Der Alpenüberquerer

… hieß es heute Morgen auf dem Radel, als ich einen Radler traf, mit dem ich vergangenes Jahr öfter ein paar Meter auf dem Weg auf Arbeit geradelt bin. Am Ringcenter treffen wir uns – so die Ampel paßt – und dann geht es bis zur Andreasstraße gemeinsam. Öfter habe ich sein Hinterrad gern genommen, wenn der Wind aus West kam. Er ist schneller auf dem Radl, hat mehr Kraft. Ich kann gerade mal dranbleiben. Aber das ist nicht schlimm. Ich bin ja der Läufer. Ist es ein halbes Jahr her, dass wir das letzte Mal ein paar km zusammen gefahren sind? Kann sein.
Und dann diese Begrüßung! „Hey, der Alpenüberquerer!“ Hey, hier läuft grade gar nichts, will ich antworten. Laufen? Schön wäre es.
Aber das ist doch gar nicht das Thema. Stimmt. Das ist egal. Der abgesagte TAR. Für ihn nicht relevant.
Nach der Verletzung kommt wieder das Laufen, geht es wieder in die Berge. Wieder über die Alpen? Warum nicht?
Wann? Wie schnell? Alles grad nicht zu beantworten. Ist irgendwie grad auch nicht so wichtig. Nein, es ist nicht das erzählen von nem Alten von längst vergangenen Zeiten. Aber es war gut sich das einfach mal wieder in den Kopf zu holen.
😉

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Laufen hat Höhen und Tiefen

Über die Höhen liest man öfter.
Habe heute schweren Herzens den Haken an den TAR2019 gemacht. Ich? Wenn es das allein wäre. Wir haben ihn gemacht.
In 3 Monaten startet der TAR. 8 Etappen, alle nicht wirklich weit. Alle bedingt anstrengend. Die Last kommt dann durch das angedachte Dembo. Und auch wenn es jeweils nicht weit ist, sollte in 3 Monaten eine ausreichende Grundlage für den Lauf über die Alpen stehen!
Die heutige Basis im Alltag wieder völlig schmerzfrei im linken Fuß zu sein und eben auch schon 2km schmerzfrei Laufen zu können, ist hierfür wohl nicht ganz ausreichend. Nach 2km merke ich eben doch wieder den Fuß und von da aus baut man in drei Monaten nicht auf einen TAR aus.
Und seit Mitte Dezember ist doch viel weg bis heute von dieser guten Grundlage. Auch das wird den Wiederaufbau verzögern. Ja, die Kondition reicht schon noch für 5km Laufen. Sicher würde diese auch für weiter reichen. Doch auch da merke ich die fehlende Leichtigkeit für diese kurze Strecke, die ich die letzten Jahre nicht als Entfernung wahrgenommen habe.
Zwei Rückfälle im Wiederaufbau hatte ich seit Dezember. Einmal meinte ich es war Anfang Januar schon wieder gut genug für einen Aufbau und Mitte März das ganze dann noch einmal. Mag sein der jetzige Wiedereinstieg geht auch dadurch vorsichtiger vonstatten. Aber 2km ohne Befund sind eben doch nicht wirklich viel.
Schwer ist die Entscheidung vor allem, weil man beim TAR eben nicht nur für sich allein loszieht. Zusammen ein Ziel ins Auge fassen, darauf trainieren und das zusammen rocken – so ist der Plan. Und dann fällt da noch einer mit hinten runter, zieht man den Freund mit dem man das zusammen vorhat auch mit … Da ist Vernunft und objektive Einschätzung wirklich nur eine Seite der Medalie.
Als sich Mitte Dezember erneut die Plantarsehne beschwerte – und es war nicht in einer Hochphase des Trainings, sondern gerade erst im allmählichen Erweitern der km nach der Ruhepause nach der Diagonale – da konnte ich mir im Leben nicht vorstellen so lange mit diesem Mist beschäftigt zu sein. Ohne die beiden Rückfälle wäre das vielleicht auch so gewesen. Nicht mehr zu ändern. Man lernt Demut. Man lernt Ruhe. Sicherlich ist zukünftig auch mehr Achtsamkeit nötig. Seit 2003 gab es bis 2018 einmal auch Plantarsehne und einmal das Pollerknie und ansonsten viele verletzungsfreie Laufjahre. Ein Geschenk! Ok, ein selbst erarbeitetes. Aber bestimmt keine Selbstverständlichkeit. Die daraus entstandene Unbekümmertheit, das Denken den eigenen Körper bestens zu verstehen, darf dann jetzt neu definiert werden.
Lauf und Quartiere heute zu stornieren, war richtig doof.
Jetzt heißt es langsam wieder aufbauen. Erst mal muß der Fuß wieder komplett ohne Befund sein und dann kommt sicher auch die Lust und die Freude am Laufen zurück. Gestern hielt sich das jedenfalls beim Rückweg von den Seen extrem in Grenzen.
Im Sommer geht es jedenfalls schon mal mit Christian und Tanya zusammen auf eine kleine Klettertour. Das können wir. Das haben wir am Ortler schon mal gemeinsam geübt. Das macht der Fuß bei Tanya und bei mir bis dahin mit. Darauf freue ich mich schon!
Es braucht immer den Blick nach vorn.
Kein TAR ist doof!
Dann eben anders.
Wird wieder!
… meint jedenfalls ein Schalk!

Wasserstandsmeldung II

Die letzte Meldung hier ist vom 31.01.2019. TAR-Anmeldung und sachte loslegen mit Laufen. So sah es da jedenfalls aus.
Die Pause war dann doch etwas länger und da die Seite ja „schalklaeuft“ heißt, brauche ich nicht laufend auch nicht zu langweilen.
Im Februar war jedenfalls ein sehr schöner Lauf mit Christian ab Lausebuche hoch zum Brocken. Ok, es waren nur 16km, aber mit ihm zusammen da hoch laufen war schon sehr schick! Und im Anschluß habe ich noch einmal etwas Ruhe eingeschoben. Der Fuß drückte seitlich einfach nach den kurzen Läufen, war zu lange präsent. Ich verschob den Wiedereinstieg von Woche zu Woche, machte regelmäßig Samstags bei den Leuten von der LG Mauerweg Stabitraining mit, fuhr Rad, hatte ausreichend auf Arbeit zu tun und übte mich in Ruhe und Gelassenheit. Letzteres kann ich wirklich immer besser! 🙄

Zwei Wochen vor unserem geplanten Urlaub auf Teneriffa wollte ich aber dann doch wieder sachte einsteigen ins Training. Der Fuß verhielt sich zu dem Zeitpunkt die zweite Woche in Folge recht unverändert. Ab und an drückte es doch noch an der Außenseite. Aber das war doch so, dass ein kontrollierter Wiedereinstieg zulässig schien.
Die ersten Läufe waren dann auch wie erwartet. Es drückte leicht und am Folgetag war alles wieder ohne Befund. Ich steigerte die km auf nen lockeren 20er. Endlich mal wieder ne Kienbergrunde laufen. Es wurde nicht besser, aber eben auch nicht schlechter. Also war es so erst mal OK. Ähnlich war der Wiedereinstieg auch schon im vergangenen Jahr. Auch da drückte der Fuß immer noch leicht bei den Läufen und Wanderungen im Juli und August und wirklich komplett schmerzfrei war ich dann erst nach Sulden, also Anfang September unterwegs. Selbst in Sulden drückte ab und an der Fuß noch ganz leicht nach den langen Touren. Morgens war dann alles wieder bestens und komplett ohne Druck. So sah es auch jetzt aus.

Der 10.03. rückte näher. Koffer packen, einchecken, vorher noch ein wenig in Berlin feiern und dann ging es auch schon los gen Teneriffa. Im Koffer war ausreichend Laufgepäck. Kurz, mittel, lang. Wir wollten auch auf den Pico del Teide hoch und auf 3700müNN waren um Null Grad prognostiziert. Dafür sollte man die richtigen Klamotten bei haben und kurz-kurz ist da wohl eher nicht so die passende Ausrüstung.

