Auf den Pfaden des TOR des Glaciers VI

Pas-Entre-Deux-Sants-Courmayeur (km437-km448)

Heute sollte es etwas ruhiger werden. Einfach nur ne kleine Runde hoch nach Bertone, dann die TOR330-Strecke hoch Richtung Col Malatra, aber am Abzweig des TOR450 dann diesen Retour nach Courmayeur. Laut Outdooractive sollten das 22km sein.

Los ging ich mit Andreas. Jaanz in Ruhe zogen wir los. Nach der Straße, in den ersten Kehren im Wald schickte er mich dann doch los, hoch nach Bertone. Und schon war die Idee geboren, doch zum Col Malatra hochzulaufen. Das wären dann aber in Summe 45km. Vielleicht bissl viel.

Aber erst einmal ging es ja hoch nach Bertone. Die Beine waren beim Loslaufen auf den ersten km noch etwas müde. Das hatte sich aber bereits Ortsausgang Courmayeur gegeben. Somit „flog“ ich gefühlt nach oben. Es machte richtig Spaß! Bertone angekommen ging es gleich weiter die UTMB-Strecke in Richtung Rifugio Bonatti, wobei man an einer kleinen Alm, dem Arminaz Desot, direkt nach einer kleinen Bachüberquerung rechts hoch in ein Seitental läuft. Der Weg ist super laufbar. Das wußte ich ja noch von 2017, als ich runterzu ab Col Malatra so richtig Gas gegeben hatte. Selbst hoch war das teils gut zu laufen.

Am Ende des Tals kommen TOR330 und TOR450 von Links vom Col Malatra. Der TOR330 geht dann in die Richtung aus der ich kam. Der TOR450 geht aus meiner Laufrichtung Rechts weiter – noch mal ein paar Meter hoch.

Ich bog Links ab in Richtung Col Malatra. Es ging leicht aufwärts. Auf dem Pas-entre-deux-sex auf 2.500müNN machte ich nach knapp 2h ne kleine Pause. Zwei Leute schauten in der Gegend rum und überlegten wo was zu sehen wäre. Da die beiden Deutsch sprachen, konnte ich schnell aushelfen. Die Pause war insofern gut, als sich beim folgenden Ablaufen in Richtung Col Malatra die Beine doch sehr gebraucht anfühlten und ich dies wohl auch durch den kurzen Stop gut mitbekam. Kurz darauf setzte ich mich, aß etwas und überlegte, ob ich weiterlaufen sollte. Zeit war. Aber wollte ich das? Bis 15Uhr würde ich auf dem Col Malatra sein. Und dann in 3h ablaufen? Ich beschloß die paar Meter bis ins nächste Seitental noch abzulaufen und dann vor dem Anstieg zum Col Malatra neu zu überlegen. Hmm, eigentlich ist bei solchen Gedanken die Entscheidung schon klar.

Unten angekommen, wurde also umgedreht. In dem Tal ging früher die Strecke zum Rifugio Bonatti runter und von da dann den UTMB-Track entgegen bis Bertone. Heute aber eben nicht. Also wieder Retour von 2.300 hoch auf 2500 und runter in das Seitental aus dem ich kam. Das war dann wieder etwa auf 2300müNN. Der TOR330 geht, wie oben schon geschrieben, jetzt Rechts das Tal abwärts. Der TOR450 geht geradeaus weiter – noch mal hoch. Ich wußte es würde auf reichtlich 2500m gehen. Wohin und wo lang nach Bertone sah ich nicht so. Den kleinen Hügel ging es hoch. Sah erst mal steil aus. War es am Ende dann gar nicht. Als ich aber den Sattel erreichte, war ich erst auf 2400m. Geradeaus ging es runter. Hmm. Rechts ging es aber noch mal ordentlich hoch! Und natürlich verriet mir der Blick auf die Karte, dass es hoch geht.

Hier einfach mal ein Blick zurück, als ich schon einiges des Anstieges hinter mir hatte.

In dem Moment war ich sehr froh nicht bis zum Col Malatra durchgeballert zu sein. So frisch waren die Beine wirklich nicht mehr. Ich schob mich also in aller Ruhe auch die Höhenmeter nach oben.

Dort angekommen war allerdings alle Anstrengung sofort verflogen!
Der Blick von da auf das gesamte Massiv des Monte Bianco war einfach atemberaubend!

Der Blick zurück. Der Col Malatra ist der Sattel etwa in der Bildmitte

Und das war der Blick nach vorn:

Monte Bianco

Ich wünsche wirklich von ganzem Herzen jedem Läufer der TOR des Glaciers an dieser Stelle, dem letzten wirklich hohen Punkt des Laufes in dem Moment, wenn er da ankommt auch so einen Bilderbuchblick genießen zu dürfen. Es war einfach doddal gigantisch! Dieser Blick auf den Mont Blanc, das gesamte Massiv, rüber in das Seitental, in das wir gestartet sind, Das Tal von La Thuile, der Gletscher am Ende des Tals von Valgrisenche und blickt man dann einmal rum, sieht man den Col Malatra, wo man gerade herkommt. Zurück in Richtung Mont Blanc sieht man dann den Weg, den es runter geht und unterhalb des Bergrückens Bertone. Ist man dort, sind es noch reichlich 30min bis Courmayeur – so die Beine noch etwas locker sind.

Der Blick war einfach atemberaubend.

Da oben rumzuturnen war einfach so genial, dass ich gar keine Lust hatte abzulaufen. Immer wieder schweifte beim Laufen der Blick, hielt ich an, sog das Bild auf.

Aber irgendwann muß man dann ja doch runter. Anders als beim TOR330 sieht man diesmal Bertone bereits von weitem. Im Trockenen ist der Abstieg schnell gemacht und ab Bertone ist dann der Blick natürlich wieder auf den Trail gerichtet. Ich mag diesen Abstieg. Der ist wirklich richtig gut laufbar. Dann erreicht man auch recht schnell Courmayeur.

Zieleinlauf muß ich heute eher nicht üben. Das wird dann im nächsten September auch spontan funktionieren.

😉

Havelhöhenweg

<p value="<amp-fit-text layout="fixed-height" min-font-size="6" max-font-size="72" height="80">Ich habe gerade gesehen, dass ich doch länger nicht mehr hier geschrieben habe. Stimmt. Das letzte Erwähnenswerte war er Malerweg. Seit dem war erst einmal Regeneration und dann ein langsamer Wiederanfang mit dem Laufen angesagt. <br>Eine Woche war also nüscht. Und dann waren wir zu zweit ne Woche an Werra und Umgebung wandern. Und dann wollte ich langsam wieder los. Doch zu Beginn des Wiedereinstiegs wollte das Fahrgestell nicht wirklich die früher gewohnten 20er und länger. Vor allem waren Pace und Kondition ziemlich im Eimer – verglichen mit dem, was ich sonst so veranstaltet habe. Ich fühlte mich nach den Läufen kaputt. Also einfach mal janz entspannt die Distanz pro Lauf runterfahren, dafür wieder in den fünftägigen Laufrhythmus pro Woche reinkommen und janz sachte aufbauen. Die erste Novemberwoche wurden es also 5 Lauftage und jeweils wirklich nur um die 10km/Lauf – also jedenfalls an vier Tagen. 😉 Ich habe gerade gesehen, dass ich doch länger nicht mehr hier geschrieben habe. Stimmt. Das letzte Erwähnenswerte war er Malerweg. Seit dem war erst einmal Regeneration und dann ein langsamer Wiederanfang mit dem Laufen angesagt.
Eine Woche war also nüscht. Und dann waren wir zu zweit ne Woche an Werra und Umgebung wandern. Und dann wollte ich langsam wieder los. Doch zu Beginn des Wiedereinstiegs wollte das Fahrgestell nicht wirklich die früher gewohnten 20er und länger. Vor allem waren Pace und Kondition ziemlich im Eimer – verglichen mit dem, was ich sonst so veranstaltet habe. Ich fühlte mich nach den Läufen kaputt. Also einfach mal janz entspannt die Distanz pro Lauf runterfahren, dafür wieder in den fünftägigen Laufrhythmus pro Woche reinkommen und janz sachte aufbauen. Die erste Novemberwoche wurden es also 5 Lauftage und jeweils wirklich nur um die 10km/Lauf – also jedenfalls an vier Tagen. 😉

Dann haperte es wieder: Viel los auf Arbeit. Ich schaffe es einfach nicht unter der Woche loszukommen. Die zähen 10er sind auch keine wirklich förderliche Motivation – wenn eh schon keine (?) Zeit ist.

Und dann kommt da so eine Nachricht von einem Laufkumpel aus Berlin, der da eine FKT-Strecke auf dem Havelhöhenweg auslobt. 13,5km. 260Hm. Die ersten 2km etwa sind viel Asphalt und dann kommt durchweg hügeliger Trail. Das heißt auf er Kurzstrecke ballern – genau das, was ich seit Jahren nicht mehr gemacht habe. Und schon kam zu wenig Kondition und Kraft auch noch mangelndes Dembo (für so ’ne Sprint-FKT) hinzu. Die Baustellen hatte ich ja schon klar. So einige liefen die FKT schon mal und setzten Marken. Ich schaute mir die Marken an und machte mich daran die Baustellen Stück für Stück abzuarbeiten.

Der November war somit den eben den bereits erwähnten 10ern und auch dabei hier und da mal dem Dembo gewidmet. Wenige längere Läufe ergänzten. Dembo fühlt sich anfangs fürchterlich an. Also jedenfalls das Dembo und die Korrelation zu der Zeit, die die Uhr anzeigt. Man zieht los, zieht an und denkt, dass man janz schnell ist und dann schaust beim gelaufenen km auf die Uhr… ;-( Monde weg von schnell und schon gar nicht ganz schnell. Aber Stück für Stück wurde es besser. Erst ist dieses gefühlte Schnell eine 5er Pace, dann steht da auch schon mal kurzzeitig ne 4:30 – also wenigstens mal ein oder zwei km. Dabei bekommt man zwar kaum noch Luft und die Beine haben ganz klar diesen Dembobegrenzer drinnen, aber wenigstens knallt der Puls nicht gleich durch die Decke. Letzteres läßt hoffen! Am 20.11. steht dann erstmals wieder auf 7km ne 4:28er Durchschnittspace. Früher hätte ich da müde gelächelt. Heute ist das gar nicht mal so schlimm. Es fühlt sich richtig, richtig gut an, wieder zügig und schmerzfrei laufen zu können!
Noch im November ist dann der nächste Meilenstein erreicht. 20km Kiebergrunde mit 4:28er Pace! Yes!

