wieder ein kleinerer Vulkan dem vorgelagert war und sich hinter dem nächsten Hügel also noch einer verbarg.

IMG_6593

Am Rand des Nances del Teide

Schön war allerdings dann doch der Blick zurück! Hinter dem Nances del Teide erstreckt sich unten die Weite der Caldera. Diese wird nur von der Straße durchzogen. Und 2.600m weiter unten könnte Adeje zu sehen sein. In der Nähe bin ich 5h vorher los. 
Am Nances del Teide hatte ich nun allerdings wirklich bereits den finalen Anstieg zum Pico Viejo erreicht. Nun war es nicht mehr weit bis zu dem Abzweig den wir am Vortag nach unten zum Auto gelaufen sind. 300Hm später sah ich dann auch wo ich war und wußte, dass es nun nicht mehr weit wäre. 
10Uhr war ich am Abzweig. Wie lange würde ich nun noch bis hoch und dann auch wieder runter zum Parkplatz benötigen? Ich muß schließlich noch Bescheid geben, wann meine Leute mich unten am Parkplatz Montana Blanca wieder einsammeln können. In der Hoffnung mit dem Blick runter nach Parador habe ich auch Telefonempfang, schrieb ich, dass ich gegen 13Uhr aus dem Spieleparadies gern abgeholt werden würde. Senden, Telefon weg und weiter.
Jetzt wurde es wieder richtig geil! Der Wüstensand wich festem Gestein. Man konnte laufen oder klettern, jeder Tritt saß. Es ging einfach vorwärts!
Geschätzt hatte ich ne Stunde bis hoch ab da. 40min später stand ich oben. Schon einen knappen km vor dem Teleferico geht es los, dass man auf Touries trifft, die mit der Bahn nach oben sind. Das beschleunigte meine Schritte durchaus. 😉
Vom Meer bis hoch zum Teleferico benötigte ich in Summe 6:50h. Knapp 33km und ca. 3700Hm waren es. Ein schöner Moment das geschafft zu haben!
Der Blick auf das Telefon sagte mir, dass die Nachricht zur Abholung nicht gesendet wurde. Also kurz noch mal senden. Ging nicht. Also ne SMS wegschicken. Die sollte in jeden Fall mal ne Funkverbindung finden. Also auch das nicht ging, griff ich zum Telefon. OK. Das funktionierte. Sie waren doch schon unterwegs. Nach dem Palaver  fragten mich Leute ob und von wo ich hochgelaufen wäre… Wer konkret fragt, bekommt Antwort. Auch die Blicke waren schön. 😉
Es war nun gegen 11Uhr. Ich hatte keine Ahnung wie lange ich nach dem Aufstieg runter brauchen würde. Was würden die Beine noch zulassen? Nach kurzer Pause waren diese aber wieder recht frisch und so konnte es los gehen. 
Oben ist der Absteig noch nicht sehr technisch und relativ flach. Das ist genau richtig, um in einen Fluß hinein zu kommen. Und als die ausgebauten Tourimeter aufhörten und der Track anfing, lief es bereits richtig schön rund. Den Abstieg in die andere Richtung kenne ich ja. Der Abstieg in diese Richtung ist genau das, was ich an Abstiegen mag! Das war die richtige Neigung, vom technischen Anspruch so, dass ich das auch gut und wirklich zügig laufen konnte. Das Zügig kann man dann später allerdings ganz gut bei Strava einordnen. Der Schnellste benötigte für die Strecke nach unten die halbe Zeit von meiner. Ich war nach ner knappen Stunde unten. Und es hat einen heiden Spaß gemacht!
Sehr lustig war auch, dass kurz nachdem ich unten war auch meine Leute plötzlich mit dem Auto vor mir standen. Ich hatte 13Uhr gesagt und war 12Uhr unten. Kennen die mich? 
Harte Fakten: 41,5km (Ich kann wirklich nicht Marathon!); 8:06h, 3.740hm+; 1.400hm-

Ne geile (Lauf-)Woche liegt hinter mir!
Konditionell, hinsichtlich Kraft, Laufen, An- und Abstiegen und vor allem hinsichtlich linkem Huf bin ich absolut zufrieden mit der Woche!
Es ist alles bestens für den jetzigen Zeitpunkt. Ganz selten hat sich der Huf mal noch leicht gemeldet. Nach dem Dehnen war immer sofort Ruhe. Da kann man drauf aufbauen. 
Bin ich sehr gespannt nach Teneriffa geflogen, so ging es sehr entspannt wieder retour! 
Ein großer Schritt Richtung Tor des Glacier ist getan. Ick freu mir!
😉

Das wird weit!

Es ist nicht überraschend.
Ich wußte es seit dem 01.Februar.
Die Anmelderegularien waren klar. Die ersten 200 sind dabei, sofern sie die Voraussetzung für den Start erfüllen: TOR unter 130h. Das hatte ich zwei Mal; erst knapp 2014 110h, 2017 dann knapp100h letzeres in Kombination mit dem UTMB vorher.
Die Weite schreckt mich nicht.
Es wird zwei, vielleicht drei Tage länger dauern, als beim TOR.
Den Weg muß ich mir mal vorher noch etwas genauer ansehen. Er ist nicht wie beim TOR markiert.
Die Verpflegung muß organisiert werden.
Nach anderthalb Jahren ohne Wettkampf, 10 Monaten kaum Laufen heißt es fit werden.
Das, was ich am wenigsten benötige, geht schon wieder ganz gut: Dembo.
Das, was ich benötige ohne Ende, ist etwas im Argen. Die Fußmuskulatur, die Stabilität im Knöchel muß aufgebaut werden. Die Beine brauchen Berge.
Es ist Zeit dafür. Das Ziel ist definiert.
Es wird weit!
Der Weg wird das Ziel sein.
Der Weg an den Start.
Der Weg rund ums Aostatal; diesmal auch über die Alta Via 3 und 4.
Es ist viel Respekt in mir.
Und doch kann man das schaffen.
😉

Vorbereitet?

Wofür?
Noch nicht.
Aber es ist auch noch Zeit. Jedenfalls bis zum Lauf.
Start ist am 11.September 2020.
Es wird weit. Sehr weit. Ich bin noch nie so weit gelaufen.
Den letzten Satz konnte ich schon mehrmals innerhalb meiner Laufkarriere schreiben.
Als ich das das letzte Mal schrieb, war es auch für einen weiten Lauf. Das war vor sechs Jahren. Seit dem war ich sehr lange der Meinung, dass 330km genug sind. Bis Mitte 2018 war das so. Jetzt geht es auch weiter. Ich kann es mir vorstellen so weit zu laufen. Das ist die erste Voraussetzung, dass es interessant werden kann. Seit dem umtreibt mich dieser Lauf. Ich bin gedanklich auf der Strecke unterwegs, auf den Teilen der Strecke, die ich kenne. Ich habe Kurt bei der Erstaustragung verfolgt, mitgefiebert. Ich überlege, wann ich wo sein kann, wann ich wo schlafen kann. 450km. Alpen. Irre. Nein. Vorstellbar. Deshalb geht das auch!
Ich bin angefixt! Längst.
Bei der Erstaustragung hatte ich was anderes vor. TAR, mit Christian. Dann verletzt. Es wäre eh nichts geworden in 2019. Ich konnte nur am Rechner zusehen.
Seit Oktober laufe ich wieder. Oktober sehr wenig. November mehr. Es wird.
Wir haben den 31.01.2020. Morgen um 12Uhr ist Vorregistrierung.
Es sind noch 7 Monate, 11 Tage bis zum Start.
Ich werde dann vorbereitet sein.
Es wird weit, sehr weit.
TOR des Glacier!
😉

Kreiseln an der Ahrensfelder Höhe

Das (Lauf?-)Wochenende ist um und es endete mit einem kleinen innerlichen Kracher!

Aber vielleicht fängt man vorn an und hört dann hinten auf. Es ging das Wochenende auf ein klasse Wellness-Wochenende an den Scharmützelsee – ne Fewo für Vier und Samstag einfach nur Sauna – vom Frühstück bis zum Abendbrot.

Laufen wollte ich auch. Freitag Mittag schon daheim. Das Zeitfenster war nicht groß, aber es reichte für ne Kienbergrunde. Keine-Zeit-Kienberg-20er sind immer bissl kontraproduktiv hinsichtlich ruhigem km-Sammeln. Die 5km-Splits sagen eigentlich auch alles. Geil daran ist die Reihenfolge. Auch Geil die Art und Weise wie es lief – einfach mal wirklich gut und locker!
Pace der 5er Splits: 4:45/4:40/4:30:4:10

Und danach gings nach Wendisch-Rietz. Entspannung pur – schon am Samstag!

Samstag Laufen? Frühstück im Restaurant der Sauna! „Ok, darf ich dann den Wecker zum Laufen stellen?“ Jup. Wecker klingelte 7Uhr. Laufklamotten an, Bad, Tasse Kaffee, 7:35Uhr los.
Die Beine erinnerten beim Loslaufen kurz schon mal an den Vortag. Ja, da war was. Trotzdem lief es in 5er Pace die ersten 15km bis Saarow. Der Fuß hielt Ruhe, es gab ab und an leichten Sprühnebel, war um Null grad, also leicht glatt – aber irgendwie geil entspannt und relativ locker einfach so um den Scharmützelsee zu laufen. Auf der zweiten Hälfte wurde es endlich trailig, aber eben auch irgendwie langsam schwer. War es wegen des ersten Nüchtern-Laufens seit vielen Jahren? Nur ne Tasse Kaffee ist jetzt nicht so viel und mit hatte ich nix; kein Wasser und anderes so wie so nicht. War es wegen des Laufs vom Vortag? Ne Kombi aus beidem? Egal. Heimlaufen, ankommen, km erledigt. Paßt!

Dann Acht oder Neun Stunden Sauna! Entspannung, Wärme, Abkühlen im See bei 4grd., Entspannung – schöön!

Sonntag. Nach Berlin zurücklaufen war jetzt nicht so die Option. Noch ne Seerunde? Müggelseerunde? Hmm, Kreiseln wäre eigentlich wichtiger. Mit dem Radel zur Ahrensfelder Höhe und retour? Ist bissl weit. Da wirds mit der Zeit eng. Es stand dann die Option mit dem Auto hingefahren zu werden und ich kann dort kreiseln und müsse nur retour laufen. Letzeres ist immer doof. Aber vier Runden kreiseln ist schon OK. Da ist der Heimweg dann auch OK.

Und es lief richtig, richtig gut los! Die Beine waren locker, gingen den ersten „Anstieg“ sehr gleichmäßig und ruhig. Da war kein Pusten, kein Schweres im Lauf. Einfach schön entspannt und der Fuß war ohne Befund. Die erste Zwischenzeit zur Orientierung nach 2km mit 9:40min war völlig im Soll für einen Trainingslauf. Das würde um eine 26, 27-min-Runde werden. Das ist nicht schnell – soll es ja auch nicht – und auch nicht langsam. Perfekt. Mal schauen, ob sich die letzte Runde auch noch so anfühlt.
Jup, es fühlte sich bei Runde zwei, drei und auch vier so an und die Runden eins bis drei waren auch sehr schön gleichmäßig. In der letzen Runde hatte ich einfach Lust noch mal ein bissl anzuziehen: 25:15min

Das geilste an dem Kreiseln war aber eine andere Erkenntnis. Nach dem gestrigen Saunatag war der Rücken aber so was von entspannt und ruhig. Und prompt ging es auf dem steileren Stückchen bergab aber so was von flüssig runter. Das hatte ich ja schon lange nicht mehr so flüssig! Nein, es ist keine völlig neue Erkenntnis. Natürlich ist der Rücken für ein flüssiges Runterlaufen mit verantwortlich. Aber ich habe es früher eben auch auf lockere Beine geschoben. Interessant fand ich jetzt diesen klaren Unterschied zu den beiden Vortagen. Da war einfach die Muskulatur mehr oder weniger ähnlich drauf, die Beine waren nicht unterschiedlich – nur Sonntag war der Rücken frei von Verspannungen – und prompt gehts runter aller erste Sahne!
Die Baustelle Rücken habe ich nun nicht erst seit vorgestern und auch bin ich das schon vor Längerem angegangen – immer etwas halbherzig. Wie krass man da den Schalter umlegen kann, so Null – Eins oder bestimmt eben auch retour Eins – Null – das ist mir jetzt so richtig bewußt geworden.

Tolles Wochenende – Läuferisch wie auch sonst!

Der Fuß ist noch nicht ganz und komplett ohne Befund. Aber es wird von Mal zu Mal besser! Vielleicht tragen nun auch die flacheren Schuhe mit weniger Sprengung dazu bei? Egal. Es wird! Das ist wichtig!
😉

Die Vorbereitung zum Tor des Geants 2014

Januar 2019 – Ich habe hier mal in meine Entwürfe geschaut und fand da noch eine Sammlung meiner Jogmap-Berichte zur Vorbereitung meines ersten Tor des Geants (TdG) im Jahr 2014. Der TdG 2014 würde mein bis dato mit Abstand längster Lauf werden. Bis 170km kannte ich damals die Welt des Traillaufens. Danach käme ganz viel Neuland.
Hier ist die läuferische und mentale Vorbereitung ab Mitte Juni festgehalten – also die heiße Phase auf dem Weg zu einer großen Runde im Aostatal.
In dem Beitrag enthalten ist auch der ZUT2014, die Vorbereitungswoche im Aostatal – in Summe also doch etwas länger, da ich alle Einzelblogs in einen Blogbeitrag hier zusammengefaßt habe.
Schöne Erinnerungen und wieder Anregungen/Motivation für neue Ziele.
Warum ich das ausgerechnet jetzt veröffentliche? Hmm, war schon länger in den Entwürfen. War grad Zeit. Ein Schalk, wer andres dabei denkt!

14.06.2014 – Erst mal wieder Laufen lernen

Ich setze mit der Vorbereitung für den TdG nicht in der Wintervorbereitung oder den Frühjahrsläufen ein. Die direkte Vorbereitung beginnt sicherlich bereits vor Mitte Juni. Aber Mitte Juni 2014 war eine Woche vor dem ZUT und diese Woche in Grainau sollte ein erster wichtiger Wegpunkt zum TdG sein.

Wir sind zeitig in Berlin los und halb 11 war Grainau erreicht. Spaziergang zum Eibsee.
Und kurz nach eins geht es noch mal auf ne kleine Runde los. Es ist noch Zeit. Wie weit komme ich? Einfach mal los ins Höllental. Geradeaus geht es da dann irgendwann zur Zugspitze. Aber man kann ja auch noch mal abbiegen.
Quartier ist fast am Kurpark, also da wo Start/Ziel vom ZUT ist. Von da geht es erst einmal die ersten zwei km bis Hammersbach die Wettkampfstrecke. Alles schön.
Aber dann ging es hoch. Nich steil. Das kann man alles Laufen, denke ich so bei mir. Ein Stück weit geht das auch. Dann wird aber langsam ein Modus runtergeschalten. Dummerweise geht es gar nicht so in die Beine, sondern mehr auf die Puste. Das kann man ja mal ne Weile ignorieren.
Die ganzen Wanderer zur Höllentalklamm werden ruckfix überholt. Wutsch und wech. Dann geht es oberhalb der Klamm den Höhenweg weiter zur Höllentalangerhütte, oder mehr zu dem was da mal wieder so heißen wird. Aktuell steht da ne neue Bodenplatte. Die alte Hütte mußte abgerissen werden. Sehr schön ruhig wird dadurch das Höllental hinter der ehemaligen Hütte.
Noch bin ich aber gar nicht an der Hütte. So ein bissl hab ich ja damit geliebäugelt doch noch bis hoch zur Zugspitze zu kommen. Von dem Gedanken hatte ich mich aber schon vor der Hütte verabschiedet. Langsam sagten mir die Beine auch was ich denen vorher angetan hatte. Wie so ein Anfänger bin ich die erste Stunde losgeheizt und dann? Dann war die Luft alle. Nach der Höllentalangerhütte bin ich erst mal weiter Richtung Zugspitze und dann aber zur Riffelscharte abgebogen. Dummerweise war die Stirnlampe nicht im Rucksack und ich hatte keine Ahnung wie weit es noch ist bis zum Abstieg. Nach 2:30h wurde umgedreht und ab ging es den selben Weg wieder runter. Da oben in den Wolken war es schon ne Ecke dunkler, als unten. Da dreh ich dann doch lieber um, wenn ich mich nich auskenne.
Na und die Beine, die waren eh langsam im Eimer.
Egal, runter hab ich auch überlebt und jezz ziehen die Beine, als wäre es sonst was für nen Lauf gewesen. 26km und 1600Hm stehen auf der Uhr. Mehr war es gar nicht.
Morgen wird wieder besser. Ich lerne schon wieder das Laufen in den Bergen.