Angekommen Sonntagfrüh auf Teneriffa und in der Ferien-Casa ging es auch gleich in die Laufsachen und von der Küste aus ein Stückchen in die Berge. Tanja und Jan waren vorgelaufen. Ich sollte einfach in den nächsten Baranco und dann immer hoch. Ohne vorher mal auf ne Karte geschaut zu haben, war das schon ziemlich spannend. Aber gut. Ich schnappte mir Laufuhr, Rucksack, nen Liter Wasser, Laufschuhe, Shirt und Hose und los ging es. 300m Asphalt und ab da felsiger Trail einfach nur stetig aufwärts. Der Plan war 10km hochzulaufen, um dann das gleiche wieder abwärts zu laufen. Mit Tanja und Jan sich treffen ging schief, da das Akku vom Telefon irgendwie plötzlich leer war. Also allein hoch und retour und gut. Es war warm, der Weg teils steil, aber es war richtig schön wieder auf einer solchen Strecke on tour zu sein und es war toll wie leicht es mir doch fiel in einer vernünftigen Geschwindigkeit nach dieser langen Pause so zu laufen. Die 10km waren voll, knapp 1200hm weg, also umdrehen und retour. Noch keinen km war ich runterwärts unterwegs, als ich zwei Läufer vor mir im Trail sehe. Jup, das waren doch tatsächlich die beiden. Jetzt ging es zu Dritt wieder retour gen Casa. So konnte ich mir auch gleich noch den richtigen Einstieg in den Trail anschauen. Ich war doch zu Beginn etwas umständlicher unterwegs gewesen.

Fazit dieses ersten Laufes war ein beschwerdefreier Fuß und ein gutes Laufgefühl. Jup, nehm ich.

Der nächste Tag brachte ne Kennenlerntour per Auto über die Insel. Der Fuß darf sich erholen. Das paßt.

Tag Drei ging es dann hoch nach Vilaflor auf ne kleine Runde. Wir hatten geplant am Mittwoch hoch auf den Teide zum Sonnenaufgang zu laufen und ich war am Überlegen, ob ich nicht ab Vilaflor starten sollte. Die Tour vom Parkplatz unten am Teide war „nur“ ca. 8km lang. Das müßte man schließlich erweitern. Ab Vilaflor wären es 25km mit mal eben so 2.600Hm. Die ersten 11km von Vilaflor nach Parador (Cañada Blanca) waren durchweg Trail und allein da ca. 1000Hm. Die wollte ich mir ansehen, um zu wissen, ob ich die dem Aufstieg wirklich vorlagern will. Tanja und Jan liefen ebenfalls diese Runde auf den Guajara (2713müNN). Der Weg dieser Runde war bis in einen Sattel, den Degollada de Ucana der geplante Weg zum Teide. Dann wollte ich hinunter in den Talkessel am Fuße des Teide nach Parador. Damit hatte ich einen Plan zum Weg, der Findung und vor allem auch der Laufzeit. Ab Parador würde es zum Teide hoch dann knapp 7 km Straße gehen und dann ab dem Parkplatz Montaña Blanca dann die letzten 7km hoch. Tanja und Jan wollten zum Teide hoch ab dem Parkplatz Montaña Blanca starten. Eine Idee zum Zeitplan für die Besteigung des Teide zu haben, war schon recht wichtig. Schließlich war das Ziel hinsichtlich Ankunft definiert. 7:16Uhr war Sonnenaufgang. Da wollte ich oben sein.
Ich lief also am Dienstag ab Vilaflor durch das Valle de Ucana vor, erreichte deutlich schneller als erwartet den Sattel und lief weiter runter nach Cañada Blanca. keine 1:40h statt der hochgerechneten 2:30h für die 11km und nicht wirklich anstrengend. Ok, es würde am Folgetag an einigen Stellen langsamer hoch gehen müssen, da ich jetzt in Passagen lief, die von der Steigung her später nicht sinnvoll wären zu laufen. Aber es war ein guter Anhaltspunkt. Nun ging es wieder hoch in den Sattel Degollada de Ucana und weiter zum Gipfel Guajara. Ich hoffte Tanja und Jan auf diesem Teil des Weges wieder zu treffen. Im Sattel traf ich niemanden. Von unten sah ich auch keinen hoch kommen. Also ging ich hoch zum Gipfel. 2:30h Laufzeit waren weg. Über 1500hm im Kasten und es ging mir wirklich richtig gut! Jetzt hieß es oben kurz warten und dann mit beiden wieder runter – dachte ich zu mindest. Da beide die Runde aber irgendwie andersrum gelaufen sind und aus der Richtung hoch kamen, die ich runter wollte, drehten wir auch abwärts unsere jeweils eigene Runde. Es machte zwar einen heiden Spaß abwärts zu laufen, aber hier zeigten sich dann doch sehr deutlich die Defizite der längeren Pause in Sachen Kraft. Bergab zogen die Oberschenkel schon mächtig. Nach 4:12h reiner Laufzeit, 27km und 1700hm war der für dieses Jahr beste und sicherlich auch schwerste Lauf im Kasten. Ich hatte eine Idee wie ich wieder drauf bin. Der Fuß drückte abends leicht, die muskulären Defizite waren nicht erstaunlich und am Morgen war der Fuß auch wieder Ok. Es läuft erwartungsgemäß.

Am Folgetag ging es dann allerdings nicht wie ursprünglich geplant zum Pico del Teide. Ein Ruhetag war dran. Den nutzte ich für eine kleine Runde ab der Casa in Poris de Abona Richtung Arico Viejo und weiter das Valle de Tamadaya hoch. Nach reichlich 12,5km erreichte ich eine Wasserleitung und beschloß an der Stelle umzukehren. 25km sind genug. Während es aufwärts ganz gut lief, merkte ich abwärts natürlich noch die am Vortag leicht geschrotteten Oberschnekel. Es lief natürlich auch runter. Aber zwei Tage hintereinander jeweils über 10km und über 1000hm am Stück runterlaufen ist doch etwas länger her, dass ich mir dies geben durfte. Sei es drum. Der Fuß blieb erneut unverändert. Das paßt also so weit.

Für den Donnerstag ging es zum Wandern eine tolle Runde in den Norden der Insel. Von Chamorga ging es über die Casas de Tafada durch die Montaña de Tafada zum Faro de Anaga. Diese Runde ist landschaftlich so völlig anders als die Touren um unsere Casa oder am Pico del Teide. Es ist dort herrlich grün und völlig abgeschieden. Wirklich eine herrliche Ecke. Und Ruhe ist ebenfall recht wahrscheinlich. Mobilfunk gibt es erst wieder, wenn man mit dem Auto auf dem Rückweg über den Bergrücken in Richtung San Andres hinüber ist. Diese Runde über 14km mit auch wieder 1000hm ist wirklich sehr, sehr lohnend. Man wird für die doch etwas spannende Autofahrt dorthin definitiv mehr als entlohnt. Die Oberschnekel bekamen also keine wirkliche Entlastung. Basierend auf der doch deutlich geringeren Intensität war es aber doch wie eine Art Regeneration. Sehr schön auch retour am Ausgangsort der Wanderung noch in der Casa Alvaro etwas lokales Essen zu können. Ich wußte zwar nicht, was ich bekam. Aber das Fleisch mit Kartoffeln und Möhren war doddal lecker. Leider war für die Vegetarier nichts dabei. Aber wer auch Fleisch ißt, sollte da nicht ohne einzukehren vorbeigehen. Auch diesen Abend war der Fuß ruhig und die Oberschnekel hatten sich ebenfalls etwas gelockert. Es war Zeit abends die Klamotten für den Aufstieg zum Pico del Teide zu packen und die konkrete Runde zu definieren.

Für den Aufstieg auf die 3718müNN blieben letztendlich nur Jan und ich übrig. Die Runde von Vilaflor via Parador zum Teide und über den Pico Viejo runter nach Parador wäre 35km mit reichlich Höhenmetern und wir müßten von Parador auch wieder retour zum Ausgangspunkt von Jans Lauf, zum Parkplatz Montaña Blanca. Auch das wären noch einmal 7km am Fuße des Pico del Teide die Straße entlang. Da bereits der Zeitplan ab Vilaflor spannend schien, mal ganz abgesehen von den Höhenmetern, planten wir die Tour so, dass wir beide bis zum Parkplatz Montaña Blanca fahren, Jan dort aussteigt und bereits den Anstieg beginnt, ich das Auto nach Parador zum Ziel unserer Tour fahre, die Straße zum Parkplatz Montaña Blanca laufe und Jan dann in den Aufstieg folge. Damit hat Jan etwas Vorsprung, kann sich im Aufstieg Zeit lassen, das Auto steht da wo wir es anschließend brauchen und ich muß nur zusehen pünktlich um 7:15Uhr oben zu sein.