Der Dezember ist nun zwar auch schon wieder fast um. Aber hierzu kommt später etwas.
😉

Malerweg nonstop

Auf der Website Sächsische-Schweiz.de steht zum Malerweg

112 Kilometer Wanderglück!

Ich wollte den Weg am Stück laufen.
Ein paar Vorbetrachtungen schrieb ich in der Woche vor dem Lauf zusammen (https://schalklaeuft.wordpress.com/2020/09/29/malerweg-die-vorbereitung/).
Die Intension hierfür und die Vorbereitung habe ich seperat in einem Blog festgehalten (https://schalklaeuft.wordpress.com/2020/10/07/malerweg-ein-langer-geplanter-lauf/).
Es war Samstag, der 03.Oktober2020. Um 01:30Uhr klingelte der Wecker. Ich schälte mich aus meinem Schlafsack. Es ist nicht wirklich stockfinster. Der Mond gibt viel Licht. Trotzdem ziehe ich das Akku der Lauflampe vom Netz und mache die Stirnlampe an. Ich habe das Auto in einer dunklen Seitenstraße geparkt, um die wenigen Stunden trotzdem ruhig im Auto schlafen zu können. Rein in die Laufklamotten, alles zusammenschieben, Zähne putzen, Radl ins Auto und los. Das Brötchen zum Frühstück futtere ich auf den paar Metern zum Bahnhof Pirna. 2Uhr starte ich dort mit dem Radl. Es geht über die Elbe und durch menschenleere Straßen nach Liebethal. Auf dem Wanderparkplatz stelle ich mein Radl ab. Dort kann ich es fest anschließen.

Um 2:24Uhr geht es an der Bushaltestelle Liebethaler Grund los. Gleich auf den ersten Metern muß ich mich erst mal in der Orientierung und Wegfindung finden. Es wird eine Weile dauern, bis ich in den Lauf finden werde. Die Beine sind nicht wirklich locker. Es nervt mich an jedem klitzekleinen Seitenweg unsicher zu sein, wo es lang geht. Der Vollmond hilft da auch nicht wirklich, wenn man im Wald rumturnt. Aber wenigstens die Temperaturen sind angenehm. Und ja, dass ich bei manchem Lauf ne Weile brauche, bis ich auf Betriebstemperatur bin, ist jetzt auch nicht ganz neu. Oben auf den Feldern geht ordentlich der Wind von vorn. Aber das ist jetzt auch nur noch ein klitzkleiner Nadelstich. Es hebt nicht mehr weiter irgendwie an. Der Blick geht in die Ferne. Bei dem Mond ist das doch ein schöner Anblick!

Nach reichlich einer Stunde erreiche ich Wehlen (12km – 1:08h). Das mitgeführte Wasser ist alle. Ich fülle die Flaschen auf, 1,75l. Es geht runter zur Elbe. Ein Güterzug braust auf der anderen Seite des Flußes durchs Elbtal Richtung Tschechien. Der Ort ist ruhig. Niemand zu sehen, kein Licht im Fenster. Logisch. Es ist noch nicht mal 4Uhr. Es geht hoch zur Bastei. 4Uhr bin ich auf der Bastei. Ruhig hier. In wenigen Stunden wird es auf dem Parkplatz und der Basteibrücke anders aussehen. Jetzt ist es dunkel und still.

Der Weg führt runter zum Amselsee. Ich kenne die Strecke. Die Beine sind noch etwas steif. Nein, flüssig geht es nicht nach unten. Der Magen fängt leicht an zu knurren. Zu den schweren Beinen kommt dann auch noch ein Verpflegungsproblem dazu. Warum auch nicht? Auf Kartoffel habe ich grad kein Appetit. Mit Wasser, wie ich es sonst oft mache, kann ich ihn nicht beruhigen. Da hab ich nicht genug von bei für solche Spielerein. Km16 schiebe ich mir einfach das erste Gel ein. Novum. Ist OK. Wird schon noch werden. Am Amselfall ist dann der Weg gesperrt. Massive Wegabsperrung sollen ein Überklettern unmöglich machen. Ein Schild weist darauf hin, dass der Weg bis zum 25.01.2020 (So ich mir das richtig gemerkt habe) leider wegen dringen nötiger Sicherungsarbeiten gesperrt ist. Hmm, ist wohl nicht pünktlich fertig geworden und dann kam Corona und jetzt sind alle nicht im Wald am Arbeiten wo sich keiner Anstecken kann, sondern im Homeoffice? Ich bin nicht der erste, der den Weg durch die Absperrungen findet. Naja, hier turnen schließlich auch naturgemäß reichlich Kletterer in der Gegend rum. Der km20 ist dann nach etwa 2:12h erreicht.

Vor Hohnstein, am Hockstein, ist wieder etwas Kletterei angesagt. Leitern geht es runter. Es werden nicht die letzten am heutigen Tag sein. Es ist um km20-25, also nicht weit ab vom Waldborn. In diesem Abschnitt vor dem Waldborn wären einige Male Bäche gewesen, wo ich auch Flaschen hätte auffüllen können. Ok, wie die Wasserqualität da ist, steht natürlich dran. Könnte prinzipiell auch schief gehen. Ich habe ausreichend Wasser anbei. Also keine Notwendigkeit des Auftankens. Mittlerweile bin ich etwas besser im Rennen. Auch wenn sich noch nicht zu 100% die Routine der Wegfindung nach den Wegweisern gefunden hat. Gerade wenn es aufwärts geht und der Kopf eher nach unten geneigt ist, sehe ich nicht zwingend die Wegweiser und muß an Kreuzungen manches mal ne Weile schauen. Auch im Polenztal und darauf kommt noch das eine oder andere Orientierungsproblem. Das nervt! Aber gut. Da muß man dann halt durch. Diese ganze Ecke dort habe ich als sehr, sehr schön im Kopf. Was ich im Schein der Stirnlampe sehe, läßt das ebenfalls vermuten. Allein, es ist dunkel. Schade!

Um kurz vor 6Uhr bin ich am Brand. Steil ging es runter, dann links die Straße hoch und dann ist auf der Uhr auch schon der km30 voll. Es sind 3:30h gelaufen – gerade 30min über 6er Schnitt. Nun geht es wieder steil viele Stufen nach oben. Ohja, ich erinnere mich. In den Aufpassagen muß ich mich zusammenreißen nicht zu schnell hochzusteigen. Es dauert dann immer zu lange, bis es gerade auch wieder gut läuft. Schön sachte!

Im Abstieg zur Kohlmühle, im Kohllichtgraben höre ich einen Wasserlauf. Es dürfte jetzt nicht mehr so weit bis zur Ostrauer Mühle sein. Den Bachlauf habe ich mir gesucht und Wasser aufgefüllt. Das Stück des Weges an der Bahnstrecke entlang kann ich mich nicht ansatzweise erinnern. Ok. Vor fünf Jahren lief ich da letztmalig entlang. Das passiert.

Langsam wird es hell. Den Sonnenaufgang werde ich dann also nicht an den Schrammsteinen erleben. wäre sicher auch schön gewesen. Kurz vor Altendorf lugt sie dann hinter den Bäumen vor.

Altendorf

Doch, ein Stück weit atme ich auf, da nun sicherlich die Wegfindung noch etwas besser wird. Andererseits bin ich gespannt ab wann es merklich wärmer wird. Um kurz vor 7 passiere ich die Ostrauer Mühle. Der Zeltplatz liegt auf den einen Blick immer noch verschlafen da. Sicherlich wird der Schein trügen.
Kurz hinter dem Zeltplatz sind die 40km voll. 4:48h. Über die Laufzeit bin ich leicht erstaunt. Klar wußte ich, dass die ersten km leichter zu laufen sind. Gerade da tat ich mich aber auch schwer. Die Hälfte der Höhenmeter bis Schmilka dürften weg sein und doch noch keine 50min hinter einem 6er Schnitt hinterher.

Ich freue mich auf den Weg in Richtung Schrammsteine. D.h., in der Bergaufpassage ärgere ich mich erst mal, dass es leicht zu steil zum Laufen für mich ist und ich so schnell wandern muß. Das kostet nur unötig Zeit! Auf diesem Abschnitt begegne ich den ersten Leuten am heutigen Tag, zwei Wanderinnen. Und kurz darauf, direkt vor dem Schrammtor kommt von rechts ein Läufer – um rechts an der Kreuzung 10m vor mir abzubiegen. Für mich geht es da Links in die Schrammsteine.

Schrammsteintor

Grad 7:30Uhr und schon so ein Begängnis. Keine 10min später bin ich oben auf den Schrammsteinen – völlig allein. Ich glaube an diesem Tag dauert das 2h später bereits deutlich länger… 😉

Ausblick von den Schrammsteinen

Jetzt geht es wieder abwärts ins Kirnitzschtal. Der km50 sollte eigentlich im Aufstieg zum Kuhstall sein. Hmm, meine Uhr sagt mir schon vor dem Beuthenfall, dass die 50km voll sind. 6:15h bin ich unterwegs.
Am Beuthenfall kommt man auf die Straße. Das ist da, wo früher sicherlich einmal Richters Born zu finden war. Ich laufe die Straße entlang. Am Lichtenhainer Wasserfall höre ich das Wasser rauschen und beschließe mir dort eine Flasche aufzufüllen. Eine zweite Flasche mit knapp 0,5Liter habe ich noch. Das Wasser schmeckt nicht so Bombe. Kurz darauf tausche ich es gegen Wasser aus der Kirnitzsch. Das ist besser. Ob es immer gut ist, weiß ich nicht. Das Tal ist noch lang und einige Mühlen sind noch weiter hinten im Tal direkt am Fluß gelegen. Egal. Das ist jetzt so. 9:05Uhr bin ich am Kuhstall. Erwartungsgemäß ist auch hier noch niemand. Aber auch das wird sich bald ändern.

Der nun folgende Weg ist für mich Neuland. In einer Wegbeschreibung las ich, dass der Weg zum Großen Winterberg nicht zu unterschätzen ist. Ich habe für den Weg 2h benötigt und den Weg durch das Kirnitzschtal empfand ich auch aufgrund des immer wieder auf die Straße herunterlaufens mental etwas anstrengend. Man kommt sich da etwas wie Hase und Igel vor, Es geht von der Straße aus Trail oder Wanderweg hoch, irgendwo durch den Wald, wieder runter und schwups ist man wieder auf der Kirnitzschtalstraße – um den nächsten Trail hochzulaufen. „Ick bün all hier.“ Etwas eine Stunde nach dem Lichtenhainer Wasserfall erreichte ich aber mit der Räumichtmühle die letzte Mühle für den heutigen Tag im Kirnitzschtal und es ging in den finalen Anstieg hoch zum Winterberg. Die Mühle läßt man allerdings links liegen, tangiert sie nicht. Beim Queren einer kleinen Brücke dort überlegte ich noch kurz, ob ich nicht auch da Wasser fassen solle. Aufgrund der Nähe zur Mühle machte ich es nicht. Das wäre auch eine Option. Das ist km60 (7:27h) – Noch 8km bis Schmilka. Da der Abstieg nach Schmilka nicht all zu lang ist, wird es noch zwei Minuten bis zum Großen Winterberg dauern. Oh ja! Die 5km sollte man nicht unterschätzen. Die ziehen sich – wenngleich der Weg recht ruhig und wunderschön ist!
Ist man dann endlich oben! Recht fix geht es nach unten. Einige Leute kommen mir entgegen und es ist wunderschön nach unten zu „fliegen“.

