II – In aller Ruhe losstiefeln – mein TOR 2017

Donnerstagmorgen gegen 9Uhr erreiche ich endlich das Rifugio Frasatti. Ich bin müde, im Eimer, müßte Schlafen. Lohnt das noch? Nur noch einmal hoch zum Col Malatra und wieder runter und gut. OK, sechs, sieben Stunden wird das noch mal dauern. Aber nein, die habe ich in dem Moment als Zahl nicht im Kopf. Auch km habe ich nicht im Kopf. Es ist allein die Strecke, die noch fehlt und das ist nicht mehr viel. Lasse ich aber die letzten km ab Ollemont und vor allem die noch sehr präsenten ab Saint Rhemy-Bosses revue passieren, gibt es keine andere Option, will ich vernünftig in Courmayeur ankommen. Vernünftig. Das ist das Stichwort. War das nicht der Lauf ab Courmayeur bis Ollemont?

So entspannt bin ich am Sonntag um 10:16Uhr bei herrlichstem Wetter in Courmayeur los. Vom UTMB hatte ich mich die Woche zwischen beiden Läufen – gefühlt jedenfalls – bestens erholt. Aufgrund der Vorbelastung ging ich sehr verhalten den ersten Berg hoch, nahm es entspannt im Gänsemarsch etwas langsamer den ersten schmalen Pfad nach oben zu gehen. Nur leicht zog ich das Dembo an, als wieder Platz war. Hier kam ich mit Gabriel ins Reden. Es war sein erster TOR. Gabriel kam aus den Staaten. Nein, wir tauschten nicht erst einmal die Lauf-Vita aus. Wozu auch. Hier geht es nicht um „Mein Haus! Meine Frau! Mein Boot!“ – oder wie immer dieser Spruch auch war. Wir liefen ein Stück zusammen und beim ersten Ablaufen warnte ich noch schön sachte auch abwärts zu laufen. Es wird noch weit! Auf dem Weg abwärts nach LaThuile wird er zurückbleiben. Vielleicht eine gute Entscheidung. Ich weiß es nicht, kann ihn läuferisch ja nicht einschätzen. Wir werden es noch sehen.
Vorher, noch auf dem Weg zum ersten Col, dem Col Arp lief ich auf einen Läufer auf, las noch auf der Startnummer hinten am Rucksack den Vornamen Roberto, zog weiter, vorbei. Keine zwei Meter weiter rief mich plötzlich jemand: „Falk?“ Die Stimme kannte ich. Ich drehte mich um. Roberto? Ja, klar! Das war doch Roberto! Mit ihm bin ich 2014 ziemlich genau an der Stelle ins Gespräch gekommen. Lange Strecken sind wir auf der ersten Hälfte zusammen gelaufen. Er war runter etwas schneller, ich hochwärts. Wir liefen teilweise zusammen, kamen in Vallorcine zusammen an. Seine ganze Familie war da. Es war herrlich wie die Vier ab da dann auch nach mir schauten, auch mich am VP begrüßten, verabschiedeten oder fragten, ob es mir gut ging. 2014 traf ich Roberto dann letztmalig in Ollemont – er allerdings in Zivil, verletzt ausgestiegen. Er erzählte mir, dass er es auch letztes und vorletztes Jahr versucht hatte und beide Male aussteigen mußte, weil er zu schnell angegangen war. Wie ein Mantra betete ich ihm immer wieder vor bergab sachte zu laufen. Einige ballerten aber auch den Berg runter… Man hätte meinen können, wir wären schon auf dem Weg von Bertone ins Ziel. So was verführt mitzugehen. Spaßenshalber habe ich mal geschaut wann gerade die ins Ziel gekommen sind, die den Abstieg nach Planaval runter so an uns vorbeigeballert sind. Die Leute, die vor uns in Valgrisenche, das ist die nächste Zeitnahme nach Planaval, angekommen sind, sind entweder ausgestiegen (warum auch immer) oder einiges nach mir angekommen. Die Zielzeiten differieren da von 105-125h. Vielleicht ist zu Beginn langsamer doch nicht so verkehrt. Allerdings kann man dann natürlich nicht mehr gewinnen, so man zu langsam losläuft. Aber das nehme ich in Kauf. Kann ich mit umgehen, wenn ein anderer ganz oben auf dem Treppchen steht. 😉

Der Weg nach Valgrisenche war ein sehr kontrolliertes Einrollen. Bergauf mit leichtem Druck, bergab schön rund und sachte. Ich genoß den Weg, ging ihn in Gedanken schon voraus, freute mich auf das Rifugio Deffeyes. Da gab es 2014 lecker Polenta. Dieses Jahr waren nur ein paar Cracker und etwas Schinken angesagt. Auf dem Weg runter vom Col Haut Pas schnürte es mir dann aber doch etwas die Kehle zu. Im Abstieg steht die Stehle zum Gedenken an den Chinesen Yang Yuan, der beim TOR2013 auf diesem Abstieg stürzte, unglücklich mit dem Kopf auf Steinen landete und verstarb. Roberto und ich hielten kurz an, hielten dort kurz inne. Niemand ist vor einem Sturz beim Laufen in den Bergen gefeit. Wie unglücklich das ausgehen kann, sollte man sich doch manchmal auch vor Augen halten. Mit gedämpfter Stimmung ging es erst mal weiter.
Promoud. Das ist ein kleines Fleckchen mitten in den Bergen. Ein VP ist da eingerichtet. 2014 dachte ich, es ginge kurz hoch und dann abwärts nach Planaval. Hihi, schicke 800Hm erwarten einen nach der Stärkung aufwärts. Aber im Grunde genommen ist es ja egal wie viel es hoch oder wieder runter geht. Eigentlich ist der TOR recht einfach: 