😉

15.06.2014 Laufen lernen – Teil 2

Laufen lernen Teil 1 war letzten Samstag, 14.06.2014. Da mußte ich erst mal wieder lernen in den Bergen zu laufen. Bin wie so’n Anfänger los und hab mich dann nicht gewundert als die Lichter aus gingen.
Aber Teil2 ist auch schnell erzählt. Sonntag, 15.06.2014 bin ich hoch Richtung Osterfelder Kopf und Alpspitz. Das ging hochwärts schon viel besser vom Dembo her. Oben in den Wolken dann bissl im Nordwandsteig der Alpspitze rumgesucht und dann fürs Laufen entschieden. Ablaufen ab Bergstation Alpspitzbahn. Dass heißt ab da die Wettkampfstrecke vom Samstag runterkacheln. Bin ich schon drei mal gelaufen. Immer mit reichlichen 90km in den Beinen. War das geil da mal mit nur 18km in den Knochen runter zu heizen! Aber! Aber? Ja genau. Aber, wenn man zu fix da runterschrotet, meldet sich irgendwann das Fahrgestell. Diesmal waren es die Schnekel. Also kurz rausgenommen, angedehnt und sachte weiter. Das müssen wir also noch lernen.

😉

16.06.2014 Laufen lernen – Planung und Orientierung – Teil 3
Dembo hoch und runter sollte nun angepaßt werden. Jezz kamen Höhenmeter. Deshalb war ich ja überhaupt hier. Wo gehts am Höchsten von Grainau aus? Klar, zur Zugspitze. Die hing zwar in den Wolken, aber für Montag war immer noch das beste Wetter angesagt. Also ging es Montag da hoch. Der Weg ist da gut zu finden. Unten ist noch kein Nebel und oben muß man einfach immer der Seilsicherung nach… 😉
Und es lief auch wirklich gut. In aller Ruhe bin ich hoch. Unten schön das Dembo angepaßt und oben beim Klettern ist zu viel Dembo eh nicht wirklich gesund. Nach knapp 4h war ich oben. das letzte Mal bin ich durchs Höllental vor 16 Jahren hoch. Es ist schon ziemlich komisch, wenn du da oben ankommst und dich dann von der Plattform des Münchner Hauses die Gondelfahrer anstarren.
Telefon gezückt, Foto machen. Ups! Akku noch 14%. Es war unten voll aufgeladen! Aber Wlan und Mobilfunk war aktiviert… Bei 4h im netzfreien Raum zieht die Suche natürlich ohne Ende Saft. Also aus das Ding. Wer weiß wofür man die 14% noch mal braucht.
Das Foto machten zwei, die auch grad mit mir am Gipfel ankamen und sandten es via Mail:

Der Weg runter war über die Wienerneustädter Hütte geplant. Da ist man dann fix am Eibsee und wieder daheim. 14Uhr war gesagt. Janz genau hatte ich mir die Route nicht angeschaut. Wird schon ausgeschildert sein. An der Treppe in nen Steig einen hoch kommenden gefragt. Jup, ist der richtige Weg. Jut, also runter. Puh, war das Dreck. Schnee und rutschig und etwas schwieriger zu gehen. Immer den Tapsen im Schnee nach. Irgendwann muß ich doch mal Rechts weg… Da kam nix.
Dann war ich unten in Sonnalpin. Da stand nur nix von Wienerneustädter Hütte. Was is dass denn? Endlich wen getroffen und gefragt. Super! Ich hatte einfach beim Abstieg im Schnee im Steig den sehr deutlich ausgeschilderten Abstieg übersehen. Jetzt hieß es entweder wieder hoch, oder über Knorrhütte absteigen.

Wie weit das ist, hatte ich nicht so die Ahnung. Über Ehrwald muß ich. Das war klar.
OK, also dann über Knorrhütte-Ehrwald retour. Bis zwei werde ich das wohl nicht schaffen. Wenn Empfang sichergestellt ist, werd ich wohl mal an meine in Grainau im Quartier wartende Frau ne SMS absetzten. Aber mitten in den Bergen? Jezz erst mal Laufen. Es ging schön sachte bergab. Also rollen lassen. Zum Gatterl gings noch mal ein bissl hoch. Ja, und als ich da rüber war, sehe ich eine ziemlich bekannte Siluette. Schiet, das ist die ZUT-Strecke, aber das muß km 20 oder 25sein. Ich wußte nicht genau welcher km. Oh jeee. Das wird weit!
Naja, der Rest ist schnell erzählt. Ich hatte für die ganze Tour zwei Bananen im
Rucksack und auf der Zugspitze ne Bratwurst gegessen. Irgendwann wurde es etwas anstrengend. Meine Frau informierte ich dann Höhe Ehrwald. In Ehrwald den Skihang hoch war ich ziemlich im Eimer.
Am Ende standen 50km auf der Uhr. Selbst 18Uhr schaffte ich nicht mehr. 18:35Uhr nach 10h10min war ich wieder retour – runde 4:30h zu spät…
Das mit der Orientierung und Planung muß man vielleicht noch mal bissl üben.
Aber dafür kommt Teil 4.
😉

Mittwoch, 18.06.2014 – Laufen gelernt? Teil 4

Nach einigen Tagen erneuter Erfahrungssammlung das Berglaufen betreffend, sollte es nun ja so langsam klappen. Nach der unfreiwilligen Verlängerung am Montag war Dienstag erst mal Wandern angesagt.
Mittwoch wollte ich dann noch mal los. Der Plan war keinen Wecker zu stellen. Wenn ich munter bin, wird in Ruhe gefrühstückt und dann los. Ich wollte mal in eine andere Ecke. Es sollte zur Alpspitze und dann hinten runter Richtung Stuibensee. Je nach dem wann ich loskomme dann halt mit nem großen oder kleinen Bogen retour.
Die dead line war wieder 14Uhr!
Ich werde wach. Es ist hell draußen. Also aufstehen. Die Schlafzimmertür knarrt. Sch… können die die nicht mal mit nem Tropfen Öl versehen? Als ich in der Küche stehe, geht der Blick auf die Uhr. 5:11Uhr. Oh nöö. Wieder hinlegen? Silke ist garantiert wach geworden. Wenn ich mich jezz wieder einfach so hinlege, … Keine gute Idee. Also in Ruhe gefrühstückt und um Punkt 6Uhr, mit dem Schlag der Kirchenglocken stehe ich vor der Tür. Die ganzen Tage hing das Wetterstein mehr oder weniger in den Wolken. Auch Montag auf die Zugspitze hoch hatte ich nicht wirklich die Sicht – nur Wolken. Und beim Loslaufen dann das Bild:

Rechts hinten im Bild ist die Zugspitze. Hmm, könnte man doch… Nein! Ich laufe Richtung Stuibensee! Es geht bis zur Höllentalangerhütte und dann Links weg zur Alpspitze hoch. Naja, genau da war das Problem. Bis zur Höllentalangerhütte ist das der gleiche Weg wie zur Zugspitze hoch. Ehrlich gesagt hatte ich mich lange vor der Höllentalangerhütte schon entschieden. Die Füße fanden somit ganz automatisch den Weg geradeaus. Der Blick von da ans Ende des Höllentals war einfach herrlich:

In der Bildmitte, die kleine Scharte. Da sieht man das goldene Kreuz blinken. Im Vordergrund ist der Kran vom Bau der neuen Höllentalangerhütte.
Es geht zügig voran. Nach 1:40h bin ich am Brett. Nein, für jeden der Schwindelfrei ist, ist das bestimmt keine Herausforderung. Kurz darauf dann ist die Wand überwunden und es geht weiter zum Höllentalferner, ein Gletscher über den es geht. Und der Blick nach oben:

Und vor dem Gletscher noch ein wirklich schönes Bild:

Vielleicht 10m war die Gemse weg. Beobachtet hat sie mich. Weggelaufen ist sie nicht. Da sie auf dem Weg stand, bin ich halt außenrum.
Dann der Gletscher:

Auch der ist schnell überwunden. Knapp 3h Stunden und ich bin im Einstieg in den Fels. Jetzt geht es noch ein paar hundert Hm im Klettersteig nach oben und dann ist sie erreicht.

Und dann? Ich steige im Klettersteig, schaue hoch und denke „Das kann nich wahr sein! Das darf nicht wahr sein!“ Es ziehen Wolken ins Wetterstein. Während unten der Gletscher noch frei ist, sieht man nach oben statt dem goldenen Kreuz nur noch weißen Nebel. Das hatte ich doch schon Vorgestern. Das brauch ich nicht schon wieder. Der Blick in der Scharte runter zum Eibsee ist so schön! Der Blick über die Kante kurz vor dem Gipfel ist so wunderbar! Da liegen einem bei guter Sicht die ganzen Alpen zu Füßen! OK, Fernsicht war eh nicht zu erwarten. Aber schon wieder Nebel muß echt nicht sein. Als ich das erste mal da oben war vor 16 Jahren sind wir auch in die Wolken geklettert, um kurz vor Erreichen des Gipfels plötzlich eine freie Spitze zu haben. Das würde diesmal wieder passieren. Ganz sicher würde das passieren. Ich stieg hoch und höher. Handschuhe an. Windjacke an. Das T-Shirt war zwar schon wieder trocken am Rücken. Aber langsam zog der Wind. Gleich kam die Stelle an der man zum Eibsee blicken kann. Nichts. Wolken. 50m, vielleicht 100m. Weiter war nichts als weiße Masse. Es ist nicht mehr weit bis hoch. Noch einmal eine etwas komplizierte Stelle an der das Seil unterm Schnee steckt. Rechts vorbei über den Fels. Es liegt viel Zeugs rum. Konzentration. Nichts lostreten und doch sicher stehen.
Geschafft! Nun noch ein paar Meter. Oben ist noch kein Kreuz zu sehen. Und dann! Dann zieht es frei!

Da ist sie, die Spitze! Herrlich!

Kurz vorher ginge es rüber zum Jubiläumsgrat. Nein, für mich nicht.
Nach unten der Blick auf Sonnalpin.

Und dann der Blick auf die Terrasse des Münchner Hauses:

Das ist wie im Zoo. Nur fraglich, wer was ist. 😉
Beim Abstieg vom Gipfel zum Münchner Haus weiß ich auch, warum kein Mensch von dort zum Gipfel rüber kommt. Es geht ohne Seilsicherung durch steile Schneestapfen. Besser, die bleiben drüben.
Kurze Verweilpause und dann weiter nach unten. Diesmal sollte ich den Einstieg finden. Nach den ersten Metern treffe ich auf ein paar Wanderer. Wir kommen kurz ins Gespräch. „Ja, der Weg über Höllental ist gut gehbar. Kaum Schnee. Und zur Wienerneustädter Hütte?“ Es soll viel Schnee im Klettersteig sein. Hmm, selbst kam er nicht von da, sondern von der Knorrhütte. Wenn der Abstieg wie geplant wirklich nicht geht, wird das nix bis 14Uhr. Dann heißt es zurück und über das Höllental absteigen. Hoch waren es knapp 4h. Es war schon kurz nach 10. Nochmal über Knorrhütte und Ehrwald runter war keine Option. Bahn runterfahren natürlich auch nicht. Also ganz spontan Kehrtwendung und den selben Weg wieder runter.
Oben im Steig brauchte ich nochmal mehr Zeit. Schließlich wußte ich, dass Truppen unter mir waren und es lag ganz schön viel Kleinzeugs rum. Nein, es fiel nichts! 😉
Ab dem Gletscher konnte ich dann gut ablaufen. Das machte Spaß!
Einfach herrlich. Ab der Baustelle Höllentalangerhütte mußte ich ab und an mal abbremsen oder kurz rufen, um an den Wanderern, die von der Klamm zur Baustelle pilgerten vorbeizukommen. In Summe lief es aber schön flüssig. Die Blicke einiger riefen ein Schmunzeln aufs Gesicht. Hihi. Dorthin geht es ja ganz leicht hoch, also für mich leicht runter. Dann quälen die sich da hoch und ich kann runtersausen. Juhuuu! Das ist Spaß pur!
Um kurz nach Eins war ich jedenfalls ziemlich ausgeruht nach 25km, 7:05h bzw. reichlich 2.600Hm hoch wie runter wieder im Quartier.
Dembo hoch, Dembo runter und Streckenanpassung liefen wirklich schon ganz gut. Letzteres werde ich Samstag beim ZUT wohl nicht brauchen.
Die möglicherweise suggerierten Erwartungen der beim Nachmelden erhaltenen Startnummer „2“ werde ich nach dem Programm die Woche aber wohl auch nicht erfüllen können – will ich aber auch nicht. Mal schauen, was das Samstag so wird.
😉

