Als erstes Mal Ankommen!

km189 – gleichmäßig, für diesen km noch recht locker und konzentriert geht es am Baldeney entlang. Klada erzählt von den einigen Villen, die hier stehen, deren Geschichten, erzählt ich solle nicht zu schnell laufen, die Ruhe bewahren. Vielleicht sieben Minuten trennen mich vom Führenden dieses Laufes. Seit km160 dürfte der Abstand kontinuierlich kürzer geworden sein. Nur noch ein Marathon hieß der letzte VP und der liegt gerade erst einen km hinter mir, 41km nochvor mir. Viereinhalb Marathondistanzen liegen bereits hinter mir.

Es lief gut. Einen 6er Schnitt konnte ich noch laufen und so wie ich mich fühlte dürfte das auch noch auf den nächsten 41km in dieser Richtung weitergehen. Vielleicht wird es noch etwas langsamer. Ich werde es sehen. Als erstes Ziel steht einmal Ankommen!

Bisher lief es sehr gut. Meine Begegnung mit Stu Thoms vor ein paar Wochen in der Nähe von Rüdersdorf, als wir uns bei einem langen Lauf zufällig über den Weg liefen und dann gemeinsam knapp 20km über Landstraßen zogen, war Gold wert. Wenn sich einer auf der langen Flachstrecke auskennt, dann er. Mit ihm philosophierte ich auch über die Pace im Rennen. Sehr, sehr gut das Treffen! Vielen Dank für die Tips! In etwa dem Dembo in dem ich an der Ruhrquelle gestartet bin, lief ich auch jetzt noch. Nein,es lief nicht mehr so locker, wie kurz nach der Ruhrquelle. Aber es lief gut. Mehrfach mußte ich in den letzten 21h darüber schmunzeln. Auch erst ein paar Tage her fragte ein Marathoni in einem Laufforum hier im Netz, ob denn ein negativer Split wirklich sinnvoll wäre. Er habe die Splits beim Salzburgmarathon mal ausgewertet und selbst in der Spitze lief kaum einer einen negativen Split. Rauslaufen wäre doch vielleicht gar keine so schlechte Alternative. Es ist Quatsch! Rauslaufen ist Müll und je länger die Strecke wird, umso mehr Zeit hat man diesen Müll dann auch zu genießen. Nun könnte man sagen bei 230km läuft keiner mehr einen negativen Split. Hmm, ich denke schon. Bei 230km würde ich die Hälfte eher nicht mathematisch ansetzen. Laß sie bei km150 oder 170 losgehen. Dann klappt das auch wieder mit dem negativen Split. km150 war ich nach 15h, im Ziel waren keine 30h um. Paßt. 😉 Schmunzeln mußte ich, weil die Einschätzung des richtigen Anfangsdembos so klasse bisher geklappt hatte. Ich konnte es hier noch gut laufen! Yes!

Diese TortourdeRuhr war ein Ausflug für mich, ein Ausflug von den Bergultras, wo ich mich zu Hause fühle auf die lange Flachdistanz. Die weiteste Distanz, die ich im Flachen bisher zurückgelegt hatte, betrug 100km. Das war in Biel und damals hatte ich noch nicht viel Erfahrung und habe wunderbar Federn gelassen. Meine Bestzeit über 100km steht seit dem bei 10:32h. Ich habe es nie wieder probiert so etwas Langweiliges noch einmal zu laufen. 10h eine völlig abwechslungslose, elendig langweilige Strecke laufen? Kein Auf unf Ab, keine Berge oder Täler und dann vielleicht noch eine Nacht durch sinnlos im Dunkeln? Nö!

Und dann 230km auf einem Radweg mit fast ausschließlich Asphalt? Wieso das denn?

Freunde hatten mich angefixt. Was sind das für Freunde? Ich würde doch sagen gute Freunde – auch nach dem Lauf. Die TortourdeRuhr ist nicht einfach nur ne Flachstrecke. Es ist auch nicht nur ein Einladungslauf. Es ist bezogen auf die Logistik vor allem mal ein Selbstversorgungslauf. Du organisierst dir Leute, die Bock haben sich den Hintern auf nem Radel wundzusitzen und sich das Pfingstwochenende um die Ohren zu schlagen, nur damit du zum Vergnügen laufen kannst. Beim Schreiben fällt mir auf, dass ich die Freunde hätte fragen sollen, die mir diesen Mist hier eingebrockt haben. Stattdessen mußten zwei andere dran glauben. Zwei? Auf dem Radl zwei und meine liebe Frau übernahm die harte Aufgabe des Autosupports. Gemessen an dem, was da abseits der Strecke alles los war und von dem ich alles während des Laufes kaum etwas mitbekam, war laufen  auch hier wieder einmal die einfachere Aufgabe.

Bei den Bergläufen hatte ich immer wieder Versorgungsprobleme und dadurch unnötige Tiefs in den Läufen. Hier nun über die gesamte Distanz Versorgung anbei zu haben und mit dem Fahrrad auch die Streckennavigation bei zu haben, das klang irgendwie verlockend. Das muß man doch mal machen. So kam ich also zu einem solchen Lauf. D.h., so kam ich überhaupt erst einmal dazu dort mitlaufen zu wollen. Ohne meinen Leumund Klada weiß ich nicht, ob ich auch eine Einladung bekommen hätte. 100Startplätze auf der langen Strecke sind nicht viele und es gibt ne Menge Leute, die da sehr gerne mitlaufen würden.Danke Jens!

Ich durfte, bekam einen Startplatz. Wer A sagt, muß auch B sagen. Drei Leute opferten ihr Pfingsten. Da heißt es auch ne ordentliche Leistung abliefern. Da hieß es für Trainieren. Das paßte – verletzungsfrei. Den Zeitaufwand der letzten Wochen betrachten wir besser nicht. Aber er war gerechtfertigt. Da opfern schließlich Leute für mich ihr Pfingsten!

Auch der logistische Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Radgepäckträger fürs Auto organisieren, Futter, Trinken, Planung beim Laufen, Navigation, … Da ist ne Menge zu bedenken. Gemeinsam wurde das bestens gewuppt.

100_3447Samstagmorgen gegen halb acht kamen wir an der Ruhrquelle an. D.h., Freitag waren wir schon mal kurz da. Aber da waren wir noch allein.

Samstag war ein etwas bunteres Treiben. Das Radl wurde flott gemacht und bald war es auch nicht mehr weit bis zum Start. 8Uhr schickte uns Jens  auf den langen Weg von der Quelle bis zur Mündung…

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2 Gedanken zu “Als erstes Mal Ankommen!

  1. Pingback: „Nur“ Ankommen? – schalklaeuft

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