Kommt ein VP, ist es bis zum nächsten VP immer noch ein ganzes Ende. Erwartet man also die nächste Livebase und kommt erst mal an einen VP, weiß man ganz genau, dass die nächste Livebase noch Sunden entfernt ist.
Nach einem VP geht es normal entweder richtig hoch, selten richtig runter, so gut wie nie gerade. Das Mantra „irgendwann ist jeder Berg zu Ende“ hilft meist. Anders erträgt man die Meter aufwärts auch nicht.
Die km selbst aufzeichen und ggf auch noch mit den Soll-km abgleichen sollte man tunlichst unterlassen. Das könnte gerade in den harten Sektoren 2, 4 und 6 zum Nervenzusammenbruch führen, wenn man lt. Uhr die Livebase, den VP längst erreicht hat – ihn aber am Horizont immer noch nicht sieht. Kurt, ein doddal toller Schweizer hatte am Ende ca. 40km (?) mehr auf der Uhr. Ich hatte keinen Plan zu exakten Kilometerständen oder zu laufenden Höhenmetern, habe die km von daher immer ignoriert. Was nutzt mir zu wissen, dass ich erst auf 2.859müNN bin und noch auf 3.300 muß? Ich sehe ja oben den Col und den Weg dahin. OK, ich kannte aber auch den Weg, wußte immer wo es gerade da oben lang geht.
Beachtet man diese einfachen Dinge und läuft einfach da wo es hoch geht in Ruhe hoch bis man oben ist und da wo es runter geht eben runter bis man unten ist und kann man dann auch noch diese ganzen Steinklamotten und teils „übermannshohen“ Treppenstufen einfach gedanklich ignorieren, ist es ganz einfach über die Alta Via 2 und 1 von Courmayeur nach Courmayeur zu kommen. 😉

In diesem Sinne geht es also hoch zum Col Crosatie und dann abwärts Richtung Planaval. Dort ballern dann also wieder einige Leutchen an mir vorbei der ersten Livebase entgegen. Auf dem Track hatte ich gesehen, dass die Strecke nach Valgrisenche etwas anders verlief als 2014. Roberto warnte mich noch vor, dass auch die Livebase nicht wie 2014 unten im Ort, sondern etwas außerhalb und weiter oben gelegen wäre. War gut für den Kopf, der Hinweis. Ca. eine Dreivierteltunde später als 2014 erreiche ich Valgrisenche und die spätere Zeit stört mich nicht die Bohne. Alles im grünen Bereich. Der Sektor zwei wird mit dem Col Fenetre, dem Abstieg nach Rheme, dem erneuten hoch zum Col Entrelor, dem Abstieg nach Eaux Rousses und dem Aufstieg zum höchsten Punkt der Strecke, dem Col Loson auf 3300müNN alles andere als ohne. Am Col Loson erlebte ich 2014 mein erstes Waterloo des Laufes. Es sollte damals nicht das letzte sein. Mit entsprechendem Respekt ging ich an die Sache heran.
21457704_931941216956216_1149888077587742919_oIn Valgrisenche hieß es ordentlich essen! So weit wie irgend möglich mußte ich damit kommen, was ich dort verdrücken konnte.
Roberto wollte sich nach dem Essen umziehen und auf mich warten, so dass wir gemeinsam losstiefeln würden. Ich meinte, er solle los machen, wenn er fertig ist. Aber da ging keine Weg rein. Er wartete. 😉 Schön war, dass Kurt etwa zur selben Zeit einlief. Floh machte für ihn den Support. Es war schön beide immer wieder zu treffen. So konnten wir noch ein paar Worte wechseln, bevor es wieder los ginge. Mit der Einteilung des Laufes bisher war ich hoch zufrieden. Noch paßte alles! Aber das war auch erst das Warmup. Jetzt kam mit den drei nächsten Hügeln und den kurzen, knackigen Abstiegen die erste Herausforderung.

Seitor 2 – Valgrisenche-Cogne

Nach einer ordentlichen Mahlzeit (Kartoffeln und Schinken) machte ich mich für die Nacht, den folgenden Weg fertig.

Es sollte kalt werden die Nacht. Obwohl ich im Sommer (fast) immer mit kurzem Shirt laufe und maximal Ärmlinge anziehe, holte ich das langärmlige Shirt aus dem Rucksack und packte das kurze da hinein. Immer schön die (Pflicht-) Ausrüstung beisammen lassen. Nicht aus versehen etwas davon ins Dropbag packen! Gels füllte ich auf. Nicht dass ich viele davon vorhatte zu nehmen. Aber wenn am Col Loson die Luft ausgeht, wird es drollig ohne schnelle Energiezufuhr.