Los ging es um 2:15Uhr mit dem Auto. Spannend fanden wir bereits während der Fahrt die Temperaturentwicklung je höher wir kamen. Für oben, also 3700müNN waren Temperaturen um den Nullpunkt angesagt. Während es am Meer noch ganz angenehm war, ging die Temperatur schon während der Autofahrt hochwärts immer weiter Richtung Null. Höhe Cañada Blanca, also etwa auf 2.100müNN waren es dann nur noch 4°C und auf den letzten km auf der Höhe waren teil Kältenester mit ca. 2°C. Hmm, wie wird es dann oben sein? Stimmte überhaupt die Temperaturanzeige am Auto? Puh, das war wirklich kühl!

Jan lief um ca. 3:30Uhr am Parkplatz los. Ich folgte ab unserem Zielort Parador um 3:40Uhr. Meine ersten 7km waren schnell abgespult. Klar bewegte ich mich auf über 2000müNN, aber das war Straße und die Anstiege waren sehr überschaubar. Na und bei der Temperatur braucht man ja auch keine Angst zu haben, dass man überhitzt. Als ich gegen 4:20Uhr auch am Parkplatz Montaña Blanca ankam und somit knapp 3h für die knapp 8km mit ca. 1.300hm haben sollte, nahm ich nun Dembo raus und ging zügig, aber ganz sicher nicht schnell da hoch. In der Planung der Tour hatte ich auch einen Blick in Strava geworfen und geschaut, ob es ein Segement vom Parkplatz zum Gipfel gibt. Gab es – jedenfalls bis zur Bergstation des Teleférico. Ab da sind es nur noch ein paar hm. Ein Blick auf das Segment zeigte, dass der Schnellste da in 1:22h unterwegs war und doch ne Menge Leute um 2:00h bis 2:30h für den Weg benötigten. Also sollten knapp 3h ausreichend sein. Ich wollte bewußt nicht zu viel Druck aufbauen, da ich mir nicht so ganz sicher war wie sich die Höhe oberhalb der 3000m so auf die eigene Konstitution auswirken würde. Immerhin hatten wir ja keine wirkliche Höhenanpassung vornehmen können und da ist es schon denkbar, dass irgendwann das große Jappsen los geht. Die Bedenken waren unbegründet. Wissen wußte ich das aber natürlich erst als ich oben war.
Etwas Zeit beim Hochlaufen zu haben, hatte einen weiteren positiven Nebeneffekt. Ich konnte hier und da den herrlichen Sternenhimmel beobachten. Dadurch, dass der Teide weitgehend in einem Kessel steht, wird das Licht der Orte an der Küste durch diese Bergkette quasi abgeschirmt und es ist wunderbar dunkel. Kein Lichtsmog heißt eben auch bei wolkenlosem Himmel die Sterne in ihrer ganzen Pracht betrachten zu können. Einfach herrlich!
Auf dem Weg zur Hütte Altavista, die auf ca. 3260müNN liegt, überholte ich 3 Leutchen. Ich denke die waren nicht zum Sonnenaufgang oben.
In die Hütte schaute ich nur sicherheitshalber kurz rein, um nach Jan zu schauen. Natürlich war er nicht da. Also weiter hoch. Nun ging das Überholen weiter. Klar ging jedesmal der Blick nach vorn, da ich ja Jan auf keinen Fall übersehen wollte. Spannend fand ich da so manche Schuhe, die in den Schein der Lampe kamen. Mit Sneekers muß man auch erst mal auf so nen Hügel gehen. Andererseits ist der Berg bei normalem Wetter damit halt trotz allem gut zu besteigen. Das Gestein hat durch die starke Porösität schließlich selbst bei Nässe noch Grip und der Weg ähnelt schon manchmal dem einer Einkaufsmeile … in den Bergen. Naja, vielleicht mit älterem Kopfsteinpflaster. Aber vermutlich sollte ich mich darüber gar nicht so aufregen. Ein Bergführer dürfte ähnlich die Augenbrauen hochziehen, wenn ich ihm in meinen Speedcross-Latschen und mit einem kleinen Laufrucksack im Höllental auf dem Weg zur Zugspitze begegne. Ja, manches ist relativ – egal.
Im Nachhinein sehr lustig fand ich noch das Gespräch mit einem von der Hütte, als ich hereinschaute nach Jan zu sehen. Er stand an der Tür weil gerade die letzten Gäste gehen wollten und fragte mich, ob er helfen könne. Ich fragte nur, ob einer hier kurz reingeschaut hätte, der nicht übernachtete und ob man oben am Teleférico etwas windgeschützt warten könne. Kann man. Dann fragte ich noch wie lange man bis oben brauchen würde. In den Alpen ist die Antwort immer recht interessant, wenn man es dann gelaufen ist. Er schaute mich an, fragte, ob ich laufen würde. Hmm ja, schon so ne Art Laufen, soweit es die Steigung halt zulasse. Dann meinte er: 45min. Reine Gehzeit benötigte ich ab da bis hoch 50min. Interessant.
Ich überholte Leute um Leute; nur Jan war nicht dabei. Als ich dann direkt auf die Bergstation des Teleférico zulief, stand da einer oben und zog sich gerade etwas an. Andere gingen an ihm vorbei. Das konnte nur Jan sein. Zum einen hatte er ne Stirnlampe mit vernünftigem Licht und zum anderen braucht halt einer der zügiger hochgeht die warmen Klamotten nicht schon im Aufstieg, sondern eben erst oben – da wo es dann wirklich kalt wird und die Bewegung fehlt. Es war der perfekte Treffpunkt. Auch ich wollte meine warmen Klamotten genau da anziehen.

Ich hatte nen kurzes und nen langes Shirt an. Das zusammen mit der Windjacke reicht normal auch für die BC. Gut, der Brocken ist jetzt reichlich 1500m flacher. Aber zur BC liegt da Schnee und es sind oben doch öfter Temperaturen unter Null und der Wind kann da auch ordentlich wehen… Die Klamotten reichten auch für den Aufstieg. Nun zog ich aber die Regenjacke aus, ne Wattejacke an und die Regenjacke wieder drüber. Über die Laufhose kam die winddichte Regenhose. So ging es. Puh, war das oben kalt! Gut, wenn man die richtigen Klamotten bei hat. Einzig das Fotografieren war so ne Sache, weil ich den Handschuh immer wieder mal anziehen mußte. Sonst wären mir die Hände abgefroren. 6:48Uhr waren wir oben auf dem Gipfel. Ganz nach hinten kämpften wir uns nicht durch. Da waren mir zum einen zu viele Leute und zum anderen roch es doch ganz ordentlich. Da kam nicht nur aus einer Gesteinsritze nicht wirklich lecker riechender Dampf. Vielleicht ist da doch in irgendeiner Chemievorlesung nur die Hälfte hängen geblieben. Wir warteten jedenfalls in weniger „wolkigem“ Duft auf den Sonnenaufgang.

Beim Zusammenschreiben hier fällt mir jetzt auch auf, warum mir die Hände so kalt waren. Fast eine halbe Stunde haben wir da oben gestanden und das Lichtspektakel bewundert. Und immer wieder hab ich versucht mit diesem Telefon und meinen überaus professionellen Kenntnissen der Fotografie vernünftige Bilder zu machen. Da waren kalte Hände wirklich nur ein Problem. Aber anscheinend können diese Telefone wirklich schon ne ganze Menge von alleine. Wie wären sonst auch einigermaßen bunte Bilder hier zustande gekommen?

Wieder etwas aus dem Wind gab es noch ein paar Blicke rundherum.

Und dann ging es über den Pico Viejo, einem ca. 500m tiefer gelegenen Vulkankrater abwärts nach Parador. Ab etwa Höhe Pico Viejo war der Weg wirklich super laufbar. Das war ein sehr leichtes Gefälle, ein gut ausgebauter Weg und mit etwas mehr Kraft in den Beinen kann man das wirklich super ballern. Ganz so waren wir dann doch beide nicht drauf, so dass wir es etwas langsamer haben laufen lassen. 10Uhr war dann der (Lauf-)Tag erledigt. Der Rest war ziemlich viel relaxen in der Casa. Auch mal nicht schlecht!

