Wetterfenster muß man nutzen! Meine Zugspitztour im Juli 2021

Er ist überlaufen, dieser höchste Berg Deutschlands. Die letzterneuerte Seilbahn vom Eibsee macht das „Problem“ nicht besser. Tag für Tag werden da Massen hochgekarrt.

Und doch mag ich diesen Berg! Seit ich 1993 das erste Mal da oben war, mag ich ihn! 1993. Warum dann heute dieser Blog? Zum einen ging ich heute durchs Höllental das Stück über den Ferner und weite Teile des Klettersteigs mit einem zusammen, der genau das Angefixt-Sein für sich im Gespräch formulierte und ich fand mich da genau wieder. Zum anderen war ich bei Freunden in Garmisch und Katja meinte auf einer unserer Touren in der Unterhaltung über die Läufe an und zu diesem Berg, dass sie einfach durchs Höllental nicht schnell hochlaufen wolle – Der Weg ist einfach dafür viel zu schön. Jup! Das ist so! Und genau deshalb habe ich heute einfach mal ein paar Bilder im Aufstieg gemacht, um ein klitzekleines bisschen diese Schönheit, aber auch den Anspruch des Weges festzuhalten.

Als ich das erste Mal hoch zur Zugspitze bin, war es genau dieser Weg, den wir damals nahmen. Ab Hammersbach ging es durchs Höllental nach oben. Ich denke, es ist der schwierigste Weg hoch. Aber es ist auch der Schönste!

Von Donnerstag bis Montag war ich in Garmisch. Montag um 17Uhr fuhr mein Zug retour nach Berlin. Zugbindung. Den muß ich nehmen. Tagsüber wollte ich im Arbeiten – nach Garmisch ausgelagertes Homeoffice. Montag war perfektes Bergwetter angesagt. Die Schneebedingungen auf dem Höllentalferner sollen perfekt sein, aktuell. Hmm, warum nicht sehr zeitig loslaufen und das Office mal etwas später am Morgen öffnen und dafür im Zug weiter geöffnet lassen? Guter Gedanke!

Sehr spontan stellte ich also den Wecker auf 4:30Uhr für den Montag und packte doch noch mal die Laufsachen vor. Diesmal kam das „große“ Equipment in den Rucksack. Diesmal waren Grödel und Handschuhe neben Regenjacke und Ärmlingen und Regenjacke und Stullen mit anbei. Nicht ganz klar war mir, wie meine muckernde Achillessehne diese spontane Aktion finden würde. Aber das war mir irgendwie genau an dem Tag einfach mal egal! Sie würde im Lauf Ruhe geben. Erst später wird sie schreien. Das darf sie dann. Ich habe vier Tage vom Balkon aus auf diesen herrlichen Berg und vor allem in dieses wundervolle Tal geschaut! Jetzt will ich da einfach wieder rein! Ich will ihn genießen. Alles andere kommt danach. Schon vorwegnehmen kann ich, dass es exakt so mit dieser Sehen kam. Sie muckert mehr als vorher. Jetzt werde ich diszipliniert sein. Aber erst jetzt. Und das ist diesmal einfach so OK!

Blick aufs Wetterstein und das Höllental – Wie soll man bei dem täglichen Anblick auch nicht da hin wollen!

Ich schlief doch irgendwie etwas unruhig. Obwohl ich mir um die Tour so gar keine Gedanken machte. Oft genug bin ich sie bereits gegangen und die Bedingungen waren perfekt. Der Wecker klingelte pünktlich. Etwas benommen war ich schon noch ob des wenigen Schlafs. Aber gut. Das gibt sich mit dem ersten Kaffee. 5:10Uhr lief ich in Garmisch los in Richtung Hammersbach und um halb Sechs in der Früh sollte ich am Brunnen im Ort ankommen. Die Sonne ging auf dem Weg dahin bereits auf.

Blick zurück in Richtung Garmisch

Da ich ja doch noch Arbeiten wollte, ging ich diesmal den kurzen Weg ins Höllental durch die Klamm. Man nimmt etwas weniger Höhenmeter und es ist auch etwas kürzer. Um die Zeit ist die Klamm auch ohne Gebühr passierbar. Da ist das Drehkreuz am Eingang einfach offen.

Weg zur Höllentalklamm – Die Sonne färbte die Berge im Höllental herrlich rot ein.

Es war nicht kalt und ich hatte bereits „Betriebstemperatur“. Da tauscht man dann doch mal feuchte Füße in der Klamm und ein feuchtes T-Shirt gegen ein paar (auch sehr schöne!) Extrameter. Die Klamm an sich beeindruckt schon für sich. Hier war ich nicht auf der Suche nach guten Fotomotiven. Da war der Blick mehr nach unten auf den Weg gerichtet, um bei dem zügigen Dembo die Kollateralschäden möglichst gering zu halten. Aus der Klamm heraus genoß ich noch die rot angestrahlten Berge um mich immer wenn sich die Blicke zeigten.

Es waren heute eine Menge Leute unterwegs. Es würde voll werden auf dem Ferner an der Randkluft – wäre sie schwierig zu überwinden, wie es leider in der vergangenen Jahren häufig der Fall war. Aber ich kam weiter und weiter nach vorn.

Geht man durchs Höllental nach oben und passiert die Höllentalangerangerhütte, taucht vor einem eine große Stufe im Tal auf- eine scheinbar nicht überwindbare Mauer. Immer wieder genieße ich es wie man auf die Wand zuläuft. Und bis man direkt dort ist, sieht man nicht wie es nach oben geht.

Oben in der Wand kommt dann erst eine etwas längere Leiter und im Anschluß das sogenannte „Brett“. Das sind für mich die Schlüsselstellen, die schon einmal „vorsieben“, ob man wirklich oben ankommen kann. Wer das Brett sicher passiert, dürfte dann eigentlich auch oben im Klettersteig durchkommen.

Das sogenannte Brett – vielleicht 20m geht es über die Hühnerleiter. Bei Bedarf darf man sich natürlich am Steil sichern.

Heir habe ich nun bereits die meisten, die vor mir auf dem Steig unterwegs waren, passiert. Nein, ich werde nicht an der Randkluft warten müssen.

Der obere Teil des Höllentals ist immer wieder wunderschön uns so herrlich wild – wenngleich der Weg schon durch recht rundgelatschte Steine gezeichnet ist. Als die Höllentalangerhütte vor ein paar Jahren neu gebaut wurde und dort deshalb niemand übernachten konnte, traf man hier oben schneller eine Gämse, als das jetzt der Fall ist.

Vorn taucht der Höllentalferner auf und oberhalb kann man nicht nur leicht das Gipfelkreuz erahnen, wie das noch bis vor ein paar Jahren der Fall war. Man sieht auch die neue Bergstation der Zugspitzbahn und einen großen Sende(?)-Mast. Der Unterschied im Blick nach oben macht mich immer wieder etwas traurig. Bin ich da ewig gestrig, der keine Veränderung will? Hmm, eher nicht. Eher nicht diesen Kommerz da oben. Ein ticken weniger wäre (für mich) voll OK.