Das Wasser ist bald alle. Höchste Zeit also auch, endlich die Illmquelle zu erreichen. Obwohl doch unten an der Elbe die Fähre pendelt und man also eigentlich zusehen sollte schnellstmöglich dort hin zu kommen, mache ich an der Quelle kurz Rast, fülle alle Flaschen auf und wasche Unterarme, Gesicht und Kopf ab. Das kühle Nass ist herrlich!

Schmilka, Fähre

Gestärkt geht es nun zur Fähre runter. Immer wieder kommt mir ein Schwall an Leuten entgegen – eben so pulsartig, wie sie die Fähre ausspukt. An der Fähre bin ich genau um 11:30Uhr – also 9:05h nach dem Loslaufen. Innerloch schüttle ich etwas den Kopf über meine Schätzung von 9h und die nun real gelaufene Zeit. Das ist schon drollig.
Die Fähre legt gerade auf der anderen Seite an, als ich an der Elbe ankomme. Es ist also Zeit für mich. Ich futtere eine Pellkartoffel und warte. Die Beine waren bereits auf dem letzten km hoch zum Großen Winterberg leicht angeschossen. Die Waden zuckten aufwärts bei Druck schon leicht und in den Kniekehlen merkte ich ein Ziehen. Eine kurze Entspannung war durchaus sinnvoll!

Nach ca. 15min geht es auf der anderen Seite weiter. Beim Queren der Elbe auf der Fähre war mein km70 nach der Uhr weg – 9:17h. Das Stück Radweg laufe ich wieder. Aber den Anstieg aus dem Elbtal nach oben geht es dann zügig empor. Oben angekommen sieht man dann bereits die deutliche Änderung des Terrains. Ist man stromauf linksseitig der Elbe sehr trailig unterwegs, überwiegen auf dem Rückweg zu Beginn eher Felder und Wälder. Hier ist Laufen angesagt! So schwer es manches Mal auch fällt! Aber das Ergebnis ist jetzt nicht so schlecht: km80 nach 10:34h. Ich laufe doch noch einmal 1:17h auf den letzten 10km und das ist inkl. des Anstiegs aus dem Elbtal. Diese Zeit lief ich auch auf den 10ern bis km30 und km40.

Das Highlight dieses Abschnittes ist aber ein anderes. Auch bei km80 hatte ich mir ein Gel reingedrückt. Der Weg war gut laufbar und so hatte ich mich mittlerweile doch für diese Tages-km-Zahl ganz gut eingelaufen. Es kam der Waldgasthof Liethenmühle. Der Weg ging mitten durch. Einiges an Leuten saß dort bei Bierchen, Kaffee oder weiß ich was. Zügig lief ich durch, grüßte und war auch schon wieder raus und im Wald. Nur wenige Meter später traute ich meinen Augen nicht! Das war ein Teich und an dessen Ende floß ich weitem Bogen aus einem Rohr Bachwasser in den Teich! Das ist ja wohl mal Geil! Es war etwa km82. Ich hatte noch reichlich 30km zu laufen und ich kann noch einmal Wasser voll auffüllen. Nun müßte ich eigentlich mit den 2 Litern, die ich jetzt wieder hatte bis Pirna kommen.
Lief ich zwar zu Beginn schon mehr mit einer Option Malerweg-FKT los, so war spätestens nach den 9h in Schmilka eine FKT erklärtes Ziel. Nunmehr wurde aber schon aus der eventuell selfsupported gelaufenen FKT, weil ich ggf. noch einmal Wasser bis Pirna fassen muß, doch das Ziel FKT – unsupported!

Quelle nach der Lietzenmühle, km82

Es war 13:15Uhr. Es waren noch 5h bis Sonnenuntergang und es waren noch irgendwas um 30km+x. Bis Sonnenuntergang wäre es eine Laufzeit von 16h. Klar kam noch der Papststein, der Pfaffenstein, die Feste Königsstein und auch der Rauenstein. Das versprach noch Höhenmeter, Kletterei, schwer laufbares Gelände. Aber es waren ja auch noch zum 6er Schnitt 2h drauf Zeit. Das geht ein wenig Richtung 2h/10km – eine Pace, die ich in den Alpen immer überschlägig nehme.

Mit diesen Überlegungen witterte ich „mittägliche“ Morgenluft. Es geht auf die letzten „bummeligen“ km. Die Beine hatten akzeptiert, was ich mit ihnen machte. Der Kopf regelte, dass ich es nicht übertrieb. Es lief also einfach gerade. Und nun kam eben auch ein leichter Zug im Lauf dazu.

Liebe Freunde wollten auf der zweiten Hälfte irgendwo am Weg stehen. Jetzt hieß es konzentrieren. Laufen und Konzentration. Hmm. Manchmal klappt das. Manchmal nicht. Am Papststein nahm ich oben einen kleinen Abzweig rechts und fand mich auf der falschen Seite der Steine wieder. Also retour. Mit ein paar Wanderern, die das gleiche machten, noch ein kurzer Schnack. Sie fragten mich wo es lang ginge und es dauerte etwas bis ich klar hatte von wo sie her kamen und wo sie hinwollten. So eine grobe Karte, wie die sie hatten und meine Lauf-km im Kopf sind nicht immer eine wirklich hilfreiche Kombination. Wieder auf dem richtigen Weg hoffte ich, meine Freunde wären jetzt nicht an mir vorbei. Kurz Telefon an, Standort geschickt, weiter.

Der Weg an Gohrisch vorbei zum Pfaffenstein läuft sich recht gut. In Pfaffendorf zeigt die Uhr km90 an – 12:07h. Jetzt kam noch mal ein technischerer Abschnitt. Durchs Nadelöhr ging es hoch zum Pfaffenstein, hinten wieder runter und dann um den Quirl herum. Letzteres kannte ich noch nicht. Das letzte Drittel eines Laufes ist schon öfter meins. Auch wenn der 10km-Split bis km100 mit 1:33h eine leicht andere Sprache spricht, so ist doch Druck im Lauf. Es wird anstrengend. Aber ich habe den Lauf jetzt klar angenommen. Auf dem Weg vom Quirl nach Pfaffendorf merke ich, dass der Magen anfängt zu drücken. Ich muß etwas Futtern. Und ich darf nicht zu schnell zur Feste hochlaufen. Beides ist einfach für die dann folgenden relativ flachen km nicht hilfreich. So geht es mir dort durch den Kopf. Allein, ich vergesse das Essen. In Königsstein angelangt, sind höchstens die ersten 20Hm nicht zügig. Dann ist immer mehr Druck im Aufstieg. Wanderer kommen mir entgegen; wenige überhole ich. Es ist ja auch schon kurz vor 16Uhr. Wer geht da noch zu Fuß hoch zur Feste.

Oben an der Feste angelangt, laufe ich den Fußweg nach unten Richtung Parkhaus. Ich kenne den Weg. Kurz hinter der Feste übersehe ich allerdings den Abzweig des Malerwegs nach Rechts und laufe nach FKT-GPX-Track geradeaus weiter. Da ich den FKT-Track auf der Karte auf der Laufuhr habe, mache ich mir gar keine Gedanken weiter. Später werde ich aber mitbekommen, dass meine Freunde genau auf dem Stück des Malerweges, am Fuße der Feste auf einer Wiese sitzen und auf mich warten. 😉 Bingo! Ich laufe also wenige hundert Meter an ihnen vorbei. Erst in Thürmsdorf schaue ich wieder auf mein Handy.

Thürmsdorf. Ja, vom Parkhaus bis da war dann ein kleines Loch im Lauf. Schon einige km vorher sollte ich etwa essen und tat es nicht. Hoch zur Feste blendete ich das noch aus. Runterzu ging das auch noch ein wenig. Da drückte dann aber der Magen doch bereits recht stark. Und noch vor der Bundesstraßenquerung war dann doch der Ofen aus. Es ging laufbar bergab und ich mußte Gehen. Innerlich hätte ich vor Wut über mich selbst die Wände hochgehen können – wäre ich nicht grad bissl zu fertig dafür. Gehen! Jetzt! Aber das war dann eben doch die Einladung in den Rucksack zu greifen und die Pellkartoffeln vor zu holen. Drei von sechs waren noch übrig. Obwohl der Magen drückte und ich gar nicht wirklich wollte, packte ich zwei Stück aus, biß kleine Stücken ab, zerdrückte diese mit der Zunge am Gaumen, nahm einen kleinen Schluck Wasser, mischte das Mus mit dem Wasser und schluckte es wie ne Art kalte Kartoffelsuppe runter. Das dauerte etwas. Auch die Wirkung würde etwas dauern. Aber es war die einzige Lösung, um wieder vorwärts zu kommen. In Thürmsdorf setzte ich mich zum zweiten Mal am heutigen Tag kurz hin, telefonierte kurz mit den Freunden und dann ging es weiter – nun wieder laufend! Noch 12-15km. Der Endspurt war eingeläutet!

Den Weg ab Pfaffendorf kannte ich eh, wußte daher, dass es erst mal auf breitem Weg leicht hügelig nach und durch Weißig bis zum Rauenstein gehen würde. Hier ist Laufen angesagt! Nun ja, die Pace war nicht mehr ganz die von heute Morgen. Aber gut, so lange der Laufschritt da ist, geht es doch schneller als wandernd!

Die Kletterei auf dem Rauenstein hatte ich so nicht mehr auf dem Schirm. Es frißt wieder Zeit. Aber gut. So geht es allen, die hier ne FKT laufen. Also gleiche Bedingungen für alle. Paßt. Meine Uhr sagt 105km weg und 14:28h um. Noch 1:30h für die letzten 10?km. Das könnte sich doch eigentlich ausgehen mit 16h?

Nach der Kletterei in den Steinen geht es noch mal abwärts nach Wehlen und dann natürlich noch mal hoch. Den Weg bis Wehlen kenne ich. Ab dem Abzweig nach Nauendorf kommt wieder unbekanntes Terrain. Insofern werde ich sehen, ob 16h ne Option sind. Einfach Laufen und sehen.