Am Samstag war noch mal etwas Guldur angesagt. Also hieß es früh die Laufsachen anziehen und los. Sonnenaufgang bin ich dann mit Tanja zusammen los. Sie mußte erst mal den Sonnenaufgang fotografieren, so dass ich nach wenigen Metern doch schon allein lief. Es ging wieder in den Baranco des ersten Tages – nur lief es diesmal wirklich besser. Unbemerkt machte ich wohl doch etwas mehr Druck. Während Mittwoch der erste 5er noch in knapp 38min wegging, war er diesmal bereits nach 34min durch. Auch der zweite 5er war schneller. Aufgrund des Dembos beschloß ich dann auch aus geplanter Quantität (25km) einfach Qualität (Dembo auf 20km) zu machen. Die Beine waren abwärts wieder lockerer. Es lief ganz gut nach unten.

Resümierend war die Woche auf Teneriffa sehr gut! Lauftechnisch stand somit die Fortsetzung in der Heimat an. Ab und an muckerte die Plantarsehne noch leicht. Aber da morgens der Fuß immer wieder ohne Befund war, muß man das nicht überbewerten.

Die Fortsetzung folgte am 19.03.2019 im Deister. Es machte richtig Laune mal wieder Gas zu geben. Bewußt war das gar nicht so schnell. Ich sah aber nach vier Kilometern an der Zwischenzeit, dass ich doch den Hüttenweg ganz ordentlich hochgezogen bin. Richtung Annaturm drückte ich dann zwar nicht so sehr, aber runter ließ ich es einfach mal rollen. Endlich mal wieder nen 4:30er Schnitt, teils etwas schneller, spüren ist schon ziemlich Geil! Blöde Idee! Mittwochmorgen merkte ich schon, dass der Plan einfach doof war. Donnerstag versuchte ich nen 10er daheim und es war klar, dass wieder Ruhe von Nöten ist. Seitdem stehen die Laufschuhe in der Ecke. Harzquerung und Rennsteig werde ich vor Ort sein, aber definitiv nicht laufen. Das Positive: Ich kann mich jetzt komplett auf den TAR konzentrieren.

Die Plantarsehne gibt seit Samstag morgens wieder Ruhe. Tagsüber merke ich sie, wenn ich zu viel am Schreibtisch sitzen muß. Leichte Bewegung und alles ist ruhig. Der Plan aktuell sieht vor irgendwann in den nächsten zwei Wochen ganz sachte wieder einzusteigen. Ab Anfang Mai muß der Fuß dann langsam wollen. Sonst wird die TAR-Vorbereitung eng – schließlich muß die Kurve langsam hochgefahren werden. Ja, die Belastung kann dann expotentiell hoch gehen. Aber gerade zu Beginn muß sie sehr flach laufen.
Letzte Erkenntnis, die nicht fürchterlich neu ist: Intensität hat im aufbau nichts zu suchen – so sehr es auch Spaß macht und so sehr die Muskeln das dann auch wieder hergeben. Limitierendes ist ist nicht die Muskulatur. Das Limit setzt die Plantarsehne und der Kopf muß es umsetzten! Im Mai kann ich sagen, ob ich diese Lektion gelernt habe. Ich glaube schon!

😉

Wasserstandsmeldung

Beim Loslaufen fröstelt es mich etwas. Egal. Ich weiß, dass ich richtig angezogen bin und dieses Frösteln nicht lange anhalten wird. Auch zu warm wird es nicht werden. Viel zu kurz die Strecke. Eigentlich ist es auch schön so! Endlich wieder ein normales Stück des Laufens.
Langsam will ich laufen, den Fuß bloß nicht wieder überlasten. Die Sehne ist da etwas zickig. die mag so was nicht und ist ganz anders als der Rest von mir extrem nachtragend. Ich laufe langsam. Also ich laufe locker und leicht. Vermutlich ist das nicht langsam, aber ich mag nicht auf die Uhr schauen. Es ist egal, was da steht. Locker und leicht. Das ist wichtig! Keine Intensität, keine Belastung, keinen Druck auf den Fuß. Einfach nur ein bischen laufen – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
Genau, nicht weniger! Ich wollte heute endlich und unbedingt Laufen gehen. Donnerstag. Es wäre der erste Lauf diese Woche. Wie Bolle freute ich mich den ganzen Tag. Und dann war noch dies und jenes und es war 18Uhr bis ich daheim und mit allem fertig war. Laufsachen an. Und plötzlich war da keine Lust mehr! Wie das denn? Das geht doch gar nicht! Stimmt, geht gar nicht! Und doch saß ich „plötzlich“ in der Küche am Rechner, meldete mich für den TAR an, las Lustiges und Müll bei Facebook und anderswo im Netz. Ich las von Achtung und Respekt anderen gegenüber. Ja, sowas darf man einfach so zwischendrin mal lesen, sich vergegenwärtigen wie wichtig dies doch ist und vor allem, dass es doch eben nicht für jeden selbstverständlich ist. Ganz im Gegenteil, mancher ist da mit dem D-Zug durch die Kinderstube gefahren.
2h später schrieb mir Christian auf meine Anmerkung, dass unsere Anmeldung nun komplett sei, dass wir auch schon in der Startliste stehen und er jetzt noch auf nen 20er loszieht. Klasse! Ich hatte schon ne ordentlich Portion gefuttert. Aber das lernt man ja bei diesen Ultraläufen. Das stört nicht. Das kann ich schon: Vollfressen und dann loslaufen. Hab ich noch nicht verlernt.
In Laufsachen saß ich ja noch immer. Umziehen fällt also aus. Einfach nur die Schuhe und Jacke anziehen, Mütze und Stirnlampe auf und raus. Ein kleiner Schritt vor die Tür! Jup!
So viele Dinge schwirren mir durch den Kopf. Am Waldrand höre ich das Stadion. Ich hatte mich zu spät um ne Karte gekümmert. Und außerdem mußte ich ja auch endlich mal wieder laufen!
Immer wieder wollte ich auf meine Laufhaltung achten, bewußt locker laufen. Das war irgendwie gar nicht möglich. Der Oberkörper war zwar gerade, aber die Beine waren gefühlt gar nicht vorhanden. Lediglich die Füße setzten irgendwie in konstanter Regelmäßigkeit auf dem Boden auf und dies geschah immer im Wechsel. Glück gehabt. Wenigstens die intuitive Koordination funktionierte. Im Kopf kam ich mir wie betrunken vor und ich hatte keinen Tropfen Alkohol getrunken. Wie automatisch lief ich einfach einen Fuß vor den anderen setzend. Die Augen sahen den Weg und hier und da ne Wurzel und die Füße setzten erstaunlicherweise immer richtig auf. Das war wie im Nebel laufen. Sehr komisch! Ich schob es dann auf den vollen Magen. Da ist ja reichlich Blut, dass erst mal woandershin abkommandiert war.
Noch vieles wird mir auf den letzten km durch den Kopf gehen.
Die Beine werde ich wieder spüren. Die Laufhaltung bewußt steuern irgendwie heute nicht mehr. Man muß ja auch nicht immer so kopflastig unterwegs sein. Das was der Spezi Mensch seit einigen Donnerstagen macht, kann auch heute mal automatisch ablaufen. Ich muß heute grad mal ein bissel über ganz vieles Nachdenken. Da ist kein Platz für kontrolliertes Laufen. Das muß heute mal so gehen. Einzig die Last auf dem Fuß, die ist immer irgendwo tief hinten im Kopf verankert. Die ist bei Belastung Null!
Nächste Woche ist BC. Ich werde sie nicht laufen.
Bald ist Rennsteig. Das wird das nächste Ziel. Ich denke bis dahin wieder voll da zu sein. Aber auch dieses Ziel wird einem dieses Jahr untergeordnet werden.
Startnummer 230 – FC100 – Falk uns Christian und wir werden bei den alten Säcken richtig mitmischen! 100Lebensjahre und jede Menge km Lauferfahrung. Transalpine2019 – wir kommen!
😉
PS: Ja, ein leichter Druck auf der Außenseite des Fußes ist sprübar. Aber das wird. Janz sacht und ruhig. Bloß kein Streß. Es ist noch viel Zeit. Es wird auch noch Zeit benötigen!