Meine zwei Hauptmahlzeiten für den Abschnitt waren Hühnchen mit Reis und irgendwelche Nudeln. Andreas brachte mich vor dem TOR darauf nach Babyfertigessen zu schauen. Das gibt es im Glas – zu schwer und vielleicht doch etwas unpraktisch. Das gibt es aber auch in einer stabilen Plastik-Hartschalenverpackung. Davon hatte ich 10Stk. im Dropbag und packte an den Livebases dann je nach kommender Strecke immer ein oder zwei Stück in den Laufrucksack. Diesmal war ein Essen für Eaux Rousses, also direkt vor dem Anstieg zum Col Loson geplant. Das zweite wollte ich in Sella futtern.

Mit dem langen Shirt und Regenjacke warm genug angezogen und der Stirnlampe auf dem Kopf ging es los. Mittlerweile war es dunkel geworden. 34min an der Livebase gehen in Ordnung. Man muß gut Essen, nur ein wenig packen und kann dann wieder los. Später werden noch Schlafzeiten hinzu kommen.

Gemeinsam mit Roberto ging es erst zu einer Staumauer runter und dann in den mir noch gut bekannten Anstieg zum Rifugio LEpee hoch. In dem Anstieg sind immer wieder flache Abschnitte, die es lohnt zu laufen. Da es ja tendenziell hoch geht, gehen dort doch schon viele. Auch Roberto mag nicht laufen. Er schickt mich los. Ich gehe in einem steileren Abschnitt an Kurt vorbei. Er mahnt mich nicht zu überziehen! Ich höre in mich und weiß, dass das für mich grad so OK ist. Kurt und ich laufen auf Augenhöhe. Also teilt er sich die Geschwindigkeit im An- und Abstieg und dan der VPs nur anders ein. Am folgenden Samstagabend, also für uns beide zwei Tage nach dem Rennen wird er mir sagen, dass er nicht geglaubt hätte, ich würde es mir richtig einteilen. Da bin ich wohl einfach zu schnell an ihm vorbei. Ich war richtig gerührt, als und vor allem wie er es mir sagte. Toll! Wir haben uns beide das Rennen für uns gut eingeteilt. Der Abstand am Ende ist gemessen an der Gesamtdistanz verschwindend gering.
Allein durch die Laufeinlagen in flacheren Abschnitten überhole ich doch einige.

Am Refugio angekommen, kontrolliere ich die Wasservorräte, nehme mir ein paar Cracker und Schinken, trinke fix einen Kaffee und weiter geht es. Die Hütte ist anheimelnd warm. Ich muß da schnell wieder raus. Dabei ist die Hütte wirklich richtig schön. Wer einmal beabsichtigt die Alta Via 2 wandernd unter die Füße zu nehmen, sollte eine Übernachtung dort unbedingt einplanen – sehr freundliche Wirtsleute da. Weder Kurt noch Roberto sind da, als ich die Hütte wieder verlasse. OK, war auch nur ein kurzer Aufenthalt. Bis hoch zum Col Fenetre ist es nicht weit und nicht sehr steil. Bald ist er erreicht. Stöcke an den Rucksack und es geht in den sehr steilen Abstieg runter nach Rhemes. Es fällt nicht schwer sachte zu laufen. Auf dem steilen und teils schottrigen Untergrund bin ich mehr damit beschäftigt nicht abzuschmieren. Der Abstieg ist zwar recht steil und doch zieht es sich nach unten bis Rhemes. Immer mal wieder schaue ich nach oben. Es ist toll, die Lichter der Stirnlampen am Berg zu sehen. Noch schöner ist es von der anderen Seite, dem Aufstieg zum Col Entrelor hier herüber zu schauen. Daran muß ich nachher unbedingt denken.