In Nauendorf stehen dann doch meine Freunde! Sehr geil. Nachdem sie mich weder in Pfaffendorf noch in Königsstein getroffen haben, hat es also dann endlich dort geklappt. 😉 Ich komme leicht bergan aus dem Wald. Sie wollen ein paar Meter mitlaufen. Hmm, vielleicht war da doch ein Schuß Adrenalin zu viel bei. Auf jeden Fall bin ich irgendwie doch noch schneller und dann auch recht fix wieder weg. Wir sehen uns dann in Pirna auf dem Markt! Es wird in jedem Fall eine FKT und ich hab jetzt noch mal bissl Gas zu geben, damit da vielleicht doch noch ne 15 vorne steht!

In Nauendorf sehe ich noch einen Wegweiser. Da muß doch mal kurz das Telefon für ein Foto raus. Dann aber wirklich fix weiter. Es war der vorletzte kurze Stopp vor dem Marktplatz.

Ich weiß, dass es noch etwas oberhalb des Elbtals ein Stück an der Abbruchkante entlang geht. Im Kopf habe ich, dass die letzten 5km unten auf dem Elberadweg verlaufen. Der Blick geht also immer wieder auf die km-Anzeige der Laufuhr. Hinter Naundorf sind die 110km voll. Es sind 15:09h gelaufen und vom Radweg ist irgendwie noch lange nichts zu sehen. Egal. Der Weg ist das Ziel. Also einfach laufen und warten, wo es runter geht. Stand im Ort in Naundorf noch ne 6bei der Pace, so kamen auf dem wunderschönen schmalen Pfad an der Abbruchkante nur noch zwischen 7 und 8er Pace raus. Die Kraft war nicht mehr da, auf dem Trail ne 6 zu laufen. km110 weg, km111 und es war kein Weg nach unten in Sicht. Ich schaute kurz auf dem Telefon in die Offlinekarte. Noch ein knapper km. Dann muß es runter gehen! Das wäre dann die Distanz bei der andere schon in Pirna auf dem Markt standen. Aber gut. Egal, was die Uhr anzeigte. Letztlich zählt die Strecke und die bin ich mit ein, zwei, drei kurzen Verlaufern halt gelaufen und der Malerweg ist eben erst auf dem Markt in Pirna zu ende. Etwas am Grübeln war ich aber schon ob der 5km Elbe-Radweg. Langsam ging das Wasser zur Neige. Das letzte Gel hatte ich mir auch schon bei km106 eingeworfen. Irgendwann geht dann der einfach abrufbare Sprit aus.

Endlich der Aussichtspunkt Königsnase und dort ging es auch endlich steil abwärts. Die Stufen fand ich jetzt nicht mehr so das Highlight für die Beine, aber das war mit Ansage. Jetzt ist es nicht mehr weit! Unten auf dem Radweg angekommen schaltete ich auf der Laufuhr dann doch mal die Navigation zum Track an. Nicht, dass ich wissen wollte wo es lang geht. Aber dann zeigt die Uhr wie weit es noch zum Ziel ist. Irgendwas um 3,5km standen da wohl auf der Uhr. Puh, doch keine 5km mehr! Allerdings wußte ich, dass die FKT-Strecke unten auf dem Elbe-Radweg bleibt – warum auch immer das so ist. Der Malerweg biegt kurz vor dem Markt noch einmal nach oben ab und führt hoch zum Schloß. Ein Anstieg, den ich meine auch bei Johannes Hacker schon als spannend gelesen habe.

Nach 15:28h komme ich auf den Radweg. Jetzt ist konsequent einfach nur Laufen angesagt. Ich könnte jeden Meter einfach stehen bleiben. Aber wenn man jetzt hier den Anker wirft, dann dauert es noch mal lange. Immerhin bekomme ich noch mal nen 5:30er Schnitt auf dem glatten und flachen Asphalt hin.

Abzweig in Pirna hoch zum Schloß

Nach 15:45h, lt. Laufuhr km115,3 und lt. Navigation 1,2km vom Ziel entfernt biege ich dann links ab. Es geht hoch zum Schloß. Die FKT-Strecke wäre also klar in unter 16h möglich gewesen. Ich habe bewußt diesen Umweg gewählt. Als FKT zählt die Zeit ab Loslaufen in Liebethal bis zur Ankunft am Markt in Pirna. Welche „Umwege“ man da dann läuft, ist nicht wirklich relevant. Hauptsache man läuft außerdem die FKT-Strecke.
Den Anstieg, ich kann ihn nur teilweise laufen. Ich habe keine Ahnung wie weit es noch in Metern bis zum Markt ist. Das nicht laufen können nervt! Ich bin oben am Schloß. Der letzte Schluck Wasser geht nun weg. Der Weg führt nicht zum Schloß, sondern am Rand des Schloßes entlang. Die Maler sind wohl nur die Dienstbotenwege gegangen. Klar, eigentlich logisch. 😉

Am Ende des Schloßes – für mich das Ende, der Betrachter kommt aus Pirna und da ist es wohl eher der Eingang – ist es dann aber wirklich gleich geschafft. „Malerweg – Pirna Markt 5min“ – oder so ähnlich steht es auf dem Schild. Und in der Tat sind es auch wirklich nur noch wenige Meter bis zum Marktplatz.

16 Stunden und 4min nach dem Loslaufen in Liebethal erreiche ich den Marktplatz von Pirna. Meine Freunde sitzen auf einer Bank mitten auf dem Markt. Geschafft!

Pirna Marktplatz

Malerweg – Ein länger geplanter Lauf

Start Liebethal
Ziel Pirna Marktplatz
Dazwischen 112km herrliche Landschaft, hauptsächlich feinster Trail und 4000Höhenmeter.

Das sind die Rahmendaten. Die Wanderempfehlung unterteilt den Malerweg in 8 Etappen. Um den Malerweg als das wahrzunehmen, wie er angelegt ist, lohnt sicherlich eine Splittung.

Ich hatte etwas anderes im Sinn. Die Inspiration gab mir ein Bericht von Johannes Hacker zu seinem Lauf auf dem Malerweg (https://wordpress.com/block-editor/post/schalklaeuft.wordpress.com/3586) Seit dem spukte mir der Lauf im Kopf herum. 2015 lief ich bereits einen Teil. Aber für den kompletten Weg war irgendwie nie die Zeit zu finden. Nie die Zeit zu finden? Ich habe sie mir nie genommen. Es war ja auch immer noch Zeit dafür! Naja, eine Verletzungspause aufgrund einer zickenden Plantarsehne von April bis Juni 2019 und dann der gleiche Mist noch einmal ab November 2019 bis fast Dezember 2020 zeigte mir dann aber doch wie schnell diese Distanzen unmöglich werden können. Vorher war ich nie großartig verletzt. Man lernt nach so langer Verletzungszeit diese so geliebten längeren Läufe noch mehr schätzen.

Bereits bei der Planung sehr reizvoll fand ich die Herausforderung auf dem Weg. Prinzipiell ist es ja ein Lauf im Mittelgebirge. Aber allein die Höhenmeter versprechen läuferisch einen anderen Lauf, als es ein Rennsteig oder Thüringenultra ist. Für meine Begriffe war es somit die Herausforderung eben diese klassischen Mittelgebirgswege auch zügig laufen zu können und mir in den kurzen steileren oder technischen Abschnitten einfach auch die Zeit zu lassen, eben nicht ins Nirvana zu laufen. Letzteres ist etwas, das ich in den Alpen immer ganz gut hin bekomme. Ersteres hat am Rennsteig und beim TU auch recht gut geklappt. Diese Kombination muß dann schließlich auch gehen.
Dann stand ja da etwas im Bericht von einer „schnellsten bekannten Laufzeit“ (FKT – fastest known time). 18:50h auf 112km. Das muß doch machbar sein. Seit diesem ersten Bericht trugen sich andere in die Liste der LäuferInnen auf dem Malerweg ein. Simon Spindler fragte im vergangenen Jahr im Netz wie man sich unterwegs dort verpflegen könnte. Viel konnte ich ihm nicht an Hilfe geben, nur die Gedanken und Erfahrungen meines gelaufenen Teilstücks aus 2015. Ich verfolgte aber sehr seinen Lauf und freute mich über sein Ergebnis. Marc Schulze lief den Weg in einer Laufzeit, die ich wohl eher nicht erreichen werde. Bedenkt man, dass er eine Stunde „Pause“ in Schmilka machte und trotzdem in 14:43h in Pirna auf dem Markt war, spricht das schon eine klare Sprache. Er kam in Schmilka nach 7:50h an und lief dort nach 1:05h erst wieder weiter. Zieht man von dieser Stunde Pause 15min für die Fähre ab, die wirklich benötigt werden, weiß man wo eine FKT auf dem Malerweg hin kommen kann. 14:43h sind da bestimmt nicht das letzte Wort. Den bisherigen Abschluß an FKTs gab dann vor wenigen Wochen Nolle mit der ersten FKT-Zeit einer Frau auf der Strecke. Auch diese 16:42h fand ich sehr beachtlich!

Zu meiner läuferischen Ausgangsbasis schrieb ich bereits in den Vorbetrachtungen. Lange Läufe fehlen, was sich irgendwann auf die laufbaren Passagen auswirken würde. Dembo fehlte, was in den laufbaren Passagen halt auch zu Buche schlägt. Steil hoch und technische Passagen würde ich gut laufen können. So meine Einschätzung vorher.

Bei Betrachtung der Liste an FKT-Läufen fällt dann noch auf, dass noch niemand den Malerweg nonstop völlig ohne Support gelaufen ist. D.h. Simon lief ihn „selfsupported“. D.h., er versorgte sich auf dem Weg 2x in Gaststätten. Ohne Support ist so definiert, dass man nur an Quellen und Brunnen Wasser tanken darf und ansonsten sämtliche Verpflegung beim Loslaufen bereits bei hat. Dieses „unsupported“ war mein Ziel. Aber dafür galt es Wasserstellen herauszufinden – von Berlin aus eine coole Sache. So ging ich auf meiner Offlinekarte auf dem Telefon den Track ab und suchte nach in der Karte eingezeichneten Quellen in der Nähe. Ich fand einige. Da war der Waldborn in der Nähe von Hohnstein, ca. km25. Als nächstes kam der Münzborn kurz vor dem Kuhstall bei ca. km50, dann die Illmquelle in Schmilka bei km68 und abschließend war eine Quelle am Parkplatz unterhalb des Pfaffenstein (in Sichtweite zum Gasthaus „Zum Pfaffenstein“) eingezeichnet. Das wäre etwa km90. Die Entfernungen waren also eigentlich ganz gut gesetzt, dass man die Distanz auch eigenverpflegt laufen könnte.

Nun geht man so ein Unterfangen nicht an, ohne nicht vorher die Brunnen auch zu prüfen. Nichts wäre schlimmer, als im Nirvana unterwegs zu sein und das Wasser geht aus. Nachdem der Tag also feststand an dem ich laufen wollte, ging es ans Finetuning.