Zwei Läufe in einem – eine janz komische BC 2014

Zwei Läufe in einem – eine janz komische BC 2014

So titelte ich am 09.02.2014 bei jogmap.de. Da lag ein sehr komischer Lauf gerade erst hinter mir. Ein richtig schönes Wochenende war das. Eine richtig schöne BC.
Zur BC2015 und 2016 habe ich hier je schon geschrieben. Es steht die BC2019 an und so möchte ich einfach die Gelegenheit nutzen wieder einen alten Beitrag aus Jogmap hier festzuhalten.

Die BC2014 wurde später als die der Superlative benannt. Es ist auch die BC, in der die „spanische Runde“ entstand – aber dazu später. Los geht es mit den Eindrücken, die am Sonntagabend, dem 09.02.2014 aufschrieb:

So richtig habe ich es noch gar nicht für mich grade.
Das war gestern ein ziemlich guter Lauf mit einem völlig unerwarteten Ausgang. Aber das ist vielleicht auch nicht so unnormal für die Brocken-Challenge.

Dienstag Klamotten gepackt. So ein paar Gedanken über den Lauf gemacht, aber eigentlich war der ja eh nur als Trainingslauf geplant. Das Wichtigste war Freunde wieder zu treffen und zu klönen. Ja, Laufen wollten wir auch. So sind Riggo und ich aus Richtung Hannover angereist. Unser Mädels kamen aus Berlin nach. Diese ganzen Bekloppten wieder zu treffen, war super. Über den Lauf hab ich mir Freitag gar keinen großen Kopf weiter gemacht.
Was ist vom Freitag noch erwähnenswert? Das Briefing zur Strecke von Aschu war wieder ziemlich mittel. Freitagabend dann Essen fassen und klönen – auch recht mittel. Die Vorbereitung einfach perfekt, Maren. Abends dann noch das eine Absackerbierchen. Einfach mal doddal genial. 😉
Die Nacht war kurz, das Aufstehen quasi vor dem Wach werden. Wobei mir als Frühaufsteher macht das ja nich so viel aus.
Frühstück war dann wieder oben am Kehr. Irgendwie war ich mit dem Kopf immer noch nicht so groß beim Lauf. Hier ne Runde gequatscht, dort n Schnack. Und plötzlich war es 5:58Uhr. Na jezz aber raus. Geht gleich los.

Der Anfang war konzentriert. Tempo finden. Vorn stürzten wie erwartet gleich erst mal fünf, sechs Leutchen los. Mein Plan war mit 3:30h in Barbis bei km42,195 ankommen und dann sehen, was geht.
Laß die anderen laufen. Wenn sich einer von denen ausschießt, werde ich ihn noch mal sehen. Wenn nicht, ist das auch OK.
Wir waren am Anfang zu Dritt in der Gruppe nach der Spitze. Die war allerdings ziemlich schnell außer Sichtweite. Immer mal wurden ein paar Worte gewechselt. Aber in Summe war es ein ruhiges nebenher laufen. Das war angenehm.
Beim Starten des BC-Tracks hatte sich die Laufuhr aufgehangen. Deshalb ging es die ersten km nur nach Gefühl. Später hab ich sie aus und wieder neu angemacht. Dann war der Track auf dem Display. Jeder km wurde im Nachhinein angezeigt. Aber das Laufen ging rein nach Gefühl. Es hatte zu passen. Zur Laufzeit an irgendeinem Streckenpunkt hatte ich die ganze Zeit keine Ahnung. Ich war auch zu faul auf der Uhr rumzudrücken. Einfach den Track drauf haben und ansonsten regelmäßig die Systeme abfragen und einfach laufen. Kurz vor den VPs schob ich mir in Saft und Wasser aufgequollene Chiasamen ein. Am VP dann zwei Becher Tee drauf und weiter.
Nach Rollshausen, km20 waren wir glaub ich noch zu zweit. Aber eigentlich wollte ich allein laufen, wollte meinen Rhythmus laufen, in der Ebene wie am Berg mein Dembo. Einfach ich für mich allein mein Ding. Bis Rhumesquelle km30 keine Chance. Am Berg war ich weg und in der Ebene oder bergab war er wieder ran. Bis Rhumesquelle halt. Dann ging es tendenziell hoch und ich war weg. Nicht, dass der Vorsprung groß gewesen wäre. Aber das war eh egal. Ich war allein. Und ich war irgendwie immer etwas getrieben. Lies ich nach, war er wieder ran. Also immer schön Spannung halten. So rannen die km dahin.
Vorn kam Barbis in Sicht. Dann der VP. Das Reinlaufen war schon sehr speziell. Ich war in einem Lauf und irgendwie doch nicht. Keine Ahnung wie man das beschreiben soll. Eigentlich wollte ich nur einen guten Lauf hinlegen und das hatte ich bis hier her eigentlich ganz gut hinbekommen. Ich war an Sechs oder Sieben, nach vorn war sicher alles gegessen, nach hinten hatte ich einen unmittelbar im Nacken und sonst war sicher wieder Luft. Also war eigentlich kein Streß. Aber bisher lief alles super und nur das war jetzt bis hoch so zu erhalten. Einfach gut Laufen und darauf lag der Fokus im Kopf. Die Platzierung war ziemlich definiert. Und weil es so lief, wie es lief hatte ich beim ranlaufen an den VP irgendwie Gänsehaut.
Ja, und dann halt der Stop am VP. Erwähnte ich eigentlich bereits was ein super Support bei diesem Lauf ausmacht? Irre viel! Während ich das in Rollshausen etwas verpeilt gar nicht wirklich wahrnahm, war Barbis der Hammer!

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Bild von Volker Hillebrecht

Geplant war der Schuhwechsel auf Spikes und ein Shirtwechsel. Ich lief in Barbis rein und wurde nur noch umhegt. Geil. Tanja hatte einen Stuhl parat. Hinsetzen, Schuhe aus und Einlagen raus, rein in die anderen, Silke sauste nach nem Shirt, Jacke aus, Shirt wechseln, Jacke wieder an, Rucksack auf. Da wurde hier geholfen, da gefragt, dort gezupft und dann wieder los. Trinken und Futter war im Rucksack. Das kann ich auf dem kurzen Anstieg direkt nach Barbis fassen. Vor dem Lauf war noch die Überlegung, ob ich vielleicht noch mal den Support in Lausebuche in Anspruch nehmen wollte, um da erst auf Spikes zu wechseln. Da ich die nun aber schon hier anzog, konnten die Mädels dann direkt nach Schierke weiter.
Kurz bevor ich raus bin, kam mein „Verfolger“ auch rein. Irgendeiner bestätigte mir noch, dass es kurz nach 3:30h wäre. Perfekt. Voll im Soll. Dann ging’s aber auch schon weiter.
Im Anstieg merkte ich, dass ich die kleinen Fläschchen mit den Chiasamen nicht anbei hatte. Alle hatten sich am VP so super gekümmert, aber ich war irgendwie voll verpeilt, doddal im Tunnel.
Einen Liter mit Chiasamen hatte ich davon zwar anbei, aber die Flasche war dünner angerührt. Das würde nur bis Lausebuche reichen. Ok, dann eben ab da auf die Verpflegung der BC zurückgreifen. Was mich da erwartete, war mir nicht ganz klar. Frank organisiert die sehr vegan, aber es würde schon gehen.