21.06.2014, Samstag – Im Trainingsmodus um die Zugspitze – ZUT 2014

Andreas und ich sitzen in einem kleinen Zimmer in einer Pension in Grainau. Die Startunterlagen haben wir uns schon abgeholt. Es soll der schwerste Lauf werden, den ich bis dato gemacht habe. Nie zuvor standen so viel Höhenmeter auf dem Plan.
Wie kann man so einen Lauf überstehen? Wie soll man den Laufen. Während ich meine Klamotten zusammenpacke, hat Andreas das Streckenprofil eingehend studiert und meint die ersten beiden Berge müssen wir sachte machen. Ab km56, Hubertushof kommen knapp 30 weitgehend flache bzw. leicht profilierte km. Dort müssen wir noch Laufen können.
Das war 2010 bei der Erstaustragung des ZUT. Nun, vier Jahre später gehen mir zum gleichen Lauf ganz andere Gedanken durch den Kopf.
Der letzte Wettkampf war für mich der Rennsteig. Der nächste wird die Tor des Geants. Dazwischen liegt Vorbereitung. Der TdG hat reichlich Höhenmeter. Für Flachlandtiroler wie mich liegt es da nahe doch neben Kienbergkreiseln in Berlin ab und an etwas Bergtraining einzustreuen. Dass nach der winterlichen Flachlandsaison ein gewisser Lernprozeß erst wieder einsetzen mußte, schrieb ich schon.
Letzten Samstag bis Mittwoch war Laufen und Kraxeln angesagt. Donnerstag/Freitag wollte ich eigentlich immer noch was machen und Samstag dann zum Trainingsabschluß den ZUT – eben als Trainingslauf.
Klar gab es wieder Unken die meinten ich könne gar keinen Wettkampf als Training laufen. Blödsinn. Ich kann das! Nur kam irgendwie Donnerstagnachmittag bei der Anmeldung was dazwischen. Ich war ja noch gar nicht angemeldet. Also Nachmeldung. Formular ausgefüllt, Kohle rübergeschoben. Und was krieg ich für ne Startnummer? Die „2“! Hää? Wie das denn? Ein Blick auf die Meldeliste zeigte in der Tat, dass die Nummer noch frei war. Lustig. Oder doch nicht? Ich meine, mit der Nummer bekommt man doch automatisch so ne Bürde aufgedrückt. ;-( Mit der Nummer laufen und hintenraus einbrechen, weil von der Woche im Eimer, geht gar nicht. Richtiges Tapern ging jetzt natürlich nicht mehr. Also wenigstens so ein bisschen Semitapern gemacht. Donnerstag waren wir noch mal auf dem Osterfelder Kopf und dann fing es an zu Regnen. Die anderen sind mit der Bahn vom Kreuzeck runter. Das war meine Chance! Zufällig (!) hatten wir Laufsachen zum Wandern an. Ich kachelte also den Jägersteig runter. Freitag war dann komplett Ruhetag.
Apropos Wandern am Donnerstag. Die Welt ist wirklich klein. Hochwärts sammeln Silke und mich zwei ein. Klar, das war Wettkampfstrecke. Also kommt man ins Schnacken. War lustig. Gequatscht wurde über Gott und die Welt des Ultralaufs im Allgemeinen, den ZUT im besonderen na und in der Vorbereitung vom Steich. Ne klasse Zeit war er dort gelaufen! ‚Ja, ich dieses Jahr auch. Ziemlich komische 6:00:43h.‘ Und was kommt als Antwort? „Dann bist du doch der Schalk.“ Wirklich sehr lustig. JM ist doch überall. War richtig schön euch beide getroffen zu haben – am Jägersteig beim Wandern, später noch mehrmals, na und vor allem dann im Jägersteig runterwärts. 😉
Aber da sind wir ja noch gar nicht. Erst mal trifft man in Grainau diese ganzen angereisten Bekloppten – egal ob BORN, von der Ruhr (und näherer Umgebung) oder eben anderswo. Das ist die Anreise allein schon wert! Stimmts Marco?
Die direkte Wettkampfvorbereitung hielt sich in Grenzen. Irgendwo hatte ich was von bewährter Strecke gelesen. OK, also nix besonderes. Einfach Klamotten packen, loslaufen, Strecke kennt man und irgendwann da sein. So ging es auch ziemlich unaufgeregt am Samstagmorgen an den Start. Unaufgeregt? Ja schon. Dass ich meine Chiasamen nicht mit hatte und die Vorräte vom Tanja und Andre bekam, ist jetzt nicht aufregend, aber es war schon klasse! Mit beidem kam ich ohne große Zwischenstopps immerhin wunderbar bis km56.
Da die Strecke mehr oder manchmal auch weniger die Route der letzten Jahre war, stand natürlich auch die Taktik. Erst mal diese ganzen Irren los sausen lassen und später die Einsammeln, die sich mit Distanz und Profil doch bissl verschätzt hatten.
Genau so sachte ging es also los. An der ersten Zeitmessung war ich um den 40.Platz. So richtig lief es auch noch nicht. Die Waden meldeten runterwärts ab und an Ansätze von Verhärtungen. Mit anders Abrollen kann man da nicht viel bewegen. Also einfach etwas sachter runter. Da wurde ich auf den ersten 20km regelmäßig überholt. Hoch sammelte ich dann wieder. Ob sich das die Waage hielt? Keine Ahnung.
Um km20 dann das beste Supporterteam ever! Marco, des Detlef und Silke. Schön euch zu sehen. Nein, hier brauch ich noch nix. Das nächste Mal sehen wir uns Hubertushof, km56. Da sind dann die ersten beiden Brocken weg.
Es wurde warm. Ich hatte nur eine Hose bei, die übers Knie geht und auch nur normales Shirt. Kurze Sachen würden auch Hubertushof nicht zur Verfügung stehen; hatte ich Silke nicht eingepackt. Na das kann ja Heiter werden. Oben ging es ja immer. Da war es trotz knallender Sonne durch den Wind kühler. Aber runterzu ins Tal… So richtig konnte ich mich den Gedanken über die Wärme aber gar nicht hingeben. Noch war ich nicht so ganz im Lauf. Hoch hatte ich gefühlt mein Dembo gefunden, aber runter rollte es noch nicht so ganz. Auch war es auf dem Weg zum Feldernjöchle hoch ganz schön anstrengend. War ich zu schnell? Hmm, eigentlich nicht. In kurzen, flachen Passagen lief mancher vor mir. Selbst im leichten Anstieg wurde teils gelaufen. Ich war da wandernd zwar genauso schnell. Aber wie weit wollen die das durchlaufen? Mancher hält das. Aber für meine Begriffe war ich dafür nicht weit genug vorn. 😉
Hinter Ehrwald hatten sich dann die ersten ausgetobt. Ich begann einzusammeln. Schön bei solchen Läufen ist, dass man immer wieder bekannte Gesichter trifft. So tauchte plötzlich ein alter Bekannter vom TAR auf: „Ach, der Berliner! …“ Kurzer Schnack. Runter war er dann weg. Hoch ich wieder ran und Zeit für noch nen Schnack und dann war ich weg.
Wie schon geschrieben fand ich hoch zum Feldernjöchle langsam meinen Rhythmus. Ich überholte. Es lief. Sicherlich ist da auch von Vorteil, wenn man genau weiß was kommt; wie weit der Anstieg ist; wo wir noch hin müssen. Ein Scann der vor uns liegenden Bergkette und ich wußte wo lang.
Was so einen Lauf immer wieder lustig, abwechslungsreich macht, sind lauter kleine Episoden. Im Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke überhole ich einige. Auf einer Startnummer lese ich den Namen Patrik. Keine andere hatte ich mir angesehen oder registriert. Nur diese. Oben in der der Scharte stehen Zuschauer. Einer feuert alle mächtig an. ‚Die Stimme kennste doch. Das ist Frank aus Göttingen.‘ (Wer die BC kennt, kennt auch Frank) Als ich oben ankomme, auch für mich die „normale“ Anfeuerung. Dann ein kurzes Stutzen. „Mensch Schalk! Du hier? Klasse bist du dabei!“ Und gleich darauf die Frage: „Hast du Patrik gesehen?“ Hihi, da konnte ich antworten. „Der muß gleich kommen.“
Runter zur Hämmermoosalm muß ich erst den Rhythmus für runter finden. Zwei kacheln an mir vorbei. Keine Chance dran zu bleiben. Allerdings auch keine Ambitionen. Der Lauf ist noch lang. Entweder wir sehen uns noch, oder es ist auch OK. Aber in der langen Bergabpassage fand ich dann schließlich irgendwann auch zu mir. Langsam hatte ich ein Gefühl für den heutigen Lauf. Vielleicht ein bischen spät bei km42. Aber besser spät als nie.
Bis zum nächsten VP waren es wieder 14km. Die Chiasamen würden bis dahin reichen. Also nur fix zwei Orangen gefuttert, die Flaschen aufgefüllt und weiter. Diese sehr kurzen Aufenthalte am VP bringen doch enorm was. Leute, die vielleicht gleich schnell sind, verlieren so den Kontakt. Und wenn der erst mal reißt, siehst du sie dann auch nicht wieder. Außer bei einem. Da war das anders. Runter zur Hämmermoosalm überholte er mich. Ich meinte noch: „Wir sehen uns wohl heute noch öfter.“ Am VP war ich weg. Dann zog ich auch langsam das Dembo an. Den Anstieg zum Scharnitzjoch finde ich deutlich leichter, als den ersten. Da kann man schon mal los. Ich war also erst mal weg. Kurz vor dem VP Hubertushof mußte mal kurz etwas Wasser raus und beim Wiederanlaufen. War er wieder da. Ich rief ihm noch zu, „Hab ich doch gesagt, wir sehen uns noch öfter.“ „Ich hoffe, das bleibt so.“ Hoffen? Falsche Einstellung. Nach dem Hubertushof war ich endgültig weg.
Hubertushof. Da war es wieder! Das beste Supporterteam ever. Es war schön, euch da zu sehen. Das beflügelt immer. Trockenes Shirt an, Flaschen füllen, ein Gel rein und weiter.
Jetzt kommt ne „schlimme“ Strecke. Jetzt ist es flach. Keine Ausrede mehr zum langsamen Laufen oder gar Gehen. Jetzt hieß es Dembo aufnehmen. „Wolfgang und Birgit sind auch gerade durch.“ bekam ich beim Abmarsch von Hubertushof noch mit auf den Weg. Wie lange auch immer gleich ist. Ich werd sie sehen – oder auch nicht? Ich lief locker los, nahm Dembo auf und irgendwann ging der Blick auf die Uhr. 4:30min/km. ‚Bist du irre?‘ Doch dann erinnerte ich mich im vergangenen Jahr hier auch diese Pace gelaufen zu sein. Ich sammelte Leute vom Supertrail XL ein. Aber auch die liefen alle. Langsamer, aber es wurde gelaufen. Klasse! Und dann kam Birgit in Sicht. Nein, das lief nicht so, wie es bei ihr sonst läuft. Sonst hätte ich sie auch nicht schon hier getroffen. Sie wollte Hubertushof schon fast aufhören. Hat sie aber nicht. Nächster VP? Nein! Duchgezogen hat sie es! 😉
Die Flachstrecke zieht sich. Und man muß Laufen! Keine Ausrede. Es geht schließlich flach. ;-( Ich will gehen. Da tauchen Supertrailer auf. Erst Laufen sie und wechseln dann ins Gehen. Die muß man Aufmuntern. „Lauft lieber langsamer, aber gleichmäßig durch!“ Nach so nem Spruch kannst du schließlich nicht selber gehen. Man könnte langsamer. Aber das ist auch doof. Also weiter.
Mittenwald. Nächster VP. Endlich Ende der Sprintstrecke! Im Ort geht es ein kurzes Stück eine größere Straße entlang und dann Links in der Kurve ist der VP. Pustekuchen. Nix VP. Wer weiß wo die den wieder hingesetzt haben. Also weiter. 400m später und gefühlte 400hm höher war er dann erreicht. Nicht, dass das für mich nicht machbar wäre, oder ich gleich zusammenbreche, wenn der VP nicht da ist, wo er hingehört. Aber mental ist es für andere sicherlich nicht einfach erst mal noch mal hoch zu müssen, wenn du ihn unten erwartest. Andererseits hab ich auch weder beim Briefing zugehört, noch irgendwo geschaut, ob es geschrieben stand. Ich vermute mal das war selber eigen Schuld. War aber nicht schlimm.
Der VP kam. Die Chiasamen waren ja alle. Also jetzt ne Brühe, nen Gel und n Schuß Wasser. Wolfgangs Mama war auch wieder da. Schön! „Wolfgang ist gerade durch.“ Aha, den Satz hatte ich 10km weiter vorn auch schon gehört und langsam war ich eher nicht dazwischen. Entweder er war doch schon paar Minuten weg, oder er lief richtig gut!
Zum Ferchensee hin gings erst mal hoch und dann hügelig. Jetzt war ich im Wettkampfmodus angelangt. Während ich mich runter zum Hubertushof noch manches Mal fragte, ob ich diese Bolzerei wirklich brauche, war nun auch im Kopf Durchstarten angesagt. Die Beine waren locker. Ich wußte sie richtig zu belasten. Es war anstrengend, teilweise richtig anstrengend, aber es machte Spaß. Das Einsammeln derer von Supertrail und Supertrail XL trug sicher hierzu bei. An den wenigsten zog ich so vorbei. Irgendeinen aufmunternden Spruch oder wenigstens ein Hallo mußte immer sein.
Dann endlich der Ferchensee. Am Ende des Sees ist der VP. Beim Einbiegen zum See sah ich schon, dass kein Läufer auf den nächsten 400-500m vor mir war. Klar hält man immer Ausschau nach einem zügiger Laufenden. Der dürfte dann die gleiche Distanz in den Beinen haben, wie ich. Und wenn man einmal näher kommt, dauert es länger oder kürzer. Aber man kommt vorbei.
VP. Brühe fassen, Gel, Orange, Flaschen auffüllen. Da steht plötzlich jemand neben mir: Wolfgang! Schön! Na dann können wir ja jetzt zusammen weiter. Wenn ich so lange gebraucht habe ihn einzusammeln, kann er ja nicht viel langsamer sein. Losgestiefelt sind wir auf jeden Fall zusammen. War cool. Noch ein bissl geschnackt und dann war ich doch weg. Aber auch das hat wieder beflügelt.
Vom Ferchensee bis zum Kälbersteig ist es hügelig. Hier heißt es Laufen oder die Anstiege zumindest zügig hoch gehen. Da kann man Zeit rauslaufen. Hier traf ich einige Ultratrailer. Nein, es ist nicht schön hintenraus einzubrechen. Ja, meine Renneinteilung war wieder goldrichtig. Bis zum Kälbersteig zieht es sich immer etwas. Aber irgendwann war auch das geschafft. Und jetzt wieder schön nen Steig abwärts! Die Beine waren locker. Vom endlosen gerade oder leichten Auf und Ab wollten sie eh mal etwas Abwechslung. Also runter da. Spaß hat es gemacht. Richtig zügig kam ich runter. Geil!
Vom Gefühl her mußte ich gut in der Zeit liegen. Vielleicht kam ich sogar an meine alte PB ran. 13:43h müßte da ungefähr stehen. Das reicht um pünktlich zum Fußball in Grainau zu sein.
Der Steig war zwar schmal, aber die anderen machten gut Platz, wenn ich von oben runter kam. Klar wurde sich bedankt und/oder noch ein Spruch zugerufen.
Unten kam dann endlich die Partnach in Sicht. Da ist der nächste VP!
Am Fluß angekommen, die nächste Enttäuschung. Da war nix. Die orangenen Markierungen zeigten anders als die vergangenen Jahre über eine andere Brücke, aber genauso nach oben. Und mir war in dem Moment klar, dass es noch ein paar Meter bis zum VP sein müssen. Da kam nämlich erst mal nur Wald. Hochzu wurden die mit den blauen Startnummern wieder angespornt. Einige sahen in der Aufwärtsbewegung doch ziemlich fertig aus. „Jeder Berg ist mal zu Ende!“
Am VP saßen dann reichlich Truppen und ruhten sich aus. So wirklich hilft das aber auch nicht. Das dauert gar nicht lange und du bist im selben Film, wie vor der Pause. Dann lieber langsamer, aber kontinuierlich weiter. Egal. Hier hab ich mal meine vorlaute Klappe gehalten. Hier könnte so ’n blöder Spruch anders verstanden werden, als er gemeint ist.
Von hier ist es nicht mehr weit zum Fuß des Lengenfelders. Dort beginnt der letzte Anstieg. Obwohl, es zieht sich doch noch mal.
Auf dem Weg zum Einstieg in den letzten Anstieg fing ich das erste Mal an zu rechnen. Na, sagen wir mal ich versuchte es. Wie lange würde ich hoch zur Bergstation Alpspitzbahn brauchen? Eigentlich muß das für ne neue PB reichen. Aber wirklich rechnen konnte ich nicht. Eigentlich war das auch egal. Einfach voll durchziehen und was rumkommt, kommt rum. Die Strecke wurde Stück für Stück abgearbeitet. Erst die Forststraße, dann rechts weg in den schmalen Pfad. Das Schild noch „15km to go“. Locker muß das reichen. Aber wie lange brauche ich hoch? Noch nen Gel unten im Flachen und dann auf in den letzten harten Brocken. Unten laufe ich auf Mathias auf! Ein kurzes Hallo, doch kein Tritt ins Schienbein und weiter. Gefühlt war der Anstieg diesmal kürzer, als die letzten Male. Ruck zuck bin ich in den letzten Kehren. Und beim Überholen doch noch mal eine grüne Startnummer. Huh, den werd ich wohl noch bis oben im Nacken haben. Am VP fix nen Gel, kurz Wasser auffüllen und weiter. Jetzt nicht übertreiben, aber doch zügig hoch. ‚Wer weiß wie du runter drauf bist. Deine Chance ist hoch!‘ Oben angelangt, ist satt Abstand. Das Wissen wo es wie steil hoch geht oder wo man in der Schleife Laufen kann, hilft doch enorm – und wenn es nur für den Kopf ist.
Beim Blick auf das letzte Stück nach oben sieht man schon wie sich dort die Supertrailer sammeln. Stöcke werden eingepackt, Jacken vorgeholt, Fotos geschossen oder einfach die Aussicht genossen.
Kurz bevor ich oben bin, starten 5,6,7 Leutchen in den Abstieg. Ich werd schon vorbei kommen.
Und dann bin ich oben! Endlich! Es sind 12:10h um. Ab dem letzten VP bin ich auch schon in 36min runter. Wie lange brauche ich bis dahin? Egal! Ab jetzt geht es einfach nur noch volle Matte runter. Die Beine sind erstaunlicher Weise hier oben auch schon recht locker. Die anderen Jahre brauchte ich den Steig zum letzten VP sie erst locker zu laufen. Diesmal ging es schon von hier Schuß runter. Dass das Spaß machte, muß ich sicher nicht erwähnen. Die Knie hielten still und die Beine machten das in Summe gut mit. Gefühlt flog ich dem Ziel entgegen.
Beim Überholen noch ein kurzes Stutzen. „Das ist doch der Ralf!“ Und jup, das war er. So kommt man dann auch noch zu Foto auf der Strecke. 😉
Kurz vor dem VP noch einer mit grüner Startnummer. „Los, mitkommen! Is nich mehr weit!“ Nein, ging bei ihm doch nicht.
Am VP sah ich dann noch mal Wolfgangs Mama und dann auch ihn! Noch ne Schleife für Wolfgang und dann runter und dann ist es auch für ihn geschafft! Schön! Ich pfiff mir noch nen Gel ein tankte janz fix Wasser und dann ging es auf den letzten Abschnitt. Es waren 12:20h um. 40min noch für eine sub13h. Das geht! Zum Bummeln ist zwar keine Zeit mehr, aber die Beine meinten das ginge und der Kopf auch – also los.
Nach fünf, sechs Kehren plötzlich wer hinter mir. Ups, wie ist der denn noch drauf? „Warte, ich mach Platz.“ Ist ja bei dem Dembo nich so einfach. Er vorbei. Gar keine Startnummer? Nöö, „nur“ Support. OK. Hab ich wenigstens freie Bahn. Eine Frau ruft mir zu „Mach bloß vorsichtig.“ Hihi. Es läuft einfach. Die Augen suchten die nächsten und übernächsten Aufsprungplätze und die Füße finden sie zielsicher. Das ist Spaß pur. Auf halber Strecke habe ich den Supporter wieder. Er läßt mich vorbei und jetzt gebe ich die Geschwindigkeit vor. Et lööft. Bis etwa 2,5km vorm Ziel blieb er dran. Dann bin ich allein weiter.
Der Blick auf die Uhr hätte es sachte weiter gehen lassen können. Die sub13 war in trockenen Tüchern. Aber nun auch nicht mehr. Jetzt ging es mit Druck weiter. Jetzt wollte ich auch ankommen. Hammersbach, die Straße nach Grainau, Linkskurve an Wiesen entlang, dann auf die Dorfstraße von Grainau. Kinder stehen an der Strecke und machen Alarm. Ich grüße zurück. Neben mir läuft ein jungscher Supertrailer und zeigt keinerlei Reaktion. „Mann, die jubeln dir zu! Da kann man auch zurück grüßen.“ Ich bin nicht sicher, ob das ankam. Jetzt sind es nur noch Meter. Rechts weg, über die Bahn, dann links abbiegen und schon kommt der Kurpark!
Zieleinlauf! Geschafft!
Es ist eine (für mich) grandiose Zeit geworden! Nach 12:52:55h blieb die Uhr stehen. Meine alte Bestzeit (auf leicht anderer Streckenführung) war 50min (!!) langsamer. Vom letzten VP in 32min bis ins Ziel! Irre! Und gefühlt lief es deutlich lockerer als vor vier Jahren. Andreas Plan stimmt heute noch wie er vor vier Jahren aufging. 😉
Wenn mich Morgen meine Kollegen fragen sollten, wie es gelaufen ist, da in Grainau, dann werde ich wohl sagen müssen, dass das mit dem Trainingslauf nicht so geklappt hat.
Aber wie wichtig ist das schon, wenn ne neue Bestzeit rausspringt und man wieder mal einen ganzen Haufen solcher bekloppter Leute trifft, wie wir dieses Wochenende.
Es war schön mit Euch!
😉

29.06.2014 – Jetzt aber Trainingsbeginn!