In Rhemes treffe ich wieder Robertos Familie. Auch er kommt bald. Gemeinsam stiefeln wir wieder los. Hoch zum Col Entrelor werde ich irgendwann wieder vorauseilen. Runter nach Eaux Rousses wird er wieder heranlaufen. Erstaunlich schnell bin ich plötzlich oben auf dem Col. Der Weg nach unten zieht sich allerdings wieder mächtig. Gerade das letzte relativ flache Stück mag irgendwie nicht enden. Kurz vorm VP ist Roberto wieder da. Obwohl ich doch gar nicht so schnell gelaufen bin, merke ich erste Verschleißerscheinungen. Roberto meint er wolle vor dem Aufstieg zum Col Loson ein wenig schlafen. Es ist die erste Nacht. Die kann ich immer durchlaufen. Da ist Schlaf nicht nötig. Donas ist die erste Livebase in der ich schlafen will. Die wird aber erst Montagabend erreicht werden. Es ist gerade Sonntagnacht. Und doch scheint mir der Gedanke wirklich gut! Bevor ich da oben wieder Federn lasse, gönne ich mir doch hier nicht nur die eh nötige Pause von 15-20min, sondern hänge einfach noch ne halbe Stunde ran und gehe mit Schlaf und ausgeruht an den Berg.
Im Zelt in dem die Liegen stehen, sehe ich auch Tomm und Julia Böttcher, die ihn betreut. Ich grüße Julia kurz und suche mir eine freie Liege. So einfach ist das gar nicht! Die letzte Freie ist meine. Was soll das weiter hinten im Feld werden? Dank Ohrstöpsel finde ich schnell Ruhe. Die Stunde tat sehr gut, oder waren es gar anderthalb? Tomm und Julia sind nicht mehr zu sehen – natürlich nicht. Erst beim Blick in die Ergebnisliste sehe ich, dass Tomm hier ausgestiegen ist. ;-( Sehr schade!
Nun fix was ordentliches aus dem Rucksack gefuttert und dann geht es auch schon weiter. Beim Loslaufen ist Roberto wieder dabei. Weiter unten bin ich wieder etwas fixer. Je höher es aber geht, umso mehr muß ich Dembo reduzieren. Wir gehen in einer kleinen Gruppe hoch. Die Leute hinter mir machen keine Anstalten vorbei zu gehen. An einer kleinen Hütte kurz vor einem Bachlauf stoppe ich kurz, hole mir ein Gel aus dem Rucksack und fülle schnelle Energie nach. Ich sehe wie der nun erste der Gruppe auf einer Steinplatte des Weges ins Rutschen kommt. Die Jungs warnen, dass da Platten mit überfrorener Nässe sind. Während im Aufstieg häufig die Steine an Bachüberquerungen nass sind, scheinen diese Platten nicht stetig überspült zu werden, so dass das Wasser gefrieren kann. Nicht lustig! Richtig bekomme ich das aber auch erst mit, nachdem ich auf die erste Platte trat und der Schuh keinen Halt fand. Zum Glück stand ich mit dem anderen Fuß noch fest. Ich schaue mich noch um, überlege wie man die Stelle markieren kann. Mir fällt nichts ein. Ich ziehe weiter.
Später unten in Cogne wird mir Jens Lukas erzählen, dass er genau auf den Platten ausrutschte und sich sehr unglücklich Knie und Arm demolierte. Er kam zwar noch den Berg recht gut hoch. Runter ging dann aber nicht mehr wirklich gut. Für ihn war in Cogne Schluß. Bitter, wenn man so gut unterwegs war. Mir blieb ihm eine schnelle Besserung zu wünschen.
Dank weiterer schneller Energiezufuhr und der nötigen Ruhe erreichte ich in gutem Zustand den Col Loson. Direkt unter dem Col auf der anderen Seite war ein kleiner Not-VP in einer Biwak-Kapsel, die via Hubschrauber dort abgesetzt worden sein wird. Während ich 2014 dort dringend Stärkung benötigte, sagte ich heute kurz Hallo und zog dem Rifugio Sella entgegen. Dort gab es wieder eine kurze Stärkung und weiter ging es in den Abstieg Richtung Cogne. Mittlerweile war es Montag gegen 10Uhr. Einige Begleiter stiegen auf zum Rifugio. Auch Wanderer waren hier nun unterwegs. Es war nicht mehr ganz so einsam wie normal. Auch die Anfeuerungen waren schön. Entspannt und locker ging es den langen und doch gut laufbaren Abstieg runter zur Straße und dann weiter nach Cogne.
Roberto war schon da. Kurt auch. Er zog kurz nach meiner Ankunft weiter. Klar, ich hatte schließlich in Eux Rousses geschlafen. Platzierungen waren mir allerdings ehrlich gesagt völlig egal. Ich hatte auch keine Ahnung wo ich zu irgendeinem Zeitpunkt des bisherigen Laufes im Ranking stand. Wirklich nicht wichtig! Einen kontrollierten, ruhigen Lauf abliefern, nicht überziehen, Essen und Schlafen richtig dosieren – Das war aktuell das Wichtigste.

Dadurch dass Kurt wieder raus war, hatte Floh jetzt Zeit nach mir zu schauen. Das war erst mal komisch einfach ansagen zu sollen, was benötigt wird und schon kam es. Wasser in die Flasche auffüllen, Essen holen, nen Kaffee, was aus dem Dropbag in den Rucksack nachfüllen. Klasse! Ich mußte zur Ruhe kommen, Essen, kurz auf Tö, mal Gesicht und Hände Waschen, die Klamotten wieder zusammensortieren und dann ging es auf die letzte Etappe vor der Nachtruhe.