Jetzt ging’s erst mal in den Entsafter und ich mußte erst mal meinen Verfolger wieder los werden. Das ging relativ schnell.
Punkt Zwei war konzentriert im Entsafter I bis Jagdkopf Vorsprung rauszulaufen – ohne sich zu zerschießen! Es kamen ab Jagdkopf noch 27 lustige km. Schnee oder Harsch oder was auch immer war garantiert. Kräfte einteilen war wichtig. Schön kontinuierlich zog ich den schneefreien Entsafter hoch. Wo es etwas steiler war, ein ticken langsamer, wenn‘s flacher wurde, wieder Zug rein. Die km im Anstieg wurden einer für den anderen runter gezählt. Noch vier, noch drei, noch zwei… Irgendwann dann endlich der VP Jagdkopf. Es war herrlich die Mädels da zu sehen! Wieder kurz Chiasamen und etwas Tee und weiter. Beim Anlaufen war unten noch niemand zu sehen. Sehr schön! Aber darauf wird sich nicht ausgeruht. Jetzt kommt der relativ flache Entsafter II. Da hieß es weiter Druck machen – schön kontrolliert.
Hier wurde die Strecke etwas vereist. Ich denke, mit normalen Schuhen oder Yaktrax war das auch ganz gut laufbar. Mit Spikes war es sehr komfortabel. Man konnte sich aufs Laufen konzentrieren. Es fing an richtig Spaß zu machen. Klar ging es langsam Richtung Anschlag, klar waren die vorherigen 55km in den Beinen, aber irgendwie war da noch Luft. Die km flogen dahin. Ich zählte jeden km bis zur Lausebuche runter. Ich war allein, ich sammelte sicher Meter um Meter Vorsprung oder hielt ihn zumindest und es lief einfach. Immer mal wieder traf ich auf Wanderer. Auf dem letzten km vor Lausebuche war wieder jemand vor mir. Aber Moment mal. Das war einer mit kleinem Rucksack. Das war… Nee, kann nich sein! Doch! Da lief einer vor mir. Sofort wurde der Schritt schneller. ‘Hee! Schön ruhig, Brauner. Das sind noch 18km.‘ Einfach so weiter und dann bin ich schon irgendwann vorbei. So schob ich mich janz langsam ran. Noch 200m bis VP. Da zog ich doch noch mal kurz und lief mit ihm zusammen in den VP Lausebuche.
Da war Überraschung. Maren, Rina und Silke. Was machen die denn hier? Eigentlich wollten die doch direkt nach Schierke fahren.
„Schalk, vermisst du was?“
Ich hatte beim Schuhwechsel in Barbis doch tatsächlich vergessen eine Einlage in die Spikes zu machen und bin die 20km in einem Schuh komplett ohne irgendeine Einlage gelaufen. Geht also auch. Gemerkt hatte ich das kein Stück.
Als ich die Einlage sah, meinte ich nur: „Klar, hab ich die ganze Zeit vermißt!“ und beim hinsetzten fragte ich dann erst mal welchen Schuh ich jetzt ausziehen müsse. Sehr komisch. Das gute an dem „Mißgeschick“ war, dass Silke mir die zwei kleinen Fläschchen Chiasamen in die Hand drücken konnte für den Rest der Strecke als Verpflegung. Und so ganz nebenbei war es natürlich klasse für den Kopf die Mädels zu sehen. Ich war richtig happy, irgendwie gut drauf.
Nun aber weiter! Im Loslaufen meinte Maren noch, dass Lars gerade erst vor ner Minute hier weg sei. Das war natürlich eine sehr komische Nachricht. Die Spitze war doch Ewigkeiten von mir weg. Und jetzt plötzlich hatte ich von der Spitze Einen schon überholt und ein wirklich Schneller war nicht weit weg von mir.
Wie kann das gehen? Was ist hier los?
Während ich gerade noch einen schönen und doch entspannten Lauf hatte, drehte sich plötzlich alles. Ich wußte gerade nicht, was ich damit anfangen soll. Aber ich war gut drauf und es waren nur noch 18km. Die sollten noch einmal sehr ereignisreich werden…