Das Auto wollte ich in Pirna am Bahnhof abstellen. Da ist ein kostenloser P+R-Parkplatz. Das ist nicht wirklich weit vom Marktplatz entfernt. Geht also. Nach Liebethal wollte ich dann nicht auch noch laufen. Also Fahrrad ins Auto. Morgens wird dann vom Parkplatz mit dem Radl die 6km gefahren und abends kann man das Radl mit dem Auto wieder abholen.

Verpflegung.
In den Bergen verpflege ich mich gern mit ner Suppe auf ner Hütte oder auch mit Stulle oder eben Pellkartoffeln. Was eigentlich nie auf dem Speiseplan steht, sind Gels. Wo das Zeugs aber helfen kann, sind die laufbaren Passagen hintenraus. Tragen muß man das Zeugs ja auch noch. Also waren 6 kleine Pellkartoffeln und 10 Gels die Verpflegung der Wahl. Das mußte für „X“ Stunden unterwegs reichen.

Trinken.
Wie schon geschrieben, hatte ich mir die Brunnen im Netz gesucht. So sah meine Planung aus. Dunkelblau hatte ich Wasserläufe oder Wasserfälle markiert, die am Weg sein könnten. Hellblau waren die herausgesuchten Brunnen.

Malerweg auf der Offlinekarte im Telefon

Am Freitag vor dem Lauf ging es um kurz nach dem Mittag in Berlin los – Ziel war Hohnstein und damit der erste Brunnen. Der Waldborn ist ein alter Brunnen mit einer Schlegelpumpe. Schon beim Lesen hatte ich so die Befürchtung, dass diese Pumpen bei längerer Nichtnutzung oder Trockenheit oder beidem erst einmal angegossen werden müssen, bevor da etwas kommt. Und ja, leider war der Gedanke nicht verkehrt. Da war nix mit Wasser. 1 von 4 negativ.

Waldborn bei Hohnstein – leider trocken


Weiter ging es ins Kirnitzschtal. Kurz vor dem Lichtenhainer Wasserfall sollte an der Brücke, über die man beim Malerweg von den Schrammsteinen runter kommt Richters Born sein. Hmm, trotz intensiver Suche war da nichts zu finden. Also weiter zum Münzborn kurz nach dem Lichtenhainer Wasserfall in Richtung Kuhstall – ausgetrocknet. Ich suchte eine Weile. Aber auch da war nichts. Jetzt wurde es eng! Die nächste Quelle wäre erst km68 in Schmilka. Bis dahin kommt man mit Wasser nur ab Liebethal nicht! Da muß noch ein Plan B her.
Aber erst mal weiter und sehen, ob in Schmilka die Illmquelle vorhanden ist. Jup, die war da! Hier kann also voll aufgetankt werden.

Illmquelle in Schmilka

Letzter Stop war Pfaffendorf. Am Ortsausgang Richtung Pfaffenstein fand ich zwar kurz vor dem Gasthof „Zum Pfaffenstein“ rechter Hand den Brunnen. Am Brunnen stand „kein Trinkwasser“. Allerdings war die Beschriftung recht irrelevant. Es lief kein Wasser. Abgestellt.

Quelle in Pfaffendorf – abgestellt


OK, Trefferquote 1 von 5. Na immerhin. Die eine Quelle war schon mal ne wichtige Basis in der Mitte des Weges. Bis Schmilka brauche ich dringend noch ne Idee mich mit Wasser zu versorgen und ab Schmilka kann ich dann während des Laufes mitrechnen wie viel Wasser ich pro Stunde etwa verbrauche und weiß dann in Königstein, ob ich mir doch irgendwo was holen muß und aus „unsupported“ „selfsupported“ wird, oder ob ich mit dem da dann noch vorhandenen Wasser doch durchkomme.

Da 25°C für den Samstag angesagt waren, entstand nun auch der zweite noch nicht ganz klare Punkt: die Startzeit. Ich würde leider doch recht zeitig loslaufen und sehr schöne Abschnitte des Weges im Dunkeln laufen. Allerdings ist der Wasserbedarf bei niedrigeren Temperaturen einfach geringer. Aus den Zeiten von Marc und Nolle peilte ich einfach über den Daumen mal eine Laufzeit bis Schmilka von 9h an. Für die zweite „Hälfte“ schätzte ich, dass 7h gut klingen würden. Wie realistisch das war, hatte ich allerdings keine Ahnung. Nur mit irgendwas muß man ja mal in eine Zeitplanung gehen. Aus diesen 16h Laufzeit + Fähre entstand dann das Loslaufen zwischen 2 und 3Uhr in der Früh.

In Königststein holte ich mir noch ne Packung Quark zu meinen Pellkartoffeln, die ich aus Berlin eh mitgebracht hatte und schon hatte ich ein Abendbrot. Was noch ausstand war eine Idee zur Wasserversorgung bis Schmilka. Da fiel mein Blick beim Schauen in die Karte auf einen Brunnen an der Kirche in Wehlen. Die Rückfahrt von Königstein nach Pirna ging also über Bad Schandau nach Wehlen. Jup, da kam Wasser und es war auch Trinkwasser. Somit war die Planung klar. Ich werde mit wenig Wasser in Liebethal loslaufen, in Wehlen kurz vom Weg abzweigen und die Flaschen, die ich bei hatte komplett mit Wasser auffüllen. Das waren 2 Liter. Und dann muß ich sehen, dass ich unterwegs irgendwo an Bächen nachfüllen kann. Geht das schief, kann ich sehen, ob ich an der Ostrauer Mühle am Zeltplatz etwas Wasser auffüllen kann. Wäre dann halt „selfsupported“. Ist dann so. Nicht schlimm.

Nachdem die Wasserversorgung gedanklich geklärt war, fuhr ich entspannt nach Pirna, suchte mir nen ruhiges Plätzchen fürs Auto, stellte das Radel neben das Auto, packte meine Luftmatratze und den Schlafsack aus, legte alle Laufklamotten für den nächsten Tag und den Laufrucksack bereit, aß in Ruhe Abendbrot – lecker Pellkartoffeln und Quark, trank nen spritfreies Bierchen, stellte den Wecker und da es mittlerweile dunkel war, war ich auch ruckzuck eingeschlafen.

1:30Uhr klingelte der Wecker.

😉

Malerweg – die Vorbereitung

Schon vor einigen Jahren hatte ich den Malerweg als non-stop-Lauf auf meinem Zettel. 2015 lief ich einen ersten Teil bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Ein herrlicher Lauf mit Freddy. Mehr Zeit war damals nicht. Dann mußte ich zusehen, dass ich pünktlich abends in Berlin bin.

Seit dem überlegte ich immer mal wieder wann das nächste Mal Zeit für die ganze Runde wäre. Irgendwas war immer. 2018 kam dann ein Problem mit einer Plantarsehne. So was dauert. Seit dem Frühjahr läuft es wieder. Formaufbau. Kreiseln an der Ahrensfelder Höhe, km sammeln. Im Sommer dann etwas ein Loch. Der TOR des Glaciers war abgesagt. Die Anzahl langer Läufe wurde weniger. Im September dann eine Woche Aostatal. Hier wurden Höhenmeter gesammelt. 4000hm am Stück. Das ist nach der Woche kein Problem mehr. 12h am Stück unterwegs sein? Hab ich da wieder mal gemacht.

Man könnte meinen, die Vorbereitung ist damit abgeschlossen. Es kann losgehen. Hmm. Die Woche bin ich noch mal ein paar flache 20er gelaufen. Und da wurden dann doch zwei bekannte Defizite wieder klar:

Es fehlt Dembo. Die Grundschnelligkeit ist lange nicht mehr da, wo sie vor anderthalb Jahren war. Das ist nicht neu. Dembo gommd von Dembo. Aber Dembo habe ich seit dem Frühjahr nicht gemacht. Wozu auch? Für einen TOR des Glaciers brauche ich das nicht. Die Gefahr einer erneuten Verletzung schien mir viel zu groß.

Es fehlen lange Läufe. Im Hochgebirge läuft man mal 10km am Stück flach oder bergab – wenn überhaupt mal so weit. Dann geht es wieder bergan. Lang am Stück laufen ist da nicht in dem Maß nötig wie im Mittelgebirge.

Beides ist ungewohnt für mich vor einem solchen Lauf.

Also erst mal noch ein paar Wochen km sammeln und dann loslaufen? Hmm, dann wird es länger dunkel sein und kälter. Das Dembo geht da auch ein Stück weit runter. Als Zweites möchte ich gern die Strecke ohne Support bewältigen. Brunnen auf der Strecke habe ich mir auf Karten herausgesucht. Funktioniert das? Das werde ich mir am Wochenende ansehen. Dann weiß ich, ob und wie der Malerweg nonstop unsupported geht.

Wie es laufen wird? Man könnte aus obigem herauslesen, dass das mit den Gedankengängen nichts werden kann. Hmm, mit Anstrengung hintenraus kann ich umgehen. Der Kopf wird sicher kein Problem. Wie es also läuft, das sehe ich dann. Und wenn es später noch mal schneller geht als am WE, dann hab ich auf jeden Fall schon mal nen besseren Plan und nen langen Trainingslauf mehr.

67km mit 2562Hm auf und 2533Hm ab sind es bis Schmilka. Die Brunnen sind bei km 25 (Waldborn), 50 (Münzborn) und 67 (Ilmenquelle).
45km mit 1607Hm auf und 1612Hm ab sind es dann noch bis Pirna. Der Brunnen ist bei km86 in Pfaffenstein, kurz vorm Ortsausgang.
Das sind die groben Eckdaten. Die vielen Auf und Ab dazwischen muß man sich nicht merken. Geht eh entweder hoch oder runter.
Zwischen Liebenthal und Pirna sind 112 landschaftlich wunderschöne km.
Ick freu mir!
Und bin gespannt wie ein Flitzebogen.
😉

Auf den Pfaden des TOR des Glaciers IV

Planaval-Le Pont-Passage du Grand Neyron (km55-km136)

Ich bin die Strecke an 2 Tagen abgelaufen. Den ersten Tag fuhr ich mit dem Auto nach Planaval, stellte es da ab und lief bis LePont, etwas oberhalb von Eaux Rousses. Freunde liefen den Tag in Courmayeur los und die Strecke des TOR330 bis Planaval. Dank eines Zweitschlüssels fürs Auto konnten sie dann mit dem Auto von Planaval nach Eaux Rousses fahren und mich da abholen. Einen anderen Tag fuhr ich mit dem Auto nach Eaux Rousses, lief stumpf die Straße hoch nach LePont, dort auf den Track bis hinter die Passage du Grand Neyron und am Abzweig wo der TOR330 aus Eaux Rousses kommend gemeinsam mit dem TOR450 weiter zum Col Loson führt, bog ich nicht zum Col Loson rechts hoch, sondern nach Eaux Rousses links nach unten ab und lief wieder zum Auto. Soweit die Logistik für einen Trainingslauf. Leider sind Busse in den Seitentälern keine brauchbare Alternative. Man läuft zum Streckencheck entweder viele „Leer-km“, oder hat Freunde, die einen absetzen oder abholen oder beides. Aber weiter zum Lauf.
Ab Planaval geht es recht unspäktakulär und langweilig einen Fahrweg gemächlich nach oben. Man könnte sich etwas fragen was das soll. Nun ja, ein Ziehweg halt.