So gute Bedingungen zum Hochgehen auf dem Ferner habe ich lange nicht mehr gesehen. Der Schnee ist weich und gut begehbar. In den letzten Jahren war hier häufig keine Schneeauflage mehr, sondern es war nur noch das blanke Eis obenauf, so dass Grödel unumgänglich zum Auf und Abgehen notwendig waren. Über diese herrlichen Bedingungen kam ich auch mit dem anderen Wanderer ins Gespräch, den ich am Fuß des Ferners einsammelte und der bis weit in den Steig mit mir zusammen unterwegs war.

Auch der Übergang auf den Fels gestaltet sich sehr einfach heute. Gut sieht man wie die Stahlseile weiter nach unten gehen. Und ich kenne es vom vergangenen Jahr, dass man die Stahlseile kaum von der Randkluft erreichte.

Der Klettersteig nach oben ist dann recht luftig aber nicht mehr wirklich schwierig. Vielen macht da dann der bereits absolvierte Aufstieg zu schaffen. Bei der Kraxelei da oben sollte man es definitiv nicht versäumen immer mal wieder zu verschnaufen und sich umzusehen. Mit jedem Meter, den man an Höhe gewinnt, ändert sich der Ausblick – einfach herrlich!

Gleich geschafft! Wenige Höhenmeter bis oben. Hier beginnt der Jubiläumsgrat. Wer mag (besser kann!), kommt hier zurück Richtung Garmisch zur Alpspitze. 😉

Der Aufstieg war wunderschön! Der Abstieg sollte nicht minder schön werden. Jetzt wählte ich aber die kürzere Variante über den Stopselzieher. Hier mußte es nun wieder etwas „zügiger“ gehen. Da gibt es wie immer keine Bilder von.
Nach knapp 6h (brutto – als mit Ratscherei oben auf der Zugspitze) kam ich dann wieder wohlbehalten und extrem zufrieden ob dieses etwas spontanen Ausflugs wieder in Garmisch an. Jup, so etwas in der Art kann man immer und immer wieder machen – meint ein Schalk

😉

FKT-Havelhöhenweg

Das ist echt nicht mehr mein Ding! Meine Fresse, war das anstrengend. Hmm, wie Anstrengend? Also anders anstrengend als nen TOR. Ganz klar. Der Havelhöhenweg, die FKT-Strecke da hat gerade mal um 13,5km. Aber die Zeit, die man da läuft, läuft man halt auch definitiv an der Grenze. Das gibt es kaum taktieren. 13km heißt Vollgas! Und das ist nicht mehr so mein Ding. Das mache ich nie. Da fehlt das Dembogefühl für. Und dann ist es auch mit Ansage, wenn es vielleicht schnell scheint, aber irgendwie nicht das Optimum wird.
OK, es ist ne neue FKT geworden! D.h., bisher lief da noch keiner schneller. Wenn ich jetzt schreibe, ich war „nicht schnell“ könnte das auch überheblich gegenüber den anderen klingen, die da bisher liefen. Nein! Natürlich ist es das nicht! Wer dort dann 20min langsamer läuft, als ich es heute bin, aber an seinem Anschlag lief, hat doch trotzdem großartiges geleistet. Vielleicht gemessen an seinem Leistungsvermögen gar mehr als ich heute. Und das obwohl er „viel“ langsamer war. Es gibt immer Schnellere und Langsamere. Das wird auch auf dem Havelhöhenweg noch kommen – also die Schnelleren. Kein Ding. Es geht mir um die Wichtung meiner Leistung gemessen an dem, was ich kann – und da ist noch Luft!
Aber Schluß mit dieser komischen Vorrede.
Letzten Herbst rief ein Lauffreund auf dem Havelhöhenweg ne FKT aus. Um die 13,5km, um die 250Hm, landschaftlich wunderschön und ne schnelle Strecke mit lustigen kurzen und etwas knackigen Anstiegen. Vor 10Jahren hätte ich „Juhu“ geschrien und wäre losgeflogen. Und heute? Puh, 13,5km heißt Dembo! Das heißt richtig Dembo! Das kann ich gar nicht mehr! Können? Hmm, ist es nicht mehr „nicht wollen“? Andererseits reizt das natürlich auch.
Ich sah mir also die Zeiten an, die die ersten Leute liefen. Stück für Stück ging es Richtung einer Stunde. Die Stunde hatte ich auch als Möglichkeit im Blick. Aber dafür muß man auch einfach mal Dembo laufen. November oder Dezember lief ich dort dann das erste Mal für nen Streckencheck. Ich kam um die da aktuelle FKT rein, hatte aber einen kleine Biege nicht gemacht, quasi abgekürzt. Galt nicht. War ja auch nur Streckencheck. 1:04h, oder 1:05h. Ne Orientierung. Dass da im Frühjahr noch was geht, war klar.
Das Frühjahr kam. Die Verlegung des Rennsteigs auf den Oktober kam. Und der Formaufbau aus dem Winter mußte immer mehr einer „Werterhaltung“ weichen. Da war kein Bock für Kreiseln – oder nur halbherziges Kreiseln. Da war kein Bock auf Müggelseerunden in 4:30er Schnitt – abgesehen davon, dass ich gar nicht weiß, ob ich mich da noch mal hinarbeiten kann! Alles was also in vergangenen Jahren in ner Frühjahrsvorbereitung lief, wurde etwas auf Sparflamme gesetzt. Gut, Sparflamme ist relativ. Letztes WE liefen mal 100km in drei Tagen (Fr35/Sa35/So31). Aber das hat in der Summe nichts mit vergangenen Jahren zu tun!
Bei aller Sparflamme spukte mir aber immer noch die FKT im Kopf rum. Nur konnte ich mich nicht wirklich aufraffen ein wirklich fokussiertes Training dafür zu machen. Und mit dem Wissen mag man da nicht auch noch ans andere Ende der Stadt fahren, um sich ne Lektion abzuholen, die man eh schon weiß. Wozu so was dämliches machen?
Letzte Woche lief ich also lang, flach und nicht wirklich gut.
Die Woche kam ich Montag bis Donnerstag gar nicht zum Laufen. Freitag hätte ich Zeit gefunden. Beim Blick auf Thermometer und Wetter streikte aber der Kopf. Ich will jetzt endlich Mai! Das was da grade ist, ist mehr so Anfang März! Nein!
Heute hab ich Vormittags bissl im und am Haus gewerkelt und irgendwann muß ich dann doch mal los, um noch nen 35er im Hellen laufen zu können. Und gegen Zwei ging mir dann durch den Kopf, dass ich ja auch gut an die Havel fahren könnte und die FKT mal laufen. Statt nem 35er nen 13km Sprint klingt bissl komisch. War aber so. Also Klamotten an, Wechselklamotten ins Auto und los. 15:30Uhr war ich mit dem Auto Pichelsberg und mit der S-Bahn dann 16.00Uhr Nikolassee.