Sektor 3 – Cogne-Donas

Kurt war los. Roberto auch. Ich schnackte noch eine Runde mit Jens Lukas und seiner Frau und packte dabei. Nein, ich hatte keine Eile. 2014 war ich hier um 12:30Uhr raus. Diesmal war es kurz nach halb Eins. Aber ich war in einem ganz anderen Zustand. Während ich 2014 dort Magenproblem hatte und nicht wirklich vernünftig laufen konnte, mich dankbar an Andreas hing und von ihm nach Donas „mitgenommen“ wurde, ging es mir hier fantastisch. Ich war eingelaufen, hatte Kraft , ein gutes Gefühl was geht und was nicht. Klar kann immer etwas passieren. Aber wenn es normal läuft, würde der Lauf klar besser als 2014 werden. Allerdings war erst eine kleine Hürde auf dem Weg nach Courmayeur genommen. Mit den Sektoren 4 und 6 warten noch zwei richtige Brocken. Doch so weit dachte ich noch nicht. Donas war nächstes „Etappen“-Ziel.
Nach Lillaz bin ich weitgehend gelaufen. Janz leicht geht es da hoch. Kurz nach Lillaz war ich wieder an Roberto ran und auf dem gut laufbaren Stück im Anschluß war ich wieder allein. Der folgende Abschnitt zählt landschaftlich zu den schönsten der Strecke. Man läuft durch einen sehr urigen Wald, einfach herrlich! Ich genoß richtig den Weg und das zügige Vorwärtskommen. Richtung Rifugio Sogno di Berze überholte ich wieder Läufer. Endlich mal wieder jemanden sehen, wenn auch die Episoden immer nur kurz waren. Vorher bin ich über weite Strecken allein gelaufen, später auch wieder. Am Rifugio hatte ich 2014 eine Portion Pasta beim Wirt bestellt. Ich brauchte etwas anderes für den Magen, als das Übliche. Dieses Jahr packte ich mein Babyfutter aus, rein und weiter. Ich wollte nach Donas, wollte möglichst zeitig schlafen.
Nach dem Rifugio Sogno di Berze kam schon bald der Col Fenetre und auf dem anschließenden Abstieg nach Chardonney traf ich Gabriel wieder. Janz langsam ist er unterwegs, erzählt er hat mächtige Schmerzen auf dem Spann, will sehen, dass ihm in Chardonney mit Eis und ggf. auch anders geholfen wird. Ich drückte ihm die Daumen. Auf dem verbleibendem Weg bis zum VP beneidete ich ihn kein Stück. Die Treppenstufen auf dem Weg müssen letztmalig vor 500 Jahren neu gerichtet worden sein. Das lag alles mächtig kreuz der quere auf dem Weg und teils waren das mächtige Sprünge. Puh!

Chardonney war nur kurz Wasser auffüllen und weiter. Einiges von der Strecke kannte ich noch. So wußte ich sehr genau die Stelle, wo die Alta Via 2 nach rechts abzweigt und noch einen größeren Bogen nach Donas macht, der TOR hingegen links abbiegt. Manches hatte ich so nicht mehr ganz auf dem Schirm oder aber eine andere Reihenfolge der Wegabschnitte. In jedem Fall hatte ich den Weg bis zum VP Pontboset und vor allem ab da den Weg durch den Wald bis Bard nicht mehr als so lang auf dem Schirm. Ich hatte anfangs gehoft gar noch im Hellen oberhalb Bard aus dem Wald ausgespuckt zu werden. Nein, das wurde auch trotz hohen Laufanteilen nichts. Dann eben nicht! Und was ich beim Durchlaufen von Bard gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, war das Stück Landstraße bis Donas. Das dämmerte mir dann, als ich endlich aus Bard raus war… 😉 Egal. Um 21:30Uhr erreichte ich endlich Donas. Ohne mich groß aufzuhalten ging es Duschen und mehr oder weniger direkt schlafen. Floh erzählte, dass Kurt nur etwa ne Stunde schlafen wolle. Viele in meinem Bereich scheinen sich mit solchen Schlafzeiten durchzukämpfen. Das war mir zu kurz. Drei Stunden wollte ich schon haben.

Im Schlafraum war es schön leer und es war weitgehend richtig Ruhe. Trotzdem kamen die Ohrstöpsel zum Einsatz. Die Beine waren doch etwas unruhig. Das machte das Einschlafen nicht einfacher. Ich war dann zwar doch bald weg. Zwischendrin schreckte ich aber auch oder vor allem wegen der unruhigen Beine mehrfach hoch. Die drei Stunden Schlaf waren im Nu um und doch gefühlt eine Ewigkeit. Merkwürdig ist das, wie man da das Gefühl von Zeit und Raum verliert.  Man ist in dem Lauf und alles andere Links oder Rechts ist eigentlich nicht vorhanden. Es gibt nur das und auf das ist man völlig fixiert. Ob mich jetzt der Wecker gegen Eins hochholte, oder ich in einer kurzen Phase des Hochschreckens die Zeit als gekommen sah weiterzulaufen, weiß ich nicht mehr. Ist auch nicht wichtig. Gegen Eins war die Nacht zu Ende. Hoch, Klamotten packen, was Essen gehen. In aller Ruhe futterte ich Petersilienkartoffeln mit öligem Tunfisch. Die Kombination rutschte. Etwas anderes zu den trockenen Kartoffeln hätte ich auch genommen. Gabs nicht. Dann eben nicht. Nach zwei Portionen packte ich in Ruhe den Rucksack und gegen 2Uhr ging es wieder los. Vor mir stand ein recht harter Sektor. Um die 16h würde es bis Cressoney dauern. Ich war gespannt in welchem Zustand ich Niel erreichen würde. Von Niel geht es dann nur noch hoch zum Col Lasoney und dann gut laufbar runter nach Cressoney.