Nach etwa 3,5km erreicht man eine verlassene (?) Alm. Diese umgeht man links und ab da beginnt ein wirklich wunderschöner Trail! Dieser Abschnitt dürfte im Wettkampf am Tag passiert werden und so man sich nicht stetig nur Gedanken um seinen Hunger machen muß, kann man diesen Trail wirklich auch genießen.

Es geht erst etwa 1,5km leicht bergab und dann stetig bis hoch zum Refugio degli Angeli bis auf 2.900m. Für diese 12,5km benötigte ich 2:30h. Der Weg erlaubt ein zügiges Gehen, zu Beginn teils auch Laufen. Ob man das dann auch im Wettkampf leicht bergan macht, steht auf einem anderen Blatt. 😉

Beeindruckend sind auf dem Weg immer wieder die Ausblicke ins Tal und auf den gegenüberliegenden Höhenzug. Sehr schön kann man den Ort Valgrisenche und auch den Weg hoch zum Rifugio L‘ Epee und weiter hoch zum Col Fenetre verfolgen. Alle drei Stationen wird man allerdings nicht zu Gesichte bekommen. Der TOR des Glaciers geht etwas weiter außen herum im Grand Paradiso.

Auch im Refugio degli Angeli sollte man gut essen. Das nächste Rifugio ist erst wieder das Rif. Bezzi, nach weiteren 10km. Der Abstieg ist nicht sehr technisch, halt etwas alpin, aber wirklich gut ausgebaut. Man erreicht ein paar Häuser, Arp Vieille. Hat man diese passiert, läuft man nicht den Fahrweg ab, sondern biegt an einer Ausschilderung, direkt nach den Häusern rechts weg und läuft das Tal auf der Höhe, noch einmal leicht ansteigend weiter nach hinten. Nach zwei weiteren km kann man unten im Tal bereits sehen, wo es lang gehen wird. Allerdings hält der Weg noch eine kleine „Überraschung“ bereit. Es geht nicht nach unten, sondern weiter auf der Höhe rechts in ein Seitental. Und das zieht sich mal eben bis ans Ende ca. 3km. Man kann sehr schön ca. 300m weiter unten auch den Rückweg sehen. Ich hoffe sehr, dass beim Lauf im September am Ende des Tals eine Stempelstelle ist oder eine anderweitige Kontrolle. Die 300hm sind zwar steiler Wiesenhang. Aber an einer Stelle geht durchaus auch ein Trampelpfad nach unten. Wer den nutzt, der „spart“ sich mal eben ca. 5km, die eher nicht im 6er Schnitt gelaufen länger als ne halbe Stunde dauern. Sportlich fair wäre anders.

Aber man muß den Weg auch aus einem ganz anderen Grund bis ans Ende laufen. Es erwartet einen ein wundervoller Anblick, der Lago San Grato. Als ich da ankam, spiegelten sich die Berge ganz wunderbar im See. Das muß man einfach sehen und genießen! Auch bei anderen muß sich dieser herrliche Anblick rumgesprochen haben. Ich war nicht der einzige dort am See und auch unterwegs traf ich einige Wander diesen Tag – trotz, dass das Rifugio degli Angeli geschlossen war. Nun ging es aber weiter abwärts ins Tal.

Dort wo die Straße im Tal von Valgrisenche endet, kommt man auf die Straße. Und dann geht es auch gleich weiter nach hinten ins Tal, nur eben auf einem Fahrweg. Eigentlich ist die Steigung zu flach zum Gehen. Ich fürchte aber, sie wird nach 80km vermutlich doch nicht flach genug zum Laufen sein. Wir werden es sehen.

In jedem Fall geht es sehr langsam ansteigend von knapp 1800müNN zum Rifugio Bezzi, das bei reichlich 2200müNN liegt. Hier heißt es wieder gut Essen fassen. Das nächste Rifugio ist ein paar Stunden entfernt. Auch dürfte es beim Lauf nun später Nachmittag sein und man wird das Rifugio Benevolo sicher erst im Dunkeln erreichen.

Blick zurück zum Rifugio Bezzi

Nach dem Rifigio Bezzi geht es auf schmalem, gut ausgetretenen Pfad weiter bergan. Man nähert sich dem Gletscher. Technisch ist der Weg nicht; ein ausgetretener Pfad. Beeindruckend ist der Weg. Der Anblick des Gletschers Chiacciaio di Gliairetta beeindruckt:

Den ganzen Tag bin ich bereits recht allein unterwegs. Insofern ging ich davon aus in dieser entfernten Ecke niemanden weiter zu treffen. Mitnichten ist dies so. Eine Truppe Wanderer kommt mir entgegen. Auch etwas später treffe ich nochmals Wanderer. Ich genieße da oben den Blick auf den Gletscher! Der Weg geht links an ihm vorbei in eine Scharte. Der Aufstieg ist nicht sehr schwierig. So es da bereits dunkel ist, wird die Wegfindung nicht mehr so einfach. Aber da muß dann halt die elektronische Karte neben den Steinmanneln weiterhelfen.

Der Col Barassac Deré ist dann schnell erreicht. Ich wünsche den Läufern hier noch einen Blick im Hellen auf den Gletscher werfen zu können. Sicherlich waren die Gletscher auch dort vor Jahren noch deutlich größer. Und doch ist es einfach großartig das so zu sehen.

Der Abstieg ist nun nicht weiter schwierig. Es geht zwar einiges erst einmal verblockt, aber doch gut nach unten. Wobei ich denke, dass die Wegfindung im Dunkeln schwierig sein wird. Da hilft es sicherlich dann den See, den Lago di Goletta weiter unten als Ziel anzupeilen und einfach mehr oder weniger gerade bergab zu laufen.

Schon vor dem Weg wird der Weg wieder ein gut laufbarer und einfach zu findender Pfad. Nach dem Ende des Sees, den man rechter Hand liegen läßt, kommt ein Wegweiser und es geht rechts weg auf schmalem Pfad in Richtung Refugio Frederico Benevolo. Als ich bei schönstem Wetter gegen 17Uhr (9h nach Planaval; 3h nach dem Refigio Bezzi) dort vorbei laufe, sitzen einige Leute auf der Terrasse und genießen die Sonne. Für mich heißt es allerdings nur schnell Wasser draußen auffüllen und schnell weiter. Ich will schließlich noch ein Tal weiter und mag eigentlich nicht erst noch gegen Ende die Stirnlampe hervor holen.
Es geht leicht bergan, später wellig ins Nachbartal. Der Col Rosset ist erst hinter dem nächsten Hügel versteckt. Auch dieser Anstieg von 700Hm geht in seicht los, um Stück für Stück steiler ansteigend leicht an der Kondition zu zehren. Dass man da einiges nach 17Uhr völlig allein unterwegs ist, muß sicherlich nicht extra erwähnt werden. Doch nach dem Col Rosset ist das mitnichten so. Da taucht doch plötzlich mitten auf dem Weg stehend vor mit ein Steinbock auf. Majestätisch steht er da. Es scheint als möge er mir sagen, dass er hier der Herrscher der Gegend ist. Anfangs schaut er nicht einmal zu mir. Erst als ich näher komme, würdigt er mich eines Blickes. Unglaublich, diese Sicherheit und Ruhe. Leider habe ich nicht die Zeit ihn länger gewähren zu lassen. Ich muß weiter. Er läuft auf meinem Weg in meine Richtung. Sehr lustig. Erst nach einer Weile scheint es ihm dann doch zu bunt zu werden und er trollt sich abseits des Weges.

Den Aufstieg zum Col Rosset sollte man nicht zu schnell steigen und gut Kraft sparen. Was nun folgt sind km über km wenig hügelig und fast durchgängig leicht bergab auf super gut laufbaren und gut zu findenden Wegen bis Le Pont (Pont Valsavarenche). So man ab dem Lago Rosset nicht gut Laufen kann, dürfte man sich doch etwas ärgern. Bei mir waren langsam die Akkus alle. Die Versorgung im Rucksack war aufgebraucht und auch das Wasser ging zur Neige. Es war einfach Flasche leer – abwechselndes Laufen und Wandern war das Resultat. Ätzend auf einem 3m breiten flachen, janz leicht abfallenden Fahrweg. 1:30h benötige ich für die 10km ab dem Col Rosset bis Le Pont. Das braucht kein Mensch!

Aufgrund der mangelnden Laufbereitschaft der Beine muß ich dann in dem finalen Abstieg nach Le Pont doch noch die Stirnlampe vorholen. Erst meinte ich, dass ich es bis nach unten noch so schaffen würde. Nachdem dann aber der erste kleine Stolperer kam, revidierte ich dieses Denken. Heldenhaft in der Dämmerung stürzen ist vielleicht doch eher dämlich – wenn die Stirnlampe im Rucksack weilt.

Ob der späten Stunde wähnte ich meine Freunde längst unten auf dem Parkplatz und hatte schon die Frotzeleien wegen meiner späten Ankunft im Ohr. Mit den letzten Strahlen des Tageslichts spuckte mich dann der Wald auf dem Parkplatz von Le Pont aus. Der Rucksack war leer. Futter alle. Trinken alle. Ich hatte richtig Hunger. Und niemand war da. Huch! Was war das denn? Auch die Drei waren gerade erst am Auto angekommen.

Direkt Le Pont ist aber zum Glück ein Restaurante! Hervorragend. Ich würde mir die Pasta schon mal schmecken lassen und bitten, dass die Küche dann vielleicht auch für die anderen noch etwas bereit hält. Mit Dem Auto braucht man von Planaval schon noch mal ne reichliche Stunde etwa. Die Strecke ist schmal und kurvenreich und zieht sich doch mächtig.

Beim Eintritt ins Restaurante suchte ich nach meinem Buff. Draußen war es bereits dunkeln. Bevor ich ihn hatte, wurde ich bereits extrem nett begrüßt und auf den fehlenden Mundschutz hingewiesen. Im nächsten Atemzug hörte ich allerdings auf danach zu suchen, da mir gleich offeriert wurde, dass die Küche bereits geschlossen ist. Es war 20Uhr. Ätzend! Ihr mich auch! Dann eben nicht! Ultraläufer kommen auch mit Hunger und Durst klar.