Die Regeneration scheint abgeschlossen.
Dienstag hab ich das Auto in die Werkstatt geschafft. Man kommt blöd mit Öffentlichen Heim. Also Lauflumpen an. Auto hingeschafft und Heim gelaufen. Keine Lust! Habs überlebt. Hätte ich nicht haben müssen. Es war nicht schön, aber auch nicht unmöglich. 15km. Ging.
Bis Freitag war dann Arbeiten. Keine Chance zum Laufen und auch kein Stück Lust dazu.
Samstag war eigentlich schon fast vorbei, als mein bester Freund mit Frau kurz vorbei kamen und er erwähnte, er würde noch ne kleine Runde laufen gehen. Hab mich kurzentschlossen eingeklinkt. War richtig schön. Doddal entspannte 18km. Riggo hatte keine Lust noch ne Biege für ’n 20er zu machen. Ich auch nicht. also waren es eben 18km. Geiler Lauf!
Heute wurde es dann später und später. Eigentlich hatte ich auch schon wieder den Haken am Lauf. Aber irgendwie wollten die Mädels eh noch ne Runde und so bin ich dann doch noch los.
Lauflumpen hatte ich an. Also mal die neuen flachen Trail-Schlappen von Innov geschnappt und los. Schon auf den ersten Metern ging es einfach so gleich zügig los. Es hat Spaß gemacht! Der erste km ging schon mal in 4:15min/km weg und wenn der erst km so weggeht, wirds immer noch ’n bissl schneller. Der erste 10er war also nach 39:07min gegessen. Die letzten Male war eigentlich immer die zweite Hälfte schneller als die erste. Das hab ich dann diesmal nicht hinbekommen. Aber andererseits muß ich sagen, dass in diesem Jahr die erste Hälfte auf der Kienbergrunde noch nicht so schnell war.
Nach 1:18:24h waren dann die 20km weg und den letzten km bin ich doddal entspannt in ner knappen 6er pace ausgelaufen.
Geiler Lauf!
Pünktlich zu den angebrochenen lettzen 10Wochen bis zum TdG geht es in die heiße Trainingsphase. Nur die Inhalte muß ich noch bissl anpassen. Dieses Dembo brauch ich im Aostatal ehr gar nicht. Aber ab und an muß ja auch mal neben der Rumschlapperei ein bissl Spaß mit rein ins Training.
😉

31.07.2014 – Geplante Entschleunigung

Der 07.09.2014 rückt näher. Langsam wird es ernst. Es geht in die letzte Trainingsphase. Die Materialtests sollten abgeschlossen sein. Sind sie es? Habe ich alles beisammen? Was ist noch zu organisieren? Das sind die Fragen, die in den nächsten ein, zwei Wochen beantwortet sein sollten.
Etwas mehr Zeit bleibt dem Formaufbau. Oder war es anders rum?
Entschleunigung muß her. Bergultra heißt in anderen Dimensionen denken. Da läuft nix mal eben in ner 5er Pace. Beim UTMB lag der Durchschnitt bei 13min/km, bei der Diagonale bei knapp 17min/km. 12h für 42km. Das klingt doch wie utopisch. Selbst wenn man davon 8 am Stück unterwegs sein will (ich schreibe bewußt nicht laufen, sondern unterwegs sein) und jeder dieser Marathons 3000Hm hat, selbst dann klingen 12h viel. Der Sieger brauchte letztes Jahr unter guten Bedingungen 72h – d.h. 9h für 42km. Beim ersten ZUT war genau dieser Läufer auf 100km irgendwas um 3h schneller als ich. Da sind selbst diese 12h seeehr optimistisch formuliert. Ist das ein Ziel? Nein! Ganz klar Nein. Es ist eine Idee, um sich die erste Hälfte kontrollieren zu können, um da nicht schneller zu sein. Spätestens da reguliert eh der Kopf alles.
Aber das wollte ich gar nicht Schreiben. Waren es doch nur die Vorbetrachtungen zum Ziel des letzten Wochenendes.
Ziel war lange unterwegs zu sein. Km kamen kaum zusammen: Fr 25km, Sa 32km, So 23km. Ein Trainingswochenende mit Andreas in den Bergen.
Dafür wurden es einige Höhenmeter: Fr 2.700Hm, Sa 2.500Hm und So 1.600Hm.
Aber das entscheidende war die Zeit on tour. Und das waren mal eben knapp 18h: Fr 6:40h, Sa reichlich 7h und So noch mal knapp 4h.
80km in 18h. Das ist immer noch zu schnell. Und es waren auch mehr als 3000Hm pro 40km. Das muß noch besser werden.
Aber gegenüber 13h auf 100km beim ZUT finde ich das schon mal ganz passabel. Der richtige Weg.
Sehr bemerkenswert fand ich auch, dass ich am Montag zumindest Morgens echt mal wieder janz leichten Muskelkater verspürte. Das war selbst nach dem ZUT nicht so. Beim ZUT bin ich aber auch nicht so die Berge runtergeheizt, wie diesmal mit Andreas. Klar, dass sich da mal was meldet.
Und? Was hat der ganze Kram gebracht?
Gestern und Vorgestern ging’s in Hannover auf die Flachstrecke und prompt war es wieder da, dieses elende Gehetze. Der Puls sagte durchweg ldl, das Gefühl bestätigte das auch. Nur die Pace paßte nicht. Das war viel zu schnell. Irgendwie kommen einem da die flachen km wie verloren vor, wenn man doddal entspannt nach 25km am Hotel aufschlägt und bloß deswegen rein geht, weil es schon spät ist und man am nächsten Tag wieder Früh raus muß. Ach ja, zum Trinken geht man auch rein. Nach reichlich 2h hat man dann langsam Durst bei der Dämse draußen.
Ich will wieder Berge zum Laufen haben!
Menno!
;-(

02.08.2014 – Auslaufen in 4er Pace …

… kann doddal entspannend sein. Man muß nur vorher schneller unterwegs gewesen sein. 😉
Es war wieder mal so’n Tag wie öfter unter der Woche. Zwar Freitag, aber egal. Feierabend gar nicht so spät, schon kurz vor drei. Blöd nur, dass der Blick auf die Uhr 5min zu spät fiel. Als ich schaute waren es noch drei min bis zur S-Bahn, der Rechner noch nicht ganz runtergefahren und bis zur S-Bahn ist es ja auch noch ein km. Haken dran. Nächste kommt in 10min. Dann is aber die Bimmel grad weg und somit 20min später daheim. Dort erst mal Rasen gemäht. 17Uhr fertig. 19Uhr zum Abendbrot bei Riggo. ;-( ‚Dat wird höchstens noch nen 20er zum Kienberg – mit Dehnen und Duschen mußte Lack machen. Mach ich!‘
Los gehts schon mal janz fix mit irgendwas um 4:30min/km und erfahrungsgemäß wird das ab km3 immer noch bissl schneller. Draußen waren irgendwas knapp unter 30°C, aber es lief ganz gut. Beine locker, Puls i.O., Belastung beim Laufen ging gegen Null. Es war einfach nur dieses lockere Dahingleiten ohne große Kraftanstrengung. So müssen das diese Jungs, die den M an die 2h ranlaufen, auch machen. Der Unterschied ist vielleicht, dass die den km noch mal ne Minute schneller laufen als ich grad. Aber das ist egal. Es gibt immer Schnellere und Langsamere. Darum geht es ja gar nicht. Aber diesen Schritt finden, bei dem es ganz leicht geht und man in der Ebene kaum Kraft braucht, wo es einfach locker und rund rollt. Das ist geil zu erleben. Die Geschwindigkeit hat sich irgendwas um 4min eingependelt. Ich könnte drücken, dass konstant ne 4 vorne steht. Warum? Einfach laufen lassen. Es macht gerade so’n Spaß.
Am Kienberg ist der erste 10er rum. 41:30min. Geht doch. Wenn du jetzt wie in letzter Zeit öfter die zweite Hälfte schneller läufst, könnte mal wieder ne 1:20h auf der Uhr stehen. Das klingt doch. Ach, egal. Einfach laufen.
Der Rückweg wird bissl schwerer. Vielleicht liegt es auch daran, dass die km konstant in 3:45 bis 3:47min weggehen. Könnte sein. Einfach den Fluß halten und was rauskommt, kommt raus.
S-Bahnhof Wuhletal. Direkt dahinter ist der Friedhof. Da gibts Wasser. Es sind noch 4,5km bis Heim.
‚Eigentlich brauch ich für das bissl nun auch keins mehr.‘
‚Der Mund is aber janz schön trocken. Vielleicht doch was trinken? Mal den Mund kurz ausspülen?‘
‚Wozu? Für 4,5km?‘
Genau am Eingang zum Friedhof dann plötzlich den Anker geworfen. Bremsung aus vollem Lauf auf knapp 10m. Stehen und Abbiegen. Manchmal ist das nicht nachdenken. Manchmal entscheidet der Kopf sehr spontan.
Nach dem Trinken und Kopf kühlen geht es besser. Ja, ich wäre die Strecke auch so noch durchgelaufen. Aber so war besser. Is ja Training und kein Wettkampf. Also was soll das!
Anlaufen. Puh! Wäre ich mal weitergelaufen. Pfui deiwel, ging das eckig. Da war nix mehr von rundlaufen. Das war wie auf Eiern laufen. Kurz nach dem Friedhof geht es noch ein paar Hm nach oben. Die rechte Wade wurde janz langsam fest. ‚Was ist das denn jetzt?‘ ‚Nimm einfach mal den Druck aus dem Schritt. Laß es schön locker angehen und dann schaun mer mal.‘ Hügelchen geschafft. Es ging leicht bergab. Und so langsam kam ich auch wieder rein. Der km piepte. 4:00min. Angefühlt hat es sich wie 5 oder 5:30. OK. Die Wade wurde auch wieder frei. Es rollte wieder und Stück für Stück hatte ich den Rhythmus wieder gefunden.
Wenn ich über die B2 rüber bin, sind es noch genau 2km. Dann weiß ich, ob die 1:20h fällt oder nicht. Km18 und 1:11:20h. Dat langt locker! Km19 noch am Drücker geblieben und beim Abbiegen Richtung Blausternweg, genau am Ende des km19, hab ich dann rausgenommen. ‚Jetzt kannstes in 4:30 austrudeln lassen und bleibst immer noch unter 1:20h.‘
Die Beine suchten sich die Erholung. Ich trudelte vor mich hin und irgendwann fiel dann der Blick wieder auf die Uhr. 4:00min/km. Was für’n Blödsinn! Das fühlt sich sooo locker an und trotzdem noch soo schnell. War ein schönes Gefühl!
1:19:irgendwas stand am Ende auf der Uhr.
Jezz schnell Dehnen, Duschen und los.
Ja, ich war fertig. Dann kamen aber noch meine Mädels und das Auto mußte noch ausgeladen werden und die Fahrräder raus und, und, und. Weit nach sieben waren wir bei Riggo. Abendbrot gabs dann erst kurz vor Acht. Rina war auch noch nicht da.
Und warum nun diese Hetzerei?. Ne halbe Stunde später wär auch nicht tragisch gewesen. Fünf km mehr wären auch drin gewesen. Ich brauche dieses Dembo dieses Jahr doch gar nicht mehr – ganz im Gegenteil.
Egal! Spaß hat es gemacht. Und der 40er heute lief trotzdem gut. Also alles im grünen Bereich.
😉

06.08.2014 – Neue Schuhe muß man vorsichtig einlaufen!

Heute kamen sie, die neuen Salomon Speedcross. Ich brauchte noch ein Paar für den TdG. Na und da man die ja bekanntlich vor langen Strecken erst einlaufen soll, hab ich das gleich gemacht.
Die kürzeste Distanz die ich zur Zeit laufe ist mal eben Abends noch fix ne Kienbergrunde. Mehr Zeit ist einfach unter der Woche kaum drin. Und mit Dehnen und Duschen sind da auch mal eben so 2h weg. Wer hat die schon Abends? 19Uhr los, zwanzig vor Neun retour, Neun was futtern und dann is ja fast schon wieder Feierabend. Noch fix die Klamotten für Freitag gecheckt und jezz gehts ab.
Achja, die Schuhe. Liefen sich wie immer klasse. Is ja auch Blödsinn, dass man Lauflatschen generell einlaufen soll. Bekannte Schuhe konnte ich lieber gleich für die langen Strecken nehmen. Einen neuen Schuh auf nem 100er Wettkampf? Kein Problem. Nur bei neuen Marken/Leisten, da wär ich dann auch vorsichtiger. Aber den Speedcross bin ich auch schon bei der BC, beim Rennsteig und beim ZUT gelaufen. Den kennt mein Fuß.
😉

09.08.2014 Abschlußtraining für den TdG – Ein langer Weg auf der Alta Via des Aostatals (I)

In 21Tagen bin ich auf dem Weg. Jetzt in 21 Tagen sind wir vielleicht gerade auf dem ersten von ich weiß nicht wie vielen Bergen. Es wird eine lange Reise werden. Die längste, die ich bisher in Angriff genommen habe. Die Dimension ist auch für mich derartig, dass ich etwas mehr tun wollte, als bei den vergangenen großen Läufen. Bei anstehenden 25.000Hm auf 330km mußte noch einmal ein Bergtraining her. Lange Bergabläufe wurden benötigt. Die Muskulatur muß da auf etwas vorbereitet werden, das am Kienberg wohl doch nicht mehr wirklich trainiert werden kann. Berge mußten her. Trainingslager. 7 Tage wollte ich in die Alpen. Nachdem ich vor ein paar Wochen mit Andreas für’s Wochenende nach Grainau bin, entstand der Gedanke nicht nur einfach in die Berge zu fahren, sondern einfach ein paar km weiter ins Aostatal zu fahren und das Bergtraining mit einer Streckenbesichtigung zu kombinieren. Es gibt somit die Variante sich ein Quartier zu nehmen und dann mit dem Auto an Punkte ranzufahren, Abschnitte zu laufen und irgendwie dann an dem Tag wieder zum Auto zu kommen. Die zweite Variante ist das Auto irgendwo abzustellen und dann die Strecke abzulaufen. Geschlafen wird dann auf den Hütten auf der Strecke.
Ich entschied mich für die zweite Variante. Und hierfür ist es immer gut einen Plan zu haben. Sonst ist schließlich nichts zum Ändern da.
Hütten suchte ich mir im Vorfeld alle raus. Die Abstände der Hütten lagen bei 35 bis reichlich 50km. Damit könnte ich in sieben Tagen die Runde schaffen. Lediglich die erste Hütte lag 60km von Courmayeur entfernt. Um das zu schaffen, wollte ich direkt nach Ankunft am Abend starten und die Nacht durch unterwegs sein. Dann sollten auch 60km gut gehen – so jedenfalls meine Überlegung.
IMG_2862Die Anreise lief fast planmäßig. Knapp 4 Stunden später als geplant in Courmayer. Das ist auf ca. 1200km Anreise an einem Freitag quasi nichts. Bis zum St. Bernhard war es auch ganz gut vom Wetter. Der Mond, der die Berg-Siluetten erleuchtete, zeichnete ein faszinierendes Bild. Einfach herrlich! Die Überlegung gegen 24Uhr Ankommen und gleich loslaufen war also relevant. Ich freute mich schon drauf. In Courmayeur auf der Hauptstraße angekommen, fielen aber die ersten Regentropfen. Einen Parkplatz fand ich im viel schöneren Verrand. Dort angekommen ging das Gewitter los. Ok, dann erste Planänderung und im Auto schlafen (0:30 sucht man kein Quartier mehr, Luftmatratze u Schlafsack waren anbei) und Früh los. 8Uhr werde ich munter. Draußen sieht es kalt aus. Nö! Noch mal umdrehen. 9Uhr dann aufstehen Lage peilen. Alles war natürlich in Berlin schon fertig zum Loslaufen gepackt.