Einlaufen
Vor diesen kurzen Ballerdingern sollte man sich doch bissl Einlaufen und Dehnen. Das war schon deshalb notwendig, weil ich vor sechs Tagen überhaupt den letzten Lauf absolviert hatte. Da fehlte schon etwas Laufgefühl – vom Dembogefühl mal ganz zu schweigen. Wo sollte das auch her kommen.
In aller Ruhe lief ich los. 5er Schnitt – gefühlt, kein Streß. Erst mal einrollen. Die Uhr piepte beim ersten km: 4:37min. Ok.
Den zweiten km zog ich dann immer mal kurz an. Fühlte sich sch… an. Kann ja lustig werden! Km2 4:31min.
Dann kam ich auf den Höhenweg direkt an der Havel, lief ihn entgegen kurz etwas mit Dembo an; immer eben mal kurz anziehen und wieder Luft lassen. km3 4:31min.
Dann hab ich noch mal konstant bissl angeruckt. Nicht ganz nen km. Der km ging in 4:05min weg. Ok. Dembo scheint wirklich noch zu gehen. Aber um das Dembogefühl machte ich mir etwas Sorgen. Das war so gar nicht da. Ein kontrolliertes Dembo von Beginn an wird somit schwierig bis nicht möglich sein. Ich war gespannt!
nach reichlich 4km war ich wieder fast am S-Bahnhof. Dehnen, was trinken, kurz Pipi und dann konnte es losgehen.

FKT-Havelhöhenweg
Die Route hatte ich mir auf meine Laufuhr geladen. Prinzipiell kannte ich sie zwar. Aber wenn man schon meint nicht gut drauf zu sein, kann man ja wenigstens die Sekunden zur Orientierung sparen. Der Plan ging auch bestens auf Lediglich einmal bei der DLRG mußte ich mich kurz orientieren als ich auf die Straße kam und nicht genau wußte, ob ich sofort oder erst nach ein paar Metern wieder abbiegen muß. Waren vielleicht 3, 4 Sekunden.
Prinzipiell habe ich auf der selben Uhr natürlich auch ne Anzeige mit Zeit-Anzeigen bzw. der Pace. Da ich keine Lust hatte auf der Uhr ständig hin und her zu drücken und die Felder auch nicht nacheinander sind, hatte ich beschlossen eine zweite Uhr am anderen Arm zu haben. So hatte ich stetig sowohl die Strecke, als auch die Durchschnittspace über den gesamten Lauf im Blick. Vor ein paar Wochen hatte ich geschaut und meinte, das die FKT bis dato bei einer Durchschnittspace von 4:22min/km liegt. Ich wußte, dass sie bei 1:01:33h lag. Orientierung für mich über fast den gesamten Lauf war einfach nur die Durchschnittspace, da ich ja keine Zwischenzeiten an irgendwelchen Punkten hatte. Auf der Uhr stand im Display gelaufene km, Zeit und Durchschnittspace gesamt – und letzteres war die Orientierung. Eine etwas überdimensionierte Präparation. Aber ich hatte eh keine Ahnung wie schnell ich überhaupt wäre und wenn schon langsamer als andere, dann wenigstens nicht so viel! 😉

Ich stand also etwas komisch präpariert (mit ner Uhr links und rechts am Arm) am S-Bahnhof Nikolassee, atmete noch mal tief durch und los gings. Klick, klick, waren beide Uhren an und ab!
Die ersten beiden km geht es auf Asphalt und den ersten davon auch noch leicht bergab. Die Uhr zeigte ne Pace von 3:30min/km.
‚Schalk! Bist du bescheuert! Mach doch nicht den Fehler, den die anderen auch machen! Das ist nicht dein Ding!‘
Fühlte sich aber gut an. Ich nahm „leicht“ raus. km1 3:37min – viel zu schnell für mich! dachte ich und fühlte doch, dass es gar nicht so schlimm war. Beide Uhren zeigten den vollen km mit 1s Versatz – so wie ich sie gestartet habe. Sehr schick. 😉 Km2 wurde dann bereits etwas langsamer. Es ging auch einmal janz leicht hoch: 3:57min. Besser. Aber eigentlich auch zu schnell.
km3 war dann schon nicht mehr auf Asphalt und es ging auch in der ersten leichten Anstieg. Das Dembo paßte ich leicht an: 4:07min.
Die Durchschnittspace lag da noch unter 4min. Und nach km3 waren die Messen dann eigentlich auch schon gesungen. Wie erwartet war bei der Anfangspace nach nicht einmal 3km bereits die Luft für ein kontrolliertes Laufen raus. Die Beine wurden bereits leicht schwer und die Kontrolle war einfach nicht mehr da. Natürlich war der „Vorsprung“ nach Durchschnittspace noch enorm auf die gedachten 4:22min/km. Aber hey, es waren auch noch 10km zu laufen! Der Lauf war schon durch, bevor er überhaupt anfing!
Der Rest ist nun eigentlich schnell erzählt. Die Durchschnittpace wurde km für km schlechter. Ich näherte mich mehr und mehr den 4:22, wobei dies Anfangs recht rasant ging (km5 4:40min; km6 4:38min) und ich dann mehr und mehr wieder die Pace hoch halten konnte (km7 und 8 um 4:20min). Die Luft war da aber eben längst raus! Ich denke, da wären einige Sekunden schneller drin gewesen. Die Beine waren fest und das war nur noch verwalten, reagieren. Agieren, Druck machen war da längst nicht mehr möglich.
Und bis auf die kurzen, kleinen Anstiege waren die km jetzt eigentlich super gut zu laufen! Genau hier kann man die Pace laufen! Wenn man sie noch laufen kann! Wenn man nicht überzogen hat. Auf den ersten 3km stand vielleicht ein Polster von 40s. km 9, 12 und 13 gingen um 4:40min/km weg. Läuft man die dort in 4:20 oder noch fixer, bleibt hintenraus das Puls!
Christian schrieb zu seiner Analyse seines Laufs ne Woche vor mir, dass er die Anstiege nicht schnell genug war. Schaue ich mir seine km-Splits an, mag das auf den ersten Blick stimmen. Auf den zweiten Blick sehe ich aber, dass auch da – wie bei mir – die km3 und 4 eben noch unheimlich fix sind und dieses Dembo eben auf den km 10 und 11 nicht mehr erreicht wird. Und ich denke, ab km10 kann man noch mal zulaufen. Die Strecke gibt es meiner Ansicht nach her! Egal.
An der Alten Liebe biegt man von der Havel ab und hat noch mal ein paar Meter aufwärts vor sich. Wie alle Höhenmeter auf der Strecke, ist das nicht viel. Mit platten Beinen ist es natürlich spannend ne Pace zu halten. Quatsch! Mit platten Beinen ist das nicht mehr möglich! Bereits nen halben km vorher auf der Treppe von der Havel unten hoch zur Straße war die Durchschnittspace von 4:22min/km weg. Auf den paar Stufen kletterte sie auf 4:24. Bis zur Alten Liebe konnte ich sie noch mal auf 4:23 drücken. Aber schon da war klar, dass ich die 4:22 nach dem Anstieg nicht mehr bis zur Heerstraße erlaufe. Das sind dann noch nach dem Anstieg ca. 1,5 janz leicht hüglige km. Mit platten Beinen beschleunigst du da nicht noch mal! Da bist du froh, wenn du nicht all zu viel verlierst!
Ja, und an der Alten Liebe war ich trotzdem dann am Grübeln. Platt wie ich war, hätte man es austrudeln lassen können. Die Zeit war weg. Die Durchschnittspace lag oben bei 4:25min/km. Haken dran. Rausnehmen und Luft ran lassen. Bin zu alt für diese Ballerei. Das Problem war aber, dass ich die Alte Liebe etwas über 50min passierte. km12 war fast im Scheitel des Anstiegs weg. Ab da noch ca. (!) 1,5km und erst 52:30min weg. Bei den Zahlen muß nicht mal der Kopf mehr gut funktionieren: Bei ner 5er Pace sind 1,5km 7:30min und addiert man das zu 52:30min, kommt man auf ne Stunde. Klar, ne Unsicherheit war immer noch bezüglich der konkret wirklich noch zu laufenden Strecke. Aber 5er Pace war ja auch nicht wirklich die, die ich noch laufen wollte. Da muß noch was gehen, ging es mir durch den Kopf. Ob die Stunde fällt, wollte ich gar nicht prognostizieren. Das war weit weg. Aber die 1:01:33h, die könnten doch tatsächlich noch fallen!
Das war schon drollig. Hatte ich nicht gerade erst die FKT abgeschrieben? Hatte ich nicht gerade erst bei den 4:25min/km auf der Uhr den Haken gesetzt? Und Momente später war alles wieder ganz anders?
Aber es war geil anders! Nehm ich! Also jetzt dann doch noch mal bissl drücken; wenigstens nicht all zu sehr nachlassen. Das war jetzt mehr die Devise. Und kennt man die Strecke, dann weiß man zumindest ungefähr wo die Häuser kommen und man wirklich nur noch ein paar Meter auf der Straße bis zum Taxistand hat und je dichter ich dem kam, umso klarer wurde, dass es zum einen ne neue FKT wird. Und mehr und mehr wurde mir dann auch klar, dass die Stunde fallen wird.