18km Wettkampf? – eine janz komische BC 2014

VP Lausebuche, km 62 irgendwas. Ich fühle mich gut und ziehe wieder los.
Lars direkt vor mir? Na das kann ja was werden. OK, einfach Laufen und dann sehen, was kommt.
Meine Garmin hatte irgendwo um Lausebuche den Dienst versagt, aber ab jetzt kannte ich den Weg weitgehend und die Paceangaben waren jetzt eh egal. Jetzt heißt es das Dembo nach Gefühl richtig treffen.
Während es vor Lausebuche kaum Schnee und nur hier und da etwas Eis gab, war jetzt der Schnee garantiert. Ich freute mich erneut riesig über meine Schuhwahl. Die Spikes waren wirklich Gold wert. Es war Harsch und Schnee und Eis und ein nicht wirklich super zu laufender Untergrund. Ich kam super damit klar. Gefühlt flog ich den Weg entlang. Und in der Tat dauerte es nicht lange bis ich den ersten Rucksack vor mir auftauchen sah – und da war nicht nur einer, drei Leutchen waren da vor mir und nicht weit auseinander. Der Geschwindigkeitsunterschied war schon recht merkwürdig. Während ich leicht über den Schnee glitt, sah es so aus, als würden bei den anderen die Schuhe am Boden festkleben. Nein, natürlich war es nicht so, aber die eigene Wahrnehmung ist bei km65 dann doch irgendwie etwas einfacher. Wer die anderen zwei waren, wußte ich nicht. Ich grüßte kurz und war vorbei. Lars kannte ich. Auch da ein kurzer Gruß und weg war ich. Später meinte Lars, er hat dort versucht zu folgen. Mein Schritt muß da aber doch etwas zügig gewesen sein. Es dauerte nicht lange und ich war aus dem Sichtfeld.
Als ich an den Dreien vorbei bin, sahen alle drei nicht wirklich gut aus. Die würde ich nicht wiedersehen – meinte ich. Aus einem Trainingslauf war plötzlich ein Wettkampf geworden, ein Lauf auf das Treppchen bei einer Laufveranstaltung, bei der ich nie im Leben auch nur ansatzweise gedacht hatte so weit vorn landen zu können.
An welcher Position war ich jetzt eigentlich? Wie viele waren noch vor mir? Einer? Zwei? War ich wirklich auf dem Treppchen unterwegs? Wie weit war der Nächste vor mir?
Vor dem nächsten VP würde ich das nicht erfahren und jetzt hieß es die Kräfte noch besser einteilen. Jetzt durfte ich nicht überzocken. Also etwas Dampf wieder raus und das Ding „in aller Ruhe nach Hause schaukeln“. Noch ein km bis Königskrug. Der Wegweiser zeigte nach links und weitere 150m weiter bog ein Pfad nach rechts ab. Kaiserweg stand am Wegweiser. Schick. Ich will aber nach Königskrug. Wieso steht das hier nicht? Ich meinte, der Weg geht rechts am Waldrand entlang. Keine Menschenseele in der Nähe. Garmin aus und keine Ahnung wo wirklich lang. Das kann doch nicht wahr sein! Ich kann doch jetzt unmöglich auf die anderen warten. ‘Schalk, die Erinnerung sagt rechts, also lauf rechts!‘ Kaiserweg klingt gut. Den nehme ich.
Vielleicht 100m weiter die nächste Überraschung. Von Links aus dem Wald kommt ein Läufer. Das muß einer mehr aus der Spitzengruppe sein. Dann bin ich jetzt ganz vorn? Das kann nicht sein! Auch er sah nicht so gut aus. Ich hatte noch ganz gut Dembo drauf, aber langsam machte sich der „Flug“ der letzten km bemerkbar. Also ging es erst mal fix vorbei und in Königskrug erfuhr ich, dass einer bereits durch wäre – allerdings vor ner halben Stunde. OK. Dann ist jetzt erst mal klar wo es lang geht. Nach dem VP mußte ich erst mal die Gedanken sortieren, die Lage klar kriegen. Ich war jetzt also in der Tat an zweiter Position. Hinter mir liefen vier Leute, die noch ein ganz anderes Potenzial haben als ich, die aber nicht mehr so frisch aussahen wie ich mich fühlte. Jetzt hies es einfach „nur“ das Tempo halten und die Platzierung verteidigen. Wenn ich nicht nachlasse, ist das Ding im Sack. Und bei diesem ganzen Rumgedenke und der Überholerei, vernachlässigte ich allerdings die Versorgung. Der Weg wurde grottenschlecht. Bäume lagen mitten im Weg. Klettern war angesagt und Bücken. Da war kein Laufen mehr, sondern Kraxeln. Und mit diesem rumgekraxel kam dann auch das befürchtete Tief. Man, mußte ich mich zusammenreißen, um weiter Druck zu machen. Aber schneller würden die anderen ja auch nicht sein, meinte ich. Naja, Denken und Wirklichkeit.
Und plötzlich tauchte neben mir ein bekanntes Gesicht auf. Lars kam wie aus dem Nichts.
Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber irgendwie habe ich mich gefreut, dass er in den Lauf zurückgefunden hatte. Es war schön, mit ihm zusammen laufen zu können. Wir liefen nun ein Dembo. Er war der Meinung, wir wären an Drei. Ich klärte ihn über den Irrtum auf und wir beschlossen das Ding zusammen zu Ende zu bringen. Wobei ich ihm sagte er solle Losziehen, wenn er könne. Noch waren es mehr als 8km. Auch da muß man haushalten. Bis Oderbrück liefen wir auf jeden Fall zusammen. Am VP mußte ich dringend was Trinken. Die Akkus waren fast leer – zu leer für weitere 7km ohne Auffüllen. Lars trank kurz nen Becher Tee, aß nen Apfel und lief weiter. „Los, komm Schalk.“ „Mach mal, Lars. Ich muß erst Trinken. Ich komm.“ Ich ließ ihn ziehen. Er hatte auf den letzten Metern vor dem VP einen so unwiderstehlichen Zug. Das würde mich zerreißen. Ich muß mein Ding laufen. Das geht jetzt nicht anders. Ist so.
Noch nen Becher Tee und weiter. Lars war 200m weg. OK, das wird dann halt nix mehr. Aber auch das war egal. An drei und kurz hinter ihm. Das ist gut genug! Definitiv.
Die Strecke ging eigentlich nicht wirklich schwierig. Aber irgendwie war der Akku leer. Lars entfernte sich Meter um Meter. Nächstes Hinweisschild: Brocken 6km. Da kam mir mein Gel im Rucksack in den Sinn. Mensch, du hast doch noch nen Turbo zum zünden. Naja, Turbo vielleicht nicht mehr. Aber ein Dembohalten würde ja schon reichen. Kurz angehalten, Gel raus, rein das Zeugs, Verpackung wieder in den Rucksack, selbigen auf und weiter. Lars war fast schon außer Sicht. 300m waren es sicher. Jetzt hieß es Zähne zusammenbeißen und warten, dass die Wirkung einsetzt. Es ging langsam wieder. Der Abstand vergrößerte sich jedenfalls nicht mehr.
Dreieckiger Pfahl. Beim Abbiegen drehte ich mich kurz um und meinte den Spanier, den ich kurz vor Königskrug überholt hatte, gesehen zu haben. Na jetzt wird es spannend! ‘Schalk, nachlassen ist jetzt nicht mehr drin! Jetzt ging es ums Treppchen. Noch einmal runter, dann die Rampe hoch, an der Bahn entlang und zum Schluß noch die Brockenstraße. Weit war es wirklich nicht mehr. Aber es sollte noch weit werden!
Ab jetzt hatte ich Lars fest im Blick. Vorn ist das Ziel, nicht hinten!
Runterzu machte ich Druck, oder jedenfalls das was man da so als Druck empfindet. Das muß der hinter mir auch erst mal laufen – und er muß schneller als ich, um ranzukommen. Also einfach ans Limit. Dann muß ich mir später keinen Vorwurf machen. Dann kam die Brockenrampe. Das ist ein recht steiler und nicht soo kurzer Anstieg hoch zur Brockenbahn. Lars vor mir ging hier. Unten lief ich noch. Aber dann dachte ich, dass schnelles Gehen sicherlich genauso schnell wäre wie Laufen – und es war kräftesparender in dem Moment. Meter um Meter kam ich ihm näher. Ein Haufen Leute waren auf der Rampe, hoch wie runter. Mein Blick war fixiert auf den Boden und ab und an schaute ich wie der Abstand sich verkürzte. Vielleicht noch 150m. Aber ich war erst in der Mitte der Rampe. Dann war Lars oben. 100m mögen es noch gewesen sein. Doch jetzt konnte er frei Laufen und ich mußte noch etwas steil hoch. Er winkte ich solle kommen – und lief weiter.
Oben! Jetzt waren es vielleicht noch drei km. Ich drehte mich janz kurz um und sah den Spanier nicht. Aber vielleicht hatte ich auch nur nicht richtig geschaut. Vorn war Lars. Ich war platt, aber ich drückte und schob mich jaaanz langsam ran. Nein, einfach machte er mir das nicht. Warum auch? Aber ich kam näher. Der Weg an der Bahn zog sich wie Kaugummi. Andererseits wollte ich gern noch vor der Brockenstraße ran sein. Kurz vorher war es geschafft! Juhu! Und ich war im Eimer. Das Witzige war, dass Lars das Gleiche meinte. Dann gehen wir eben bis oben. Aber ab jetzt zusammen! Naja, Gehen war keine gute Idee. Laufen sollten wir schon. Vielleicht kam da doch noch einer von hinten.
Die Brockenstraße war noch einmal richtig hart. Da war schon noch mal Gehen dran, aber dann auch wieder Anlaufen. Schneller als diese ganzen Touris waren wir allemal. Kurz vor dem Bahnhof meinte irgendjemand, dass das eine super Zeit werden würde. Ich hatte ja keine Ahnung wie schnell wir on tour waren. Die Garmin war lange aus und meine letzte Zwischenzeit kannte ich von Barbis. Er meinte etwas von 7:15h wären rum. Völlig ungläubig schaute ich zu Lars. „Das kann nicht sein!“ Doch, jetzt sind grad 7:17 vorbei. Irre! Völlig Irre! Vor zwei Jahren bin ich eine 8:04h gelaufen und das war anstrengend und die Bedingungen waren damals auch recht gut. Und jetzt das!

Fast am Anstrengendsten war das Slalomlaufen. Oben am Bahnhof war grad ne Bahn ausgekippt worden. Die Leute schauten uns etwas verständnislos an. Aber das war jetzt egal.
Wir waren unterwegs in Richtung Ziel! Wir würden Zweiter werden! Zweiter! Und das in einer Fabelzeit! OK, für mich Fabelzeit. 😉
Nach dem Zieleinlauf wollte Lars gleich ins Warme. Es zog hier oben doch etwas. Aber das war nicht zulässig! Also doch noch kurz Jacke an und ab zum Brockenstein. Dieses klasse Ergebnis muß dokumentarisch festgehalten werden!

7:21h stehen in der Ergebnisliste. Die bisherige Bestzeit lag auf der Strecke bei 7:25h. Ich habe die Zeit vor allem den sehr guten Bedingungen zugeschrieben. Andererseits waren die 2011 auch ganz gut und da ist Lars die 7:25h gelaufen. Ich war da eben noch auf den 8:04h unterwegs. Muß also wirklich ein recht guter Lauf von Lars und mir gewesen sein.
Etwas in den Schatten werden wir allerdings von einem kleinen (?) Floh gestellt. Klein? In den Schatten gestellt? Nein, nicht wirklich. Ein riesen Ultradebüt hat er hingelegt, der Florian Reichert! Eine grandiose Zeit hat er hingelegt. Wir zwei waren im Vergleich zu den Läufen der vergangenen Jahre wirklich schnell. Aber Florian ist nicht nur den ersten Teil, sondern auch den zweiten Teil der Strecke geflogen. 6:44h sprechen da eine sehr deutliche Sprache. Unheimlich ruhig und sympathisch ist er zu dem.
Nach dem Blick in die Ergebnisliste muß ich noch einige Wahrnehmungen berichtigen. Ich war felsenfest der Überzeugung hinter Lausebuche drei Läufer in einem überholt zu haben. Erst Zwei und dann Lars. Da war aber gar kein Dritter, nur Marcus Amon und Lars. 😉 Insofern übernehme ich auch keine Haftung für Gegebenheiten der Kilometer zwischen Lausebuche und Oderbrück – wann ich wo wen überholt habe und wo Lars mich wieder einsammelte. Aber es muß so oder so ähnlich gewesen sein. Wenn man schon nicht mehr weiß wie viele man überholt, muß das Sichtfeld schon mächtig eingeschränkt gewesen sein.
Etwas aufgeräumt war ich dann wohl schon wieder, als die anderen Stück für Stück eintrudelten. Super Läufe haben die anderen da hingelegt. Mein Riggo hat an der Rampe nicht so geschächelt wie ich. Der ist die Hochgelaufen! Jan wollte Menatltraining absolvieren – mit Bravour geschafft. Andre ist mal eben 1:30h schneller als im letzten Jahr gewesen. Michael war 1:15h eher drin als 2013. Insgesamt müssen sich die JMer ja fast auf der Strecke andauernd auf die Füße getreten sein – so dicht beisammen, wie der Kaw, Andre und Jan oben angekommen sind. Die Mainrennerin stand plötzlich schon auf der Matte. Völlig unerwartet. Draußen war noch Hell! Juhu! Klada hat seinen Lauf gegen Fahrgestell und Kopf gewonnen. Sehr schön war auch mit den Nordlichtern oben noch zu klönen – auch wenn für Mathias kurz hinter Barbis Endstation war. ;-( Und riesig gefreut habe ich mich, dass die harzer Nordlichfraktion hoch gekommen ist! Auch wenn es viel zu kurz war. Es war schön euch doch da oben zu sehen und ne Runde zu schnacken.
Gelaufen bin ich zwar schon selbst, aber der klasse Support auf der Strecke, dem gehört definitiv ein ganz wesentlicher Teil an dem Erfolg. Es war klasse mit Euch! Danke Jaren, Erbse, Pferdchen, Detlef. Waren noch mehr an den VP’s? Sorry! Mehr habe ich nicht wirklich wahrgenommen.
Naja und die letzten Wochen hat da noch jemand eine ganze Menge mehr ertragen müssen – km um km, jedes Wochenende und irgendwie den Kopf nur noch verpeilt. Und das Ganze nur als Vorbereitung auf einen Lauf, der erst in reichlich vier Monaten ist. Dnake Silke!
😉