Der Laufrucksack ist prall gefüllt. Da geht kein Shirt, kein Brot, nix mehr rein – Flexibilität Null. Bei schlecht Wetter is das doof, wenn man was braucht. Ein Flies paßt auch nicht mehr rein. Wechselschuhe schon gar nicht. Es sind unten 13grd. Die Minimalausrüstung geht vielleicht für zwei Tage. Für sieben ist das wohl doch nichts. Also den großen Rucksack geschnappt und alles umgepackt. Jetzt ist mir Ausrüstungstechnisch wohler. Im Vordergrund steht die Woche Training und Spaß. Ich habe kein Überlebenstraining gebucht!
Das Auto steht gut und gratis.


Also auf nach Courmayeur zum Bus, um die km der Nacht und einen Teil des Tages mit dem Bus zu erledigen. Direkt vom Auto aus habe ich den Blick auf den ersten Berg, den wir erklimmen werden:

Dann geht es durch Verrant. Hier werden wir beim TdG Quartier beziehen.

Es ist viel schöner als die Touristenhochburg Courmayeur!
Mein neu definierter Startpunkt ist Planaval. Das ist km40 des TdG. Von da geht es dann hoch zur ersten Hütte.
Die blöde Kuh beim Busticketverkauf schickte mich zum Umsteigen zu weit Richtung Aosta, meinte ich müsse in Villeneuve umsteigen. Super. Zwischen Arrvier und Villeneuve kam mir mein Anschlußbus entgegen. Also ne knappe Stunde warten. Der Bus nach Planaval hielt dann auch in Arrvier … Im Bus nach Planaval war ich der einzige Fahrgast. Planaval. Ich stieg ich aus. Der Bus fuhr weiter in Richtung Valgrisenche. Mutterseelenallein stand ich am Rand eines kleinen Dörfchens mitten in den Bergen. Hier würde ich also in ein paar Wochen erneut sein. 40km würden dann hinter mir liegen. Das für nun Geplante läge dann erneut vor mir. Der Rucksack würde kleiner sein, deutlich kleiner. Das Wetter war hervorragend. Es war ein komisches Gefühl. Es wird ein langer weg. Aufbruch! Rucksack auf, eine kurze Orientierung und dann ging es die ersten Meter auf der Straße in die Richtung in die auch der Bus gefahren ist, nach Valgrisenche und dann nach oben zur Berghütte (Refugio) l’Epée.
Auf geht’s!
😉

 

Es ist mittlerweile Samstagnachmittag, der 09.08.2014. Ich war auf dem Weg. Die 18km zur Hütte nach l’Epée ging vom Wandern/Laufen ganz gut.

Heute ging es darum sich etwas einzulaufen. Ich wollte mich an das Laufen mit dem riesen Rucksack gewöhnen, die Orientierung, die Ausschilderungen der Alta via due.
Ich bin gespannt auf die zusätzlichen Markierungen beim TdG. Die Alta Via 2 ist zwar wirklich super ausgeschildert – dort wo man die Schildchen sieht.
Gerade in Ortsnähe hatte ich am ersten Tag mächtig zu tun den richtigen Weg zu finden. Ohne elektronische (Offline-)Karte auf dem Telefon und dem Track wäre ich ein paar Mal länger am suchen gewesen.

Oben geht es dann besser. Aber da wo haufenweise Wege sind, übersieht man schnell mal so ne kleine, halb zugewachsene Markierung. Navi mit Track und Batterien kommt auf jeden Fall beim TdG mit – nahm ich mir zu dem Zeitpunkt vor.
Eine sehr schöne Ecke ist es hier.

Nach reichlich 3h ist die erste Hütte erreicht. Waren ja auch nur 16km.
Gepäck hab ich jetzt wohl zu viel mit. In der Hütte hier ist alles da. Egal, besser zu viel als zu wenig.
Geil war nach der Hüttenankunft bis zum Abendessen noch mal ohne Rucksack ein paar km Laufen zu gehen! Hammer.
😉

Sonntag, 10.08.2014 – Abschlußtraining für den TdG – Ein langer Weg auf der Alta Via des Aostatals (III)
Erster richtiger Lauf-/Wandertag. Leider bin ich doch erst spät los, 7:45Uhr. Dies in Kombination mit der Strecke war schon mal die Basis die geplante Hütte Sogno di Berzé nicht zu erreichen. Zweite Planänderung. Es sollte nicht die letzte des Tages gewesen sein und auch die folgenden Tage sollte sich ständig etwas ändern. Egal.
Los ging’s gleich sehr lustig. In dem Moment da ich loslaufen wollte, kam ein Opa gerade unten aus Valgrisenche hochgelaufen. Er kam den Weg, den ich am Vortag auch gelaufen war. Auch er wollte zum Col Fenetre, der erste Sattel auf meinem Weg. Da hatte ich schon mal die ersten 3 km Begleitung. Wir gingen zwar nach oben, aber der machte richtig Dampf. War geil. Oben am Col wartete sein Sohn. Er kam uns dann noch mal ein paar Meter entgegen, um wieder mit uns hoch zu laufen. Beide sprachen nur Italienisch oder Französisch. Ich nur Deutsch oder Englisch. Wir haben uns trotzdem verstanden. War lustig. Oben angelangt, wendeten beide. Für sie ging es wieder Heim. Ich zog weiter in Richtung Rheme-Notre-Dame. Da kamen wir her:

Und so ging es weiter:

Wie immer in solchen Satteln auf der Höhe war der Einstieg in den Abstieg ganz ordentlich. Später konnte man die 1100Hm gut abwärts laufen. 9:20Uhr war ich im Ort. Dort war gerade der Markt im Aufbau. Haufenweise Stände mit Wandersachen. Ganz anders, als bei uns ein Markt. Ich hielt mich nicht lange auf. Ein Fehler, den ich noch öfter die Tage machen sollte. Nach dem mageren italienischen Frühstück ist es gut sich ein Panino auf dem Weg einzustecken, vielleicht besser auch zwei Panini. Da oben kommt öfter lange weder Hütte noch irgendeine Menschenseele. Und die Almen sind nicht wie häufig in Österreich oder Deutschland auch gleich noch Wirtschaften. Das sind doch reine Landwirtschaften. Da gibt’s nix – zumindest habe ich gar nicht erst gefragt. So schlimm war es nicht. Ich denke, wenn man da oben nett fragt, gibt es auch etwas.
Schnell war ich jedenfalls durch den Ort und schon ging es in den ersten ordentlichen Anstieg. Knapp 1400Hm warteten. Zu gehen war der eigentlich recht einfach. Klar, das Tempo mußte man sich einteilen. Aber sonst. Anstrengend und sehr schön. Schön ist vor allem, dass nicht überall Seilbahnen hoch gehen. Ich habe Sa/So und auch weitere Tage keine gesehen. Dadurch ist es sehr ruhig da oben. 😉
Eine blöde Stelle war aber wieder. Ein Abzweig.

Am Schild im Hintergrund „Plan de Feye“ stand die „2“ für „alta via due“, den Höhenweg Nummer 2 (Kann man auf dem Foto schlecht erkennen). Links neben dem Schild der gelbe Pfeil zu irgendeinem Höhenweg. Eine weitere Ausschilderung mit der „2“ war nicht zu finden – jedenfalls nicht wo es hin geht. Der Pfeil für die „2“ wo ich herkam, ist unten auf dem Stein. Also dem mit dem gelben Pfeil markierten Weg Links folgen und den Pfad Rechts einfach ignorieren. Dahin ging keine Ausschilderung. Es ging hoch, also war ich richtig. Klar. Ich wollte schließlich auf 3007müNN. Nach ca. 100Hm kam immer wieder mal das Schild der Nummer des Wanderweges. Es kam aber erneut keine „2“. Das kam mir dann doch komisch vor. Telefon raus, OSMAND an, Track laden und warten bis die Satelliten gefunden sind. Super! 100Hm und ca. nen km falsch gelaufen. Ich haße diese Drecks Ausschilderungen. Also zurück und die Weggabelung noch mal angeschaut. Die Ausschilderung könnte zum Mitdenken sein. Ausgeschildert war die „2“ nach unten und wenn man von oben Rechts kam, mußte man sie sehen. Also ganz Logisch, dass es Rechts geht? Nach 100m kam dann da auch die „2“. Ok. Was lernen wir daraus? Das Navi eher mal befragen. Ich werde es im Laufe der nächsten Tage noch schätzen lernen. Mag sein, die Ausschilderung ist ausreichend und logisch und gut. Dann bin ich zu blöd dafür. Kann ja sein. 100Hm umsonst. ;-( Egal, weiter! Ich zähle die Hm. Ich sehe vorn einen Sattel. Da muß er sein, der Col Entrelor, mein erster 3000er dieses Jahr. Der Blick nach hinten…

… und nach vorn entschädigt schon!

Knapp 1400Hm geht es wieder abwärts. Der Anfang des Trails oben bis zu einem See ist nicht einfach abwärts zu Laufen. Das ist schon ein normaler Alpentrail, sehr steinig. Aber dann wird es einfacher. Just running.
So langsam nagt der Hunger. In Eaux-Rousses muß ich unbedingt was futtern. Dort angelangt war ein doddal freundliche Dame vor einem Hotel, die bedingt Verständnis für mein Begehren hatte. Pizza gibt‘s nicht, Pasta nur im Restaurant. Aha. In Lauflumpen. Draußen keine Pasta. Sandwich. Ok, dann Sandwich. Eins mit Käse, eins mit Schinken. Ein halbes gefuttert und den Rest eingepackt – und los. Den zu erklimmenden Hügel ahnte ich schon beim Runterlaufen. Sah hoch aus. Beim Blick auf die Strecke sah ich dann das Übel. Es war schlimmer als gedacht. Noch mal 1.600Hm bis auf 3.300müNN. Ich kam von 1.700. OK. Es war nicht schwer zu laufen. Im Gegenteil. Aber es zog sich. Ich kam und kam diesem elenden Sattel nicht näher.

Es zieht sich. Ich mahne mich nicht zu oft auf die Uhr zu schauen. Auf der Uhr habe ich im Display zwei Angaben: Uhrzeit und Höhe – mehr interessiert eigentlich nicht. Nur alle gefühlte 100Hm schauen! … Und runterzählen. Noch 600, noch 500, usw.
Und plötzlich sehe ich vor mir einen Steinbock. Ups! Wat is dat denn! Nich Gemsen. So was gibt’s bei uns in den Bergen auch zu Hauf. Nein, ein Steinbock!

Einer? Hach, man muß sich nur mal genauer umschauen. Dann sieht man Steinböcke und Gemsen. Das is ja wie im Zoo, nur ohne Zaun. 😉


Eeees ziiiieht sich!
Aber irgendwann ist auch der „Hügel“ Col du Loson geschafft! Da komm ich her

Und da will ich hinunter:

Zeitbedingt war jetzt allerdings nur noch die Hütte Sella erreichbar. Kurz vor der Hütte mußte ich doch noch einmal anhalten und den Fotoapparat zücken. Da konnte man einfach nicht dran vorbei:



Das war vielleicht fünf Minuten von der Hütte weg. Ich kam bis auf 10, 15m an die Tiere ran. Und nicht dass die sich stören ließen. Wirklich unglaublich – schön.
Kurz vor 19Uhr kam ich an der Hütte Sella an. Ein Weiterlaufen bis zur Hütte Sogno di Berze stand um die Uhrzeit wirklich nicht mehr zur Debatte. Das waren von hier noch einmal 10km. Die Planung am Ende der Woche zu Fuß in Courmayeur zu landen, wurde immer unrealistischer. Aber was stört das? Gut, es wäre schön die komplette Strecke im Vorfeld zu sehen. Andererseits ging es hier und jetzt um Training. Und da sind die Berge eigentlich egal. Die Belastung an sich stand im Vordergrund und die war an dem Tag definitiv da. Der nachträgliche Blick auf das Höhenprofil verriet, dass ich mir für den ersten kompletten Tag gleich erst mal die beiden höchsten Hügel der gesamten Runde ausgesucht hatte. Kein Wunder, dass es lediglich 37,2km geworden sind. Wie, nur 37,2km? Naja, offizielle 37,2km aus den km-Angaben des TdG. Auf der Garmin hatte ich 45,5km stehen… Wie soll man da auch sinnvoll Hüttenübernachtungen planen, wenn die km irgendwie italienische Längeneinheiten haben und die Uhr deutsche Maßstäbe ansetzt. Wie weit es jetzt wirklich ist? Woher soll ich das wissen. Im Grunde genommen ist es auch ziemlich egal. Ich habe eine Gehzeit von A nach B aus dem Wanderheft und ich brauche die Höhenangaben. Meist bin ich etwas schneller, als zum Wandern angegeben wird. Dann schaut man auf die Uhr nach der Höhenangabe und bevor die Höhe nicht erreicht ist, ist man noch nicht da. Mehr oder weniger so einfach geht das. In der „Nahdistanz“ sieht man ja meist auch das Ziel schon von weitem.
Die harten Fakten:
Gehzeit: 11:30h brutto
Km lt. TdG: 37,2 – lt. Garmin 45,6 (nicht bereinigt!)
Positive Hm: 3.400
Negative Hm: 3183
😉
PS als Nachtrag: Ich habe den Großteil der Differenzen gefunden. Ich habe die Garmin früh angeschalten und dann durchlaufen lassen. Bei Pausen lief sie also weiter. Und obwohl ich z.B. auf nem Stein saß und gemütlich futterte, erzeugte die Uhr eine wahre Kurvenschaar rund um den Platz auf dem ich saß. Nach Eliminierung dieser vielen falschen Punkte reduzierte sich die Strecke nahezu auf das Angegebene. 😉

Montag, 11.08.2014 – Abschlußtraining für den TdG – Ein langer Weg auf der Alta Via des Aostatals (IV)

Refugio Sella-Refugio Dondena
Heute wollte ich zeitiger los. Abends schon alles weitgehend zusammengepackt. Aber irgendwie habe ich auch diesmal nicht so den Absprung geschafft. Hier und da Zeit vermehrt. Dann fing es an zu Regnen, also Regensachen an. Als ich sie anhatte, war wieder alles vorbei. Wieder aus. Die Garmin war nicht voll aufgeladen. Irgendwas hatte da an der Steckdose nen Wackligen. Aus dem Grund habe ich auch von dem Tag keine komplette Aufzeichnung der Strecke via GPS. Egal. Der Tag fing gut an. Konnte also nur besser werden.
In der Planung hatte ich vor eventuell die Nacht durchzulaufen, um die bisher „verlorene“ Zeit wieder aufzuholen. Es ginge dann an den Hütten Dondena (km124) und Coda (km166) vorbei bis Alpenzu (km207). Ich war km95. Allerdings bräuchte ich da noch nen Plan bzgl. Verpflegung.
Jetzt ging es erst mal bergab bis Cogne und dann zur Hütte Sogno di Berze, die ich ja eigentlich am Vorabend schon erreichen wollte. Der Weg abwärts war ganz gut zu laufen. Durch den Regen teils etwas matschig. Aber das ist ja normal da oben. Eine Waldautobahn wird dort gerade angelegt. Mit einem schalkschen Lächeln fragte ich die Bauarbeiter, ob sie bis zum TdG fertig wären. „Impossibile!“ war die Antwort. Als wenn ich mir’s nicht schon gedacht hätte.
Irgendwann verläßt man den schönen Waldweg und es geht ein wenig Straße nach Cogne rein, rechts weg und dann immer schön stetig leicht nach oben nach Lillaz. Ein breiter Forstweg, einfach nur Wandern. Langweilig. Km-Schrubben. Egal. So weit war es nun auch wieder nicht.
Am Ende von Lillaz verschwindet man wieder im Wald. Und außer das es sich elendig zieht, ist es dort wirklich sehr, sehr schön.