Cooles Ding! Dass die Strecke unter ner Stunde zu laufen ist, war mir schon im November klar. Kommen die jungen Wilden, werden die meine Zeit auch in Grund und Boden laufen. Auch das ist klar. Aber das ist gar nicht schlimm. Im Gegenteil! Es wäre grotestk, würde ich mit meiner Vorbereitung und der Differenz in meiner heutigen Geschwindigkeit zu vor ein paar Jahren wirklich länger der Schnellste auf der Strecke bleiben. Das darf gar nicht sein!

Aber wie schrieb es ein anderer Läufer bei FB: ich hab zumindest mal als erster auf der Strecke die Stunde geknackt! Das bleibt stehen – auch wenn mir das nicht wirklich wichtig ist. Bei dem Ärgern wie ein Greenhorn die FKT angegangen zu sein, freu ich mich einfach doch so schnell aktuell laufen zu können. Das ist es, was für mich zählt!

Dieses Kreiseln

Erstes Kreiseln an der Ahrensfelder Höhe dieses Jahr.
War gespannt, wie es so auf sechs 5km-Runden laufen würde. Schließlich habe ich dieses Jahr noch nicht wirklich Höhenmeter gesammelt. Bis km20 lief das Höhenmetersammeln irgendwie komplett ohne Befund – Einfach laufen und gut. Bissl Angst machte mir das schon. Immerhin lief ich fast normale Rundenzeiten wie ich sie bei 30km kreiseln vergangenes Jahr auch ungefähr lief – da vielleicht 1min schneller. Aber das ist ja keine riesen Welt. Gegen Ende der 4.Runde merkte ich dann janz leichte Verschleißerscheinungen und den letzten Anstieg der sechsten Runde ging ich dann doch hoch. Ok, Welt in Ordnung. Kreiseln lief besser als erwartet. Zum Glück hintenraus doch noch Verschleißerscheinungen. Auf irgendwas muß man ja noch aufbauen können! Läuft! 😉
29km; 2:43:47h; 1092hm; 5:40min/km im Schnitt

Nachtrag einen Tag später:
Beine schwer, Oberschnekel ziehen beim Ablaufen. Hatte gar keine Lust zum Loslaufen. Bin dann doch auf ne Kienbergrunde los. Zu nem normalen Dembo konnte ich mich nicht aufraffen. Also bin ich im Schlurfschritt Richtung Kienberg. War am S-Bahnhof Wuhletal schon am Überlegen, ob ich nicht einfach rechts gen Heimat abbiege. Würden dann 10km werden. Als ich dort war, liefen die Beine dann doch geradeaus weiter… 😉 Kurz darauf schaute ich dann mal auf den Puls. Dann war zumindest die Welt in Ordnung. bei der konstanten Pace um 5:20min/km lag der Puls wenigstens konstant sehr niedrig: 65-70% Pmax. Paßt! Wenigstens das.

Nachtrag noch einen Tag später:

Wieder an der Ahrensfelder Höhe. Nach dem gestrigen „quasi-nixtun“ heute der Versuch noch mal zu kreiseln.
Ich war so froh schon in der Vergangenheit öfter so etwas gemacht zu haben.
Beim Loslaufen waren die Beine fest, die Oberschnekel meckerten. Im Grunde nach wenigen hundert Metern der Moment einfach wieder umzudrehen. „Du willst Laufen! Das soll Spaß machen! Das hier wird mit jedem Meter weniger Spaß machen.“ D.h., für weniger Spaß ist Grundvoraussetzung, dass zu Beginn etwas davon da ist, das dann weniger werden kann. Da war er schon, der erste Fehler. Ein gutes hatte das ganze. Ich ging die Runde mit ausreichend Demut an. 26:30min. Das ist für die erste Runde wirklich nicht schnell.
Mit Runde zwei wurde es nicht besser. Schon da ging mir durch den Kopf, dass im Zweifel auch 20km ausreichend sein würden. Vier Runden sind einfach an so nem Tag auch OK! Abspulen der Strecke. 27:00min.
In Runde drei lockerten sich langsam die Beine. Es wurde besser. Der Kopf auch. „Ja, 20km kriegste heute voll.“ 27:30min.
In Runde Vier lief es dann ähnlich. Gegen Ende fingen allerdings die Schnekel beim Ablaufen an zu meckern. OK, das wird jetzt nicht mehr besser. Aber irgendwie sind es nun auch nur noch zwei Runden; nur noch sechs Mal da hoch. Vielleicht auch einfach nur noch eine Runde. Drei Mal hoch und nur noch 5km.
In Runde Fünf war dann aber ein zeitigeres Heimlaufen auch nicht mehr so die Option. Also doch durchgezogen.
2min langsamer als zwei Tage vorher. Ja, zum Glück hatte ich schon öfter solche Trainingsläufe, wo du nach wenigen hundert Metern eigentlich schon wieder retour willst. Kann man dann machen. Ist nicht schlimm. Wenn man es nicht macht, ist das aber auch OK. 😉