Es war nicht kalt. Aber ich ging den anderen dann einfach entgegen, um nicht im Dunkeln auf dem Parkplatz langsam einzufrieren. In Eaux Rousses, also da, wo die Läufer des TOR330 vom Col Entrelor hinunter kommen, trafen wir uns dann. 😉 Es war gegen 21Uhr. In Courmayeur fanden wir dann noch einmal eine knappe Stunde später zum Glück noch einen kleinen Laden, der für uns ein paar Pizzen und ein Bierchen hatte. Ein schöner Tag mit reichlich km und Höhenmetern und ein guter Abschluß.

Knapp 12h benötigte ich für die 60km mit ca. 4000Hm ab Planaval bis Le Pont. Beim Tor des Glaciers wird das sicherlich länger dauern. Verpflegungspausen hatte ich keine wirklichen auf der Strecke und beim Lauf ist es nachher extrem wichtig an den Refugios ausreichend zu essen!

Auf den Pfaden des TOR des Glaciers III

Refugio Deffeyes-Planaval (km42-km55)

Zum ersten Abschnitt ab Cournayeur bis La Thuile (https://schalklaeuft.wordpress.com/2020/09/13/auf-den-pfaden-des-tor-des-glaciers-2020-part-ii/) schrieb ich ja schon, dass es sehr hilfreich sein kann beim Laufen einen Blick auf die elektronische Karte werfen zu können. Im Skihang wechselte der Weg teils zwischen der Alta Via 2 und Skiabfahrten. Letztlich geht es aber doch hoch Richtung Rifugio.

Da ich den Abschnitt von La Thuile zum Rifugio Deffeyes bereits vom TOR330 kenne, sollte es also am nächsten mir unbekannte Abschnitt weitergehen. Ein wenig muß man beim Laufen der Abschnitte ja auch noch an die Logistik denken. Also fuhr ich nicht nach La Thuile, sondern nach Planaval, lief von da aus die Strecke des TOR330 entgegen bis zum Rifugio Deffeyes und bog dort dann auf die Strecke des TOR450, hoch zum Col du Planaval ein.

Der Abschnitt entgegen der TOR330-Strecke war bei schönstem Wetter keine Herausforderung. Herrlich fand ich den Abstieg vom Col Crosaties runter nach Promoud. In 30min waren die 800Hm abgelaufen. Also eine wirklich sehr gut laufbare Strecke. OK, beim TOR geht es da natürlich dann hoch. Das dürfte etwas länger dauern. Am Biv. Promoud war leider kein VP diesmal aufgebaut. Aber gut. Das war eingeplant.

Nicht mehr ganz hatte ich die Entfernung vom für mich nächsten Col, dem Col Haut Pas bis zum Rifugio Deffeyes im Kopf. Auch war mir nicht mehr ganz klar, dass da noch mal 300Hm dazwischen lagen. Nach ca.4h passierte ich bei Tages-km17 Refigio Deffeyes. Beim Wettkampf sollte man im Refugio Deffeyes gut essen! Das nächste gibt es erst wieder im nächsten Refugio und das wird (wie immer?!) etwas dauern. Ich drehte bereits ein paar Meter vor dem Refugio links ab.

Das sieht man allerdings so nur, wenn man von Planaval entgegen der Strecke läuft. Sehr hübsche Ausschilderung auf einem normalen Straßenschild. 😉

Aber jetzt ging es auf unbekanntes Terrain. Der Col Planaval war am Refugio ausgeschildert. Also erwartete ich auch eine ganz gut begehbare Strecke. Das erste Stück war es das auch definitiv, wenngleich erst die Kombination aus gelben Pfeilen, Steinmanneln und der elektronischen Karte auf der Uhr zur Orientierung dienten.

Kurz nach dem Refugio Deffeyes ein kurzer Blick zurück

Je näher man dem Gletscher kam, desto weniger gelbe Pfeile fanden sich als Wegmarkierung. Ab und an war ein kleines Steinmannel zu sehen. Im Wettkampf dürfte man hier schon im Hellen unterwegs sein. Ich denke, das erleichtert die Orientierung. Allerdings war schon noch ein Weg leicht erkennbar.

Dann ging es an der wohl ehemaligen Gletscherkante entlang und plötzlich stand ich vor einer Wand. Ich war etwas am Grübeln wo es weitergehen würde. Oben lang nichts. Unten lang sah auch komisch aus. Und dann sah ich direkt da, wo ich zu erst lang wollte ein paar Eisenketten verlaufen. Manchmal reicht einfach auch richtig schauen. Nach etwas leichter Kletterei war ich wieder auf dem Weg und sah, dass es leicht links hoch in den gar nicht mehr so hohen Col des Planaval ging. Auch hier im verblockten Gelände waren die Markierungen recht dünn gesäht. Es wäre wohl schneller gegangen, wäre ich einfach gerade hoch gelaufen, als nach nem kaum vorhandenen Weg zu suchen. Ab dem Refugio benötigte ich ca. 1:10h bis hoch zum Col.

Die letzten Meter zum Col des Planaval – Einfach hoch gehen. Mehr oder weniger Geradeaus ist wohl das Schnellste. 😉

In der Ausschreibung stand etwas von gefährlicher Passage. Die Ketten können nicht gemeint gewesen sein, der Aufstieg wohl auch nicht. Beim Blick auf die andere Seite des Sattels sah es schon so aus, als könnte die Seite des Abstiegs gemeint gewesen sein. Unmarkiert im verblockten Gelände absteigen. Prinzipiell ist das jetzt eigentlich nicht so schwierig. Es ging einfach gerade nach unten. Etwas Zeit sollte man sich doch lassen. Spannend ist das schon, wenn du auf ne metergroße Steinplatte trittst und die anfängt sich mit weiteren Blöcken zu bewegen. OK, ich war da allein. Kein Problem. Bleibt ja alles schnell wieder liegen. Wenn einer knapp über mir dann so was los tritt, fände ich das sicher nicht ganz so toll.

Länger dauerte der Abstieg auch, weil ich keine Grödel bei hatte. Ziemlich weit oben begann ein Schneefeld, das man einfach hätte ablaufen können. In dem Altschnee hatte ich aber mit meinen Schuhen eher keinen Halt. Und mangels Grödel bin ich dann die ersten 300 oder 400hm fast komplett im Verblockten abgestiegen. Mit der richtigen Ausrüstung kann man sich das sparen. Etwa eine halbe Stunde brauchte ich für den ersten km abwärts.

Unterhalb es Schneefeldes und des Verblockten begann dann auch wieder der Weg und die Markierung. Es geht das Tal gerade nach unten, bis man auf den Weg des TOR330 trifft. Ab da sind es die bekannten und gut laufbaren km abwärts nach Planaval. Ab dem wieder recht gut laufbaren waren es bis Planaval ca. 8km. 1:20h benötigte ich für diesen Abschnitt.
In Summe dauerte der Abschnitt vom Refugio Deffeyes bis Planaval also etwa 3h. Da ich mit leichtem Gepäck unterwegs war, könnte man meinen, das dauert beim TOR des Glaciers deutlich länger. Da ich aber doch recht viel Zeit im Abstieg nach dem Col Planaval vertrödelt habe, dürfte die Zeit schon recht gut passen.

In Planaval geht es dann nicht wie beim TOR330 die Straße bis nach unten zur Hauptstraße nach Valgrisenche. Man biegt noch im Ort rechts auf einen kleinen Feldweg ab. Aber das kommt im nächsten Blog.

😉

Auf den Pfaden des TOR des Glaciers V

Heute ging es von Le Pont bis zum Abzweig hoch Richtung Col Loson. Das sind die km116 – etwa km133. Um das dann auch einigermaßen sinnvoll ohne große Fahrerei zu verpacken, stellte ich das Auto in Eaux Rousses hin, lief bis Le Pont 5km die Straße hoch und nach der Passage du Grand Neyron ging es dann erst bis zum Abzweig an dem der TOR des Geants von unten von Eaux Rousses hoch kommt und dann lief ich einfach wieder zum Auto ab.

Die 5km Straße sind nicht weiter erwähnenswert. Könnte man sich auch sparen. Aber Bus fährt eher keiner. Am Parkplatz waren doch erstaunlicherweise einige Autos und auch Wanderer machten sich fertig zum losgehen. Rechts war der Trail, den ich vor zwei Tagen runter gekommen bin. Links ging es weiter Richtung Rifugio Vittorio Emanuelle II. Ich hatte ja anfangs Bedenken, ob nicht Wege dabei sind, die nicht mehr gepflegt sind und die man auch einfach schwer findet. Hmm, also das erste Stück gehörte da eher nicht zu. Da waren auch jetzt völlig intakte Wege vorhanden, Alpenautobahnen der alten Römer, könnte man meinen.

Die Sonne kam von vorn. Fotografisch eher keine Meisterleistung.

Schon ab dem Col Rosset, km104, waren die Wege sehr gut laufbar. Dies wurde nur kurz von einem kleinen technischen Teil kurz vor Le Pont unterbrochen. Jetzt setzte sich das aber durchaus auch im Anstieg fort. Einfache Meter, die man da machen kann. Langsam, aber stetig gewann man Höhenmeter.

Oben am Rifugio war ich doch von der Architektur des Neubaus beeindruckt.

Wenn es dann da nächstes Jahr auch was warmes zu Essen gibt, ist alles OK. Ab dem Rifugio Vittorio Emanuelle II ist man auf der Höhe und bleibt auch erst einmal da. Ein wunderschöner teils gut laufbarer, teils verblockter Weg führt auf der Höhe den Bergrücken entlang. Der Weg war keiner auf dem ich zulaufen wollte. Es war einfach zu schön. Ich wollte die Natur einfach nur genießen. Da muß man nicht hetzen. Ganz sicher nicht!

Vieles habe ich bereits vom Grand Paradiso gehört. Eine karge und doch wunderschöne und sehr abgeschiedene Gegend soll dies sein. Stimmt!

Auch deshalb dauerte wohl der Weg von dem Riffugio Vittorio Emanuelle II zum Rifugio Chabod etwas länger als gewohnt. Während ersteres offen war, ich aber um kurz nach 10 dort noch nichts Essen wollte, war zweites geschlossen. Man sollte sich beim Wandern um die Zeit wirklich nicht auf geöffnete Rifugios verlassen! Aber Futter hatte ich bei. Und so war eine „Brotzeit“ am Rifugio Chabod so gegen 12Uhr angesagt.

Chiacciaio di Moncarve

Immer wieder beeindruckten mich die Ausblicke hoch zu den Gletschern des Grand Paradiso. Auch Gemsen waren ausreichend vorhanden. Und wirklich schreckhaft sind die eher auch nicht. Selbst als der Gamsbock mich aus etwa 20m Entfernung sah, stand er nicht gleich auf.