Und immer weiter geht es hoch. Nein, es ist nicht steil. Stetig leicht bergan. Man verläßt den Wald und kommt in ein laaaaanges Tal. Wiese ist da. Und hier und da ne Alm. Und vor allem viiel Tal und ein nicht enden wollender, stetig leicht ansteigender Pfad. Am Kienberg läuft man so was. Aber da ist der Anstieg immer nach 1km zu Ende. Hier ist es mir „zu steil“ zum Laufen. Mag sein, dass der Rucksack seins dazu beiträgt. Beim TdG werde ich dies wohl aber sicherlich auch eher zügig wandern, als Laufen. Wir werden es sehen.
Der Blick zurück von irgendwo ins Tal aufgenommen…

… und der Blick von da nach vorn:

Von der Hütte ist keine Spur zu sehen. Gibt’s die überhaupt? Das muß sie sein. Fehlanzeige. Dort? Nee, auch nicht. Alles Almen, die nicht am Wegesrand lagen. Kurz vor 12 verzehrte ich dann das in Sella mitgenommene Panini und ging gestärkt weiter Richtung Rifugio Sogno di Berze – um es keine 10 Minuten später zu erreichen. 5:30h hatte ich bis dahin benötigt. Das wäre auch nix geworden, wenn ich am Vortag eine Stunde eher losgewandert wäre. 😉 Die Hütte ist so wunderbar in der Pampa, dass es sicherlich deutlich schicker gewesen wäre dort zu übernachten, als in der übervollen und zu dem teuersten Hütte der ganzen Woche zu übernachten. Egal. Hilft nix. Mit dem Wirt quassele ich noch ganz lustig und da ich gerade gegessen hatte, ging es dann doch bald weiter. 300m geht es noch mal hoch…

… und dann abwärts zur Hütte Dondena. In meinem ersten Plan wollte ich diese Hütte schon am zweiten Tag erreichen… Hihi, klassische Fehleinschätzung der Gegebenheiten!
Während ich beim Loslaufen an der Hütte Sella noch auf dem Trip war die Nacht durchzulaufen, hatte der erneute Versorgungsmangel in den Bergen (bzw. mehr die mangelnde Verfügbarkeit an „Tankstellen“ auf dem Weg) und die resultierende Abnahme der Bereitschaft des Kopfes mehr als nur zügiges Wandern zuzulassen, doch dazu geführt, dass ich den Gedanken einfach verwarf. Die nächste Hütte war Dondena (km124). Die dann nächste Hütte Coda wäre erst bei km 166. Das ist eine Tageswanderung nach nunmehr neuem Ermessen. Ich kenne den Weg nicht. Irgendwann ist das Akku vom Telefon mit Karte und Track runter. Meist fängt es Nachts an mit Regnen. Alles gute Gründe doch nicht auf Überlebenstraining, sondern mehr auf Lauftraining umzuschalten. Also wird die Hütte Dondena angesteuert, lieber der Rucksack dort gelassen und mal wieder ne Runde ohne Gepäck gedreht.
Lecker war bei Ankunft an der Hütte erst mal nen Kaffee, dann entspannt noch den Rest von dem Brötchen futtern und nach ausgiebiger Pause ging es dann noch einmal los auf nen 10er in die Berge. Das war einfach nur Genuß! Nein, ich hab keine Demboeinheit daraus gemacht, bin nicht den Berg hochgestürmt und runter gehechelt. Zügig, aber nicht zu schnell bin ich mehr oder weniger gemütlich noch mal 400Hm nach oben und der Einfachheit halber denselben Weg wieder runter. Ein janz entspannter Tag.
Als „Belohnung“ gab’s ne warme Dusche ohne Zeitlimit (wie in Sella), einen Mannschafts-Schlafraum mit 16 Betten janz für mich alleine und ein ordentliches Abendessen. Alles gut!
Die harten Fakten:
Gehzeit Sella-Dondena: 7:30h brutto
Km lt. TdG: 30
Positive Hm: 2490
Negative Hm: 535
Lauf zum Lago Miserin
1:14h, 10,5km, 400Hm positive wie negative – Genialer Lauf zum Aufhübschen der Statistik. ;-))
Summe: Es sind wenigstens noch 40km zusammengekommen. Auch wenn’s mir wie nen Faulenztag vorkam.
😉

Zum Dienstag, 12.08.2014 zum Weg vom Refiugio Dondena zum Refugio Coda schrieb ich keinen Bericht.

Coda-Cressoney

Ein Tag – zwei Welten
Es ging von „zu Tode betrübt“ in „himmelhoch jauchzend“. Die Reihenfolge ist auch besser so.
Aber fangen wir wieder vorn an. 6 Uhr Frühstück, 6:30Uhr los. So war es gedacht. Draußen sah es schauerlich aus. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es regnete in Strömen. Klasse! Gleich früh am Morgen. ;-( Dann kommen wenigstens endlich mal die Regenklamotten zu ihrem notwendigen Einsatz. In den wasserdichten SealSkinz-Socken bin ich noch nicht gelaufen. Wie lange geht das ohne patschnasse Füße durch die Transpiration von innen? Die Regenhose ist auch nagel wie neu. Jacke ist noch die von Salomon. Dicht sollte sie sein. Wenns von vorn windet, wird’s halt kalt, weil die Kaputze für mich zu groß ist. Egal. Im Rucksack war alles in Tüten verpackt. Konnte also losgehen. Naja, bis ich mich dann doch durchgerungen hatte zu starten, war es 7Uhr. Es war unwirtlich da oben – jedenfalls draußen. Egal.
Die Wirtin gefragt wo es los ginge und schon war ich auf dem Track. Was soll man über ne Tour oben in den Bergen bei Regen groß schreiben? Da heißt es das Wasser ertragen und durchhalten bis es aufhört oder man da ist. Letzteres könnte auch länger dauern. Besser Ersteres. Aber das sollte dauern. Im Abstieg hab ich erst mal die Klamotten auf richtige Tauglichkeit bzgl. Wassersäule überprüft. Eine kleine Bachüberquerung. Schmaler Bach und lange Regen bedeutet hoher Wasserdurchsatz. Trotz konzentriertem Gehen rutschte ich doch mit dem linken Schuh beim Überqueren vom Stein und lag rücklings im Wasser. Getan habe ich mir nix und in Bruchteilen von Sekunden war ich auch wieder hoch. Trotz allem war das wie Baden. Und! Später stellte ich dann fest, dass unter den Regensachen wirklich die Klamotten trocken geblieben sind. Cool! Nur mein Navi-Telefon hatte trotz Tüte etwas abbekommen. Es ging zwar noch, aber es hat leicht gesponnen. Navigieren war nicht mehr drin. An ner verlassenen Alm kurz untergestellt, Systeme und Klamotten gecheckt und das Tel. auseinander genommen. Sch… Ab jetzt dann ohne Navi – und ohne Karte. Super Idee! Egal, was hilfts. Da mußte jetzt durch. Klar, habe ich kurz darauf erst mal an einer Ecke ne Weile gebraucht den Weg zu finden. Aber das war dann jetzt halt so.
Rein von km oder Hm war die Strecke bis Niel nicht weiter tragisch. Zwei Sattel waren zu überqueren. Von 1700 ging es auf 2300, dann wieder auf 2000 und noch mal hoch auf 2300 – halt hoch und wieder runter. Ob es nun der Regen war oder das nicht vorhandene Futter? Ick weeß et nich. Der Vormittag lief mehr als bescheiden. Zum Glück hatte ich noch 125ml-Chiasamen im Gepäck. Die wurden zu 4/5 aufgebraucht. Der Magen knurrte schon, aber es hies erst mal ne Viertelstunde warten. Die Dinger müssen schließlich erst anquellen. Chia bloß mit Wasser ist jetzt nicht so der Bringer, aber wenn‘s hilft… Am letzten Sattel vor Niel war jedenfalls der Hunger erst mal gestillt, der Regen hatte auch aufgehört. Nur die Moral war immer noch ziemlich im Eimer. Gut, für ein paar Bilder zwischendrin hatte es doch noch gereicht. Da sieht man ja nur was um einen rum so zu sehen war. Nicht wie es in einem aussah. 😉
Irgenwo von da drüben kam ich her:


Und weiter ging es da:

Und wenn man durch die kleine Scharte durch war, sah es so aus:

Das war es allerdings dann auch schon an Bildern für diesen Tag. Im Vordergrund stand wohl mehr endlich Niel zu erreichen. Für diese 25km sollten am Ende über 7h auf der Uhr stehen! Schön ist anders. Aber auch das überlebt man. Nach zwei war es geschafft. Auf dem Weg vom letzten Sattel meinte ich die ganze Zeit die Stadt unten im Tal wäre Niel. Aber Fehlanzeige. Der Ort war Gaby. Niel bestand aus vier Häusern und vermutlich sieben Spitzbuben und Schluß. Aber! Eines der Häuser war ein Restaurant! Sehr geil. „Einmal Pasta bitte!“ Dann noch nen Wasser und nen Kaffee und langsam zogen die Lebensgeister wieder ein. Ganz langsam. Erst mal wollte ich absteigen nach Gaby und nach Courmayeur. Dann überlegte ich doch noch weiter auf der TdG-Strecke bis Cressoney. Ich war nicht schlüssig wo ich die Nacht pennen sollte. Wenigstens gab es mal Netz zur Außenwelt. Zwei Stunden „verknallte“ ich dort. Aber dann stand der Plan doch weiter zu laufen. Mit dem Wirt hatte ich noch bekaspert aus welchem Tal ich Freitag wie mit dem Bus retour nach Courmayeur käme. Dann fragte ich noch nach nem Brötchen, füllte die Wasserflasche neu auf und zog Richtung Col Lasoney von dannen. Gut gestärkt ging das doch schon viel besser.
Unterwegs versuchte ich noch das Navi-Telefon wieder zu aktivieren und siehe da, es ging wieder! Dadurch sah ich auch, dass der TdG auch hier wieder etwas abkürzte und den Weg direkt hoch in den Sattel nahm und nicht wie die Alta via 1 mit einem kleinen Umweg. Von 1600 ging es hoch auf 2400. Die Meter wurden wieder gezählt. Es war schwer. Aber gegenüber dem Vormittag lief es wie geschmiert. Einfach super! Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und es sollte noch besser kommen.
Oben angelangt standen zwei Läufer mit kleinem Gepäck. Einer machte Fotos, der andere wartete. Ich fragte ihn wo es nach Gressoney ginge und wie lange man dafür so brauchen würde. Er sah mich an und meinte etwas um 3-4h.
„Hmm, ich meine Laufen. Ist es gut laufbar?
„Ja, schon. Na, vielleicht 2,5h.“
„Ich komme aus Niel. Bis hier hab ich 1:10h gebraucht.“
Er sah meinen Rucksack an, zog die Augenbrauen hoch, dachte nach und meinte. „Na, vielleicht 2h.“
„OK, dann komme ich vielleicht doch noch bis Alpenzu.“ Ich wird sehen. Es war schließlich schon nach 17Uhr. Alpenzu war noch 17km (!) weg. Normal war das nie zu schaffen. Egal, auf jeden Fall würde ich Gressoney erreichen. Irgendwo müsse ich ja schließlich schlafen.
Also nicht viel Federlesen gemacht, mich von den Jungs verabschiedet und losgelaufen. Und es ging wirklich gut! Die Neigung abwärts war total angenehm laufbar und der Weg war hervorragend, fast wie einspurige Waldautobahn. Jetzt lief es erst super! Stellenweise hatte ich unter 6er pace auf der Uhr stehen. Der Schnitt von oben bis unten lag bei 7:48min/km und das ist eher nicht vergleichbar mit nem Citymarathon auf Asphalt. Das war fast wie Fliegen.
Das Geilste neben diesem herrlichen Gefühl, dass es wieder lief, war aber, dass da plötzlich die zwei von hinten kamen und janz langsam ranliefen. Der eine fragte dann, ob ich für den TdG trainiere. 😉 Jup! Die beiden auch. Mit dem leichten Gepäck waren die zwar schneller als ich. Aber lange konnte ich sie noch sehen. Soo fix waren sie dann doch nicht. ;-)) Das war Balsam für die Seele!
Nach 2:15 hatte ich die Ortschaft Tschossil erreicht. Cressoney war nicht mehr weit, der vierte Sektor des TdG gleich beendet. Geil! Nie hätte ich das am Vormittag für möglich gehalten!
Mittlerweile war es doch nach 18Uhr und bis Alpenzu noch ca. 7km zu laufen. 400Hm hoch waren da auch noch auf dem Weg. Es würde spät werden. Können kann ich das. Jup, das ginge. Aber im nächsten Ort lief ich am ersten Hotel, so einem Bunker vorbei, auch an dem zweiten ging es noch vorbei. Das dritte war klein und niedlich. Da zog es mich dann doch rein. Zimmer frei? Jup! Preis? Paßt. Teurer, als in ner Hütte, aber in Relation zum noch vor mir liegenden Weg völlig in Ordnung. Ich hatte mein Quartier gefunden.
Es gab ne warme Dusche, Klamotten und Schuhe konnten getrocknet werden (Schuhe mit Zeitung ausgestopft) und was anständiges zu futtern. So konnte der Tag zu Ende gehen! Die Regenklamotten waren getestet und für gut befunden. Das Tief vom Vormittag gut weggesteckt und wieder sehr gestärkt hervorgegangen, Futter für den nächsten Morgen war auch wieder im Rucksack, die Klamotten im Rucksack, die doch allesamt leicht klamm waren konnten trockenen und ich hatte mal ein anständiges Bett zum Schlafen.
Im Nachhinein doch sehr, sehr schön!
😉
Die harten Fakten (besser mit „/“ getrennt):
Gehzeit: 7:15h / 2:26h
Strecke lt. TdG: 20km / 13km; lt. Garmin (nicht bereinigt) 25km / 14km
Anstiege: 1440 hm / 860hm
Abstiege: 2155 hm / 1045hm
Summe: 9:45h; 33km bzw. 39km (Garmin nicht bereinigt); 2300m hoch; 3200m runter

Donnerstag, 14.08. – Abschlußtraining für den TdG – Ein langer Weg auf der Alta Via des Aostatals (VI)

Gressoney-Barmasse
Erkenntnisse des Tages:
Ich kann doch noch schnell – auch mit Rucksack.
Erneute Feststellung – ohne Mampf kein ordentlicher Lauf.
6:30Uhr brach ich auf. Es warteten 5km zum Einlaufen …

… und dann ging es mal eben von 1400 auf 2780müNN, am Stück ist das doch immer wieder anständig. Im Hotel gab’s 6Uhr doch noch kein Frühstück. Im Rucksack war noch ein trockenes Brötchen. Das hatte ich in Niel geschnorrt. Mit jeweils nem Schluck Wasser geht das auch runter. Der Diesel braucht nun mal Sprit damit er läuft. Da unten kam ich übrigens her:

Ein Blick nach Rechts war auch sehr schön:

Oder einer nach oben, da wo ich hin wollte?

Für den Anfangsteil sollte die Ration reichen. Nach 7km und reichlich 300Hm kam die Hütte Alpenzu. Da bin ich rein und fragte nach zwei Pannini, eins mit Schinken, eins mit Käse. Bis Crest sollte das reichen.
Auf halber Höhe zum Col Pinter mußte ich auf Reserve schalten. Also den nächsten Stein gesucht, drauf gesetzt und nachgetankt.

Dann ging es zügig hoch. Oben auf dem Sattel angekommen, erwartete mich auf der anderen Seite ein gigantischer Ausblick. Ein Blick über die Berge, Einfach herrlich!