05.01.2019 – Nun fehlt noch die Geschichte der „spanischen Runde“. kurz nach Lars und mir kam der Spanier Javier ins Ziel. Er sah Lars und meinte Lars hätte abgekürzt; Lars hat ihn nicht auf der Strecke überholt. Wie geht das? Erst im Nachhinein, beim Auslesen der Tracks wurde das klar. Ich überholte Javier vor Königskrug. Der Nächste anzulaufende Punkt nach Königskrug ist Oderbrück. Kurz nach Königskrug kommt  ein etwas lustiger Wegweiser. Nach Rechts ist Oderbrück ausgeschildert. Läuft man bis zum Wegweiser, sieht man, dass geradeaus ebenfalls Oderbrück ausgeschildert ist. Geradeaus ist kürzer, ca. nen halben km. Lars ist geradeaus gelaufen, Javier nach Rechts und kurz vor Oderbrück lief Lars auf mich auf mich auf. Dieser Umweg wurde im Folgenden als die „spanische Runde“ geprägt. Lustigerweise habe ich genau diesen Umweg ein Jahr später selbst genommen. 😉

Und nun steht die BC2019 an. Ich wollte gern auch wieder vorn mitlaufen. Aktuell bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt was wird. Die Plantarsehne zickt gerade etwas. Aber was denn nun am 09.02.2019 wird, werden wir dann sehen. Heute war es schön mal wieder in den alten Blogs von Jogmap zu schmöckern.

Freunde!

Was ist schlimmer als Freunde? Lauffreunde!

Irgendeiner hat immer wieder den richtigen Blick und schon sind da Flausen im Kopf. Ich habe die Flausen jetzt für 2020! 2019 wird die Erstaustragung der Strecke sein, aber da bin ich noch beim TAR. Ja, die großen und tollen Läufe konzentrieren sich nun mal auf Ende August/Anfang September.

Was steht an?

Beim Googeln habe ich es erst gar nicht in Englisch, sondern nur in Italienisch und Russisch gefunden. Letzteres gab mir zumindest schon mal ne Idee worum es geht. Ich bekam nämlich einfach nur an den Kopf geworfen, dass der

TOR des Glaciers

doch was für mich wäre. Doch was ist das? Hier stand es!

Einfach nur die wesentlichen Basisdaten reichten, um zu wissen worum es geht:

450km, 32000Hm+, Start 6.September 2019 in Courmayeur.

Am 6.September bin ich noch beim TAR unterwegs. Aber klar wußte ich sofort, dass unter tordesgeants.it mehr zu erfahren wäre. Die Alta via 3 und 4 soll gelaufen werden. Wußte ich gar nicht, dass es die gibt.

Der Virus sitzt. Ich werde mich damit auseinandersetzten.

Donnerstag Start heißt noch drei Tage mehr Urlaub.

120km mehr heißt noch einmal zwei Tage länger unterwegs.

Kann man da die Schlafpausen so beibehalten? Braucht man mehr Schlaf pro Tag?

Wie sind die Livebases gesetzt? Gibt es da überhaupt auch das Konzept des TOR mit den großen Livebases oder geht das wie beim PTL dann in Richtung Selbstversorger?

Wie verläuft die Strecke? Geht es über Gletscher? Auf welcher Höhe? Was für Ausrüstung wird dafür benötigt?

Will ich das noch? Ja, den TOR wollte ich gern noch mal laufen – gern auch mit dem UTMB vorweg. Aber 450km am Stück heißt doch da noch mal einen draufsetzen. Nach dem ersten TOR meinte ich, dass nun mein Limit erreicht ist. Gemeint ist nicht mein Limit in dem was ich erreichen kann. Das war nicht erreicht. Das Doppel vergangenes Jahr zeigte das und ich bin mir recht sicher auch sechseinhalb Tage am Stück im Aostatal laufen zu können. Aber irgendwann muß man sich fragen, wann man das „Höher, Schneller, Weiter“ für sich persönlich begrenzen möchte. Es geht immer mehr! Genügend Leute haben uns das schon vor gemacht. Aber man muß sich schon fragen wo man für sich dieses Limit setzt.

Ich denke, nach dem ersten Abschätzen werde ich nun über Letzteres als erstes nachdenken. Zeit ist genug. Frühestmöglicher Termin ist der September 2020.

Irre wie weit man da schon planen muß.

Irre wie spät man dann erst weiß ob das ein freundschaftlicher Hinweis war!

😉

November!

Ich sitze im Zug. Es ist nicht mehr weit bis München. Beim rausschauen weiß ich schon, dass es kalt draußen ist. Schon in Hannover war es so bähh, so ungemütlich. Ich bin warm angezogen. Aber die Feuchtigkeit zieht, sobald man nach draußen geht, trotzdem sofort unter die Jacke. Nein es regnet nicht, aber alleine die Kälte und die Feuchtigkeit und dieser eklig kalte Wind lassen richtige Vorfreude auf den nachher noch anstehenden Lauf zu.

Ich mag nicht!

So ein Quatsch! Draußen sind 2grdC. Das ist nicht kalt!

Der Kopf weiß es eigentlich. Und doch kommt dann noch die Kurve zur BC. Was hat man da an, wenn man im Februar auf den Brocken läuft. Also, nicht rumheuln, sondern umziehen und los! Im Hotel angekommen wird das dann auch genau so umgesetzt. Laufsachen an und los.

Es ist leicht fröstelnd, als ich vor der Tür stehe und warte, dass die Uhr so weit ist. Das geht schnell. Auf den ersten km ist es immer noch leicht kühl. Aber diese feuchte Kälte von vorhin spüre ich gar nicht. Es wird angenehm. Spaß macht es sowieso. Locker in Richtung Isar joggend genieße ich den sehr späten Nachmittag. Läufer sehe ich noch keine. Es ist vermutlich nicht die richtige Strecke und später an der Isar noch zu zeitig.

Kurz vor dem Loslaufen las ich noch einen Blog von Floh Neuschwander. Nach langer Pause hat er einfach mal Bock auf nen schnellen 10er gehabt und ist einfach mal zugelaufen. War es diese Inspiration? Als ich an der Isar den Hauptweg verlasse und auf den Trail einbiege, gehen plötzlich die Pferde mit mir durch. Aus dem lockeren Joggen wird ein Laufen. Es wird schneller. Obwohl ich nun mit Licht laufen muß, wird es immer schneller und macht doch einen heiden Spaß! Ich genieße es einfach. Lange vergessen ist die eklige Kälte.

Laufen ist schön!

Man muß nur erst mal in den Laufsachen vor die Tür.

😉