Sektor 4 – Donas-Cresoney

Raus aus der Livebase ging es bekannt. Dann bogen wir aber nicht links ab. Es ging gerade und wieder runter zur Hauptstraße. Statt des Auf und Abs bis zu einer größeren Brücke ging es diesmal dorthin flach die Hauptstraße entlang. OK, so einfach kann man da also auch hinkommen! 😉 Im Anschluß kam aber dann der bekannte Aufstieg in die Weinberge. Ich war sehr gut ausgeruht und machte richtig gut Meter. Leute, die ne Viertelstunde vor mir los sind, hatte ich in den Weinbergen bereits ein. Ganz oben an einem Wasserbecken angekommen, ging es dann wieder runter Richtung Perloz. Dort am VP angekommen, liefen gerade zwei Leutchen wieder los. Ich füllte kurz eine Flasche auf und bin hinterher. Schnell hatte ich sie ein. Am Ersten war ich zügig vorbei. Der zweite streubte sich. Überholen mußte ich nicht wirklich. Nach 40 von 100 oder mehr Stunden sind Plazierungen so was von völlig egal. Im Grunde genommen sind sie es ja auch im Ziel. Aber hier waren Sie es noch viel mehr. Wichtig war mir meinen eigenen Rhythmus zu laufen. Nur das. Auch an ihm zog ich deshalb in einem Abwärtsstück vorbei und weiter ging es Richtung Rifugio Coda. Bis dort hin sind aber noch Höhenmeter zu machen! Und das nicht wenige. Es war dunkel, man sah das, was die Stirnlampe ausleuchtete. Aber ich wußte welchen Berg ich hoch lief. Iwi (oder war es jemand anderes?) meinte später diese elenden Treppen hätte man besser auf allen Viern hochkrabbeln sollen. Das wäre bei der Steilheit und Höhe der Stufen einfach sinnvoller gewesen. Ich empfand es nicht ganz so. Aber vielleicht hilft da wirklich die Kenntnis der Strecke. Ich weiß es nicht. Nach den vielen, vielen Stufen kündigt sich dann irgendwann der Wald an – Ein gutes Zeichen. „Schlußanstieg“! Auch wenn der lang ist. Am VP Sassa müßte ich eigentlich nicht stoppen. Doch, Wasser kurz auffüllen und nen Kaffee wäre ne tolle Idee. Ich frage nach Kaffee und soll aus dem Rucksack meinen Becher vorkramen – wärend jemand anderes seinen Kaffee in nem Becher bekommt, von denen noch mehrere auf dem Tisch stehen. Ich bin sowas von sauer, dass ich ohne etwas zu bekommen ausgesprochen Nett Danke sage, mich auf dem Absatz umdrehe und weiter stiefle. Dann eben nicht! Wasser war allerdings dadurch auch nicht an Bord. Aber das fiel mir erst viel später auf.
Im Wald laufe ich auf die nächsten Läufer auf und vorbei. Kurz vor dem Ende des Anstieges bemerke ich hinter mir jemanden. Die Stirnlampe kommt unmerklich näher. Wer soll das von den gerade überholten sein? Etwas ziehe ich das Dembo an. Der Abstand bleibt. Ich mache mir den Spaß und ziehe noch etwas an. Der Abstand wird leicht kürzer. Ok! Dann lauf! Ich gehe wieder ins normale Dembo und lasse ihn vorbei. Dabei sehe ich, dass es der zweite Läufer ist, den ich in Perloz überholt hatte und der dann über lange Strecken nicht zu sehen war. Der muß hochzu richtig Druck gemacht haben. Kein Ding. Laß ihn laufen. Kurz nach einer kleinen Talsohle geht es in den Schlußanstieg zum Rifugio Coda. Sehr offen ist der Hügel auf dem das Rifugio steht. Unten im Tal kann man einen größeren Ort sehen. Das gehört bereits zum Piemont. Oben auf dem Kamm verläuft die Grenze zwischen der Region Aosta und Piemont. Eigentlich ist die Sicht von hier oben ins Aostatal und ins Piemont hervorragend. Wäre da nicht der plötzlich knallhart zugreifende, eiskalte Wind, könnte man es genießen. Die Hände beginnen zu erfrieren. Ich mag die Handschuhe nicht erst vorholen. Das Rifugio ist dicht bei. Und doch vergrabe ich die Hände trotz der kurzen Strecke in der Windjacke. Es ist bitterkalt da oben dank des Windes.

Im Rifugio angekommen, ist es dort schön warm. Dieses Jahr sitzen wir im Gastraum. Auf dem Rifugio habe ich bei meiner Wandertour vor dem TdG2014 übernachtet. Das ist ebenfalls eine Übernachtung wert! Selbst warm duschen kann man hier – obwohl wirklich alles via Hubschrauber hoch gebracht werden muß.