29Harald Reiff, Klaus Dahlbeck und 27 weitere Personen2 KommentareGefällt mirKommentierenTeilen

Manchmal dauerts halt etwas

So’n Ultra läuft man nicht auf den ersten Metern ins Ziel. Das kann manchmal etwas länger dauern. In den letzten Jahren war ich froh, diese Erfahrung schon öfter gemacht zu haben. Das hilft dann doch unglaublich auch lange Durststrecken zu überwinden. Da ist es auch nicht ganz so schlimm, wenn du am Anfang noch nicht das Licht am Ende des Tunnels siehst. Auf der Runde ums Aostatal hat man ja auch nach Valgrisenche (km54 der 330km des TOR des Geants) noch nicht gleich den Col Malatra (ca. km310 dieser Runde) im Visier.

So überstand ich auch die Verletzungen in 2018/2019 und kam in 2020 langsam wieder ins Laufen. Highlight war dann 2020 die unsupported FKT auf dem Malerweg im Oktober. Im Anschluß folgte eine Ruhepause und richtig ätzend fand ich im November das wieder Anlaufen nach der Pause. Mei waren die Beine schwer, zogen sich die Strecken wie Kaugummi.

Es kann so ätzend sein, wenn dein Kopf ein anderes Laufgefühl abgespeichert hat und auch aufruft (!), als das dein Körper in dem Moment auch nur annähernd leisten kann!

Und genau da hilft dann nur dieses Wissen um die kleinen Schritte. Wie soll man sich schließlich sonst motivieren? Sonst zieht man los. Es fühlt sich einfach doddal doof an und wird auch am nächsten und übernächsten Tag nicht besser. Da kann man dann auch schon mal die Laufschuhe in der Ecke stehen lassen. Nur das ist dann so wie mitten auf dem Trail einfach stehen bleiben. Das kann man machen. Hilft aber nur bedingt, ins Ziel zu kommen. Beim kurz inne halten kann das ja in der Tat helfen besser anzukommen. Aber wenn man ganz stehen bleibt, hilft das eher nicht.

Und nach der langen Vorrede kann ich nach nunmehr 5 Monaten mit kontinuierlichem Auf und Ab vermelden, dass der nächste Meilenstein erreicht scheint. Die Leichtigkeit der 30km Läufe ist endlich wieder da. Ich rufe diese km endlich wieder ohne ziehen und beißen ab. Ich laufe sie einfach. Und auch da ist das Geile endlich wieder dieses Gefühl im Kopf zu haben, dass es locker läuft, die Pace paßt – genaugenommen laufe ich nicht auf eine bestimmte Pace. Ich laufe einfach – so wie heute – und ratsche mit Riggo und es läuft einfach und dann schaut man nach dem vollen km auf die Uhr und Gefühl und die Zahl im Display passen gut zusammen. Und paßt die Zahl nicht, dann eher weil wir etwas zu schnell waren. Also wieder einbremsen. Da kann ich super mit leben.

Die Woche stehen bereits 105Wo-km auf der Uhr. Ok, es waren durchweg flache km. Zum Kreiseln konnte ich mich noch nicht aufraffen. Aber morgen wird das noch um weitere 30-35 km erweitert und dann steht da die zweite Woche in diesem Jahr mit etwas um 140 Wo-km. Und das geilste daran ist die Leichtigkeit, mit der ich diese gerade laufen kann – laufen darf!

Es ist einfach ein tolles Privileg, das ich mir über die letzten 5 Monate wieder erarbeitet habe. Das genieße ich gerade.

😉

Zu viel Ruhe!

Letzte Woche ne Ruhewoche und in der Tat unter der Woche gar nicht zum Laufen gekommen, Samstag irgendwann keine Lust mehr gehabt zum Loslaufen und Sonntag dann halt noch zum Beine lockern ne 30er Müggelseerunde. Die Woche war unter der Woche nicht besser als die vergangene. Selbst Freitag war ich ich erst kurz vor Sechs daheim. Da ich die ganze Woche unterwegs war, blieb ich daheim.

Heute also erster Lauf nach 5Tagen. Der erste Lauf nach so ner Ruhewoche ist immer spannend. Laufe da normal erst mal zum Lockern nen 20er. Gut, war Samstag. Also keinen 20er. Also bissl weiter. Beim Loslaufen war der Plan bei um die 30km. Gestern schrieb jemand, dass es bis zum Steich im Mai noch 72 Tage seien. Puh, noch 72 Tage! Das fiel mir auf den ersten 2km Richtung Wald ein und plötzlich bog ich nicht wie geplant Links Richtung Erpe ab, um mir noch zu überlegen, ob ich ne Müggelseerunde laufe oder über Hoppegarten Zscherpe hoch zur Ahrensfelder Höhe.

Es ging Rechts weg auf dem kurzen Weg zur Ahrensfelder Höhe. Die Rechnung war ziemlich einfach: es würden für Hin- und Rückweg etwas mehr als 25km werden. Bleiben zwei 5er Runden zum Kreiseln an der Ahrensfelder Höhe und in Summe stehen dann 35km. Morgen das selbe noch mal und wenn man 70km in zwei Tagen schafft, dürfte es in 72 Tagen auch für etwas mehr an einem halben Tag auch reichen. So der Gedanke. Trainingsplanung beim Laufen. 😉

Kreiseln und danach Heim Laufen ist immer doddal spannend. Ich mag das so gar nicht! Egal. Muß ich jetzt durch. Ist eh der erste Lauf nach 5 Tagen Ruhe. Wird schon gehen. Der Hinweg war in der Tat doddal easy. Waren ja auch nur 13km. Die erste Kreiselrunde in 27:50min war ne normale Runde ohne groß Dampf. Easy going halt. Bei der zweiten Runde wurde es zwar die selbe Zeit, aber schon etwas zäher. Und der Heimweg? Naja, wie erwartet. Hatte kein Trinken mitgenommen. Für ne flache 30er Runde braucht man das bei Temperaturen knapp über Null nicht. Hmm, war dann so ne zusätzliche kleine Challenge. Nein, bin nicht verdurstet. Aber lief halt schwerer retour. Beine wurden schwer, kein Trinken, bähh. Aber ich habe überlebt! Je cervecu! Das kann ich schon. 😉