Und auch ein zurückschauen lohnte:


Dann ging es 800hm am Stück runter Richtung Champoluc und die waren das richtig gut laufbar! Das war geil!
Champoluc muß ein etwas stärker von Urlaubern frequentierter Ort sein. Schon vom Col Pinter runter hab ich jede Menge entgeisterter Gesichter gesehen. Ok, es war Früh, die sind hoch und ich kachelte mit großem Wanderrucksack runter. Die Differenzgeschwindigkeit ist dann natürlich noch mal anständig.
Später kamen noch mal 300Hm abwärts von Ferraro Guide di Frachey nach Saint-Jacques.
Doof war in der ganzen Ecke keinen Laden zu finden, bei dem ich ein paar Pasta bekommen würde. Es war zwischen 11 und 11:30Uhr. Dann war ich wieder aus den Ortschaften raus. Vor halb eins gibt’s nirgens was. ;-(
Hoch zur Hütte Grand Tournalin gab’s das noch vorhandene Panino und auch da lohnte es den Blick schweifen zu lassen:



Die Fotos sind mit einem janz normalen Telefon aufgenommen und wirklich nicht nachbearbeitet!
Nach der Stärkung kam ich dann auch gut oben bei der Hütte an. Da gab‘s dann endlich die Pasta! Lecker! Und weiter. Jetzt wartete noch ein Anstieg von 285Hm, also quasi nichts. Fast oben noch einmal ein Blick zurück:

Oben angelangt noch einmal ganz kurz der Blick nach vorn: …

… am Col de Nannaz…

… und dann kam das Highlight des Tages: von 2773müNN runter auf 1520müNN. 1300Hm runter mit ner kleinen Unterbrechung. Da ging es vor dem Col Fontaines (2695) noch mal gefühlte 50m hoch. Dort konnte ich auch nicht anders, als doch noch ein paar Fotos zu machen. Ber Blick war einfach zu überwältigend:




Selbst im Panorama war es nicht möglich diesen Rundumblick zu erfassen. Einfach Gigantisch!
Beeindruckend an diesem Tag war vor allem die Berge auf der anderen Seite des Aostatals in Richtung Gran Paradiso zu sehen. ‚Hey Schalk! Da kommst du her! Und da bist du vor sieben Tagen gestartet.‘ Diese Dimensionen zu sehen, sich zu erinnern wie man da lang ist und nun hier drüben. Beim TdG warten dann keine 100km mehr. Nein, noch nicht Einflugschneise, aber doch ein riesen Batzen weg. Dieses Gefühl, da gluckste es am Kehlkopf.
So, und jetzt konnte man es noch mal richtig krachen lassen! Das war Spaß pur! Die Leute, die gerade noch mit mir oben waren und fünf Minuten vor mir abstiegen meinten etwas von 2h bis runter. Nein, ich kommentierte das nicht. Aber der erstaunte Blick war schon lustig, als ich von oben kam, kurz rief und freie Bahn hatte…
Unten angekommen, wäre ich am liebsten noch mal hoch, um da noch mal runter zu heizen. Endlich mal ein Downhill (so heißt das doch im Deutschen), der (für mich) richtig gut laufbar ist.
Beim TdG werd ich ihn hassen, werde froh sein, wenn die Tortour da runter endlich vorbei ist. Aber da habe ich es genossen.
Auch die Blicke der anderen Leute am Rand waren recht genial. Einer saß auf einer Bank, an der ich vorbei kam. Ich kam aus dem Wald über ne Wiese und er sah mich von weitem als ich aus dem Wald kam (und ich ihn). Der schaute völlig entgeistert in meine Richtung, der Kopf folgte meinem Lauf und er bekam den Mund gar nicht zu. Schade, dass ich ohne Kamera am Kopf unterwegs bin. Der Blick war super! Locker zog ich an ihm vorbei, grüßte freundlich mit nem fetten Grinsen auf dem Gesicht und schon war ich wieder im Wald verschwunden.
Nach dem Drecksstück von Coda nach Niel war das nun schon wieder Balsam für die Läuferseele.
In Cretaz (Die Live base ist in Valtournaenche; Cretaz dürfte ein „Ortsteil“ von Valtournanche sein) angekommen, …

…folgte jetzt der Schlußanstieg hoch zum Refugio Barmasse. Noch mal 800m hoch. Den Übergang von diesem Bergabsprint ins „wieder hoch kraxeln“ hab ich mit ner kleinen Pause erträglich gemacht und dadurch ging das dann auch noch.

Relativ zeitig erreichte ich die Hütte Barmasse. Leider konnte man um den See nicht rundrum laufen. Zu einer Bergtour ohne Rucksack hatte ich allerdings keine Lust mehr. Also ging es wieder in die Hütte und es war mal zeitiger Feierabend.
Mir scheint gestern in Niel muß ein Schalter umgelegt worden sein. Ob ich schneller werde, weiß ich nicht. Ist auch egal. Aber es fühlt sich immer besser an. Das ist doch schon mal wichtig!
Freitag ist die Schlußetappe. Es geht vom Refugio Barmasse zum Refugio Cuney (unspektakulär 1000m hoch und 700 runter) und dann nach Closé. Da geht es noch mal vom Col de Vessonaz (2793) runter auf 1456m. Insgesamt von Cuney nach Closé 1680m abwärts. So was haben wir wirklich nicht in und um Berlin.
Die harten Fakten:
Gehzeit: knapp 10h
Strecke lt. TdG 42km
3.500m hoch
2.600m runter.

Freitag, 15.08. – Abschlußtraining für den TdG – Ein langer Weg auf der Alta Via des Aostatals (VII)

Da fehlte doch noch was. Also, ich meine jetzt nicht den Wettkampf. Ja, der fehlt auch noch. Aber bis „VI“ war ich ja erst mal in der Hütte Barmasse angelangt. Mein Auto stand in Courmayeur. Das sind noch 90km auf dem TdG. Nein, ich bin die nicht an einem Tag gelaufen.
Freitag 15.08. – Barmasse-Closé – Schlußetappe
Vor einem Resümee vielleicht doch erst mal ein paar Highlights des letzten Tages.
Die Etappe nach Closé (Oyace) ist den Daten nach leicht. 30km. In der Wanderausschreibung steht etwas von 1233Hm hoch und 1552Hm runter. 1233m hoch klingt schon mal nicht schlecht. Ist aber auch nicht so viel. Doch hätte ich stutzig werden müssen. Barmasse liegt auf 2157m und Cuney auf 2652m. Wenn man keine Seilbahn und kein Auto nutzt, sollte es in der Summe der Höhenmeter 500m mehr nach oben als nach unten gehen. Alles andere paßt nicht wirklich. Hab den offiziellen Track jetzt noch mal bei Gpsies reingezogen; 1.332m hoch und 850m runter. Egal. In Summe klingt das jetzt erst mal nicht soo spannend. 1300m hoch auf 16km. Das hatten wir die Tage schon deutlich anders.
Und genau das machte mir extrem zu schaffen. Diese ersten 16km waren so etwas von ätzend. Das gibt es gar nicht. Erst war die Motivation im Eimer. Es ging ständig ein wenig hoch, dann wieder ein wenig runter. Dann um ne Ecke und du hast gesehen, dass es vorn wieder runter und janz vorn den Dreck wieder hoch geht. Eigentlich war es dieses kleine Rennsteich-Auf und -Ab. Nichts dolles also, beherrschbar. Beherrschbar? Pustekuchen. Ätzend! Da half auch nicht wirklich in einer herrlichen Gegend zu sein.
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Da half auch kein Steinbock am Wegesrand.
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Es war einfach ätzend! Hier ging es erst mal runter, um hinten Links, da ist der Sattel in den es wieder rein ging. Und wenn man da dann ankommt, hat man ein sehr ähnliches Bild wieder vor sich. Eigentlich alles nicht schlimm. Aber irgendwie hab ich davon an dem Tag ne Panne gekriegt.
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Dann kam eine Muskelverhärtung oder Sehnenüberlastung in der rechten Wade dazu. In dem Moment war ich heilfroh, dass es der letzte Tag war und ich überlegte ernsthaft bei km10 abzubrechen und ins Tal zu laufen. Blöd daran war nur, dass das ein kleines Seitental gewesen wäre und ich keine Ahnung gehabt hätte wie ich von da nach Aosta zum Bus nach Courmayeur gekommen wäre. Bei km10 mitten in den Bergen ist es dann auch egal in welche Richtung man geht. Also nach vorn.
Viel wichtiger war aus diesem leichten Schmerz nichts Ausgewachsenes werden zu lassen. Bis zum Refugio funktionierte das in Form von Entlastung von Achilles und Konsorten durch flaches Aufsetzen des Fußes beim Hochgehen. Wenn ich nur mit dem Vorderfuß auftrat, zog es hinten und je steiler, desto mehr zog es. War zum Glück nicht mehr viel Steiles. Weiterhin half eine kurze Pause, kleine Massage der betroffenen Stelle und sehr langsames Wandern. Letzteres war das Ätzendste. Schuhwechsel half nicht. An der Hütte irgendwie angekommen realisierte ich erstmalig die angegebene Wanderzeit exakt ausgeschöpft zu haben. ;-( Dann ist das eben so.
Erst mal Rast! Es war kurz vor 12Uhr. Das Übliche. Pasta ist noch nicht. Panini. Dann eben Panini. Zwei! Dazu nen Tee. Und als das alles weg war und ich wieder loszog, sah die Welt irgendwie gleich wieder ganz anders aus. Den Wirt fragte ich noch, was der schnellste Weg nach unten und vor allem dann nach Aosta wäre. Es war Oyace. OK. Es warteten noch mal 400m hoch und dann 1600m einfach nur noch runter und dann der Bus. Das kriegen wir jetzt auch noch hin!
Die Gegend war wirklich super. Vom Wetter wollen wir jetzt mal gar nicht reden – perfekt!
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OK, der Fokus lag jetzt auf der rechten Hufe. Hufe. Das ist doch das richtige Stichwort. Es ging auf den letzten Sattel zu. Da oben und es ist geschafft.
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Aber Moment mal. Was steht denn da oben? Die Hörner gehören klar zu einem Steinbock.
Der Blick schweifte. Was steht denn da am Hang? Das gibt es ja gar nicht!
Eine ganze Steinbockherde mit über zwanzig Tieren inklusive Kindergarten vergnügte sich da am Hang. Der Wind kam von dort. Aber selbst als mich die ersten Alten sahen, machten die sich nicht vom Acker.
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Hier verweilte ich dann doch etwas und schaute mir das in aller Ruhe an. Das war einfach zu schön!
Und dann war er geschafft, der letzte Sattel, der Col de Vessonaz. Noch mal knapp 2.800m und jetzt ging es nur noch 1.600m runter und dann war es geschafft. Nein, so gut laufbar wie die beiden Dinger am Vortag war das lange nicht. Nein, so gut war ich an dem Tag auch nicht drauf. 1,5h brauchte ich doch noch mal für die 9km. Und dann war ich in Closé.
Feierabend! 32km heute noch mal gewandert. Es war kurz nach 15Uhr. Ich war am Ende Trainings angelangt! Das war schön, aber zum einen war ich noch nicht am Auto und es war auch etwas die Luft raus.
Hier muß nen Bus fahren!
Der Hüttenwirt meinte schon, dass ich eventuell runter nach Oyace müßte und ggf. auch weiter runter bis Valpelline. Wie weit das alles ist? Keine Ahnung. Egal. Es war erst kurz nach drei. Auf der Straße angekommen, fand ich erst mal keine Bushaltestelle. Also einfach auf der Straße weiter runter laufen. Autos kamen vorbei. Hmm. In Barmasse meinten die man könne notfalls Trampen. Vielleicht hatte ich nicht ausreichend Geduld (Ich hab noch nie getrampt), aber ich würde mal sagen das funktioniert dort genauso wie heute in deutschen Landen – eher schlecht!
Aber glücklicherweise habe ich Füße zum Laufen und glücklicherweise bin ich auch in der Lage nach 32km Wandertour auf ner glatten Asphaltstraße noch bergab zu laufen. Die Pace pendelte sich bei 5:00 bis 5:30 ein. Das sind ja mal Zeiten! Das kennen wir ja gar nicht mehr! Das die Uhr so was überhaupt noch anzeigen kann. 😉 Vielleicht lag es auch daran, dass die Wasserflasche fast alle war – 1,5kg weniger Gepäck! 😉
In Oyace fand ich ne Bushaltestelle. 16:30Uhr Richtung Valpelline. Ob‘s da dann weiter ginge, war nicht rauszufinden. Dann besser weiterlaufen. Es ging im Tal runter und mich überholten lauter Autos – und ich lief und lief und lief. ‚Was is das hier für ein Mist! Ich will nen Bus!‘ Und lief, und lief und lief. Km8 dann endlich Valpelline und km8,5 auch ein Office de Tourisme! Juhu! Ich rein und nach dem nächsten Bus gefragt und wo der abfährt. „Today is Festival here. The next bus is tomorrow.“ war die Antwort.
‚Morgen? Was für ein Festival? Hat die ne Panne oder ich?‘
„Ich bin aber heute hier und ich muß heute nach Courmayeur! Da steht mein Auto.“
OK, cut the long story short: Festival war Holliday, also Feiertag. Die kleinen Buslinien in den Seitentälern fuhren nicht. Zum Glück fuhr aber der Bus ab Aosta nach Courmayeur jede Stunde und der letzte fuhr 21:30Uhr. Es war mittlerweile irgendwas gegen 16Uhr. Nach längerer Debatte fragte ich dann mal wie weit es denn bis Aosta wäre. Irgendwas zwischen 15 und 17km schwankte die Angabe. OK. 32km + 8km + 17km = ?? Ich nehm dann kein Taxi. Das kann ich jetzt auch noch laufen! Bis 21Uhr sollte das selbst wandernd gehen. Ging es auch! Am Ende standen dann nur noch mal 12km auf der Uhr. Der Fußweg durch Aosta ging wirklich geradeaus nach unten zum Busbahnhof. Ich bekam selbst 17:30 den Bus und war dann wohlbehalten irgendwann am Auto. In Summe standen dann also den Tag 53km auf der Uhr, wobei die letzten knapp 21 komplett Asphalt waren. Das ging. Wade ging auch wieder. Alles gut.
Der Rest ist schnell erzählt. In Courmayeur wollte ich nicht Essen. Viel zu viel Touri. Also alles ins Auto, kurz umgezogen und los Richtung St. Bernhardpass. Samstag wollte ich in Saarbrücken sein. St. Bernhard ist am Besten nachts. Da kann ich wenigstens hoch und runter fahren wie ich will und nicht wie irgend so ein Fahranfänger vor mir. Also mit dem Auto retour nach Aosta und St. Bernhard, kurz von der Touriroute runter in das Seitental, das ich schon kannte, ne Pizzeria mit vielen italienischen Autos davor gesucht, was gefuttert und dann so lange gefahren, bis etwas Schlaf angebracht war. Das war dann gegen 4Uhr und nur noch 40min von Saarbrücken weg. Aber da wollte ich dann irgendwie nicht mehr. Frühstück gab‘s irgendwas gegen 8Uhr bei Familie Strider: Ein wunderschöner Abschluß einer tollen Trainingstour!
😉

Training für den TdG – Ein langer Weg auf der Alta Via des Aostatals (VIII)

Freitag, 15.08.2014
Ich sitze im Bus nach Courmayeur und bin eigentlich erst mal etwas geschafft. Ein Resümee? Es war wohl in vielerlei Hinsicht gut für sieben Tage erst auf der Alta via 2 und später der Alta via 1 unterwegs gewesen zu sein. Von Planaval ging es bis Closé (etwas oberhalb Oyace). Nach den offiziellen km des TdG war das von km43 bis 270,9. Es fehlen an der Runde läppische 103km. Aber vielleicht formulieren wir es auch anders.
Das waren 227,9 Wo-km, wenn man die sieben Tage von Samstag bis Freitag als eine Woche definiert.
Recht erstaunt (warum eigentlich?) bin ich über die Gehzeit. Aber klar, ich war ja auch sechseinhalb Tage unterwegs. Sehr schick auch die aufsummierten Höhenmeter.
Gehzeit: 60:45h
Postive Höhenmeter: 15.775m
Negative Höhenmeter: 14.745m
Sehr, sehr lange Zeit habe ich auf den Wanderwegen kaum jemanden getroffen, habe mich mit mir und dem Weg in völliger Einsamkeit auseinandersetzen können.
Verpflegung da oben ist echt ein Problem. Bei der Dauer, die man teilweise von VP zu VP brauchen wird, bin ich echt am überlegen jeweils von nem VP unten was mitzunehmen, um unterwegs nachtanken zu können. Vor einigen Bergen is gut Auftanken zwingend nötig!
Auch Streckenabschnitte, denen man das so gar nicht ansieht, können einem ganz schön den Zahn ziehen. Auf der letzten Etappe von Barmasse nach Closé war so ein Stück. 1500Hm auf 30km klingt wirklich nicht viel. Das ständige Auf und Ab zehrt. Da ist ein richtiger Berg einfach was Greifbares. Da geht‘s hoch, wieder runter und zum Nächsten. Bei diesen Getingel 50m hoch, 80m runter, um die Ecke, da sieht man die nächsten 80Hm hoch und hinten einen Sattel mit noch mal 100Hm hoch, um dahinter auf denselben Mist nochmal. Das kann richtig ätzend sein, war es zumindest an dem Freitag. Und mir fällt spontan nicht ein aus welchem Grund das in drei Wochen bei km250 nach weiß ich wieviel Stunden non-stop anders sein sollte. Eventuell geht dann einiges in einem dicken, großen Nebel unter. Aber das ist eher mit den bereits gelaufenen Kilometern so. Die gerade zu laufenden km sind eigentlich immer seehr präsent!