Meinen Mitstreiter der letzten km schaue ich mir an. Den Berg hoch hat er ganz schön Druck gemacht. Ich bin mit etwas Abstand hinterhergestiefelt. Jungsch ist er. Leider habe ich mir die Startnummer nicht gemerkt und in Coda gibt es keine Zeitnahme. So kann ich ihn in der Ergebnisliste nicht wirklich zuordnen. Er sieht geschafft aus. Warum lief er dann so schnell hier hoch? Ich verstehe es nicht, frage ihn, ob alles OK ist. Es geht. Essen mag er nicht. Puh. Er geht nach hinten zum Schlafen. Natürlich habe ich keine Ahnung, ob er einfach nur Gas gegeben hat, weil er wußte, dass er eh gleich eine längere Pause macht. Es sah eigentlich nicht so aus. Aber lustig fand ich das schon. Erst Gas geben und dann weg. Ich aß etwas. Diesmal dann doch eine Brühe mit Nudeln. Ansonsten füllte ich Wasser auf und zog kurze Zeit später weiter. Obwohl ich wußte, dass es bereits nach ein paar Metern wieder auf die andere Seite des Kamms und dann auch runter gehen würde, holte ich doch meine Handschuhe vor bevor ich loszog.
Den nächsten Abschnitt kenne ich nur im Regen. Zwei Mal bin ich dort lang. Zwei mal regnete es in Strömen. Schön nun hier auch einmal bei schönem, wenn auch kaltem Wetter lang zu kommen. Einsam ist es hier oben. Bis Niel wird man lediglich ein paar Bauern begegnen, die ihr Vieh hier oben haben. Auch die sah ich in 2014 beide Male als ich dort entlang bin. Rau ist die Gegend hier, rau und doch auch schön! Ich genieße die Ruhe und stelle mich auf eine längere Strecke bis zum nächsten VP ein. 2014 war dieser – so meine ich jedenfalls in einer Hütte am Lago Vargno. Dort angekommen war aber kein VP. Blöd nur, dass mir mein Magen signalisierte, dass da was nachgefüllt werden sollte. Ich gehe noch bis zur letzten Hütte oberhalb des Sees und setze mich dann hin, etwas zu essen. Ich habe ja meine Vollverpflegung im Rucksack. Es gab also Vollwertnahrung Nudeln mit weiß ich was. OK, es war kalt. Aber egal, hilft weiter. Zwei Leute kommen in der Zeit an mir vorbei. Nach dem Loslaufen benötige ich etwas wieder in Tritt zu kommen. Vielleicht war der Stop doch etwas spät. Egal. Das gibt sich bald wieder. Damit es sich schneller gibt, schiebe ich noch etwas schnelle Energie in Form eines Gels nach. Läuft wieder. Oben am Rifugio della Balma ist dann der VP. Jetzt bin ich auch fertig. Also nur kurz Wasser auffüllen und weiter geht es. Ausreichend km geht es noch durch eine karge, schroffe Landschaft, immer begleitet von einem kalten Lüftchen. Die Regenjacke ziehe ich hier nie aus. Es ist zwar Tag und trocken und ab und an kommt auch die Sonne raus. Kalt bleibt es. Aber gegenüber Regen ist dies in dieser Ecke wirklich ausgesprochen angenehm! Man kann vernünftig laufen bzw. wandern, schlittert nicht von Stein zu Stein bzw. durch den Schlamm. Kalt ist mit eh nie wirklich. Da kann man die richtigen Klamotten für anziehen. Es paßt einfach. Der Weg hier oben ist anstrengend, aber das hatten wir 2014 auch schon härter und auch 2016 hatten Ulf und Klaus hier oben Regen. Auch die können ein Liedchen von den Verhältnissen singen, wenn es naß wird da oben. Das will kein Mensch. Lieber so, das ist perfekt!

So ganz hatte ich gerade den VP am Lago Chiaro nicht mehr auf dem Schirm. Aber doch, dann dämmerte mir wieder der Weg da runter vom Col du Marmontan. Schafe hatte ich in diesem Seitental gesehen. Dieses Jahr sah ich zwar keine. Aber die Spuren waren noch vorhanden. Im nächsten Anstieg lief ich mit einem Italiener zusammen, der doch auch recht fix die Berge hochkraxelte. Auch runterwärts ergänzten wir uns ganz gut. Bis zum nächsten VP am Col della Vecchi waren wir weitgehend zusammen unterwegs. Der VP ist eine mit dem Hubschrauber hoch transportierte Biwakschachtel. Als ich den Ort sah, freute ich mich schon auf das leckere Fleisch, das dort auf einem heißen Stein gebraten werden würde. Leider Fehlanzeige. Ich war wohl doch zu früh da. Schade! Es gab noch nichts. Also doch, es gab was, aber eben kein Fleisch. Viel später berichtete Xavi in Ollemont von leckerem Fleisch auf dem Stein gebraten. Ich wußte irgendwie sofort von welchem VP er sprach. 😉