Auf den letzten Metern ging mir noch durch den Kopf wie geil das doch ist, wenn man während des Laufens einfach bekannte Strecken mal anders kombiniert, bei km 4 auf ne Strecke von 35km hochrechnet und dann tatsächlich nach 35km noch 200m von daheim entfernt ist. Klingt. 😉

Morgen noch mal irgendwas Flaches zum cruisen und ab nächste Woche versuche ich es dann mal mit Training. Kreiseln ist langsam dran…Vorbereitung für den Steich läuft!(y) 😉

Einfach cruisen

Vielleicht noch einen km bis Müggelseeperle. Locker und entspannt cruise ich am Müggelsee den Uferweg entlang. Ein fettes Grinsen ist ins Gesicht getackert. Und das liegt nicht am Frost. So kalt ist es grad noch gar nicht. Vielleicht um Null Grad. Der Puderzucker, der in der letzten Nacht vom Himmel fiel ist weitgehend vom Wind vom Weg geblasen worden. Im Moment ist der Schritt schön leise. Die Spikes graben in den weichen Untergrund und hinterlassen keinen Krach. Vielleicht 500m wird dies noch andauern. Dann beginnt wieder der Asphalt und über weite Teile des restlichen Weges werde ich wieder die Nägel auf den Asphalt knallen hören. Bei uns in der Siedlung lagen etwas mehr weiße Krümmel und auf den Wegen und der Straße war es glatt. Sowas über 30km wollte ich mir nicht antun. Deshalb diese ungewöhnliche Schuhwahl. Leicht übertrieben war das dann aber doch über mehr als 90% des gesamten Weges. Richtung Hessenwinkel gingen Eis und Schnee gegen Null und das hielt an bis kurz vor Mahlsdorf. Aber das war mir gerade recht egal. Ich genoß die leicht weiß eingefärbte Landschaft, genoß das lockere Laufen – OK, es war jetzt Rückenwind! – genoß einfach diese Leichtigkeit, die ich doch so lange auf dieser Distanz vermißt hatte. Es ist einfach ein wunderbares Gefühl, wenn man nach langer Zeit von Verletzung und Wiederaufbau auf einer bekannten Distanz endlich wieder die bekannte Lockerheit erreicht hat. Und ich meine, man genießt diesen Moment dann noch mehr! Meine Müggelseerunde ist so eine Haßliebe. Wunderbare Läufe bin ich da schon gelaufen und schwere Einbrüche habe ich dort hinnehmen müssen. Gerade dort, etwa km22 mußte ich mir öfter schon einen virtuellen Tritt in den Hintern geben, um dran zu bleiben, weiter Druck zu machen.Und heute? Heute war genießen! Heute war Liebe und kein Haß. Ich mag Laufen!;-)

Die Meister des Sommer … Status quo Anfang Dezember

Lange schrieb ich hier nicht mehr. Nach dem Malerweg war erst mal etwas Ruhe angesagt und nun bin ich gerade dabei nach der Pause janz laangsam wieder etwas Form aufzubauen. Auf der kurzen Kurzstrecke ist diese schon wieder einigermaßen vorhanden. 10er gehen schon wieder in nem 4:30er Schnitt – so es nicht mehrere in aufeinanderfolgenden Tagen sind. Auch nen 20er bin ich jetzt schon wieder unter 1:30h gelaufen. Wird. Allerdings hab ich noch vor zwei Jahren an ne 1:30 auf der Kienbergrunde am nächsten Tag das selbe noch mal gehangen. Undenkbar im Moment.

Das ist eigentlich das, woran ich zur Zeit arbeite und wo ich merke, dass so etwas halt doch dauert – Konstanz in die Läufe bekommen. Nach zwei längeren Läufen brauche ich zur Zeit nen freien Tag und länger ist da noch nicht mal 40km. Das sind dann 25-30km. Ich denke mit langen Läufen und kontinuierlich langen Läufen wird das Stück für Stück besser.

Aber warum wollte ich auch kurz wieder einen Status abgeben? Letztens schrieb ein Laufkumpel, dass er dieses Jahr erstmalig wohl 3000 Jahres-km laufen wird. Ich war daraufhin am Überlegen, ob ich die auch gelaufen bin in diesem Jahr. Gefühlt war es weniger. Aber vielleicht könnte ne 3 vorn noch werden in diesem Jahr. So jedenfalls mein Denken. Tage später kam mir dann wieder der Gedanke und ich schaute doch mal in der Statistik bei Garmin nach. Ok. So kann man sich also täuschen! Da standen etwas mehr, als 3.600km für das Jahr 2020.

Mal schauen. Vielleicht werden es ja sogar noch 4000Lauf-km in 2020? Vielleicht. Priorität hat ein verletzungsfreies Aufbautraining. Und wenn ich da nun einfach einen Ruhetag mehr brauche als noch vor zwei Jahren, dann ist das so. Und wenn ich Ende Dezember noch nicht wieder bei drei 40ern am Wochenende bin, ist das auch nicht schlimm.

Geil finde ich im Moment vor allem auch den Punkt, dass ich letztens gefragt wurde, ob ich wieder gut Laufen könne. Und ich mußte in dem Moment kurz nachdenken, was gemeint war. Der Fuß kam mir erst nach zwei Sekunden in den Kopf.

Nachtrag Anfang Februar:

Es wurden noch 4000km für 2020 und es wurden keine 3x40km an nem Wochenende. Letzteres ist heute noch nicht. Muß aber auch nicht. Die BC findet eh nicht statt, ein Trainingslager auf den Kanaren auch nicht, der Rennsteig ist auf Oktober 2021 verschoben und unter den nun veröffentlichten Regularien beim TOR werde ich nicht für 2021 melden, sondern verschiebe auf 2022. Es ist also Zeit für gleichmäßigen, ruhigen Aufbau. 👍🏻😉

TOR450 – 2021?