So war mein Fazit vor zweieinhalb Wochen. Mittlerweile sind die letzten Sachen besorgt, die Klamotten gepackt, die Fahrt und Unterkunft – alles fest. Ankunft Morgen spät. Samstag Startunterlagen holen. Vielleicht noch mal 300m nen Berg hoch und wieder runter, um das Gefühl für den Berg nach dem Kienberg wieder präsent in die Beine zu bekommen und Sonntag 10Uhr geht es dann los auf eine große Runde. 330km, 24.000Höhenmeter, späteste Ankunft zurück in Courmayeur ist der darauffolgende Samstag 16Uhr. Das Telefon wird aus sein. Es wird gelaufen werden. Es wird gewandert werden. Ich werde irgendwann irgendwo Schlafen. Und irgendwann bin ich zurück in Courmayeur. Ich hoffe, das Wetter spielt mit, dann werden da auch viel Spaß und viel Natur und viele herrliche Ausblicke bei sein. Und der lange Weg wird irgendwann in einem dicken Nebel untergehen.
Ich hab mal geschaut. Reichlich 3800km Vorbereitung in 2014 stehen heute auf dem Tacho. Davon waren mit der BC, dem Rennsteig und dem ZUT drei große Vorbereitungsläufe bei. Drei Mal Bestzeit – und was für welche! Und gegen die Tour vor zweieinhalb Wochen da im Aostatal war das doch alles irgendwie Pillepalle, na sagen wir mal war die Belastung anders. Eher ne Art Sprint. Nicht wirklich vergleichbar.
Eigentlich muß ich nur wieder in Courmayeur ankommen. Dann steht die nächste PB. Schiet auf die „PB“. Das ist nicht wichtig. Ankommen.
Ich weiß nicht, ob ich bereit bin für diese Strecke. Aber ich werd auf jeden Fall erst mal losziehen. Der Rest findet sich auf dem Weg.
Also es ist alles getan, was man vorher tun kann.
Jetzt kann es los gehen!
😉

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17.08.2014 – Mentaltraining versus aktive Regeneration?

Es war der kürzeste Lauf seit langem. Es war ein schöner Lauf, eine wunderbare Laufgegend. Reichlich 10km standen danach auf der Uhr. Und doch war ich irgendwie froh, als er vorbei war.
Nach dem Abwandern von ca. 2/3 der Strecke des TdG mit nem 10kg-Wanderrucksack wollte ich doch mal wieder ein paar Meter ohne Rucksack absolvieren. War es auch ein wenig die Hoffnung einfach nur ein paar (flache) km zu cruisen? Den Gedanken hätte ich vielleicht vorher formulieren sollen. Dafür hätte ich den Gedanken „Flach“ aber erst einmal im eigenen Kopf entstehen lassen müssen. Der Gedanke kommt mir erst jetzt. 😉
Wir zogen los und bereits auf den ersten Metern leicht bergan hatte ich so überhaupt keine Lust. Es tat nichts weh. Es war nicht anstrengend, ich hatte einen erfahrenen Coach mit bester Streckenkenntnis an meiner Seite. Es war also alles gut. Die Strecke war wunderschön. Es ging fast nur durch den Wald, war leicht hügelig, teils etwas matschig, meist schöne Trails und doch nicht weit vom Heim des Coach. Schön!
Und doch war es hart. Der Kopf. Wir qasselten, liefen, genossen den Wald, die Strecke. Nicht, dass ich hätte stehen bleiben wollen, nicht dass irgendwas weh tat, die Unlust aus Schmerzen bedingt gewesen wäre. Nichts dergleichen. Es war einfach das Verlangen sich bei nem Bierchen oder Kaffee lieber in Wohnzimmer zu setzen und das Wochenende mit lieben Freunden zu genießen. Ich hab ihn überstanden den Lauf. Nach 10km war es „endlich“ vorbei.
Leider haben wir auch das Wochenende schon “überstanden“. ;-( Hätte einfach deutlich länger sein können! Das war auch nur wie so ein 10km-Lauf. Kaum da und schon wieder vorbei. Schade!
Schön mit euch allen ne Runde zu klönen. Wir haben es genossen! Regeneration ist wichtig.
Dnake liebe Strider! Dnake lieber Coach!
😉

01.09.2014 – Ist es die Ruhe vor dem Sturm?

… Irgendwie bin ich innerlich so unendlich ruhig. Das macht mir Angst.
Nur manchmal blitzt es ganz kurz auf. Dann kommt die Frage auf, wie dieses Vorhaben zu bewältigen ist. Eine Frage auf deren Antwort ich eh noch über anderthalb Wochen warten muß.
Sich ergebende Detailfragen sind nicht wirklich zulässig. Da kann man Fantasie entwickeln wie man will. Was nach 170km kommt, werd ich sehen. Da brauch ich mir jetzt noch keine Platte machen.
Der Wettkampfrucksack ist seit über einer Woche gepackt. Die Sachen für’s Dropbag liegen genauso lange neben der Tasche.
Alles ist fertig.
Die Strecke besichtigt.
Die Ausrüstung gekauft.
Die km gelaufen. (Samstag waren es noch mal herrlich entspante 30km und Sonntag ne janz lockere 20km-Kienbergrunde. Das ist wie Wellness.)
Plan A und B und C geschmiedet. (Das ist eine wichtige Basis den noch nicht vorhandenen Plan F überhaupt unter der Laktat-Belastung und Kopfleere entwickeln zu können)
Das Quartier ist lange gebucht.
Die Anreise geplant.
Es ist alles getan.
Vielleicht trägt zu der Ruhe auch bei, dass ich schon in der letzten Woche freiwillig/unfreiwillig quasi auf Null runtergebremst habe. Ich weiß es nicht. Ist auch egal.
Heute beim Durchsehen der Strecke. Die VP’s liegen zwischen 5 und 14km auseinander. Ab Planaval bis Oyace habe ich die Vp’s und die Strecke dazwischen vor Augen. Das ist immer nicht weit. Auch die Hm von VP zu VP sind jezz nich soo schlimm. bin ich doch schon gelaufen bzw. gewandert. Dass da ne ganze Menge VPs auf der Strecke sind, wird irgendwie verdrängt. Ich hoffe, der Verdrängungsmechanismus funktioniert dann im Lauf auch…
Die Tage werde ich noch ein paar janz lockere Läufchen machen, alles in die Taschen feuern. Donnerstag gibt es noch ein paar Tapes auf Waden und Knie und am Freitag geht es auf nach Courmayeur.
Samstag wird der Puls dann vielleicht doch noch steigen. Dann kann der Kopf diese 330km nicht mehr als völlig unrealistisch und doddal abwägig von sich schieben. Dann werden die km ziemlich real werden.
Nur jetzt ist noch Ruhe. Ich genieße sie. Ja, im Moment genieße ich diese innere Ruhe. Mag sie trügerisch sein. Das ist egal. Ich lebe im Heute.
Der nächste Sonntag ist noch sehr weit weg.
😉

 

Das sind diese wichtigen Läufe!

Die letzte Woche lief ja schon wieder ganz gut. Bei nem 30er um den Müggelsse war es nicht die Distanz, die hintenraus weh tat, sondern mehr so die Unbedarftheit im Dembo zwischendrinnen. Der nächste 30er in Göttingen lief dafür wieder hervorragend. Bei keinem der Läufe in den letzten Wochen hatte ich irgendwelche Verpflegung mit – Gels sowieso nicht und Wasser auch nicht. Bei den aktuellen Temperaturen geht das auch ohne ganz gut.
Das alte Jahr wurde also mit nem 30er in Göttingen verabschiedet. Im neuen Jahr war nicht gleich Zeit. Es dauerte bis gestern, dass die Laufschuhe wieder geschnürt werden konnten und auch da ging es nur fix von Arbeit aus Heim. Auch da hatte ich schon irgendwie beim Loslaufen nicht die riesige Lauflust. Aber das kommt ja bekanntlich währenddessen und außerdem mußte ich Heim kommen. Also wurde gelaufen.

Ja, und heute stand dann also der zweite 30er für die erste Woche im neuen Jahr an. Ich hatte schon keine Lust die Laufklamotten anzuziehen. Draußen sah es unwirtlich aus. OK, das stört mich normal nicht. Aber wirklich Lust hatte ich trotzdem nicht. Die Deadline wann ich nach dem Lauf wieder daheim sein sollte und wann ich demzufolge los mußte war gesetzt. Sie rückte näher und näher und ca. 15min vor Erreichen selbiger stand ich dann doch irgendwie plötzlich draußen vor der Tür.

Warm genug angezogen war ich. Beim Loslaufen ging mir noch eine Frage aus dem Netz durch den Kopf von einem, der wissen wollte wie er sich bei einem Marathon in St. Petersburg bei minus 10-15°C anziehen sollte. Wie soll man da was empfehlen. Jeder ist unterschiedlich kälteempfindlich. Diese Gedankenspiele waren aber auch die notwenige Ablenkung. Ich hatte keine Lust. Nicht die 30km schreckten mich. Kein Stück. Das Laufen an sich war „das Problem“. Einfach keine Lust. Schon auf dem ersten km kreisten die Gedanken darum einfach umzudrehen. Dieses Gedankenspiel dauerte auch etwa bis zum Hultschiner Damm, also bis km2. Dann machte es immer noch nicht wirklich Spaß, aber umdrehen schien jetzt irgendwie auch nicht mehr so sinnvoll.

Der erste 5er war durch. Langsam lief es. Die km5-10 waren ganz klar die Leichtesten. Es war einfach Laufen. Es fühlte sich genau danach an. Es rollte einfach so. Ein Fuß vor den anderen ohne nachdenken. Keine Last, kein irgendwas. Die Füße, die Beine bewegten sich mehr von ganz allein. Es fing an mit Regnen. Egal. Hin und wieder wechselte ich mal die Wegseite. Routinemäßig drehte ich mich dabei kurz um. Wozu? Hier bei dem Dreckswetter wirst du im Leben niemandem begegenen. Da kommt keiner von hinten.
Es regnete mehr. Doch lieber die Kaputze aufsetzten, bevor ich ganz durchnässe. Ich mag es nicht so mit Kaputze zu laufen. Man hört dann nur noch das Rascheln des Stoffs der Jacke. Man nimmt seine Umgebung lange nicht mehr so wahr, wie sonst. Aber ja, wenn es stärker regnet, lohnt es doch die Kaputze zu nutzen. Kurz vor km10 kam noch mal der Gedanke zum Umdrehen. Dann würden zumindest 20km auf der Uhr stehen. Aber der Gedanke wurde genauso schnell wieder verworfen. Weiter ging es Richtung Wilhelmshagen. Im Wald dorthin überholte ich doch tatsächlich zwei Läufer. Kurz grüßen und weiter. Etwas wie ‚ich dürfe überholen‘ riefen sie mir zu. Die liefen locker ratschend; waren also keine verkniffenen Leute, die mit Flotteren nicht umgehen können. „Überholen ohne einzuholen!“ antwortete ich noch lachend und dann war ich auch schon vorbei. Weiter ging es Richtung Triglawbrücke, in Richtung km15. Ich bekam Durst. Klasse. Sind ja nur noch etwas um 20km. Puh, das wird noch spannend.

Und so wie es sich noch vor km15 ankündigte; eigentlich schon bei km1 angekündigt hatte; so kam es dann auch. Gefühlt wurde es schwer und schwerer. Ich kam mir stellenweise vor, als würde ich stehen. Der Blick auf die Pace verriet meist, dass das gerade absolute Luxusprobleme waren. Es stand mehr oder weniger konstant eine 5er Pace! Das hieß, es war im Leben nicht zu schnell, aber eben auch wirklich nicht langsam. Normal.

In Wilhelmshagen kam mir auf der Dorfstraße frontal der Wind entgegen. Gut! dachte ich noch so. Dann hast den Wind am Müggelsee vor der Seite. Nun kam ich Richtung Müggelsse, hatte die Triglawbrücke passiert und war in Richtung Heimat und der Wind dürckte aber so was von vorn. Was sollte das jetzt? Laufen und gegendrücken! Und das mit gefühlt matschigen Beinen. Super! Janz selten ging der Blick auf die Uhr. Aber irgendwie stand da dann doch immer noch die 5 als Pace. Am Müggelsee angekommen, fegte der Wind mit voller Wucht von vorn auf mich zu. Puh, das sind die Läufe, die du brauchst! Keine Lust, keine Kraft, Durst und dann den Wind frontal. Das richtige zum Spazieren gehen. Nein, es geht weiter. Auch wenn das Dembo gefühlt wie stehen ist, paßt die Pace noch immer. Ich drücke, um aus dem gefühlten Stehen ein Joggen zu bewerkstelligen. Es strengt an, und doch kommt man irgendwie nur leicht vorwärts. Egal, Laufen! Je dichter ich Rübezahl kam, desto mehr schützte der Wald vor dem Wind, wurde die konstant bleibende Last wieder in Geschwindigkeit umgesetzt. Rübezahl lief es noch ganz gut.

Aber am Ende des Müggelsees wurden die eh schomn matschigen Beine schwer. Komisch fand ich, dass auch jetzt nicht die noch zu laufenden km störten. Das machte mir keine Bange. Egal wie weit es noch ist. Das überlebt man irgendwie immer. Es war interessant diese Zuversicht im Kopf zu wissen. Ich fand es beruhigend und interessant, als mir diese Gadankengänge gewahr wurden; habs ja so lange nicht mehr erlebt.

Dank der müden Beine war ich nicht sauer, dass auf der Bölsche beide Ampeln auf Rot standen. Da darf man also auch einfach mal auf Grün warten. Und ab da war es einfach nur ein Langhangeln von Kreuzung zu Abbiegung und weiter zur nächsten Abzweigung. Zäh.

Die Garmin war heute irgendwie auch nicht so auf Zack, wie sonst. Trotz identischer Runde zu vielen anderen Läufen vorher kam der km30 irgendwie erst nen halben km später als sonst und als der durch war, schaffte es der Kopf mit einem mal nur noch retour bis zum Hultschiner Damm. Dann war der Ofen plötzlich aus. Der Kopf meinte, dass ich 30km wollte, dass ich 30km hätte, dass ich weitere 2km bis daheim Laufen könne, aber gar nicht wolle und damit war dann auch definiert,dass es reicht. Ich glaube, es war Premiere. Aber es ging gehend auf dem Hultschi nach Hause und als von hinten ne Bahn kam, hab ich einfach die für eine Haltestelle genommen. Undenkbar! Aber irgendwie doch gar nicht tragisch. Dafür, dass ich schon bei km1 keine Lust mehr hatte, finde ich das so vollkommen in Ordnung. Bin im Aufbaumodus und noch lange nicht im „Gewinnen“-Modus.
Der Fuß muckerte so gut wie gar nicht.
Läuft wieder besser.
😉

Der Schalk läuft wieder ein wenig!

Nach langer Laufpause tue ich mich etwas schwer mit der Äußerung „Ich bin zurück!“
Die Aussage „Ich laufe wieder ein wenig.“ paßt da doch deutlich besser.
Nein, der Fuß ist (noch?) nicht über 24h am Tag und 7 Tage jede Woche komplett schmerzfrei. Ab und an merke ich ihn und das ist nicht zwingend beim Laufen, sondern eben manchmal auch einfach nur beim Sitzen. Nein, Schmerzen sind das dann nicht. Ich spüre ihn einfach. Da ist was und das gehört da nicht hin. Aber Laufen geht. Laufen geht sogar wieder ganz gut. Ich bin bereits wieder bei 30km am Stück und 90Wochen-km mit vier Läufen die Woche angekommen. Gestückelt sieht das dann so aus, dass da auf nen 30er auch mal zwei 20er folgen können. Dann gönne ich dem Körper aber schon zwei Tage Pause, bevor der nächste 30er drangehangen wird. Mancher wird jetzt sagen das ist nicht wenig. Naja. Manches ist halt einfach relativ.
Die aktuelle Basis klingt gut und ist ausbaufähig. Einiges an Muskulatur ist noch wieder aufzubauen. Gesteigert wird erst einmal jetzt nicht weiter. Erst will ich den Fuß über längere Zeit konstant ruhig, also komplett ohne Befund haben und dann wird ausgebaut.
Aber das Laufgefühl ist doch schon wieder so gut, dass das nächste Projekt schon im Kopf rumschwirrt. Ab 01.Februar bis Mitte Februar kann man sich da anmelden. Ab März weiß man, ob man dabei ist. Nächstes Ziel ist also Anfang Februar stabil ohne Befund im linken Fuß zu sein! Dann wird sich angemeldet und kontinuierlich und sachte bis September aufgebaut. Ist das nicht so, geht es ohne Wettkampfplanung ins Jahr 2020 bis alles wieder komplett und vollständig heile ist.

Wird!

😉