Der Weg nach Niel kann bei Regen ziemlich ätzend sein. Er ist dann lang und rutschig. Mit nur lang und nicht rutschig konnte ich sehr gut umgehen. Und dieses sehr lang dauerte halt. Aber gut. Es war besser als rutschig! Solche Nebenkriegsschauplätze wie ausgehendes Wasser auf den letzten Kilometern vor Niel spielte bei den Temperaturen zum Glück keine Rolle. Etwas ätzend für den Kopf waren noch einmal die letzten Meter vor Niel. Da ging es noch mal hoch und irgendwo rum. Und überhaupt, wo blieb hier nun eigentlich der VP? Aber ja, das ist halt so dieser ganz normale Wahnsinn bei so einem Lauf, der kurzzeitig mal im Kopf sehr präsent, aber doch völlig nebensächlich ist. Der Alarm, der dort am VP von den Leuten gemacht wurde, war schon toll! Da kamen echt kurz feuchte Augen auf – und das obwohl es doch noch so endlich weit war. Immer wieder ein Wechselbad der Gefühle.
Am VP traf ich Kurt wieder. Auch andere um einen herum sieht man immer auf der Strecke und an den Verpflegungsstellen. Man ratscht etwas. Fragt wie es dem anderen geht, wann er wo wieviel geschlafen hat. Erzählt, wie man es selber plant. Man ißt und trinkt ein wenig und dann geht es wieder los. Essen ist an den VPs wichtiger als Trinken. Letzteres kann man zu jeder Zeit unterwegs. Ersteres ist dort einfach mal da… Pasta gab es, glaube ich. Zwei Portionen gingen rein. Kurt machte sich wieder los. Es wird nicht lange dauern, bis ich wieder ran bin. Aber runterwärts wird er wieder da sein. Paßt. Nur noch einmal ein paar Meter hochwandern zum Col Lasoney und dann laaaang, aber gut laufbar runter nach Cressoney. Und dann schauen wir mal, wie es weiter geht.
Auf dem Weg aufwärts passiere ich Kurt, erzähle noch wie es – aus dem Gedächtnis heraus – hoch gehen müßte und dass er dann gut ablaufen könne. Ich verabschiedete mich noch mit dem Kommentar ‚Wir sehen uns auf dem Weg runterwärts.‘ und dann war ich auch schon wieder weg nach oben. Es war nachmittags. Da waren auch Wanderer und natürlich einige Begleiter auch auf der Strecke unterwegs. Nein, es war nicht langweilig. Schön gleichmäßig zog ich nach oben.
Oben angekommen dann der Weg nach unten. Über die Moorwiesen ging es noch etwas langsamer, die Füße dürfen durchaus trocken bleiben, dann wollte ich Gas geben. Allerdings merkte ich im linken Knie ein leichtes Stechen unter der Kniescheibe. Hmm. Beim Gehen merkte ich nichts. Beim Anlaufen war es da. Der Kopf fing an zu arbeiten. Bis Cressoney ist es nicht mehr weit. Dort ist eine Livebase und damit sicher auch Arzt bzw. Physio. Denen kann ich das zeigen. Bleibt alles so, ist es nicht schlimm. Da war ja eigentlich noch gar nichts nennenswertes. Solche Kleinigkeiten können sich aber auch sehr schön über die noch fehlenden weit mehr als 35h auch schön ausbauen. Es kommen noch ausreichend Höhenmeter und vor allem kommen noch reichlich Downhills. Also das ganze sicher machen, nichts ausdehnen und schön in Ruhe bergab wandern. Das dauert dann halt. Dann ist das so. Bis Courmayeur wird es auch noch öfter etwas länger dauern.
Das Runterwandern war anstrengend für den Kopf. Jedes leichte Anlaufen zeigte aber dann immer gleich wieder wie richtig es ist eben nicht zu laufen. Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich aber auch im Ort und auf der Straße konnte ich dann auch noch dem Viehabtrieb beiwohnen. Da kamen einige Kühe, vom Bauern vorn und hinten geführt die Straße runter und in vielen Hörnern der Vierbeiner waren Blumenkränze befestigt. Das sah richtig lustig aus.
Erstaunt war ich etwas, dass Kurt nicht von hinten kam. Aber gut. Wir würden uns schon noch sehen. In der Livebase war es ziemlich leer. Aber gut. Ich war ja auch einiges eher als in 2014 und die Strecke war bisher an einigen Stellen doch etwas anders und in Summe somit länger und mit mehr Höhenmetern. Ich war somit in Relation gesehen noch etwas eher da. Nicht schlimm. Wettkampf ist noch lange nicht! Ruhe und Gelassenheit ist angesagt und aktuell sowieso erst einmal das Knie. Und nach dem Knie schauen wir dann mal wie es weitergeht.

😉

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6 Gedanken zu “II – In aller Ruhe losstiefeln – mein TOR 2017

  1. Dass so viele Kilo- und Höhenmeter eine Fortsetzungsgeschichte benötigen, ist eigentlich sonnenklar. Du machst es aber auch echt spannend – und die Dramaturgie ist sensationell, mit den Strapazen und dem Schlafmangel in Teil 1 anfangen, in Teil 2 erstmal entspannt weiter machen und uns dann mit angehaltenem Atem stehen lassen. Toll geschrieben! Toll gelaufen! Und ich freu mich schon sehr auf den nächsten Teil. Wenn du uns bitte nicht allzu lange warten lassen könntest? LG yazi

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  2. Irgendwie lese ich immer nur langsam und essen. Damit landet man also am Ende unter den ersten 30 bei so einem Rennen. Muss ich mir merken 😉
    „Kontrolliert einlaufen“ ist mein neuer Favorit….

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    • Ich glaube gerade so klappt das – jedenfalls für mich. Wenn ich so schaue, wer in Valgrisenche oder Cogne vor mir war und was da dann machner für Zielzeiten hat… Cogne 4h vor mir und im Ziel 24h, also einen Tag später… Ich glaube für mich bei solchen Läufen mittlerweile ganz gut mein Dembo von Anfang bis Ende gefunden zu haben. Ganz sicher hat da Andreas einen ganz großen Anteil. Ich denke da nur an den TOR2014… 😉

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