Den ganzen Sommer 2020 war mein Ziel in 2021 den TOR450 zu laufen. Im Dezember begann das finale Training für den TOR450 – ein sorgfältiger, allmählicher Aufbau. Ziel ist kontinuierlich, mit Luft im Plan und vor allem verletzungsfrei auf das notwendige Niveau zu kommen.
Nach zwei Mal Tor des Geants nun die große Runde laufen – ein Traum. Im Dezember und Januar war kein Raum im Kopf für eine eventuelle erneute Absage des TOR in 2021.
Nun wurden die Regularien veröffentlicht. Ich mußte zwei Mal lesen, ob der Punkt 9.12 wirklich so stimmt:

  1. „Refund for cancellation of the race
    In the event that the race is cancelled due to force majeure beyond the control of the organisation, including any national or international regulations issued to contain the spread of COVID-19, the proportion of the registration fee to be refunded will be determined as follows:
% refund
before 1 June 202160%
between 1 June and 30 June50%
between 1 July and 31 July30%
after 31 July 2021no refund
Kopie aus den Regularien des TOR2021

Refunds will only be made on submission of the appropriate request form completed by the runner, which will be provided by the organisation.“

Der Veranstalter behält sich tatsächlich vor, dass bei einer Absage des Rennens wegen Covid19 gestaffelt 60% bis Null Rückzahlung des Startgeldes erfolgt.
Im ersten Moment klingt das wirtschaftlich für den Veranstalter auch richtig. Ein Großteil der Ausgaben ist dann angefallen, Lieferverträge sind fällig. Andererseits gibt es da keine Möglichkeit Kosten zu reduzieren? Man hatte ein Jahr Zeit sich Gedanken über Szenarien einer Absage zu machen, über ein Hygienekonzept und nachdem für 2020 50% Startgeld (bei mir waren das mal eben 500€!) schon einbehalten wurden, ist nun die Lösung das wirtschaftlich noch sicherer zu machen.
Im Zweifel gibt es für den Teilnehmer der für 2021 meldet gar nichts wieder. Gut, wenigstens ist es klar kommuniziert. Wer sich anmeldet, wird wenigstens nicht überrascht.
Vergangenes Jahr lief die Registrierung zu Beginn der Pandemie. Das Geld wurde Anfang bis Mitte März eingesammelt – mitten im Lockdown in Italien. Viele konnten sich im März 2020 nicht vorstellen, dass der Lauf Mitte September 2020 nicht stattfinden würde. Ich auch nicht. Am 01.Juli 2020, als wir viel mehr über Covid19 wußten, dann die Absage. Da sehr verständlich.
Wir haben wieder Lockdown. Wir wollen uns erneut nicht vorstellen, dass der Lauf abgesagt werden muß? Hmm. Was wird im September 2021 anders sein? Sicher vieles. Impfungen. Viel niedrigere Infektionszahlen als im Dezember 2020 – hoffen wir. Hoffen!
Wird der Lauf doch erneut abgesagt und passiert dies spät genug, kostet diese Hoffnung dann also 800€. Ernsthaft?
Ist das ernsthaft die Arbeit, die in die Organisation in diesen wundervollen Lauf in den letzten 12 Monaten gesteckt hat? Ist das wirklich das Ergebnis, dass die Spende vergangenes Jahr erbracht hat? So ich dies richtig verfolgt habe, waren die Personalkosten der Grund für dieses hohe Einbehalten des Startgeldes, für die 50% – viel Geld für einen Traum. Andere Laufveranstalter verschieben den Lauf. Auch bei anderen gibt es kein Startgeld zurück. Es gibt viele Möglichkeiten, die mir einfallen würden, die anderen Laufveranstaltern eingefallen sind.

OK, der Traum wird zur wirtschaftlichen Entscheidung.

Kein Ding. Dann bin ich für 2021 raus aus der Nummer.

😉

Auf den Pfaden des TOR des Glaciers VI

Pas-Entre-Deux-Sants-Courmayeur (km437-km448)

Heute sollte es etwas ruhiger werden. Einfach nur ne kleine Runde hoch nach Bertone, dann die TOR330-Strecke hoch Richtung Col Malatra, aber am Abzweig des TOR450 dann diesen Retour nach Courmayeur. Laut Outdooractive sollten das 22km sein.

Los ging ich mit Andreas. Jaanz in Ruhe zogen wir los. Nach der Straße, in den ersten Kehren im Wald schickte er mich dann doch los, hoch nach Bertone. Und schon war die Idee geboren, doch zum Col Malatra hochzulaufen. Das wären dann aber in Summe 45km. Vielleicht bissl viel.

Aber erst einmal ging es ja hoch nach Bertone. Die Beine waren beim Loslaufen auf den ersten km noch etwas müde. Das hatte sich aber bereits Ortsausgang Courmayeur gegeben. Somit „flog“ ich gefühlt nach oben. Es machte richtig Spaß! Bertone angekommen ging es gleich weiter die UTMB-Strecke in Richtung Rifugio Bonatti, wobei man an einer kleinen Alm, dem Arminaz Desot, direkt nach einer kleinen Bachüberquerung rechts hoch in ein Seitental läuft. Der Weg ist super laufbar. Das wußte ich ja noch von 2017, als ich runterzu ab Col Malatra so richtig Gas gegeben hatte. Selbst hoch war das teils gut zu laufen.

Am Ende des Tals kommen TOR330 und TOR450 von Links vom Col Malatra. Der TOR330 geht dann in die Richtung aus der ich kam. Der TOR450 geht aus meiner Laufrichtung Rechts weiter – noch mal ein paar Meter hoch.

Ich bog Links ab in Richtung Col Malatra. Es ging leicht aufwärts. Auf dem Pas-entre-deux-sex auf 2.500müNN machte ich nach knapp 2h ne kleine Pause. Zwei Leute schauten in der Gegend rum und überlegten wo was zu sehen wäre. Da die beiden Deutsch sprachen, konnte ich schnell aushelfen. Die Pause war insofern gut, als sich beim folgenden Ablaufen in Richtung Col Malatra die Beine doch sehr gebraucht anfühlten und ich dies wohl auch durch den kurzen Stop gut mitbekam. Kurz darauf setzte ich mich, aß etwas und überlegte, ob ich weiterlaufen sollte. Zeit war. Aber wollte ich das? Bis 15Uhr würde ich auf dem Col Malatra sein. Und dann in 3h ablaufen? Ich beschloß die paar Meter bis ins nächste Seitental noch abzulaufen und dann vor dem Anstieg zum Col Malatra neu zu überlegen. Hmm, eigentlich ist bei solchen Gedanken die Entscheidung schon klar.

Unten angekommen, wurde also umgedreht. In dem Tal ging früher die Strecke zum Rifugio Bonatti runter und von da dann den UTMB-Track entgegen bis Bertone. Heute aber eben nicht. Also wieder Retour von 2.300 hoch auf 2500 und runter in das Seitental aus dem ich kam. Das war dann wieder etwa auf 2300müNN. Der TOR330 geht, wie oben schon geschrieben, jetzt Rechts das Tal abwärts. Der TOR450 geht geradeaus weiter – noch mal hoch. Ich wußte es würde auf reichtlich 2500m gehen. Wohin und wo lang nach Bertone sah ich nicht so. Den kleinen Hügel ging es hoch. Sah erst mal steil aus. War es am Ende dann gar nicht. Als ich aber den Sattel erreichte, war ich erst auf 2400m. Geradeaus ging es runter. Hmm. Rechts ging es aber noch mal ordentlich hoch! Und natürlich verriet mir der Blick auf die Karte, dass es hoch geht.

Hier einfach mal ein Blick zurück, als ich schon einiges des Anstieges hinter mir hatte.