Er schaute nicht einmal die ganze Zeit in meine Richtung. Ich ging langsam vorwärts und vielleicht bei 10m Entfernung hatte ich dann doch mal die zulässige Distanz unterschritten. Er stand langsam und gemächlich auf und trollte sich mit seinen drei Mädels – auf eine Entfernung, die ihm wieder genehm schien. Das waren dann vielleicht wieder 20m. 😉

Chiacciaio del Laveciau und im Hintergrund der Chiacciaio del Gran Paradiso

Interessant fand ich noch die Passage du Grand Neyron! Auf der Karte ist diese als gefährliche Passage markiert. Hmm, so richtig konnte ich da nichts Gefährliches erkennen. Nicht ganz erwartet hatte ich, dass man nicht direkt in einen Sattel hinein läuft, sondern erst die vor einem liegende Wand auf der Höhe nach hinten Richtung Gletscher erst entlanggeht. Aber spannend war das nicht wirklich – bis ich im Sattel stand und auf der anderen Seite runter schaute.

Ah! Da war das, was in der Karte gemeint war. Eisenketten führten recht schick und steil fast senkrecht nach unten. Nicht dass das ein im Hellen und bei Trockenheit irgendein Problem darstellen würde. Aber im Dunkeln und dann vielleicht noch strömendem Regen sollte man doch recht sachte da absteigen. Später schrieb mir ein Lauffreund, mit dem ich schon 2017 einiges beim TOR330 zusammenlief und der 2019 bereits bei der Erstaustragung des TOR450 dabei war, dass 2019 in der Passage die Ketten teils unter Schnee lagen. Da stelle ich mir den Abstieg dann schon spannend vor.

Der Rest des Abstiegs war dann teils etwas schottrig, teils verblockt. Später konnte man auch wieder laufen. Der Blick ins Tal ließ einen überlegen welcher Weg der ist, der von Eaux Rousses kommt und wo es dann weiter zum Col Loson hoch geht. Bei etwa 2500müNN erreicht man die Gabelung und läuft dann rechts weiter zum Col Loson.

Abzweig, von Rechts kommt man beim TOR450 und geht links hoch zum Col Loson. Beim TOR330 kommt man von unten.

An diesem Punkt verlasse ich die Route des TOR450 und nehme den Weg nach unten, also quasi dem TOR330 entgegen und zurück zum Auto. So anstrengend es ab Eaux Rousses bis dahin nach oben auch ist, so viel Spaß macht es dort nach unten zu laufen.
Einziges Manko meiner Orientierung. Ich hatte nicht ganz auf dem Zettel doch noch auf Abzweigungen zu achten. Es ging auf schmalem Pfad runter und runter und runter. Ich wußte natürlich, dass der Pfad in einen etwas breiteren Weg übergeht und sich aus meiner Laufrichtung etwas nach links orientiert. Auf diesen breiter werdenden Weg wartete ich also. Nun ja. Ich wartete vergebens. Der Pfad führte bis fast ganz nach unten und erst da schaute ich dann doch endlich mal auf meine Laufuhr. Wozu auch vorher? Es war klar, dass ich nicht direkt in Eaux Rousses rausgekommen bin. Nicht klar war mir wie weit ab ich unten ankam. Es gibt Schlimmeres. 2km durfte ich dann also an dem Tag noch zusätzlich auf der Straße im Tal aufwärts bis zum Auto laufen. Die Motivation war da nicht mehr so riesig. Aber gut. Am Auto angekommen, zog ich mir fix trockene Laufsachen an, setzte mich ins Auto, fuhr los in Richtung Courmayeur und nach ca. 500m Fahrt begann es dann ganz ordentlich zu regnen. Punktlandung würde ich jetzt mal sagen.
An diesem Tag lief ich in Summe 19,5km Wettkampfstrecke des TOR450 und benötigte ab LePont bis zum Abzweig zum Col Loson 5h inklusive der beiden Brotzeiten. Diese Passage sollte man also eher nicht unterschätzen und gut in einem der beiden Rifugios essen! Von Rifugio zu Rifugio benötigte ich etwa 1:30h reine Laufzeit, also ohne die ca. 15min Brotzeit zwischen beiden Rifugios.

Auf den Pfaden des TOR des Glaciers-2020-Part II

Overtüre

Gestern Abend saßen wir ne Weile, um zu schauen welche Strecke wer ganz gut auch gruppenkompatibel laufen kann. Zwei Leute wollten nach 220km auf dem TOR mal einen Tag aussetzen. Ich wollte ganz gern ein Stück des Tor des Glaciers (TOR450) laufen und Andreas wollte sich sachte weiter einlaufen. Letztlich hatte ,wie so oft, Andreas einen sehr guten Gedanken. Wir beide starteten in Verrand nach Courmayeur und weiter auf dem jeweiligen geplanten Track; also er auf dem TOR330 und ich auf dem TOR450. Der erste km des Tracks, oder laß es zwei sein, waren gleich. Dann trennten sich unsere Wege. Wir liefen zwar erst mal den selben Hang hoch; Andreas aber etwas weiter links, um auch vorher Richtung LaThuile abzubiegen. Ich lief die Alta Via 2 in Richtung des Rifugio Maison Vieile.
Ein Lauffreund, der 2017 einiges auf dem TOR mit mir unterwegs war und der letztes Jahr den TOR des Glaciers bereits lief meinte, ich solle mir doch auch ein wenig die Strecke ansehen. Etwas komisch fand ich ursprünglich seine Bemerkung mir nicht nur manch spannende Stelle, sondern ruhig auch das Stück direkt ab Courmayeur anzusehen.
Er hatte so Recht!
Nachdem ich die ersten 35km des Tor des Glaciers hinter mich gebracht habe, kann ich sagen, es ist wohl ähnlich der ersten 18km beim TOR330 bis La Thuile wie eine kleine Overtüre. Man wird auf dem Weg eingestimmt auf das was wohl kommen wird, erlebt den ersten ordentlichen, wenn auch nicht technisch anspruchsvollen Anstieg. Man läuft den ersten herrlich laufbaren Abstieg, kann sich ganz wunderbar bereits hier an der Stelle ausschießen, bevor der Lauf auch nur ansatzweise begonnen hat. Im ersten Anstieg wechselte der Track ständig zwischen Abschnitten der Alta via 2 und Skipisten, die es hoch ging. Es lohnt also definitiv den Track auf ner farbigen Karte auf der Laufuhr zu haben und da auch raufzusehen.
Froh bin ich etwas, dass wir doch in der Nacht starten. Wieso? Aus Courmayeur raus geht es einfach nur ins Skigebiet rein und die erste Hütte ist wohl im Winter recht gut besucht – sie liegt mitten im Skigebiet. ;-( Nachts sieht man davon nix. Und wenn es hell wird, sind wir aus dem Mist raus und längst mitten im Monte Rosa!
Gut war der erste Teil auch wegen der Wegfindung noch im Ort in Courmayeur. Durch die Häuser zu manövrieren ist schon schick, wenn man da nicht ewig erst suchen muß.
Und gut war es, um vor allem gleich zu begreifen, wie sachte man doch loslaufen muß. Ab dem Col Chavanne, den man bei km20 passiert, geht es auf einem Fahrweg über 12km gaaaanz sachte 1200hm abwärts. Und wenn ich gaaanz sachte schreibe, dann meine ich das wirklich diesmal auch so! Der Weg geht ernsthaft ca. 100hm pro km abwärts. Man sieht den Weg langhin voraus und man nimmt teils kaum die Neigung war. Da ist langsames Ablaufen in der Tat janz wichtig!

Erde an Schalk! Merken! Die ersten Downhills janz sachte ablaufen!

Heute lief ich die ersten 35km des TOR450 in nicht einmal 5h. Zu Futtern gab es unterwegs nichts. Für zwei Fotos hat doch die Zeit gereicht. Das Panorama mit dem Monte Bianco war einfach zu schön!

1,5 Liter habe ich bis La Thuile gebraucht. D.h., nächstes Jahr brauche ich nur eine Flasche beim Start auffüllen. Und ich hoffe, im nächsten Jahr brauche ich ne Stunde länger.


Es war eine herrliche Einstimmung heute.
Pace, Navigation, Ruhe, Trinken, Essen. Das sind die wichtigen Dinge für die nächsten Tage und auch für das nächste Jahr. Das erstaunt nicht wirklich. Eigentlich ist es doch ganz normal. Aber wenn man einfach nach langer Zeit auf eine solche Unternehmung startet, muß man sich das aus dem Gedächtnis erst wieder vorholen. Die Mission ist heute erfüllt.
Morgen geht es weiter auf den Pfaden des Tor des Glaciers!

Auf den Pfaden des TOR des Glaciers-2020-Part I

Den dritten Tag wäre ich jetzt auf diesen Pfaden des TOR des Glacier unterwegs. Dieses Jahr gibt es keinen TOR. Ok.

Dann aber trotzdem ins Aostatal und ein wenig die Strecke anschauen. Freitag Mittag ging es ab Berlin. 1200km sind ne Ecke. Samstag 1:30Uhr waren wir da. Natürlich ging es Samstag dann auch gleich auf den Trail. Liebe Freunde waren den TOR des Geants ein ganzes Stück von Hütte zu Hütte abgelaufen. Wir haben zusammen Quartier in Verrand. Das ist dicht bei Courmayeur und wollten die beiden in Oyace abholen. Den Tag kamen sie aus Richtung Valtournanche und sind ab Rif. Barmasse den Hauptteil des Sektor 6 gelaufen. Auto also in Oyace abgestellt und entgegengelaufen.

Mein Ziel war trotz unseres späten Loslaufens eventuell doch bis zum Col de Vessonaz zu kommen. Für Andreas war es hoch ein Einlaufen nach Wochen mit sehr wenig Laufbelastung. Also schön sachte.

Auf dem Weg zum Col de Vessonaz

Immer wieder ratterte bei mir im Kopf wann die anderen in Barmasse los sind und wann sie oben an dem Col ankommen könnten. Während zu Beginn meine Hoffnung doch recht gering war, dass wir vorher oben ankommen, wuchs, je näher wir kamen, die Hoffnung. Knapp 10km bis hoch, über den Daumen etwas um 1400Hm bis zum Col. Das war als Einstieg in die Laufsaison schon ordentlich für Andreas. Und was soll ich sagen! Wir erreichten den Col de Vessonaz und sahen auf der anderen Seite des Sattels die beiden gerade hoch kommen – bereits in Rufweite! Sehr geil!
Gemeinsam ging es dann die Richtung des TOR die Strecke wieder den selben Weg retour. Eine wirklich schöne Runde für den Einstieg.