In dem Moment war ich sehr froh nicht bis zum Col Malatra durchgeballert zu sein. So frisch waren die Beine wirklich nicht mehr. Ich schob mich also in aller Ruhe auch die Höhenmeter nach oben.

Dort angekommen war allerdings alle Anstrengung sofort verflogen!
Der Blick von da auf das gesamte Massiv des Monte Bianco war einfach atemberaubend!

Der Blick zurück. Der Col Malatra ist der Sattel etwa in der Bildmitte

Und das war der Blick nach vorn:

Monte Bianco

Ich wünsche wirklich von ganzem Herzen jedem Läufer der TOR des Glaciers an dieser Stelle, dem letzten wirklich hohen Punkt des Laufes in dem Moment, wenn er da ankommt auch so einen Bilderbuchblick genießen zu dürfen. Es war einfach doddal gigantisch! Dieser Blick auf den Mont Blanc, das gesamte Massiv, rüber in das Seitental, in das wir gestartet sind, Das Tal von La Thuile, der Gletscher am Ende des Tals von Valgrisenche und blickt man dann einmal rum, sieht man den Col Malatra, wo man gerade herkommt. Zurück in Richtung Mont Blanc sieht man dann den Weg, den es runter geht und unterhalb des Bergrückens Bertone. Ist man dort, sind es noch reichlich 30min bis Courmayeur – so die Beine noch etwas locker sind.

Der Blick war einfach atemberaubend.

Da oben rumzuturnen war einfach so genial, dass ich gar keine Lust hatte abzulaufen. Immer wieder schweifte beim Laufen der Blick, hielt ich an, sog das Bild auf.

Aber irgendwann muß man dann ja doch runter. Anders als beim TOR330 sieht man diesmal Bertone bereits von weitem. Im Trockenen ist der Abstieg schnell gemacht und ab Bertone ist dann der Blick natürlich wieder auf den Trail gerichtet. Ich mag diesen Abstieg. Der ist wirklich richtig gut laufbar. Dann erreicht man auch recht schnell Courmayeur.

Zieleinlauf muß ich heute eher nicht üben. Das wird dann im nächsten September auch spontan funktionieren.

😉

Havelhöhenweg

<p value="<amp-fit-text layout="fixed-height" min-font-size="6" max-font-size="72" height="80">Ich habe gerade gesehen, dass ich doch länger nicht mehr hier geschrieben habe. Stimmt. Das letzte Erwähnenswerte war er Malerweg. Seit dem war erst einmal Regeneration und dann ein langsamer Wiederanfang mit dem Laufen angesagt. <br>Eine Woche war also nüscht. Und dann waren wir zu zweit ne Woche an Werra und Umgebung wandern. Und dann wollte ich langsam wieder los. Doch zu Beginn des Wiedereinstiegs wollte das Fahrgestell nicht wirklich die früher gewohnten 20er und länger. Vor allem waren Pace und Kondition ziemlich im Eimer – verglichen mit dem, was ich sonst so veranstaltet habe. Ich fühlte mich nach den Läufen kaputt. Also einfach mal janz entspannt die Distanz pro Lauf runterfahren, dafür wieder in den fünftägigen Laufrhythmus pro Woche reinkommen und janz sachte aufbauen. Die erste Novemberwoche wurden es also 5 Lauftage und jeweils wirklich nur um die 10km/Lauf – also jedenfalls an vier Tagen. 😉 Ich habe gerade gesehen, dass ich doch länger nicht mehr hier geschrieben habe. Stimmt. Das letzte Erwähnenswerte war er Malerweg. Seit dem war erst einmal Regeneration und dann ein langsamer Wiederanfang mit dem Laufen angesagt.
Eine Woche war also nüscht. Und dann waren wir zu zweit ne Woche an Werra und Umgebung wandern. Und dann wollte ich langsam wieder los. Doch zu Beginn des Wiedereinstiegs wollte das Fahrgestell nicht wirklich die früher gewohnten 20er und länger. Vor allem waren Pace und Kondition ziemlich im Eimer – verglichen mit dem, was ich sonst so veranstaltet habe. Ich fühlte mich nach den Läufen kaputt. Also einfach mal janz entspannt die Distanz pro Lauf runterfahren, dafür wieder in den fünftägigen Laufrhythmus pro Woche reinkommen und janz sachte aufbauen. Die erste Novemberwoche wurden es also 5 Lauftage und jeweils wirklich nur um die 10km/Lauf – also jedenfalls an vier Tagen. 😉

Dann haperte es wieder: Viel los auf Arbeit. Ich schaffe es einfach nicht unter der Woche loszukommen. Die zähen 10er sind auch keine wirklich förderliche Motivation – wenn eh schon keine (?) Zeit ist.

Und dann kommt da so eine Nachricht von einem Laufkumpel aus Berlin, der da eine FKT-Strecke auf dem Havelhöhenweg auslobt. 13,5km. 260Hm. Die ersten 2km etwa sind viel Asphalt und dann kommt durchweg hügeliger Trail. Das heißt auf er Kurzstrecke ballern – genau das, was ich seit Jahren nicht mehr gemacht habe. Und schon kam zu wenig Kondition und Kraft auch noch mangelndes Dembo (für so ’ne Sprint-FKT) hinzu. Die Baustellen hatte ich ja schon klar. So einige liefen die FKT schon mal und setzten Marken. Ich schaute mir die Marken an und machte mich daran die Baustellen Stück für Stück abzuarbeiten.

Der November war somit den eben den bereits erwähnten 10ern und auch dabei hier und da mal dem Dembo gewidmet. Wenige längere Läufe ergänzten. Dembo fühlt sich anfangs fürchterlich an. Also jedenfalls das Dembo und die Korrelation zu der Zeit, die die Uhr anzeigt. Man zieht los, zieht an und denkt, dass man janz schnell ist und dann schaust beim gelaufenen km auf die Uhr… ;-( Monde weg von schnell und schon gar nicht ganz schnell. Aber Stück für Stück wurde es besser. Erst ist dieses gefühlte Schnell eine 5er Pace, dann steht da auch schon mal kurzzeitig ne 4:30 – also wenigstens mal ein oder zwei km. Dabei bekommt man zwar kaum noch Luft und die Beine haben ganz klar diesen Dembobegrenzer drinnen, aber wenigstens knallt der Puls nicht gleich durch die Decke. Letzteres läßt hoffen! Am 20.11. steht dann erstmals wieder auf 7km ne 4:28er Durchschnittspace. Früher hätte ich da müde gelächelt. Heute ist das gar nicht mal so schlimm. Es fühlt sich richtig, richtig gut an, wieder zügig und schmerzfrei laufen zu können!
Noch im November ist dann der nächste Meilenstein erreicht. 20km Kiebergrunde mit 4:28er Pace! Yes!

Der Dezember ist nun zwar auch schon wieder fast um. Aber hierzu kommt später etwas.
😉